Die Helmut-Kohl-Allee ist eine Straße im Berliner Ortsteil Tiergarten. Sie führt als stark frequentierte Ausfallstraße aus der westlichen Innenstadt in Fortsetzung der vom Lützowplatz kommenden Klingelhöferstraße durch den Großen Tiergarten bis zum Großen Stern. Die 1832 angelegte Straße wurde 2026 nach dem 2017 verstorbenen Bundeskanzler Helmut Kohl benannt. Ursprünglich hieß sie Hofjägerallee nach dem ehemaligen königlichen Hofjäger, der sein Wohnhaus am südlichen Ende der Allee hatte.[1] Später stand hier das Winguthsche Etablissement, ein Kaffeehaus mit Biergarten, das sich bei den Berlinern großer Beliebtheit erfreute.
Blick von der Siegessäule in die damalige Hofjägerallee (2012)Gedenkstein für Reuters Lindenpflanzung
Die Trassierung der späteren Hofjägerallee entstand um 1700 mit der Anlage des Großen Sterns. Der damalige Verlauf endete beim Hofjägerhaus an der Tiergartenstraße.[2] Im Zuge der Neugestaltung des Tiergartens wurde er 1832 zur Allee ausgebaut, konnte aber erst nach Zuschüttung des alten Landwehrgrabens um 1870 auf den heutigen Verlauf verlängert werden.
1892 erhielte die Allee eine Straßenbahnstrecke, die den Großen Stern gradlinig über die damals neue Herkulesbrücke mit dem Lützowplatz verband.[3] Diese Verbindung entwickelte sich zur Hauptverkehrsstraße für den Autoverkehr.
Während des Zweiten Weltkriegs wurde der Tiergarten stark zerstört, der anschließende Winter 1946 verschärfte die Situation. 1949 wurde beschlossen, den Tiergarten wieder umfassend als Landschaftspark herzustellen und neu aufzuforsten. Die erste neue Linde wurde an der Hofjägerallee am 17. März 1949 vom damaligen Oberbürgermeister Ernst Reuter gepflanzt. Ein Gedenkstein vor der Linde erinnert daran.