Hermann Pook

Hermann Pook (* 1. Mai 1901 in Berlin; † 1983[1]) war ein deutscher SS-Obersturmbannführer (1942/43) sowie als leitender Zahnarzt Vorgesetzter der Zahnärzte in Konzentrationslagern.
Leben
[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]Pook beendete seine Schullaufbahn am Gymnasium im Jahr 1921 mit dem Abitur. Anschließend studierte er bis 1925 Zahnmedizin an der Friedrich-Wilhelms-Universität Berlin, gehörte seit 1921 der Berliner Burschenschaft Arminia an,[2] und promovierte 1927 zum Dr. med. dent. Zwischen 1925 und 1940 praktizierte Pook in Berlin-Lichterfelde als niedergelassener Zahnarzt.[3]
Zum 1. Mai 1933 trat er der NSDAP (Mitgliedsnummer 2.645.140)[4] und zum 1. Juni 1933 der SS bei (SS-Nummer 155.870).[5] Anfang Oktober 1940 kam Pook zur Waffen-SS und wurde Anfang Dezember 1940 Zahnarzt im SS-Sanitätsamt. Vom 1. April 1942 bis zum 1. Februar 1943 war er beim „Zahnärztlichen Institut der Waffen-SS“ eingesetzt und danach als Zahnarzt bei der 9. SS-Panzer-Division „Hohenstaufen“. Von September 1943 bis zum Ende des Zweiten Weltkrieges im Mai 1945 war Pook im Amt D III des SS-Wirtschafts- und Verwaltungshauptamt vorgesetzter Zahnarzt aller Zahnärzte in Konzentrationslagern,[3] unter anderem der beim 1. Auschwitzprozess angeklagten Zahnärzte Willy Frank und Willi Schatz.

Nach seiner Festnahme wurde Pook während der Nürnberger Prozesse im Prozess Wirtschafts- und Verwaltungshauptamt der SS am 3. November 1947 durch ein amerikanisches Militärgericht zu zehn Jahren Freiheitsstrafe verurteilt. Er wurde begnadigt und am 1. Februar 1951 aus dem Kriegsverbrechergefängnis Landsberg entlassen.[6]
Anschließend praktizierte Pook als niedergelassener Zahnarzt in Hemmingstedt.[7] Im „1. Frankfurter Auschwitz-Prozess Strafsache gegen Mulka u. a.“ wurde er als Zeuge verhört, seine Aussage wurde am 19. November 1964 verlesen.[8]
Literatur
[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]- Ernst Klee: Das Personenlexikon zum Dritten Reich. Wer war was vor und nach 1945. 2. Auflage. Fischer, Frankfurt am Main 2007.
- Mathias Schmidt, Dominik Groß und Jens Westemeier: Dr. Hermann Pook – „Leitender Zahnarzt“ der Konzentrationslager. In: Dominik Groß et al. (Hrsg.): Zahnärzte und Zahnheilkunde im „Dritten Reich“. Eine Bestandsaufnahme (= Medizin und Nationalsozialismus. Band 6). Lit, Berlin/Münster 2018, ISBN 978-3-643-13914-6, S. 113–127.
- Johannes Tuchel: Konzentrationslager: Organisationsgeschichte und Funktion der Inspektion der Konzentrationslager 1934–1938 (= Schriften des Bundesarchivs. Band 39). Boldt, Boppard am Rhein 1991, ISBN 3-7646-1902-3.
- Trials of War Criminals Before the Nuernberg Military Tribunals Under Control Council Law No. 10. Band 5. United States Government Printing Office, District of Columbia 1950 (online).
Einzelnachweise
[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]- ↑ AKNL2009-03. (pdf; 1,1 MB) Archiviert vom (nicht mehr online verfügbar) am 18. Mai 2016; abgerufen am 14. November 2011.
- ↑ Willy Nolte (Hrsg.): Burschenschafter-Stammrolle. Verzeichnis der Mitglieder der Deutschen Burschenschaft nach dem Stande vom Sommer-Semester 1934. Berlin 1934, S. 378.
- 1 2 Johannes Tuchel: Konzentrationslager: Organisationsgeschichte und Funktion der Inspektion der Konzentrationslager 1934–1938. Dissertation. Freie Universität Berlin 1989. Boldt, Boppard am Rhein 1991, ISBN 3-7646-1902-3, S. 386.
- ↑ Bundesarchiv R 9361-IX KARTEI/32930955
- ↑ Dienstaltersliste der Schutzstaffel der NSDAP. Stand vom 1. Dezember 1937, S. 323, Nr. 9583. (JPG; 1,31 MB) In: dws-xip.pl. Abgerufen am 6. November 2019.
- ↑ Ernst Klee: Das Personenlexikon zum Dritten Reich. Frankfurt am Main 2007, S. 475.
- ↑ laut Prozessunterlagen zum Auschwitzprozess, S. 32 auschwitz-prozess ( vom 28. September 2007 im Internet Archive), abweichende Angabe „Berlin“ bei Tuchel
- ↑ S. 43 auschwitz-prozess ( vom 28. September 2007 im Internet Archive)
| Personendaten | |
|---|---|
| NAME | Pook, Hermann |
| KURZBESCHREIBUNG | deutscher KZ-Zahnarzt |
| GEBURTSDATUM | 1. Mai 1901 |
| GEBURTSORT | Berlin |
| STERBEDATUM | 1983 |