Der Ikarus 31 war ein Omnibus des ungarischen Busherstellers Ikarus. Der Ikarus31 wurde von 1956 bis 1965, die Weiterentwicklung Ikarus311 von 1961 bis 1972 produziert. Nach dem 1948 vorgestellten Ikarus Tr3,5, der als erster in Serie gebauter Bus mit selbsttragendem Aufbau im Ostblock gilt, und dem daraus entwickelten Ikarus 30 wurde Mitte der 1950er Jahre ein darauf aufbauender etwas größerer Bus entwickelt: der Ikarus 31.
Als Antriebseinheit kam ein wassergekühlter 4-Zylinder-Wirbelkammer-Dieselmotor vom Typ D-413 von Csepel in Lizenz des österreichischen Herstellers Steyr mit einem Hubraum von 5322cm³ zusammen mit einem manuell zu schaltenden, teilsynchronisierten Fünfganggetriebe zum Einsatz. Der Motor gab eine Leistung von 63kW (85PS) ab. Er war vorn angeordnet und trieb über eine zweiteilige Rohrkardanwelle mit drei Nadelrollengelenken die Hinterachse des Fahrzeuges an.[1] Mit dieser Antriebseinheit erreichte der Ikarus 31 die Höchstgeschwindigkeit von 75km/h.
Der Ikarus 311 besaß den weiterentwickelten Motor vom Typ Csepel D-414 mit einem auf 5517cm³ vergrößerten Hubraum. Die Leistung stieg auf 70kW (95PS) an, die Höchstgeschwindigkeit lag bei 78km/h.[2]
Das Fahrgestell war konventionell aufgebaut. Der Motor wie bei damaligen Lastkraftwagen vorn angeordnet. Auf die Bodengruppe wurde ein selbsttragender Busaufbau gesetzt, der als Frontlenker ausgeführt war. Am Fahrwerk kamen blattgefederteStarrachsen mit Teleskopstoßdämpfern zum Einsatz. Bei einem Leergewicht von 5,4t betrug das zulässige Gesamtgewicht 8,7t. Die hydraulisch-pneumatische Bremse wirkte auf alle Räder und wurde durch eine mechanische Feststellbremse ergänzt. Der Ikarus 311 hatte ein Leergewicht von 5,95t, das zulässige Gesamtgewicht stieg auf 9,37t an.
Der Fahrgastraum bot beim Ikarus 31 Platz für 24–36 Sitzplätze und 16 Stehplätze und beim Ikarus 311 für 20–35 Sitzplätze, neben dem Fahrerplatz war rechts vom Motor noch ein Sitz für einen Beifahrer. Im Laufe der langen Produktionszeit wurden verschiedene Aufbauvarianten mit unterschiedlicher Sitzplatzanzahl produziert. Einige Busse wurden als Reisebus gebaut und bekamen seitliche Dachfenster. Die Fahrgasttüren waren handbetätigte, nach außen aufschlagende Türen. Einige Fahrzeuge besaßen auch druckluftbetätigte Falttüren. Bedingt durch die Lage des Motors über der Vorderachse war die vordere Fahrgasttür hinter der Vorderachse angeordnet. Durch diese Anordnung war der Bus für den Einmannbetrieb im Stadtverkehr nur bedingt geeignet.
Die DDR importierte die Busse von 1956 bis 1973. Im September 1988 gab es in der DDR noch 156 Ikarus31 und 198 Ikarus311.
Für den Einsatz in Ländern mit Linksverkehr gab es vom Ikarus 31 bzw. 311 auch Ausführungen als Rechtslenker, die als Ikarus 32 bzw. 321 bezeichnet wurden. Diese wurden damals u.a. in Indonesien und im Sudan eingesetzt.[3]