Idstein
| Wappen | Deutschlandkarte | |
|---|---|---|
|
| ||
| Basisdaten | ||
| Koordinaten: | 50° 13′ N, 8° 16′ O | |
| Bundesland: | Hessen | |
| Regierungsbezirk: | Darmstadt | |
| Landkreis: | Rheingau-Taunus-Kreis | |
| Höhe: | 266 m ü. NHN | |
| Fläche: | 79,76 km² | |
| Einwohner: | 25.736 (31. Dez. 2024)[1] | |
| Bevölkerungsdichte: | 323 Einwohner je km² | |
| Postleitzahl: | 65510 | |
| Vorwahlen: | 06126, 06127 (Lenzhahn), 06434 (Walsdorf), 06082 (Kröftel und Nieder-Oberrod) | |
| Kfz-Kennzeichen: | RÜD, SWA | |
| Gemeindeschlüssel: | 06 4 39 008 | |
| LOCODE: | DE IDS | |
| Stadtgliederung: | 12 Stadtteile | |
| Adresse der Stadtverwaltung: |
König-Adolf-Platz 2 65510 Idstein | |
| Website: | www.idstein.de | |
| Bürgermeister: | Christian Herfurth (CDU) | |
| Lage der Stadt Idstein im Rheingau-Taunus-Kreis | ||


Idstein [] ist eine Stadt im südhessischen Rheingau-Taunus-Kreis. Sie liegt im Taunus, nördlich der Landeshauptstadt Wiesbaden, und erfüllt nach hessischer Landesplanung die Funktion eines Mittelzentrums.
Idstein trägt seit dem 18. Oktober 2016 die amtliche Zusatzbezeichnung Hochschulstadt,[2] in Bezug auf den hiesigen Hauptsitz der privaten Hochschule Fresenius.[3]
Geographie
[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]Geographische Lage
[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]Die Altstadt befindet sich zwischen den beiden Stadtbächen, dem Wolfsbach im Osten und dem Wörsbach im Westen, in einer Höhe von rund 280 Metern über dem Meeresspiegel auf einem Höhenrücken. Den schließt im Norden der Altstadt der Burg- und der Schlossfelsen ab, hinter dem beide Bäche zusammenlaufen. Am Wolfsbach sind noch heute Reste der gleichnamigen Siedlung zu erkennen, die jedoch aufgegeben wurde. Das Hofgut Gassenbach im Süden der Stadt geht auf eine alte Siedlung Gassenbach zurück; es gehört seit wenigen Jahren zur Domäne Mechtildshausen.
Westlich der Stadt liegt jenseits des Wörsbachtals ein weiterer Höhenrücken von der Hohen Kanzel (592 m) über den Roßberg (426 m) und den Rügert (402 m) zum Rosenkippel (379 m), südlich bildet der Galgenberg (348 m) einen weiteren Höhenzug bis zur Dasbacher Haide. Etwas unterhalb der westlichen Höhe laufen die Bundesautobahn 3 sowie die Schnellfahrstrecke Köln–Rhein/Main (im Idsteintunnel) an dem Hang entlang.
Auf der anderen Seite des Rügerts sind die Ortsteile Oberauroff und Niederauroff im Tal des Auroffer Baches.
Nördlich von Idstein geht das Wörsbachtal in den Goldenen Grund über, fruchtbares Ackerland, das sich bis zum Lahntal erstreckt.
Klima
[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]Der Jahresniederschlag liegt bei 724 mm und ist damit vergleichsweise normal, da er in das mittlere Zehntel der in Deutschland erfassten Werte fällt. An 45 % der Messstationen des Deutschen Wetterdienstes werden niedrigere Werte registriert. Der trockenste Monat ist der Februar, die meisten Niederschläge fallen im Juni. Im Juni fallen 1,6-mal mehr Niederschläge als im Februar. Die Niederschläge variieren nur minimal und sind extrem gleichmäßig übers Jahr verteilt. An nur 4 % der Messstationen werden niedrigere jahreszeitliche Schwankungen registriert.

