Zum Inhalt springen

innoscripta

aus Wikipedia, der freien Enzyklopädie
innoscripta SE
Logo
Rechtsform Societas Europaea
ISIN DE000A40QVM8
Gründung 9. Mai 2012[1]
Sitz Tutzing, Deutschland[2]
Leitung Michael Hohenester (CEO)
Alexander Meyer (Co-CEO, CFO)
Sebastian Schwertlein (COO)
Mitarbeiterzahl 235[3]
Umsatz 103 Mio. Euro[3]
Branche Software
Website www.innoscripta.com
Stand: 31. Dezember 2025
Laptop mit Software Clusterix

Die innoscripta SE ist ein deutsches Softwareunternehmen mit Sitz in Tutzing. Es entwickelt und vertreibt Software zur Steuerung von Forschungs- und Entwicklungsprojekten sowie zur Dokumentation notwendiger Nachweise wie für die Forschungszulage oder vergleichbaren Förderinstrumenten anderer Länder.[4][5] Das 2012 in München gegründete Unternehmen ist seit Mai 2025 im Segment Scale der Frankfurter Wertpapierbörse notiert.[6]

Das Unternehmen wurde von Michael Hohenester gegründet.[7] Die Gründung als innoscripta UG (haftungsbeschränkt) in München erfolgte am 9. Mai 2012, die Eintragung in das Handelsregister am 5. Juni 2012; im März 2013 wurde die Gesellschaft in eine GmbH umgewandelt.[1] Anfangs verfasste innoscripta Förderanträge für andere Unternehmen und arbeitete mit einem erfolgsabhängigen Honorarmodell. Zudem vermittelte das Unternehmen Kooperationen zwischen Forschenden und mittelständischen Unternehmen, die anschließend gemeinsam Mittel beantragen konnten, unter anderem aus dem Zentralen Innovationsprogramm Mittelstand (ZIM). 2019 beschäftigte innoscripta rund 80 Mitarbeiter, der Umsatz hatte 2018 bei etwa 4,5 Millionen Euro gelegen.[7] 2021 betrat das Unternehmen über eine Tochtergesellschaft auch den Markt in Österreich.[8]

Mit dem Innovation Management System (IMS) entwickelte innoscripta eine eigene Software zur Planung, Durchführung und Kontrolle von Forschungs- und Entwicklungsprojekten, die für die Beantragung der Forschungszulage nach dem Forschungszulagengesetz konzipiert ist. Die Vermittlung von Forschungs- und Unternehmenspartnern im Rahmen anderer Förderprogramme, insbesondere des ZIM, führte das Unternehmen 2023 nur noch als auslaufendes Geschäft fort.[9] IMS war der Vorgänger des heute zentralen Softwareprodukts Clusterix, das inhouse parallel entwickelt wurde.[10] 2025 entfielen 98,6 Prozent der Umsatzerlöse auf die steuerliche Forschungsförderung.[3] Im Dezember 2022 beschlossen die Gesellschafter eine Kapitalerhöhung aus Gesellschaftsmitteln von 25.000 auf 5 Millionen Euro sowie den Formwechsel in eine Aktiengesellschaft, der am 9. März 2023 in das Handelsregister eingetragen wurde.[9]

2023 gründete die innoscripta AG Tochtergesellschaften im Vereinigten Königreich und in Frankreich; das Büro in Sankt Petersburg wurde im Januar 2024 aufgrund der geopolitischen Lage geschlossen.[9] Am 6. November 2024 wurde eine Erhöhung des Grundkapitals aus Gesellschaftsmitteln auf 10 Millionen Euro in das Handelsregister eingetragen.[1] Am 1. April 2025 stimmten die Aktionäre der formwechselnden Umwandlung in eine Europäische Gesellschaft zu, die am 9. Mai 2025 in das Handelsregister eingetragen wurde.[3]

Im Mai 2025 kündigte innoscripta einen Börsengang im Scale-Segment an, bei dem ausschließlich bestehende Aktien der Altaktionäre angeboten wurden, sodass dem Unternehmen selbst kein Emissionserlös zufloss.[11] Die Preisspanne lag bei 110 bis 140 Euro je Aktie.[4] Der Ausgabepreis lag schließlich bei 120 Euro.[12] Die Erstnotiz erfolgte am 23. Mai 2025.[13]

2026 eröffnete innoscripta weitere Auslandsbüros, so in Balma bei Toulouse, in NEw York[14] und in Manchester[5].[15] Im April 2026 wurde zudem der Sitz der Gesellschaft von München nach Tutzing verlegt.[1]

Nach Durchsuchungen wegen des Verdachts der Beihilfe zur Erlangung ungerechtfertigter Steuervorteile bei Forschungszulagen für Kunden brach der Aktienkurs am 1. Oktober 2026 um mehr als die Hälfte ein.[16]

Geschäftstätigkeit und Standorte

[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Das zentrale Produkt ist „Clusterix“, eine cloudbasierte Plattform für die Verwaltung von Forschungs- und Entwicklungsprojekten. Sie bündelt relevante Daten, Prozesse und Unterlagen an einem Ort und verbindet die Projektverwaltung sowie die Stundenerfassung mit einer revisionssicheren Dokumentation geförderter Projekte und des jeweiligen Personaleinsatzes.[17][11] Ergänzend unterstützt innoscripta bei der Antragstellung und der Vorbereitung der Anträge auf FuE-Bescheinigungen.[3] Die Umsätze bestehen überwiegend aus Provisionserlösen.[3] Ende 2025 betreute das Unternehmen mehr als 2.500 Kunden[18] aus rund 20 Branchen.[17]

