Zum Inhalt springen

Ina Müller

aus Wikipedia, der freien Enzyklopädie
Ina Müller (2023)

Ina Müller (* 25. Juli 1965 in Köhlen) ist eine deutsche Sängerin, Musikkabarettistin und Fernsehmoderatorin.

Sie arbeitete viel für den Norddeutschen Rundfunk, moderierte einige Sendungen wie z. B. eine Galasendung zu Ehren Heinz Erhardts oder seit 2007 ihre eigene Late-Night-Show Inas Nacht. Müller trat auch als Comedian auf, in ihren Auftritten thematisiert sie ihre norddeutsche Heimat und verschafft dem Plattdeutschen und seiner Kultur neuen Raum. Sie ist zudem eine erfolgreiche Sängerin, für ihr Album 48 erhielt sie eine Platinauszeichnung. Für ihr Gesamtwerk erhielt Müller eine Reihe von Auszeichnungen, unter anderem die Ehrenbürgerschaft ihrer Heimatgemeinde.

Leben und Wirken

[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Herkunft und Ausbildung

[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Ina Müller wuchs als vierte von fünf Töchtern einer Landwirtsfamilie in Köhlen in der Stadt Geestland im niedersächsischen Landkreis Cuxhaven auf. Nach einer Ausbildung zur pharmazeutisch-technischen Assistentin an den Dr. von Morgenstern Schulen in Lüneburg arbeitete sie in Apotheken in Bremen-Blumenthal, Westerland auf Sylt und München.

Kabarett und Musik

[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]
Ina Müller mit Queen Bee (2002)

Im Sommer 1994 gründete Ina Müller gemeinsam mit Edda Schnittgard[1] das Kabarett-Duo Queen Bee. Bekannt wurden Müller und Schnittgard vor allem durch ihre Mitwirkung in Sathyan Rameshs Kinofilm Schöne Frauen (2004). Am 10. Dezember 2005[1] gaben sie im Bonner Pantheon ihre Abschiedsvorstellung.

2002 begann Müller ihre Arbeit an ersten eigenen Projekten, zunächst vor allem im Bereich der plattdeutschen Sprache. Im Juni 2004 erschien ihr Debüt-Soloalbum Das große Du, das wenig Anklang fand. Im Februar 2006 startete ihr Soloprogramm Ina Müller liest und singt op Platt. Ihr im Oktober 2006 veröffentlichtes zweites Soloalbum Weiblich, Ledig, 40 wurde Müllers erster großer Erfolg als Solokünstlerin. Sie ging mit ihrer Band mit dem Album auf Tournee. Die Texte ihrer Lieder verfasste sie selbst, wobei sie mit Frank Ramond und Hardy Kayser zusammenarbeitete. Ihr im März 2008 herauskommendes Solo-Album Liebe macht taub erreichte Platz 6 der Deutschen Albumcharts.

Im Oktober 2009 folgte das vierte Solo-Album Die Schallplatte – nied opleggt. Der Zusatz nied opleggt (plattdeutsch für neu aufgelegt) weist darauf hin, dass es sich bei diesem Album um eine neue, diesmal Studioaufnahmen beinhaltende Fassung des Livealbums Die schallPlatte handelt, welches im September 2004 aufgenommen wurde und noch im selben Jahr in der Tonträgersparte des Quickborn-Verlag erschien.

Ina Müller (2014)

Im Februar 2011 gelang ihr mit ihrem fünften Solo-Studioalbum Das wär dein Lied gewesen erstmals ein Chart-Erfolg im gesamtdeutschsprachigen Raum. Am 22. März 2012 erhielt sie bei der Echo-Gala gleich zwei Echos, nachdem sie in den Jahren zuvor fünfmal nominiert worden war. Zudem sang sie mit Ivy Quainoo, Aura Dione, Caro Emerald und Dionne Bromfield zu Ehren von Amy Winehouse das Lied Valerie. 2014 wurde Ina Müller für ihr im Oktober 2013 herausgebrachtes sechste Solo-Album 48 erneut mit dem Echo als beste nationale Pop-/Rockkünstlerin ausgezeichnet. Im November 2014 wirkte sie in der deutschen Version des Charity-Weihnachtslieds Do They Know It’s Christmas? von Band Aid mit, der im November 2014 Weltpremiere feierte und die Spitze der deutschen Singlecharts erreichte.