Nachbargemeinden
[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]Idstein grenzt im Norden an die Stadt Bad Camberg (Landkreis Limburg-Weilburg) und die Gemeinde Waldems (Rheingau-Taunus-Kreis), im Osten an die Gemeinde Glashütten (Hochtaunuskreis), im Südosten an die Stadt Eppstein (Main-Taunus-Kreis), im Süden an die Gemeinde Niedernhausen, im Südwesten an die Stadt Taunusstein sowie im Westen an die Gemeinde Hünstetten (alle drei im Rheingau-Taunus-Kreis).
Stadtgliederung
[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]Die Stadt besteht aus der Kernstadt sowie elf weiteren Stadtteilen:
| Stadtteil | Einwohner (Haupt- und Nebenwohnsitze)[4] |
|---|---|
| Idstein (Kern) | 17.586 |
| Dasbach | 321 |
| Ehrenbach | 290 |
| Eschenhahn | 705 |
| Heftrich | 1.568 |
| Kröftel | 556 |
| Lenzhahn | 242 |
| Niederauroff | 389 |
| Nieder-Oberrod | 548 |
| Oberauroff | 333 |
| Walsdorf | 1.413 |
| Wörsdorf | 3.673 |
| Gesamt | 27.624 (Haupt- und Nebenwohnsitze) |
Bis zum Jahr 1977 gehörte Idstein zum Untertaunuskreis (Kreisstadt Bad Schwalbach), der im Zuge der hessischen Kreisreform mit dem Rheingaukreis zum Rheingau-Taunus-Kreis zusammengelegt wurde. Mit 25.736 Einwohnern (31. Dezember 2024) ist Idstein die zweitgrößte Stadt im Rheingau-Taunus-Kreis.
Geschichte
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Übersicht
[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]Von der frühen Besiedlung des Idsteiner Landes zeugen sowohl die Ringwallanlage Nack als auch der Burgstall der Burg Holdersberg. Beide Anlagen werden durch Experten ins Frühmittelalter datiert.
Idstein selbst wurde im Jahr 1102 erstmals urkundlich als „Etichenstein“ erwähnt und erhielt im Jahr 1287 von Rudolf von Habsburg die Stadtrechte. Neben dem Hexenturm im Bereich der alten Nassauer Burg besitzt die Stadt einen mittelalterlichen Stadtkern mit vielen Fachwerkbauten. Das älteste erhaltene Wohnhaus stammt von 1410. Die südöstlich gelegene Wüstung Klöppelshof wurde 1677 erstmals erwähnt.
Von der urkundlichen Ersterwähnung bis zum Jahr 1721 war Idstein mit Unterbrechungen Residenz der Grafen von Nassau-Idstein und anderer nassauischer Linien. Der Besitz der Nassauer wurde mehrfach unter den Erben aufgeteilt und nach dem Aussterben einzelner Linien wieder zusammengeführt; so gab es von 1480 bis 1509 eine ältere Linie Nassau-Idstein, später wieder mit Nassau-Wiesbaden und Nassau-Weilburg zusammengeführt, und von 1629 bis 1721 eine jüngere Linie Nassau-Idstein.
Erwähnung im Mittelalter fanden die östlich gelegene Wüstung Stauersbach sowie Zuschenbach im Norden.
Im 17. Jahrhundert war Idstein Schauplatz von Hexenprozessen unter dem protestantischen Grafen Johannes von Nassau und Idstein (1603–1677). Zu den 39 Getöteten gehörten die Sonnenberger Pfarrersfrau Elisabeth Hoffmann und Cäcilie Zeitlose Wicht, Frau des Pfarrers Johannes Wicht aus Heftrich.[5][6] Die Opfer der Hexenverfolgungen in Idstein wurden erst 2014 durch das Stadtparlament einstimmig moralisch-sozialethisch rehabilitiert.[7]
Im Jahr 1721 fiel Idstein an Nassau-Ottweiler, 1728 an Nassau-Usingen. Es verlor so seinen Status als Residenzstadt, wurde aber Sitz des nassauischen Archivs und eines Oberamts (siehe Amt Idstein).
Das aus dem 17. Jahrhundert stammende Residenzschloss wird von der Pestalozzischule als Schulgebäude genutzt, ergänzt durch zwei Neubauten unterhalb des Schlosses.

