Großer Inselsberg
| Großer Inselsberg | ||
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| Großer Inselsberg von Nordwesten aus gesehen | ||
| Höhe | 916,5 m ü. NHN [1] | |
| Lage | Landkreise Gotha und Schmalkalden-Meiningen; Thüringen, Deutschland | |
| Gebirge | Thüringer Wald | |
| Dominanz | 27,3 km → Sommerbachskopf | |
| Schartenhöhe | 228 m ↓ Heuberghaus am Rennsteig südwestlich von Finsterbergen[2] | |
| Koordinaten | 50° 51′ 4″ N, 10° 27′ 57″ O | |
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| Gestein | Quarzporphyr | |
| Besonderheiten | • Sender Inselsberg • Wetterstation • Aussichtsturm | |
Großer Inselsberg
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Die Reitsteine – eine markante Felspartie an der Ostseite des Inselsberges | |
| Lage | Thüringen, Deutschland |
| WDPA-ID | 14487 |
| Geographische Lage | 50° 51′ N, 10° 28′ O |
| Einrichtungsdatum | 30. März 1961 |
Seit dem 30. März 1961 sind die Hochlagen mit der Gipfelregion des Großen Inselsbergs als Naturschutzgebiet Großer Inselsberg (CDDA-Nr. 14487; 142,5 km² groß) ausgewiesen; davon ausgenommen sind dortige Bauten. Auf dem Berg erstrecken sich Teile des Landschaftsschutzgebiets Thüringer Wald (CDDA-Nr. 20896; 1963 ausgewiesen; 1443,43 km²), des Fauna-Flora-Habitat-Gebiets Thüringer Wald (von Ruhla bis Großer Inselsberg) (FFH-Nr. 5128-301; 23,42 km²) und des Vogelschutzgebiets Thüringer Wald zwischen Ruhla und Großer Inselsberg (VSG-Nr. 5128-420; 22,1 km²).[1]
Bauwerke
[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]Richtfunkturm
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Auf dem Großen Inselsberg gibt es drei Türme. Die 126 m hohe Sendeantenne und der 43 m hohe runde Turm, die schon zu DDR-Zeiten als Sendeanlagen genutzt wurden, werden jetzt von der Telekom betrieben. Zu DDR-Zeiten gehörte der eckige Turm in die Reihe der sogenannten A-Türme, wie sie in den 1950/60er Jahren in der DDR errichtet wurden. Die Türme gehörten zum Richtfunknetz (Schmalband) des Zentralkomitees der SED. Das Netz wurde, als eine der Schlussfolgerungen aus dem Aufstand des 17. Juni 1953 in der DDR, bis etwa 1973 errichtet. Es war frei von Mitarbeitern, Übertragungsstellen und Verstärkerämtern der Deutschen Post der DDR. Das Netz wurde mit zwei Ebenen errichtet. Das Betriebspersonal waren Angestellte der Partei, die in der Regel an der parteieigenen Ausbildungseinrichtung in Brandenburg ausgebildet worden waren. In der Netzebene 1 wurden die Richtfunkverbindungen zwischen dem Zentralkomitee und allen Bezirksleitungen der SED hergestellt und in der Netzebene 2 alle Kreisleitungen der Partei in das Netz eingeschlossen.
Nicht in allen Richtungen bestand die erforderliche quasioptische Sicht zwischen Sender und Empfänger, was die Errichtung von Relaisstationen oder auch der passiven Richtfunkumlenkung erforderlich machte. Als Relaisstation fungierte auch der Turm auf dem Berg. In der zweiten Hälfte der 1960er Jahre integrierte sich die Nationale Volksarmee in das Netz. Sie investierte in die Errichtung von Türmen, die bauliche Erweiterung an den Türmen der Partei und in die Beistellung von Richtfunk-, Fernsprech- und Fernschreibvermittlungstechnik zur Schaffung eines eigenen Richtfunknetzes. Der parteieigene Betrieb „Fundament GmbH“ mit seinen Tochtergesellschaften errichtete das Netz.