2015 bekam Müller, bereits mehrfach mit Gold ausgezeichnet, für ihre CD 48 eine Platin-Auszeichnung und wurde für den Echo nominiert. Im Oktober 2016 brachte sie ihr siebtes Studioalbum Ich bin die heraus, das autobiografisch geprägte Lieder beinhaltet und wo sie mit ihrem damaligen Lebensgefährten Oerding zusammenarbeitete. stehen im Mittelpunkt des Albums. Am 6. April 2017 wurde Ina Müller erneut mit dem Echo/Künstlerin Pop National ausgezeichnet – ihrem insgesamt vierten Echo. Mit 55 erschien im November 2020 ihr achtes Studioalbum, letztmals unter Mitwirkung ihres damaligen Lebensgefährten Oerding.

Im November 2025 erschien ihr neuntes Studioalbum 6.0, mit dem sie erstmals Platz eins der deutschen Albumcharts erreichte.[2] Für das im Mai 2026 veröffentlichte Tributealbum We Love Udo interpretierte Ina Müller Udo Lindenbergs Lied Bis ans Ende der Welt von 1978 in ihrer eigenen Chanson-Saxophon-Version.[3]

Ab 2005 übernahm Müller beim NDR Fernsehen erste Moderationen, so bis 2008 mit Inas Norden ihre eigene Reise-Reportagereihe und bis 2007 die Doku-Soap Land & Liebe, die später von Yared Dibaba moderiert wurde.

Ina Müller (2007)

Seit 2007 moderiert Müller im NDR Fernsehen ihre eigene Late-Night-Show Inas Nacht, für die sie u. a. 2008 den Deutschen Fernsehpreis, 2009 den Deutschen Comedypreis und 2010 den Grimme-Preis erhielt. Ab November 2009 fand die Erstausstrahlung ihrer Late-Night-Show am Donnerstagabend im Ersten und seit September 2011 am Samstagabend statt.

Im Februar 2009 moderierte sie im Ersten die Galasendung zu Heinz Erhardts 100. Geburtstag. Von Oktober bis Dezember 2009 strahlte das NDR Fernsehen zusätzlich das sechsteilige Format Stadt, Land, Ina! aus, in dem Ina Müller über Kurioses und Alltägliches aus Norddeutschland berichtete.

Am 22. März 2011 moderierte sie für die ARD die 20. Echo-Verleihung. Am 22. März 2012 moderierte sie wieder den Echo, gemeinsam mit Barbara Schöneberger. Am 11. Mai 2011 wurde sie neben der Juli-Frontfrau Eva Briegel, der Frida-Gold-Sängerin Alina Süggeler, dem Musikmanager Gerd Gebhardt und dem Bayern-3-Musikchef Edi van Beek in die Fach-Jury des Eurovision Song Contest 2011 berufen.[4] Sie präsentierte auch die deutsche Punktevergabe.

Für die Moderation des Deutschen Computerspielpreises 2019 wurde Ina Müller in mehreren deutschen Medien kritisiert, sie habe – nach der Verleihung im Vorjahr, die von Barbara Schöneberger „mit altbackenen Witzen“ moderiert worden sei – „noch [die] Luft nach unten“ genutzt.[5] Beim Eurovision Song Contest 2024 war sie die deutsche Punktesprecherin.[6]

Fernseh- und Schauspielaktivitäten

[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

2004 übernahm Ina Müller eine Gastrolle in der ARD-Krimiserie Großstadtrevier. Im Fernsehen trat sie in zahlreichen Sendungen und Shows auf, darunter an der Seite von Sterne-Koch Johann Lafer in der ZDF-Sendung Lafer! Lichter! Lecker! oder bei Jürgen von der Lippes Was liest du? im WDR Fernsehen. Zudem nahm sie an der RTL-Fernsehsendung Wer wird Millionär?, ausgestrahlt am 18. November 2010 teil, in der sie 125.000 Euro für den RTL-Spendenmarathon gewann.