Ab Herbst 1806 war die Stadt Idstein Teil des Herzogtums Nassau, das 1866 von Preußen annektiert wurde. Vom Ende des 18. bis zur Mitte des 20. Jahrhunderts war Idstein Standort einer bedeutenden Lederindustrie. Während des Zweiten Weltkriegs waren in den Lederfabriken viele Zwangsarbeiterinnen eingesetzt. 1959 wurde die dominierende Fabrik inmitten der Innenstadt aus wirtschaftlichen Gründen geschlossen. 1956 hatte ein verheerendes Hochwasser die Fabrik überschwemmt. Das Gelände direkt am Rand der Altstadt blieb lange unbebaut und wurde bis in die 1980er Jahre als Parkplatz genutzt. Heute stehen dort neue Geschäfts- und Apartmenthäuser um den Löherplatz, der zugleich die Funktion eines Marktplatzes übernommen hat. Im Ortsteil Ehrenbach ist eine Lederfabrik übrig geblieben. Im 19. Jahrhundert wurden in Idstein beim Spritzenfabrikanten E. Roth Feuerspritzen hergestellt, welche insbesondere im nassauischen Gebiet eingesetzt wurden.[8]
Die Heilerziehungsanstalt Kalmenhof in Idstein war in das nationalsozialistische „Euthanasie“-Programm einbezogen: Bei der Aktion T4 diente der Kalmenhof als Zwischenanstalt für die Tötungsanstalt Hadamar. Nach dem Ende der Vergasungen in Hadamar aufgrund öffentlicher Proteste vor allem aus den Kirchen wurde am Kalmenhof im Zuge der Aktion Brandt selbst gemordet; die Patienten wurden hier durch unter anderem Medikamentenvergiftungen getötet. Die genauen Opferzahlen sind bis heute unbekannt, Schätzungen belaufen sich auf etwa 1000 Tote. Maßgebliche Verantwortung hatte hier die Ärztin Mathilde Muthig (auch als Mathilde Weber bekannt).
Beim Novemberpogrom 1938 wurde die Synagoge in Idstein verwüstet. Das Gedenkbuch des Bundesarchivs für die Opfer der nationalsozialistischen Judenverfolgung in Deutschland (1933–1945) verzeichnet namentlich 20 jüdische Einwohner Idsteins, die deportiert und größtenteils ermordet wurden.[9] Am 14. November 2014 wurden die ersten sieben Stolpersteine zu ihrer Erinnerung in Idstein verlegt.
Auch aus den 1950er und 1960er Jahren sind mittlerweile Berichte über Misshandlungen von schutzbefohlenen Jugendlichen am Kalmenhof bekannt geworden.[10][11]
Im Juni 2002 fand der 42. Hessentag in Idstein statt.[12] Im Zuge dessen entstand die Idee einer engeren kommunalen Zusammenarbeit der Stadt Idstein mit den Gemeinden Hünstetten, Niedernhausen und Waldems. Unter der Bezeichnung Idsteiner Land werden seitdem Kooperationen in unterschiedlichen Bereichen durchgeführt.[13]
Im November 2015 wurde Idstein der Ehrentitel „Reformationsstadt Europas“ durch die Gemeinschaft Evangelischer Kirchen in Europa verliehen.[14]
Idstein wird den Hessentag im Jahre 2027 erneut ausrichten. Somit kommt 25 Jahre nach dem ersten Hessentag in Idstein das größte hessische Volksfest in die Stadt im Taunus zurück.[15]
Eingemeindungen
[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]Am 1. Juli 1971 wurden im Zuge der Gebietsreform in Hessen die bis dahin selbstständigen Gemeinden Ehrenbach, Eschenhahn und Niederauroff freiwillig eingegliedert.[16] Am 1. Oktober 1971 kamen Dasbach, Walsdorf und Wörsdorf hinzu. Heftrich, Kröftel und Nieder-Oberrod folgten am 31. Dezember 1971. Die Reihe der Eingemeindungen wurde mit der Eingliederung von Lenzhahn am 1. Juli 1972 und Oberauroff kraft Landesgesetz am 1. Januar 1977[17] abgeschlossen.[18] Für alle ehemals eigenständigen Gemeinden sowie für die Kernstadt wurden Ortsbezirke mit Ortsbeirat und Ortsvorsteher gebildet.[19]