Neben dem Hauptsitz in Tutzing ist die Gruppe mit Büros in München, Frankfurt am Main, Köln und Hamburg sowie in Wien, Balma, Lille, Angers, Manchester und New York vertreten (Stand: Oktober 2026).[15]

Unternehmensstruktur und Eigentumsverhältnisse

[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die innoscripta SE hält jeweils sämtliche Anteile an ihren Tochtergesellschaften, unter anderem an der der Clusterix GmbH (München), der innoscripta Austria GmbH (vormals Mittelstand Connect GmbH), der Mittelstand Connect BV (Dordrecht), der innoscripta North America Inc. (New York), der innoscripta France SARL (Paris) und der innoscripta UK Limited (Bolton).[3]

Das Grundkapital beträgt 10 Millionen Euro und ist in 10 Millionen nennwertlose Inhaber-Stammaktien eingeteilt.[19] Im Oktober 2026 hielten Vorstände von innoscripta etwas mehr als zwei Drittel der Anteile, 15 Prozent lagen bei der innoscripta Beteiligungsgesellschaft, über die sich Mitarbeiter beteiligen können, ca. 15 Prozent befanden sich im Streubesitz.[20][19]

GeschäftsjahrUmsatz
(Mio. Euro)
Mitarbeiter
(Jahresdurchschnitt)
Bilanzsumme
(Mio. Euro)
2022[9]27,313729,9
2023[9]39,414735,3
2024[3]64,718358,6
2025[3]103,4235100,6

Die Angaben beziehen sich auf den Einzelabschluss nach HGB. In der Gesamtgruppe waren 2025 durchschnittlich 322 Mitarbeiter beschäftigt.[14]

2026 wurde innoscripta in die von der Financial Times und Statista erstellte Rangliste Europe’s Fastest Growing Companies 2026 aufgenommen,[21] die europäische Unternehmen nach ihrem Umsatzwachstum zwischen 2021 und 2024 ordnet.[22]

Einzelnachweise

[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]
  1. 1 2 3 4 innoscripta SE, Tutzing. In: North Data. Abgerufen am 23. September 2026.
  2. ↑ Impressum. Abgerufen am 22. September 2026.
  3. 1 2 3 4 5 6 7 8 9 innoscripta SE (Hrsg.): Jahresabschluss 2025. (Publikation im Bundesanzeiger, 19. Oktober 2026).
  4. 1 2 Softwarefirma Innoscripta legt Preisspanne für IPO fest. In: Börsen-Zeitung. 16. Mai 2025, S. 9.
  5. 1 2 innoscripta Launches in UK to Disrupt R&D Tax Claims with Real-Time Clusterix Platform. In: ffnews.com. 11. August 2026, abgerufen am 2. Oktober 2026.
  6. ↑ Börsenstart der Innoscripta-Aktie enttäuscht. In: Börsen-Zeitung. 24. Mai 2025, S. 9.
  7. 1 2 Maraike Mirau: Tinder für den Mittelstand. In: Focus. 6. Juli 2019, S. 68.
  8. ↑ innoscripta Austria GmbH, Wien, Österreich. In: North Data. Abgerufen am 2. Oktober 2026.
  9. 1 2 3 4 5 Jahresabschluss zum Geschäftsjahr vom 01.01.2023 bis zum 31.12.2023. In: innoscripta AG (Hrsg.): Bundesanzeiger. 15. Juni 2026.
  10. ↑ Jahresabschluss zum Geschäftsjahr vom 01.01.2022 bis zum 31.12.2022. In: innoscripta AG (Hrsg.): Bundesanzeiger. 14. August 2024.
  11. 1 2 Softwarefirma Innoscripta plant IPO im Freiverkehr. In: Börsen-Zeitung. 7. Mai 2025, S. 7.
  12. ↑ Innoscripta-Aktie mit durchwachsenem Börsenstart: Erstkurs trifft Ausgabepreis. In: Finanzen.net. 23. Mai 2025, abgerufen am 23. Oktober 2026.
  13. ↑ Börsengang: innoscripta SE neu an der Frankfurter Wertpapierbörse. In: Deutsche Börse (online). 23. Mai 2025, abgerufen am 22. September 2026.
  14. 1 2 Annual Report 2025. innoscripta SE, 2026, abgerufen am 23. September 2026 (englisch).
  15. 1 2 Über uns: Unternehmen. innoscripta SE, abgerufen am 23. September 2026.
  16. ↑ innoscripta Aktie: Ermittlungen lösen massiven Kurssturz aus. In: 4investors.de. 2. Oktober 2026, abgerufen am 2. Oktober 2026.
  17. 1 2 Joachim Herr: „Wir wollen uns das Vertrauen der Börse erarbeiten“. In: Börsen-Zeitung. 19. Dezember 2025, S. 10.
  18. ↑ Geschäftsbericht 2025. innoscripta SE, 2026, abgerufen am 23. Oktober 2026.
  19. 1 2 Basisinformationen. In: innoscripta.com. Abgerufen am 2. Oktober 2026 (Informationen zur Aktie).
  20. ↑ innoscripta Aktie. In: comdirect.de. Abgerufen am 2. Oktober 2026.
  21. ↑ FT1000: Europe’s Fastest-Growing Companies 2026 ranking. In: Financial Times. 3. März 2026, abgerufen am 23. September 2026.
  22. ↑ Die am schnellsten wachsenden Unternehmen Europas 2026. Statista, abgerufen am 23. September 2026.