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Großstolpen

aus Wikipedia, der freien Enzyklopädie
Großstolpen
Stadt Groitzsch
Koordinaten: 51° 9′ N, 12° 20′ OKoordinaten: 51° 8′ 36″ N, 12° 19′ 30″ O
Höhe: 138 m
Fläche: 1,45 km²[1]
Einwohner: ca. 124 (2011)[1]
Bevölkerungsdichte: 86 Einwohner/km²
Eingemeindung: 1. Januar 1996
Postleitzahl: 04539
Vorwahl: 034269
Großstolpen (Sachsen)
Großstolpen (Sachsen)
Lage von Großstolpen in Sachsen

Großstolpen ist ein Ortsteil der Stadt Groitzsch im sächsischen Landkreis Leipzig und gleichzeitig der Name der Ortschaft Großstolpen. Die Ortschaft besteht aus den Ortsteilen Großstolpen selbst, Pödelwitz, Cöllnitz, Droßkau und Obertitz. Als Ortschaft nach der Sächsischen Gemeindeordnung hat sie gemäß ihrer Ortschaftsverfassung einen Ortschaftsrat und Ortsvorsteher.[2]

Am 1. Januar 1994 wurde eine Verwaltungsgemeinschaft aus den vier Gemeinden Auligk, Audigast, Berndorf und Großstolpen gebildet. Am 1. Januar 1996 wurde die Gemeinde Großstolpen mit vier Ortsteilen wie die drei anderen Gemeinden der Verwaltungsgemeinschaft nach Groitzsch eingemeindet.

Geografie und Verkehrsanbindung

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Großstolpener See (2014)

Großstolpen liegt südöstlich des Stadtkerns von Groitzsch an der Schnauder, westlich vom Landschaftsschutzgebiet Schnauderaue. Die B 176 Bad LangensalzaHartha verläuft am südlichen Ortsrand. Östlich befindet sich der Tagebau Vereinigtes Schleenhain. Südöstlich vom Ort liegt der Großstolpener See, ein geflutetes Tagebaurestloch des Tagebaus Schleenhain. Der Ortsteil Kleinstolpen ist vollständig im Ortsgebiet von Großstolpen aufgegangen.

Ehemaliger Bahnhof Großstolpen

Der Ort wurde im Jahr 1166 erstmals als „Stulpen“ erwähnt. Seit dem 15. Jahrhundert unterschied man zwischen Klein- (bzw. Wenigen-) und Großstolpen. Während die Gerichtsbarkeit über das Sackgassendorf Kleinstolpen um 1548 beim Rittergut Groitzsch um 1696 bzw. 1764 beim Rittergut Mausitz lag, war das Haufendorf Großstolpen um 1548 dem Kloster Pegau zinspflichtig und nach dessen Säkularisation ein kursächsisches Amtsdorf. Groß- und Kleinstolpen lagen bis 1856 im kursächsischen bzw. königlich-sächsischen Amt Pegau.[3] Ab 1856 gehörten beide Orte zum Gerichtsamt Pegau und ab 1875 zur Amtshauptmannschaft Borna.[4] Am 1. Oktober 1909 erhielten Groß- und Kleinstolpen mit der gleichnamigen Station einen Eisenbahnanschluss an der Bahnstrecke Neukieritzsch–Pegau. Nach der Eingemeindung von Kleinstolpen am 1. April 1934 wurde die Station in „Großstolpen“ umbenannt. Am 1. Juni 1997 wurde der Reiseverkehr auf der Bahnstrecke endgültig eingestellt.[5] Teile der früheren Strecke wurden inzwischen vom Tagebau Vereinigtes Schleenhain überbaggert.

Am 1. Oktober 1948 erfolgte die Eingemeindung von Cöllnitz.[6] 1952 wurde Großstolpen dem Kreis Borna im Bezirk Leipzig zugeordnet. Zum 1. April 1966 wurden die damals noch selbständigen Gemeinden Droßdorf, Droßkau (mit Obertitz) und Pödelwitz (mit der durch den Tagebau Peres devastierten Flur von Leipen) nach Großstolpen eingemeindet. Allerdings musste Droßdorf 1983 dem Tagebau Schleenhain weichen.

Seit 1990 gehörte Großstolpen zum sächsischen Landkreis Borna, der 1994 im Landkreis Leipziger Land und 2008 im Landkreis Leipzig aufging. Am 1. Januar 1994 wurde eine Verwaltungsgemeinschaft aus den vier Gemeinden Auligk, Audigast, Berndorf und Großstolpen gebildet, welche am 1. Januar 1996 eingemeindet wurde.

Eingemeindungen

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Ehemalige Gemeinde Datum Anmerkung
Cöllnitz1. Oktober 1948Eingemeindung nach Großstolpen
Droßkau1. April 1966Eingemeindung nach Großstolpen
Droßdorf1. April 1966Eingemeindung nach Großstolpen, 1982–1983 durch Braunkohlentagebau Schleenhain beseitigt
Großstolpen1. Januar 1996Eingemeindung nach Groitzsch
Kleinstolpen1. April 1934Eingemeindung nach Großstolpen
Leipen1. Oktober 1948Eingemeindung nach Pödelwitz, 1965–1966 durch Braunkohlentagebau Peres beseitigt
Obertitz1. Oktober 1948Eingemeindung nach Droßkau
Pödelwitz1. April 1966Eingemeindung nach Großstolpen
Commons: Großstolpen – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise

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  1. 1 2 Gemarkung Großstolpen, Stadt Groitzsch. In: GEOindex. Abgerufen im März 2026.
  2. Hauptsatzung. (PDF; 155 kB) § 16. In: Webauftritt. Stadt Groitzsch, abgerufen im März 2026.
  3. Karlheinz Blaschke, Uwe Ulrich Jäschke: Kursächsischer Ämteratlas. Leipzig 2009, ISBN 978-3-937386-14-0; S. 62 f.
  4. Die Amtshauptmannschaft Borna im Gemeindeverzeichnis 1900. Archiviert vom Original (nicht mehr online verfügbar) am 16. April 2023; abgerufen am 18. Juli 2025.
  5. Eisenbahnstationen in Sachsen, abgerufen am 11. Januar 2014.
  6. Cöllnitz im Geschichtlichen Ortsverzeichnis des Vereins für Computergenealogie, abgerufen am 21. Juli 2025.