Staats- und Verwaltungsgeschichte im Überblick
[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]Die folgende Liste zeigt die Staaten und Verwaltungseinheiten, denen Idstein angehörte:[20][21][22]
- vor 1721: Heiliges Römisches Reich, Grafschaft Nassau-Idstein, Amt Idstein
- ab 1721: Heiliges Römisches Reich, Grafschaft Nassau-Ottweiler, Amt Idstein
- ab 1728: Heiliges Römisches Reich, Fürstentum Nassau-Usingen, Amt Idstein
- 1787: Heiliges Römisches Reich, Fürstentum Nassau-Usingen, Oberamt oder Herrschaft Idstein
- ab 1806: Herzogtum Nassau, Amt Idstein
- 1812: Herzogtum Nassau, Regierungsbezirk Wiesbaden, Amt Idstein
- ab 1816: Herzogtum Nassau, Amt Idstein
- ab 1849: Herzogtum Nassau, Regierungsbezirk Wiesbaden, Kreisamt Langen-Schwalbach[Anm. 1]
- ab 1854: Herzogtum Nassau, Regierungsbezirk Wiesbaden, Justiz- und Verwaltungsamt Idstein
- ab 1867/68: Königreich Preußen, Provinz Hessen-Nassau, Regierungsbezirk Wiesbaden, Untertaunuskreis[Anm. 2]
- ab 1871: Deutsches Reich, Königreich Preußen, Provinz Hessen-Nassau, Regierungsbezirk Wiesbaden, Untertaunuskreis
- ab 1918: Deutsches Reich, Freistaat Preußen, Provinz Hessen-Nassau, Regierungsbezirk Wiesbaden, Untertaunuskreis
- ab 1944: Deutsches Reich, Freistaat Preußen, Provinz Nassau, Untertaunuskreis
- ab 1945: Amerikanische Besatzungszone, Groß-Hessen, Regierungsbezirk Wiesbaden, Untertaunuskreis
- ab 1946: Amerikanische Besatzungszone, Hessen, Regierungsbezirk Wiesbaden, Untertaunuskreis
- ab 1949: Bundesrepublik Deutschland, Hessen, Regierungsbezirk Wiesbaden, Untertaunuskreis
- ab 1968: Bundesrepublik Deutschland, Hessen, Regierungsbezirk Darmstadt, Untertaunuskreis
- ab 1977: Bundesrepublik Deutschland, Hessen, Regierungsbezirk Darmstadt, Rheingau-Taunus-Kreis
Bevölkerung
[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]Einwohnerstruktur 2011
[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]Nach den Erhebungen des Zensus 2011 lebten am Stichtag, dem 9. Mai 2011, in Idstein 23.271 Einwohner. Darunter waren 2503 (10,8 %) Ausländer, von denen 957 aus dem EU-Ausland, 1037 aus anderen europäischen Ländern und 509 aus anderen Staaten kamen.[23] Von den deutschen Einwohnern hatten 12,2 % einen Migrationshintergrund.[24] (Bis zum Jahr 2020 erhöhte sich die Ausländerquote auf 13,5 %.[25]) Nach dem Lebensalter waren 4200 Einwohner unter 18 Jahren, 9882 zwischen 18 und 49, 4881 zwischen 50 und 64 und 4305 Einwohner waren älter.[26] Die Einwohner lebten in 10.580 Haushalten. Davon waren 3486 Singlehaushalte, 3039 Paare ohne Kinder und 2934 Paare mit Kindern, sowie 891 Alleinerziehende und 240 Wohngemeinschaften. In 2016 Haushalten lebten ausschließlich Senioren und in 7551 Haushaltungen lebten keine Senioren.[26]
Einwohnerentwicklung
[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]| Quelle: Historisches Ortslexikon[20] | |