Der Fernsprech- und Fernschreibverkehr in den Netzen wurde ohne Schlüsseltechnik (Kryptotechnik) betrieben. Infolge wurden die Netze in den 1960er Jahren bereits von der Fernmeldeaufklärung der Bundeswehr aufgeklärt. Daraufhin wurde der Betrieb in den Netzen stark eingeschränkt. Mit der Errichtung des „Integrierten Stabsnetzes der Partei- und Staatsführung und der bewaffneten Organe“, auch als Sondernetz 1 bezeichnet, verloren die Richtfunknetze mehr und mehr an Bedeutung für die tägliche Nutzung. Hauptsächlich war das Netz der NVA für die Nutzung im Kriegszustand vorbereitet. Beide Netze wurden per 1. Januar 1984 kostenfrei der Deutschen Post übertragen. Gegen Gebühr nutzte die NVA eine definierte Anzahl von Richtfunkkanälen zu Sonderobjekten bis 1990 weiter. Danach wurden die Netze abgeschaltet, und der eckige Turm stand lange Zeit leer, bis er von der Gemeinde Tabarz gekauft werden konnte.
Der 21 m hohe eckige Turm wurde im Rahmen des „Ganzjahreskonzeptes Rennsteig“ zu einem Aussichtsturm umgestaltet.[19] An der Außenseite des Turmes sind 2 Kletterwände angebracht. Auf diesem Turm wurde ein zusätzlicher 5 m hoher Mast montiert, auf dem seit September 2014 eine interaktive 360-Grad-HD-Panoramakamera montiert ist.[18]
Sender Inselsberg
[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]Auf dem Großen Inselsberg befindet sich der Sender Inselsberg mit Sendegebäude, einem 43 m hohen runden Turm und einer 127 m hohen Sendeantenne, die 1939 bzw. 1974 errichtet wurden. Er ist eine Sendeanlage für Ultrakurzwelle (UKW) und digitales Fernsehen. Das Sendegebiet reicht vom nördlichen Baden-Württemberg über das gesamte Nordbayern, bis nach Nordrhein-Westfalen. Auch in Teilen von Hessen, Sachsen, Sachsen-Anhalt und Niedersachsen sind die von hier abgestrahlten Programme zu empfangen. Im Norden endet das Sendegebiet in Niedersachsen in der Nähe von Hannover.
Wetterstation
[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]Eine offizielle Wetterstation des Deutschen Wetterdienstes befindet sich 1300 m südöstlich vom Großen Inselsberg auf dem 732 m hohen Bergsattel Kleiner Inselsberg (mit Parkplatz, Bushaltestelle, Gasthaus und Sommerrodelbahn), der nicht identisch mit dem Berg Kleiner Inselsberg (705 m; siehe Abschnitt Berghöhe und Nebenkuppen) ist und zum Trockenberg (807,6 m) überleitet. An der Bergstation des Skiliftes (901 m), unweit des Gipfels, ist seit einigen Jahren eine private, semiprofessionelle Wetterstation mit WebCAM vorhanden, welche kontinuierlich die Daten aktualisiert.[20] Auf dem Berggipfel gab es bis 1977 eine Wetterstation vom Meteorologischen Dienst der DDR. Da auf dem Großen Inselsberg, durch seine exponierte Lage bedingt, nicht selten Extremwetter vorherrschend ist, das oft nicht repräsentativ für den Thüringer Wald ist, hatte man sich für die Verlegung der damaligen Wetterstation entschieden.
- Die beiden Sendetürme (links hintereinander) und die verlassene Wetterstation
- Jugendherberge (links) und Gasthof Stöhr
- Trigonometrischer Punkt auf dem Berg
- Blick vom ehemaligen A 4-Parkplatz Kälberfeld zum Großen Inselsberg (Kamerastandort→)
- Der Gipfelbereich des Großen Inselsberges besteht aus Inselsberg-Quarzporphyr
- Großer Inselsberg (Luftaufnahme April 2007)
Siehe auch
[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]Literatur
[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]- Julius von Plänckner: Der Inselsberg und seine Aussicht, dargestellt durch ein 90 Zoll langes Panorama und erläutert durch ein Winkelblatt und eine kurze Beschreibung. (Reprint). Perthes, Gotha 1995, ISBN 3-623-00715-3, S. 51.
- Ludwig Bechstein: Sagenbuch des Inselsberges (Reprint). Verlag Rockstuhl, Bad Langensalza 2005, ISBN 3-937135-72-3.
- B. Höpfner: Auf und an dem Inselsberge. Eine Sängerfahrt in Reimen, Sagen und Liedern. Friedrichroda 1881
- Wolfgang Pfauch: Zur ursprünglichen Waldbestockung des Naturschutzgebietes Großer Inselsberg und angrenzender Landschaftsteile des Thüringer Waldes. In: Gothaer Museumsheft. Band 12, 1984, ISSN 0138-1857, S. 3–30.