Im Januar 2015 war Müller in der Sendung Durch die Nacht mit … zu sehen, in der sie zusammen mit Sarah Connor einen Abend in Barcelona verbringt. Im März 2015 nahm sie an der österreichischen Satire-Talkshow Wir sind Kaiser teil. Im September 2015 war sie in Bülent Ceylans RTL-Show Bülent & seine Freunde zu sehen und blickte zusammen mit Bjarne Mädel in einer TV-Show auf 50 Jahre NDR zurück. Zu diesem Anlass drehte sie außerdem gemeinsam mit Detlev Buck mehrere neue Das-Beste-am-Norden-Spots für den NDR. Ende September 2015 übernahm sie in der Show Ich mach dir den Hof, die im NDR gezeigt wurde, für sieben Tage einen Bauernhof.

Auf der Kinoleinwand war Ina Müller 2014 in Detlev Bucks Bibi & Tina: Voll verhext! zu sehen.[7] 2026 übernahm sie als Göttin in David Dietls deutsch-österreichischer Filmkomödie Ein Münchner im Himmel – Der Tod ist erst der Anfang erneut eine kleinere Filmrolle.

Ina Müller wurde am 12. Januar 2011 die Ehrenbürgerschaft ihres Geburtsorts Köhlen bei Bremerhaven verliehen, weil sie auf besondere Weise ihr Heimatdorf und die plattdeutsche Sprache repräsentiert.[8][9] Dort spielte sie früher in der Fußball-Landesliga beim SV Rot-Weiß, im Landkreis Cuxhaven.[10] Am 21. Juni 2018 hat sie den Paul-Lincke-Ring der Stadt Goslar verliehen bekommen.[11]

Ina Müller war von 2011 bis 2023 mit dem Popsänger und Songwriter Johannes Oerding (* 1981) liiert.[12][13] Oerding war zuvor als Gast in ihrer Sendung und im Vorprogramm auf ihrer Tour aufgetreten.[14]

Sie lebt in Hamburg-St. Georg.[15][16]

Studioalben

Jahr Titel
Musiklabel
Höchstplatzierung, Gesamtwochen, AuszeichnungChartplatzierungenChartplatzierungenTemplate:Charttabelle/Wartung/ohne Quellen
(Jahr, Titel, Musiklabel, Plat­zie­rungen, Wo­chen, Aus­zeich­nungen, Anmer­kungen)
Anmerkungen
 DE  AT  CH
2004 Das große Du
Traumton Records (Indigo)
Erstveröffentlichung: 21. Juni 2004
2006 Weiblich, Ledig, 40
105music (Sony BMG)
DE26
Dreifachgold
×3
Dreifachgold

(37 Wo.)DE
Erstveröffentlichung: 13. Oktober 2006
Verkäufe: + 300.000
2008 Liebe macht taub
105music (Sony BMG)
DE6
Platin
Platin

(44 Wo.)DE
Erstveröffentlichung: 28. März 2008
Verkäufe: + 200.000
2009 Die Schallplatte – nied opleggt
105music (Sony)
DE13
Gold
Gold

(13 Wo.)DE
Erstveröffentlichung: 30. Oktober 2009
Verkäufe: + 100.000
2011 Das wär dein Lied gewesen
105music (Sony)
DE2
Platin
Platin

(44 Wo.)DE
AT24
(2 Wo.)AT
CH90
(1 Wo.)CH
Erstveröffentlichung: 18. Februar 2011
Verkäufe: + 200.000
2013 48
105music (Sony)
DE3
Platin
Platin

(37 Wo.)DE
AT22
(3 Wo.)AT
CH52
(1 Wo.)CH
Erstveröffentlichung: 25. Oktober 2013
Verkäufe: + 200.000
2016 Ich bin die
Columbia Records (Sony)
DE4
Gold
Gold

(28 Wo.)DE
AT21
(2 Wo.)AT
CH41
(2 Wo.)CH
Erstveröffentlichung: 28. Oktober 2016
Verkäufe: + 100.000
2020 55
Columbia Records (Sony)
DE2
Gold
Gold

(23 Wo.)DE
AT17
(3 Wo.)AT
CH23
(3 Wo.)CH
Erstveröffentlichung: 20. November 2020
Verkäufe: + 100.000
2025 6.0
Columbia Records (Sony)
DE1
(7 Wo.)DE
AT9
( Wo.)Template:Charttabelle/Wartung/vorläufig/2025AT
CH29
(2 Wo.)CH
Erstveröffentlichung: 14. November 2025