| • 1565: | 26 Bürger und 17 Eximierte (Freie) |
| • 1566: | 78 Haushalte (62 der Untertanen, 16 Freie) |
| • 1629: | 410 Einwohner (82 Haushalte) |
| • 1634: | 98 Haushalte (60 Bürger, 17 Witwen, 21 Herrendiener, Geistliche und Gefreite), 89 bewohnte, 5 unbewohnte, 11 verfallene Herdstätten |
| • 1654: | 40 Bürger |
| • 1681: | 71 schatzbare Häuser |
| • 1684: | 69 Bürger (dazu 7 Beisassen, 3 Hofleute, 5 Witwen, 139 Söhne und 119 Töchter) |
| • 1703: | 162 Wohnhäuser, davon 52 in der Vorstadt, 74 Bauern |
| • 1787: | 210 Wohnhäuser, etwas über 1300 Einwohner (115 Bürger, 20 mit Personalfreiheit, 20 Beisassen, 4 Hirten, 84 Witwen, davon 70 bürgerlich und 14 vom Stande, 28 geistliche und weltliche Bediente) |
| Idstein: Einwohnerzahlen von 1834 bis 2023 | |||||||||
|---|---|---|---|---|---|---|---|---|---|
| Jahr | Einwohner | ||||||||
| 1834 | 1.949 | ||||||||
| 1840 | 1.946 | ||||||||
| 1846 | 2.122 | ||||||||
| 1852 | 1.955 | ||||||||
| 1858 | 1.957 | ||||||||
| 1864 | 2.127 | ||||||||
| 1871 | 2.106 | ||||||||
| 1875 | 2.500 | ||||||||
| 1885 | 2.357 | ||||||||
| 1895 | 2.790 | ||||||||
| 1905 | 3.395 | ||||||||
| 1910 | 3.529 | ||||||||
| 1925 | 3.457 | ||||||||
| 1939 | 4.446 | ||||||||
| 1946 | 5.771 | ||||||||
| 1950 | 6.773 | ||||||||
| 1956 | 7.454 | ||||||||
| 1961 | 8.043 | ||||||||
| 1967 | 8.915 | ||||||||
| 1970 | 9.213 | ||||||||
| 1973 | 17.030 | ||||||||
| 1975 | 17.322 | ||||||||
| 1980 | 18.473 | ||||||||
| 1985 | 20.038 | ||||||||
| 1990 | 20.241 | ||||||||
| 1995 | 22.176 | ||||||||
| 2000 | 22.611 | ||||||||
| 2005 | 22.842 | ||||||||
| 2010 | 23.252 | ||||||||
| 2011 | 23.271 | ||||||||
| 2015 | 24.108 | ||||||||
| 2020 | 25.341 | ||||||||
| 2023 | 25.709 | ||||||||
| Datenquelle: Historisches Gemeindeverzeichnis für Hessen: Die Bevölkerung der Gemeinden 1834 bis 1967. Wiesbaden: Hessisches Statistisches Landesamt, 1968. Weitere Quellen: [20]; statistik.hessen.de[25]; Zensus 2011[23] Nach 1970 einschließlich der im Zuge der Gebietsreform in Hessen eingegliederten Orte. | |||||||||
| • 1885: | 2028 evangelische (= 86,04 %), 249 katholische (= 10,56 %), 7 anderes christliche-konfessionelle (= 0,30 %), 73 jüdische (= 3,10 %) Einwohner[20] |
| • 1961: | 4862 evangelische (= 60,45 %), 2854 katholische (= 35,48 %) Einwohner[20] |
| • 1987: | 9631 evangelische (= 50,7 %), 5812 katholische (= 30,6 %), 3560 sonstige (= 18,7 %) Einwohner[27] |
| • 2011: | 8730 evangelische (= 37,8 %), 5920 katholische (= 25,6 %), 300 orthodoxe (= 1,3 %), 870 andersgläubig (= 3,8 %), 7150 sonstige[Anm. 3] (= 31,0 %) Einwohner[28] |
Politik
[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]Stadtverordnetenversammlung
[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]Die Stadtverordnetenversammlung ist das oberste Organ der Stadt. Ihre politische Zusammensetzung wird alle fünf Jahre in der Kommunalwahl durch die Wahlbevölkerung der Stadt bestimmt. Wählen darf, wer das 18. Lebensjahr vollendet hat und deutscher Staatsbürger im Sinne des Grundgesetzes oder Staatsangehöriger eines der übrigen Mitgliedstaaten der Europäischen Union ist. Für alle gilt, dass sie seit mindestens drei Monaten in der Stadt gemeldet sein müssen.
