Glimmerartig tafelige, braune Hendricksitkristalle mit gelblich-braunen Andraditkristallen aus der Franklin-Mine, Sussex County, New Jersey, USA (Größe:48mm×26mm×24mm)
Hendricksit kristallisiert im monoklinen Kristallsystem und findet sich in Form plattig-massiger Mineral-Aggregate ähnlich Biotit oder Phlogopit bis etwa 30cm[6] Größe. Das Mineral ist durchscheinend und von kupfer- bis bronzebrauner oder dunkelrötlichbrauner bis rötlichschwarzer Farbe.
Entdeckt wurde Hendricksit zuerst im berühmten Bergbaugebiet Franklin, genauer in der gleichnamigen Erzgrube (Franklin-Mine) im Sussex County des US-Bundesstaates New Jersey. Die Analyse und Erstbeschreibung erfolgte durch Clifford Frondel und Jun Ito, die das Mineral nach dem US-amerikanischen Kristallographen und Chemiker Sterling Brown Hendricks (1902–1981[7]) benannten. Dieser war unter anderem als Pionier auf dem Gebiet der Röntgen- und Elektronenbeugungstechnologie bekannt sowie ein versierter Forscher der Glimmergruppe und beschrieb als Erster deren Polymorphie.
Frondel und Ito sandten ihre Untersuchungsergebnisse und den gewählten Namen 1965 zur Prüfung an die International Mineralogical Association (interne Eingangsnummer der IMA: 1965-027[1]), die den Hendricksit als eigenständige Mineralart anerkannte. Die Erstbeschreibung wurde anschließend noch im Folgejahr im Fachmagazin American Mineralogist veröffentlicht. Die seit 2021 ebenfalls von der IMA/CNMNC anerkannte Kurzbezeichnung (auch Mineral-Symbol) von Hendricksit lautet „Hds“.[2]
Die von der IMA zuletzt 2009 aktualisierte[10]9. Auflage der Strunz’schen Mineralsystematik ordnet den Hendricksit in die erweiterte Klasse der „Silikate und Germanate“, dort aber ebenfalls in die Abteilung „Schichtsilikate (Phyllosilikate)“ ein. Hier ist das Mineral in der Unterabteilung „Schichtsilikate (Phyllosilikate) mit Glimmertafeln, zusammengesetzt aus tetraedrischen und oktaedrischen Netzen“ zu finden, wo es zusammen mit Annit, Aspidolith, Biotit, Eastonit, Ephesit, Fluorannit, Fluorophlogopit, Lepidolith, Masutomilith, Norrishit, Phlogopit, Polylithionit, Preiswerkit, Shirokshinit, Shirozulith, Siderophyllit, Sokolovait, Suhailit, Tetraferriannit, Tetraferriphlogopit, Trilithionit, Wonesit und Zinnwaldit die „Phlogopitgruppe“ mit der Systemnummer 9.EC.20 bildet.
In der vorwiegend im englischen Sprachraum gebräuchlichen Systematik der Minerale nach Dana hat Hendricksit die System- und Mineralnummer 71.02.02b.06. Das entspricht ebenfalls der Klasse der „Silikate“ und dort der Abteilung „Schichtsilikatminerale“. Hier findet er sich innerhalb der Unterabteilung „Schichtsilikate: Schichten von sechsgliedrigen Ringen mit 2:1-Lagen“ in der „Glimmergruppe (Biotit-Untergruppe)“ mit der Systemnummer 71.02.02b, in der auch Annit, Aspidolith, Biotit, Eastonit, Ephesit, Fluorannit, Fluorophlogopit, Lepidolith, Masutomilith, Norrishit, Phlogopit, Polylithionit, Preiswerkit, Shirozulith, Siderophyllit, Sokolovait, Suhailit, Tainiolith, Tetraferriannit, Tetraferriphlogopit, Trilithionit, Wonesit und Zinnwaldit eingeordnet sind.
Außer an seiner Typlokalität in der Franklin Mine, die auch die Gruben und Halden von Buckwheat, Mill site, Parker, Taylor Road und Trotter einschließen, konnte das Mineral in den Vereinigten Staaten nur noch in der Passaic Mine (auch Marshall Mine) bei Sterling Hill nahe Ogdensburg in New Jersey gefunden werden.
Daneben sind als weitere Fundorte nur noch die Grube „No. 6“ der San Miguel Group in der argentinischen Provinz Punilla, die Grieves-Siding-Prospektion im Bergbaubezirk Zeehan auf der australischen Insel Tasmanien, das Zinkvorkommen der „Cristal-Prospektion“ (Bongara-Projekt) im Distrikt Yambrasbamba der Region Amazonas in Nord-Peru und das Oktjabrski-Massiv (englischOktyabr'skii Massif) in der ukrainischen Oblast Donezk bekannt.[11]
Clifford Frondel, Jun Ito:Hendricksite, a new species of mica. In: American Mineralogist. Band51, Nr.7, 1966, S.1107–1123 (englisch, minsocam.org[PDF; 1,1MB; abgerufen am 21.Dezember 2025]).
Michael Fleischer:New mineral names. In: American Mineralogist. Band54, Nr.1–2, 1969, S.326–330 (englisch, minsocam.org[PDF; 328kB; abgerufen am 21.Dezember 2025]).
Milan Rieder, Giancarlo Cavazzini, Yurii S. D’Yakonov, Viktor A. Frank-Kamenetskii, Glauco Gottardt, Stephen Guggenheim, Pavel V. Koval, Georg Müller, Ana M. R. Neiva, Edward W. Radoslovich, Jean-Louis Robert, Francesco P. Sassi, Hiroshi Takeda, Zdeněk Weiss, David R. Wones:Nomenclature of the micas. In: The Canadian Mineralogist. Band36, 1998, S.905–912 (englisch, minsocam.org[PDF; 420kB; abgerufen am 21.Dezember 2025]).
J. L. Robert, M. Gasperin:Crystal structure refinement of hendricksite, a Zn- and Mn-rich trioctahedral potassium mica: a contribution to the crystal chemistry of zinc-bearing minerals. In: Tschermaks Mineralogische und Petrographische Mitteilungen. Band34, 1985, S.1–14, doi:10.1007/BF01082453 (englisch).
Hans Jürgen Rösler:Lehrbuch der Mineralogie. 4., durchgesehene und erweiterte Auflage. Deutscher Verlag für Grundstoffindustrie (VEB), Leipzig 1987, ISBN 3-342-00288-3, S.501.
1234Stefan Weiß:Das große Lapis Mineralienverzeichnis. Alle Mineralien von A – Z und ihre Eigenschaften. Stand 03/2018. 7., vollkommen neu bearbeitete und ergänzte Auflage. Weise, München 2018, ISBN 978-3-921656-83-9.
12345Hugo Strunz, Ernest H. Nickel:Strunz Mineralogical Tables. Chemical-structural Mineral Classification System. 9. Auflage. E. Schweizerbart’sche Verlagsbuchhandlung (Nägele u. Obermiller), Stuttgart 2001, ISBN 3-510-65188-X, S.667 (englisch).
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Hendricksite. In: John W. Anthony, Richard A. Bideaux, Kenneth W. Bladh, Monte C. Nichols (Hrsg.): Handbook of Mineralogy, Mineralogical Society of America. 2001 (englisch, handbookofmineralogy.org[PDF; 82kB; abgerufen am 21.Dezember 2025]).
123456Hendricksite.In:mindat.org.Hudson Institute of Mineralogy,abgerufen am 21.Dezember 2025(englisch).