Studioalben

  • 1996: Die eine singt, die andere auch
  • 1998: Wenn Du aufhörst, fang ich an
  • 2000: Freundinnen
  • 2002: Volle Kanne Kerzenschein
  • 2005: Abseits ist, wenn keiner pfeift
Ina Müller mit dem Deutschen Fernsehpreis ausgezeichnet, 2019
  • 2002: Platt is nich uncool
  • 2004: Mien Tung is keen Flokati
  • 2005: Schöönheit vergeiht, Hektar besteiht
  • 2009: Dree in Een – Sammelband der drei vorherigen Bücher
Commons: Ina Müller – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise

[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]
  1. 1 2 Queen Bee in ihrer Selbstbetrachtung bei Jutta Jahnke, abgerufen am 18. November 2010
  2. Ina Müller erstmals auf Platz 1 der Offiziellen Deutschen Charts. In: offiziellecharts.de. Archiviert vom Original am 29. Dezember 2025; abgerufen am 29. Dezember 2025 (deutsch).
  3. Songs von Udo Lindenberg überraschend neu interpretiert. In: Frankfurter Allgemeine Zeitung. 8. Mai 2026, abgerufen am 8. Mai 2026.
  4. Eurovision Song Contest: Deutsche Jury steht offiziell fest (Memento vom 29. September 2011 im Internet Archive)
  5. Markus Böhm: Eine Branche erniedrigt sich selbst. Spiegel Online, 10. April 2019; abgerufen am 5. September 2021.
  6. ESC-Finale 2024: Ina Müller verkündet Punkte der deutschen Jury. In: eurovision.de. 17. Mai 2024, abgerufen am 17. Mai 2024.
  7. Lana von Schlippe: Eine ganz besondere Rolle: Sabbelschnute Ina Müller ist plötzlich Fünffach-Mami. 21. Dezember 2014, abgerufen am 28. November 2020.
  8. 1 2 Ina Müller wird Mittwoch Ehrenbürgerin von Köhlen, cnv-medien.de, 10. Januar 2011, abgerufen am 13. Mai 2014
  9. dpa: Ina Müller wird Ehrenbürgerin im Heimatdorf, shz.de, 14. Januar 2011
  10. Laura Hindelang: Ina Müller hat zwar noch keine neuen Folgen ihrer Sendung Inas Nacht am … Mehrere Jahre hat sie für den SV Rot-Weiß Köhlen gekickt., moin.de, 12. Juni 2021
  11. Goslar: Ina Müller erhält Paul-Lincke-Ring. NDR; abgerufen am 21. Juni 2018
  12. Ina Müller: Freund Johannes Oerding ist 17 Jahre jünger. In: bild.de. 12. Januar 2011, abgerufen am 31. Januar 2023.
  13. Sing meinen Song 2021 Teilnehmer: Johannes Oerding im Porträt – Gastgeber, Freundin, Instagram. In: swp.de. 12. März 2021, ehemals im Original (nicht mehr online verfügbar); abgerufen am 15. März 2021. (Seite nicht mehr abrufbar. Suche im Internet Archive )
  14. Ina Müller und Johannes Oerding sind getrennt. In: n-tv. Abgerufen am 25. Mai 2023.
  15. Sophia Herzog: Promis in Hamburg: 10 Stars, die hier wohnen. In: kiekmo.hamburg. 14. Oktober 2021, archiviert vom Original (nicht mehr online verfügbar) am 3. Februar 2023; abgerufen am 31. Januar 2023.
  16. Maike Schade: Hättet ihr's gewusst: 5 Promis, die in St. Georg wohnen. In: kiekmo.hamburg. 22. Dezember 2021, archiviert vom Original (nicht mehr online verfügbar) am 29. März 2023; abgerufen am 31. Januar 2023.
  17. Stadt, Land, Ina! Episodenguide. In: fernsehserien.de. Abgerufen am 20. November 2019.
  18. Friedestrompreis für Moderatorin. rp-online.de, Rheinische Post, 10. November 2010, S. B7; abgerufen am 18. November 2010
  19. Ina Müller erhält den Paul-Lincke-Ring 2018. regionalheute.de, 12. Januar 2018
  20. https://www.herne.de/Kultur-und-Freizeit/Veranstaltungen/Herner-Veranstaltungen-im-Jahresueberblick/Tegtmeiers-Erben/
  21. Das Große Kleinkunstfestival 2023 – Die Wühlmäuse GmbH. Archiviert vom Original (nicht mehr online verfügbar) am 24. September 2023; abgerufen am 18. Oktober 2023 (deutsch).