Die Kommunalwahl am 14. März 2021 lieferte folgendes Ergebnis,[29] in Vergleich zu früheren Kommunalwahlen:[30][31][32]
| Wahlvorschläge | CDU | SPD | FWG | ULI | Grüne | FDP | AfD | Sitzverteilung | |
|---|---|---|---|---|---|---|---|---|---|
| 2021 | Stimmenanteil a | 29,0 % | 20,1 % | 9,7 % | 7,9 % | 24,2 % | 9,1 % | 2,3 % | |
| Sitze (von 45) | 13 | 9 | 4 | 4 | 11 | 3 | 1 | ||
| 2016 | Stimmenanteil a | 34,3 % | 25,6 % | 16,4 % | – | 14,7 % | 9,1 % | – | |
| Sitze (von 37) | 13 | 10 | 6 | – | 5 | 3 | – | ||
| 2011 | Stimmenanteil a | 35,5 % | 29,6 % | 12,3 % | – | 18,7 % | 3,9 % | – | |
| Sitze (von 37) | 13 | 11 | 5 | – | 7 | 1 | – | ||
| 2006 | Stimmenanteil a | 41,3 % | 29,2 % | 15,1 % | – | 9,1 % | 5,3 % | – | |
| Sitze (von 37) | 15 | 11 | 6 | – | 3 | 2 | – | ||
| 2001 i | Stimmenanteil a | 39,7 % | 31,4 % | 15,0 % | – | 8,8 % | 5,1 % | – | |
| Sitze (von 37) | 15 | 12 | 5 | – | 3 | 2 | – | ||
| 1997 | Stimmenanteil a | 34,8 % | 27,2 % | 23,5 % | – | 9,8 % | 4,7 % | – | |
| Sitze (von 37) | 11 | 13 | 9 | – | 4 | – | – | ||
| Wahlvorschläge | CDU | SPD | FWG | ULI | Grüne | FDP | AfD | Sitzverteilung | |
Es waren 37 Stadtverordnete sowie die Ortsbeiräte der Stadt für die Wahlperiode vom 1. April 2016 bis 31. März 2021 zu wählen. Von 18.781 Wahlberechtigten gingen 9.850 zur Wahl. Somit stieg die Wahlbeteiligung von 49,7 % im Jahr 2011 auf 52,4 % im Jahr 2016.
Bürgermeister
[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]Nach der hessischen Kommunalverfassung wird der Bürgermeister für eine sechsjährige Amtszeit gewählt, seit dem Jahr 1993 in einer Direktwahl, und ist Vorsitzender des Magistrats, dem in der Stadt Idstein neben dem Bürgermeister ehrenamtlich ein Erster Stadtrat und elf weitere Stadträte angehören.[33] Bürgermeister ist seit dem 14. Januar 2014 Christian Herfurth (CDU).[34] Er wurde als Nachfolger von Gerhard Krum (SPD), der nach zwei Amtszeiten nicht wieder kandidiert hatte, am 22. September 2013 im ersten Wahlgang bei 73,71 Prozent Wahlbeteiligung mit 56,11 Prozent der Stimmen gewählt. Es folgten zwei Wiederwahlen, zuletzt im September 2025.[35]
Amtszeiten der Bürgermeister[36]
- 2014–2032 Christian Herfurth (CDU)[34]
- 2002–2014 Gerhard Krum (SPD)
- 1978–2002 Hermann Müller (CDU)
- 1973–1978 Hans-Peter Röther
- 1948–1973 Willy Schreier (CDU)
- –1948 Wilhelm Dahlhoff
Wappen und Flagge
[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]- Hissflagge
- Bannerflagge
| Blasonierung: „Das Stadtwappen zeigt auf blauem Schild einen Mauerring mit einer zinnengekrönten Mauer, in dessen Innern sich zwei getrennte Türme befinden.