- Rainer Haupt: Der Große Inselsberg, ein wertvolles Naturschutzgebiet und stark frequentiertes Erholungszentrum im Thüringer Wald. Hrsg.: Rat des Bezirkes Erfurt, Abteilung Forstwirtschaft. Erfurt 1988, S. 26.
- Wolfgang Zimmermann et al.: Thüringer Wald. Kleiner Naturführer. In: Gothaer Museumsheft. Abhandlungen und Berichte des Museums der Natur Gotha. Heft 9. Druckerei August Bebel Gotha, 1990, ISSN 0138-1857, S. 96.
- Hans-Jürgen Kahlfuß: Die amtliche Kartographie der Herrschaft Schmalkalden. In: Thüringer Landesvermessungsamt (Hrsg.): Schriftenreihe. Heft 1. Erfurt 2001, ISBN 3-86140-268-8, S. 114.
- Martin Heinze, Helmut Witticke: Die Wurzeln der Thüringer Forstwirtschaft. In: Thüringer Forstvereins e. V. (Hrsg.): Aus den Thüringer Wäldern. Band 18, 2007, ISSN 0943-7304, S. 169–179.
- Roland Geißler: Wanderführer um Bad Liebenstein und den Inselsberg, Verlag Rockstuhl, Bad Langensalza 2007, ISBN 978-3-938997-79-6
- Informationsbroschüre zur Geschichte und Naturkundliches mit Bildern und Karten zum Inselsberg von H. Stasjulevies, Druckmedienzentrum Gotha GmbH, 2013, ISBN 978-3-939182-56-6
Weblinks
[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]- Viele Fotos und Informationen über den Inselsberg und seine Umgebung, auf inselsberg-mineralien.de
- Viele historische Infos und Fotos vom Inselsberg, auf brotterode-am-inselsberg.eu
Einzelnachweise und Anmerkungen
[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]- 1 2 3 Karten und Daten des Bundesamtes für Naturschutz (Hinweise)
- ↑ TK 25 – die Dominanzen und Prominenzen nach highrisepages.de ( vom 19. Oktober 2014 im Internet Archive) weichen leicht ab. Jedoch findet sich am Hauptkamm zwischen Großer Insels- und Beerberg kein Sattel, der niedriger als 688,6 m liegt.
- ↑ Rainer Haupt: Der Große Inselsberg, ein wertvolles Naturschutzgebiet und stark frequentiertes Erholungszentrum im Thüringer Wald. Hrsg.: Rat des Bezirkes Erfurt, Abteilung Forstwirtschaft. Erfurt 1988, Landschaftlicher Überblick, S. 2–3.
- ↑ Zwischen Ruhla, Bad Liebenstein und Schmalkalden (= Werte unserer Heimat. Band 48). Akademie-Verlag, Berlin 1989, S. 81.
- ↑ Amtliche topographische Karten Thüringen 1:10.000. LK Schmalkalden-Meiningen, LK Hildburghausen, LK Sonneberg, Kreisfreie Stadt Suhl. In: Thüringer Landesvermessungsamt (Hrsg.): CD-ROM Reihe Top10. CD 6. Erfurt 1999.
- 1 2 3 Rainer Haupt u. a. (1983): Der große Inselsberg. Landschaftspflege und Naturschutz in Thüringen, Sonderheft, S. 2.
- 1 2 3 Die Entwicklung der Forst- und Jagdwirtschaft in den Wäldern der Gemarkung Winterstein. In: Gemeinde Winterstein (Hrsg.): Winterstein. Bilder Geschichten und Geschichte. Winterstein 1996, S. 32–33.
- ↑ Charles Kittel: Berkeley Physik Kurs 1, Mechanik, 5., verbesserte Auflage, Braunschweig/Wiesbaden, 1991, S. 5, umfassende Darstellung dieser berühmten gaußschen Messung, auf books.google.de
- ↑ Heinrich Hess: Der Thüringer Wald in alten Zeiten. Wald und Jagdbilder. (Reprint). Verlag Rockstuhl, Bad Langensalza.
- ↑ Harry Gerlach: Brotterode, Pappenheim, Trusetal, Steinbach. In: Wanderheft. Band 10. Tourist-Verlag, Leipzig/Berlin 1987, ISBN 3-350-00202-1, Der große Inselsberg, S. 15–18.
