Konstrukteur Hans Burkhard hatte bei der Gothaer Waggonfabrik bereits mit dem Gotha G.II ein zukunftsweisendes zweimotoriges Großflugzeug mit zweistieligem Tragwerk und Druckpropellern entwickelt. Die G.III behielt wesentliche Konstruktionsmerkmale bei, bekam jedoch eine stärkere Motorisierung durch den Sechszylinder-Mercedes DIVa-Motor mit 190kW (260PS) sowie einen Schacht hinter dem Fliegerschützen im verstärkten Rumpf der Maschine, die für dessen MG das Feuern nach hinten unten ermöglichte.
Die ersten der insgesamt 25 produzierten G.III wurden an das Kagohl1[1] geliefert, das an der Balkanfront kämpfte und in Hudova stationiert war. Im September 1916 zerstörte das Geschwader mit seinen G.III die wichtige Donau-Eisenbahnbrücke bei Cernavodă in Rumänien. Kagohl2, das von Freiburg im Breisgau aus an der Westfront operierte, erhielt ebenfalls die G.III. Der Geschwaderführer klagte jedoch über die hohe Geschwindigkeit der Flugzeuge, die es den Begleitschutzflugzeugen schwermachte, dem Geschwader zu folgen.
Die G.III blieben bis September 1917 im Einsatz, bis sie durch Nachfolgemodelle wie die G.IV ersetzt und an Ausbildungseinheiten übergeben wurden.[2]
Enzo Angelucci, Paolo Matricardi: Die Flugzeuge. Von den Anfängen bis zum Ersten Weltkrieg. Falken-Verlag, Wiesbaden 1976, ISBN 3-8068-0391-9, (Falken-Handbuch in Farbe).
Peter M. Grosz: The Gotha G.I–G.V. Profile Publications, Leatherhead 1966, (Profile Publications 115).
Günter Kroschel, Helmut Stützer: Die deutschen Militärflugzeuge 1910–1918. Lohse-Eissing, Wilhelmshaven 1977, ISBN 3-920602-18-8.
Kenneth Munson: Bomber. Überwachungs- und Aufklärungsflugzeuge. 1914–1919. Füssli, Zürich 1968, (Flugzeuge der Welt).
Heinz Nowarra: Die Entwicklung der Flugzeuge 1914–1918. Lehmanns, München 1959.