In der Mauer selbst sind zwei Tore mit geöffneten Fallgattern und zwischen diesen befindet sich ein gegen die Mauer gelehnter Schild mit dem Wappen der Grafen von Nassau. Die Farben sind: Mauerring und Türme: gold, Turmdächer: rot, Fallgatter: schwarz, Grafenschild auf blauem Untergrund, Löwe und Backsteine: gold.“[37] | ||
| Wappenbegründung: Das Wappen der Stadt zeigt eine runde Burg mit zwei Türmen und zwei Toren, zwischen denen der Wappenschild des Hauses Nassau hängt. Letzteres zeigt einen sich aufrichtenden goldenen Löwen vor blauem Grund. | ||
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| Wikisource | – Quellen und Volltexte | |
| Wikivoyage | – Reiseführer | |
- Internetauftritt der Stadt Idstein. In: www.idstein.de. Stadt Idstein.
- Peter Faust, Stefan Gärth: Alt-Idstein. Einleitung. In: alt-idstein.de. Peter Faust, 2004 (mit Link zur interaktiven Karte „Im Stadtbering“, historischen Fotos und Dokumentationen).
- Idstein, Rheingau-Taunus-Kreis. Historisches Ortslexikon für Hessen. In: Landesgeschichtliches Informationssystem Hessen (LAGIS).
- Linkkatalog zum Thema Idstein bei curlie.org (ehemals DMOZ)
- Webcam aus Idstein im Taunus. In: webcam-idstein.de. Carsten Kobisch, 21. Juli 2021.
Einzelnachweise
[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]- ↑ Hessisches Statistisches Landesamt: Bevölkerung in Hessen am 31.12.2024 (Einwohnerzahlen auf Grundlage des Zensus 2022) (Hilfe dazu).
- ↑ Zusatzbezeichnungen zum Gemeindenamen, die vom Hessischen Innenministerium seit 1945 verliehen wurden. (PDF; 431 kB) In: innen.hessen.de. Hessisches Ministerium des Innern und für Sport, 27. September 2021, abgerufen am 9. Februar 2022.
- ↑ Idstein darf sich „Hochschulstadt“ nennen. In: Hessenschau. 7. Oktober 2016, archiviert vom am 4. November 2016; abgerufen am 2. November 2016: „Die Zusatzbezeichnung ‚Hochschulstadt‘ trug bisher nur Geisenheim (Rheingau-Taunus), Gießen und Marburg heißen ‚Universitätsstadt‘.“ – „Zusatzbezeichnungen“ werden durch das Hessische Ministerium des Innern und für Sport nach § 13 Abs. 2 HGO verliehen. Gemeinden und Landkreise. ( vom 4. November 2016 im Internet Archive) In: hessen.de, abgerufen am 2. November 2016.
- ↑ Zahlen, Daten, Fakten. Einwohnerzahl Stand 30.06.2025. In: idstein.de. Abgerufen am 12. November 2025 (Quelle: Stadt Idstein – Haupt- und Nebenwohnsitz).
- ↑ Die Hexenverfolgung in Idstein. ( vom 6. Februar 2022 im Internet Archive) In: nassau-info.de, abgerufen am 14. Februar 2020.
- ↑ Gilla Flothmann, Hilke Müller, Ilse Schollmeyer, Maria Stottefaut: Den Hexen auf der Spur… Über Hexenprozesse am Beispiel Idstein 1676. Verlag Hexenbuchladen, Idstein 1986, ISBN 3-926305-00-2.
- ↑ Ingrid Nicolai: Idsteiner Parlament rehabilitiert Idsteiner Opfer des Hexenwahns. ( vom 8. November 2014 im Internet Archive) In: wiesbadener-tagblatt.de. 8. November 2014, abgerufen am 2. Februar 2017.
- ↑ Franz-Josef Sehr: Die Gründerjahre der Freiwilligen Feuerwehr Obertiefenbach. In: Jahrbuch für den Kreis Limburg-Weilburg 1995. Der Kreisausschuss des Landkreises Limburg-Weilburg, Limburg 1994, S. 170 f.
- ↑ Gedenkbuch. Suche im Namenverzeichnis. Suchen nach: Idstein – Wohnort. In: bundesarchiv.de, abgerufen am 19. Februar 2021.