- ↑ Georg Brückner in seiner Rennsteigbeschreibung: „Woher stammt der Name Großer Inselsberg? Im „Chartarium Reinhartsbrunn“ heißt er „Cincissberg“. Unser oft erwähnter Frankensteinischer Kaufbrief von 1330 nennt ihn „Emmiseberg“. In der „Schlorfschen Chronik“, wahrscheinlich gegen 1420 von dem Eisenacher Rothe geschrieben, zeigt Ludwig der Heilige auf den „Enzenberc“, als man ihn von seiner blutjungen Verlobten trennen will, und sagt zu seinen Gefährten: „Wäre dieser Berg ganz aus Gold, so würde ich ihn doch eher hergeben als Elisabeth.“ 1505 heißt er „Ensillbergk“ und 1516 „Ensellbergk“. Im sächsisch-hessisch-hennebergischen Grenzsetzungsvergleich 1528 heißt er „Emseberg“. Erst gegen 1640 taucht die Form Enselsberg auf. In „großer Sprachverwirrung“ wechselte während des 17. und 18. Jahrhunderts „Heunselberg“ mit „Engelsberg“. „Der selten Menschen sieht, der große Heunselberg“ dichtete 1649 der gothaische Kammerjunker und spätere Universitätskanzler zu Halle Ludwig von Sekkendorf auf 30 Quartseiten im „Lob des Heunselberges“; er leitete den Namen vom hunnischen „heunisch“ (groß) ab. Dann heißt es wieder „Emsenberg“, „Enselberg“ oder „Enselsberg“, von „Emse“quelle abgeleitet.“
- ↑ Heinrich Weigel Der Sagenkreis der Hörselberge. quartus-Verlag, 2001
- 1 2 Lotar Köllner: Bergmanns- und Venetianersagen aus dem nordwestlichen Thüringer Wald. In: Stadtverwaltung Ruhla (Hrsg.): Ruhlaer Sagen. Verlag Löhr, Ruhla 2002, Nachwort zu den Bergmanns- und Venetianersagen, S. 39–45.
- ↑ Ludwig Bechstein: Wanderungen durch Thüringen, Olms-Presse, 1978, ISBN 3-487-08159-8, Kapitel 37: Felsenthal und Inselberg, auf projekt-gutenberg.org
- ↑ Carl Pollack: Ursprung des Namens Inselsberg, Sachsengrün. Culturgeschichtliche Zeitschrift aus sämmtlichen Landen Sächsischen Stammes, Heft 16, Dresden, 1861, S. 175–177, auf books.google.de
- ↑ Gerald Müller: "Wir schämen uns für den Berg": Gipfel des Inselsberg soll umgestaltet werden. In: otz.de. Ostthüringer Zeitung, 20. März 2023, abgerufen am 20. März 2023 (paywall).
- ↑ Seilbahn zum Gipfel: Wie Besucher künftig auf den Inselsberg kommen könnten In: mdr.de (Thüringen) 20. Juli 2023, abgerufen am 5. Juni 2024.
- 1 2 Rundumsicht der 360-Grad-HD-Kamera des Aussichtsturms, auf panomax.de
- ↑ Der Inselsberg-Aussichtsturm wird erst im Dezember eröffnet, in Thüringer Allgemeine, vom 29. Oktober 2014, auf thueringer-allgemeine.de
- ↑ Wetterübersicht "Großer Inselsberg" (916 m), mit Live-WebCAM-Bild „Großer Inselsberg“ mit Rückblickbildern und Wettergrafiken über das gesamte Jahr und die vorhergehenden Jahre. Website Ingenieurbüro Industrie Thermografie Krüll., auf itk-infrarot.de
- Berg in Europa
- Berg in Thüringen
- Berg unter 1000 Meter
- Schutzgebiet der IUCN-Kategorie IV
- Naturschutzgebiet im Landkreis Gotha
- Naturschutzgebiet im Landkreis Schmalkalden-Meiningen
- Berg im Naturpark Thüringer Wald
- Berg im Landkreis Schmalkalden-Meiningen
- Geographie (Brotterode-Trusetal)
- Geographie (Bad Tabarz)
- Gaußsche Landesaufnahme
- Berg als Namensgeber für einen Asteroiden
- Schutzgebiet (Umwelt- und Naturschutz) in Europa
- SED-Richtfunknetz
- Schutzgebietsgründung 1961








