Isiro
| Isiro | ||
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| Koordinaten | 2° 46′ N, 27° 37′ O | |
| Basisdaten | ||
| Staat | Demokratische Republik Kongo | |
| Provinz | Haut-Uele | |
| ISO 3166-2 | CD-HU | |
| Einwohner | 200.000 | |
| Gründung | 1934 | |
| Politik | ||
| Bürgermeister | Guillaume Lola Malawa (seit 2023)[1] | |
Paulis, hier noch während des Aufbaus durch die Belgier in den frühen 1940er Jahren. | ||
Isiro, bis 1965 Paulis, ist eine Universitätsstadt und Hauptstadt der Provinz Haut-Uele der Demokratischen Republik Kongo im Territorium Rungu. Die Stadt hat rund 200.000 Einwohner. Klimatisch liegt sie zwischen Savanne und tropischem Regenwald. Wegen der umliegenden ertragreichen Kaffeeplantagen nennt man die Stadt auch „Hauptstadt des grünen Goldes“. Seit 1998 ist sie Standort der Uelle-Universität.
Geschichte
[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]Die Stadt wurde ab 1934 und unter dem Namen Paulis als Zwischenstation der Kongolesischen Nebenbahn (Vicicongo) von den damaligen belgischen Kolonialbehörden erbaut; Namensgeber des Ortes war Albert Paulis, ein belgischer Diplomat. Erst im Jahr 1957, und damit wenige Jahre vor der Unabhängigkeit des Kongo (1960), war der Bau abgeschlossen. Im Jahr 1965 wurde die Stadt nach dem naheliegenden Dorf Isiro umbenannt. Isiro ist seit 2015 Hauptort und Verwaltungssitz des im gleichen Jahr neu geschaffenen Bezirks Haut-Uele.
Im Rahmen der im Nachgang der sogenannten Kongo-Krise stattfindenden Simba-Rebellion (1963–1969), hierbei handelte es sich um Anhänger des 1961 ermordeten Premierministers Patrice Lumumba, eroberten im Sommer 1964 Simba-Rebellen die Stadt und verübten mehrere schwere Massaker. Es wird geschätzt, dass dabei mehr als 4000 Menschen in der Stadt und in deren Umfeld ermordet wurden, zumeist handelte es sich um Intellektuelle, Politiker und Évolués (eine Bezeichnung für Kongolesen, die einen europäischen Lebensstil führten); unter den Opfern befanden sich auch der damalige Gouverneur der Provinz Uélé,[A 1] Paul Mambaya, sowie sein Stellvertreter, Joseph Tabolo.[2]
Darüber hinaus töteten die kommunistische Rebellen mehr als 250 Missionare und Ordensschwestern. Etwa 50 Nonnen, unter ihnen die seliggesprochene Marie Clémentine Anuarite Nengapeta, wurden nach Isiro verschleppt, teilweise vergewaltigt und ebenfalls getötet.
„In der Mittagsstunde des 29. November 1964 wurde sie gemeinsam mit ihren Mitschwestern von Angehörigen des Simba-Stammes nach Ibamhi, hierauf nach Isiro verschleppt. Dort versuchte der schwarze Hauptmann Pierre Olombe, ihr die gottgeweihte Jungfräulichkeit zu rauben. Als ihm das nicht gelang, weil sich die Schwester tapfer dagegen wehrte, wurde sie von dem Lüstling kaltblütig ermordet.“
Auch während des zweiten Kongokrieges (1998–2003) war die Stadt teilweise von Kampfhandlungen betroffen. Im September 1998 wurde Isiro von der ugandischen Armee (Uganda People's Defence Force, UPDF) eingenommen. Da Teile der Einwohnerschaft von Isiro den Vormarsch der ugandischen Truppen zumindest wohlwollend unterstützt hatten, ermordeten Angehörige der damaligen kongolesischen Regierungstruppen (Forces Armées Congolaise, FAC) im Nachgang 25 Menschen, die sie der Kollaboration mit Uganda verdächtigt hatten.[3]
Im Jahr 2012 gab es im Rahmen eines Seuchenausbruches durch das sogenannte Bundibugyo-Ebolavirus in Isiro mindestens neun Verdachts- und fünf Todesfälle.[4] Darüber hinaus ist Isiro auch vom Ebolafieber-Ausbruch 2026 betroffen, genaue und abschließende Zahlen liegen indessen noch nicht vor, da die Epidemie noch anhält.
Bildungseinrichtungen
[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]Im Jahr 1998 wurde in Isiro die Uelle-Universität gegründet, die seit 2001 von den Dominikanern geleitet wird.[5] Obgleich in kirchlicher Trägerschaft, untersteht die Universität dem Bildungsministerium in Kinshasa (Ministère de l'Enseignement Supérieur et Universitaire).[6]
Verkehr
[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]Isiro liegt an der ehemaligen Kongolesischen Nebenbahn, einer Schmalspurbahn mit 60 Zentimetern Spurweite, welche von Bumba (Schiffsanschluss nach Kinshasa) nach Mungbere im Nordosten des Landes führt. Die Bahn gehört heute zur kongolesischen Staatsbahn (SNCC). Vor dem zweiten Kongokrieg verkehrte jedoch wegen Dieselmangels nur ca. alle zwei bis drei Monate ein Zug nach Aketi am Itimbiri.[7]
Straßen führen nach Uganda, Südsudan und Kisangani. Diejenige nach Bumba ist seit dem Krieg nicht mehr befahrbar. Der Flughafen Isiro-Matari gehört der Kategorie 4 an und bietet Verbindung in die Hauptstadt.
Weblinks
[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]Anmerkungen
[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]Quellen
[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]- ↑ Haut-Uele: Le nouveau maire d’Isiro prend officiellement ses fonctions. Agence Congolaise de Presse, 1. Februar 2023, abgerufen am 16. September 2026 (französisch).
- ↑ The Congo Rebellion. Central Intelligence Agency, 13. September 2000, abgerufen am 16. September 2026 (englisch).
- ↑ Second Congo War – Attacks on other civilian populations – Orientale Province. UN Mapping Report, 2003, abgerufen am 16. September 2026 (englisch).
- ↑ Ebola outbreak in Democratic Republic of Congo. World Health Organization, 17. August 2012, abgerufen am 16. September 2026 (englisch).
- ↑ Jean-Baptiste Malenge: L’Université de l’Uele dans la nouvelle gestion des Dominicains. Prêtre dans la Rue, 5. Dezember 2015, abgerufen am 16. September 2026 (französisch).
- ↑ Université de l'Uélé. unirank.org, 2026, abgerufen am 16. September 2026 (englisch).
- ↑ fahrplancenter.com