- ↑ Ulrike Holler: Der Kalmenhof. Die Geschichte eines Erziehungsheims. In: hr-online.de. Hessischer Rundfunk, 20. Dezember 2004, archiviert vom am 19. Mai 2006; abgerufen am 11. Mai 2018 (RTF; 59 kB [ vom 10. Mai 2018 im Internet Archive]).
- ↑ Presseberichte Heimkinder-Kongress ( vom 18. Februar 2012 im Internet Archive). Zusammengestellt vom 28. Mai bis 3. Juni 2004. In: vaeter-aktuell.papaserver.de, abgerufen am 2. Februar 2017.
- ↑ Unvergessliches Fest der Superlative. In: Wiesbadener Kurier. 13. Juni 2022, abgerufen am 1. August 2024 (abopflichtig).
- ↑ Idsteiner Land. Abgerufen am 30. November 2023.
- ↑ Zur Bedeutung Idsteins in der Reformationsgeschichte siehe den Abschnitt Unionskirche und das Stadtporträt des Projekts Reformationsstädte Europas: Reformationsstadt Idstein. Deutschland. Da wächst zusammen, was zusammen gehört. In: reformation-cities.org/cities, abgerufen am 18. Juni 2016.
- ↑ Idstein wird Hessentagsstadt 2027. 11. März 2026, abgerufen am 29. März 2026.
- ↑ Gemeindegebietsreform in Hessen: Zusammenschlüsse und Eingliederungen von Gemeinden vom 21. Juni 1971. In: Der Hessische Minister des Inneren (Hrsg.): Staatsanzeiger für das Land Hessen. 1971 Nr. 28, S. 1117, Punkt 988; Abs. 17. (Online beim Informationssystem des Hessischen Landtags [PDF; 5,0 MB]).
- ↑ Gesetz zur Neugliederung des Rheingaukreises und des Untertaunuskreises (GVBl. II 330-30) vom 26. Juni 1974. In: Der Hessische Minister des Inneren (Hrsg.): Gesetz- und Verordnungsblatt für das Land Hessen. 1974 Nr. 22, S. 312, § 4 (Online beim Informationssystem des Hessischen Landtags [PDF; 1,5 MB]).
- ↑ Statistisches Bundesamt (Hrsg.): Historisches Gemeindeverzeichnis für die Bundesrepublik Deutschland. Namens-, Grenz- und Schlüsselnummernänderungen bei Gemeinden, Kreisen und Regierungsbezirken vom 27.5.1970 bis 31.12.1982. W. Kohlhammer, Stuttgart / Mainz 1983, ISBN 3-17-003263-1, S. 377 f. (f. Statistische Bibliothek des Bundes und der Länder [PDF; 41,1 MB]).
- ↑ § 7 Hauptsatzung. (PDF; 90 kB) In: idstein.de. Stadt Idstein, S. 3, abgerufen am 17. November 2022.
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- Fritz Koch: „Soll ein jeder Meister ehelich geboren, auch sonsten ehrlichen Wandels sein…“ Familien- und Firmengeschichte Heinrich Kappus III. aus Idstein im Taunus. Hrsg.: Peter Birkel. Eigenverlag Peter Birkel, Idstein 2017, ISBN 978-3-935217-74-3.
- 1 2 Karl Heinz Schmidt: Idstein vor dem Beschuß bewahrt. Erinnerung an die mutige Tat von Paul Cohaus. Heute vor 110 Jahren geboren. In: Idsteiner Zeitung. Band 108, Nr. 295. Idstein 19. Dezember 2006, S. 10 (kriegsgraeberstaette-idstein.de).
- ↑ Volker Stavenow: „Ich arbeite bis zum letzten Atemzug“. Der Walsdorfer Dietmar Bücher gründete vor 50 Jahren seine Firma „Schlüsselfertiges Bauen“. In: Wiesbadener Kurier. 6. Juli 2019, abgerufen am 29. März 2023.
Anmerkungen
[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]- ↑ Justizamt Idstein bis 1854.
- ↑ Trennung von Justiz (Amtsgericht Idstein) und Verwaltung.
- ↑ Keiner öffentlich-rechtlichen Religionsgemeinschaft angehörig.









