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Gleis 8

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Gleis 8
Gleis 8 in Oldenburg (2016)

Gleis 8 in Oldenburg (2016)

Allgemeine Informationen
Herkunft Deutschland
Genre(s) Popmusik
Aktive Jahre
Gründung 2012
Auflösung 2025
Website
Gründungsmitglieder
AnNa R.
Lorenz Allacher †
Manne Uhlig
Timo Dorsch
Letzte Besetzung
Manne Uhlig
Timo Dorsch
Gesang
AnNa R.

Gleis 8 war eine deutsche Popband. Sie wurde 2012 von der ehemaligen Rosenstolz-Sängerin AnNa R. mitgegründet.

AnNa R. und Lorenz Allnacher, der (Tour-)Saxophonist bei Rosenstolz, waren eng befreundet, lebten beide in Berlin und begannen Ende 2011 gemeinsam Lieder zu schreiben.[1][2] Mit Timo Dorsch war AnNa R. bekannt, weil dieser als Toningenieur bei einigen Rosenstolz-Alben mitgewirkt hatte.[3] Dorsch wiederum stellte den Kontakt zum Hamburger Schlagzeuger Manne Uhlig her.[1] Auf der Geburtstagsfeier von AnNa R. im Dezember 2011 beschlossen die vier, eine Band zu gründen, und trafen sich im Januar 2012 zum ersten Mal, um gemeinsam Texte zu schreiben.[4][5] Später nahm Universal Music die Gruppe unter Vertrag.[6]

Ursprünglich wollten sich die Band „42“ nennen – eine Anspielung auf die Antwort des Supercomputers auf die Frage nach dem Sinn des Lebens im Roman Per Anhalter durch die Galaxis. Als jedoch der Film 42 – Die wahre Geschichte einer Sportlegende angekündigt wurde, nahmen sie davon Abstand, um einer juristischen Auseinandersetzung bezüglich der Namensrechte aus dem Wege zu gehen.[7] Der Vorschlag für den Namen „Gleis 8“ kam von AnNa R., da die Band oft zwischen Hamburg und Berlin pendelte und der ICE nach Hamburg am Berliner Hauptbahnhof stets von Gleis 8 abfuhr.[4][8]

In der Band waren alle vier Mitglieder gleichberechtigt, alle Texte und die Musik entstanden gemeinsam. Diskussionen blieben dabei nicht aus, so wurde beispielsweise über das Cover des ersten Albums Bleibt das immer so (2013) viel diskutiert, weil jeder der vier einen anderen Geschmack hatte.[4]

Am 10. Mai 2013 erschien die Single Wer ich bin, die sich in den deutschen Charts eine Woche lang auf Platz 70 hielt. Am 24. Mai 2013 folgte das Debütalbum Bleibt das immer so, welches Platz sieben der deutschen Charts erreichte.[9] Die am 13. September 2013 als Download veröffentlichte zweite Single Geh nicht verfehlte die Charts.[9][10] Im Winter 2013 absolvierte die Band ihre erste Deutschlandtournee.[11]

Gleis 8 beschrieb die Musik als Pop, im Vergleich zu Rosenstolz jedoch deutlich facettenreicher und mit anderen Instrumenten.[3][4][5] Laut AnNa R. ist „das zentrale Thema [...] wie bei Rosenstolz die Liebe, die Liebe zu Menschen. Es geht auch viel um Freundschaft.“[4] Das Maskottchen der Band ist ein Mensch mit Hut, Anzug und Aktentasche, welcher immer von hinten zu sehen ist. AnNa R. beschreibt ihn als „‚der Suchende', der Mensch, der alle Zukünfe und alle Sehnsüchte hat. Der Jedermann auf den Bahnhöfen des Lebens.“[7]

Die für Sommer 2014 geplanten Festivalauftritte wurden wegen der Krebserkrankungen zweier Bandmitglieder, Manne Uhlig und Lorenz Allacher, abgesagt. Im Oktober 2014 starb Allacher an den Folgen der Erkrankung.[8][12] Allnacher hatte bis zuletzt am zweiten Album Endlich (2016) mitgearbeitet und blieb auch nach seinem Tod offiziell Bandmitglied.[7] Gleis 8 setzte die Arbeit fort – auch weil Allnacher das Bandprojekt sehr wichtig war.[7][8]

Am 11. September 2015 erschien der Titel Vorbei als erste Single. Mit Trotzdem und Vorbei folgten zwei weitere Veröffentlichungen.[13] Keine der drei Singles konnte sich in den Charts platzieren.[9] Am 12. Februar 2016 erschien das zweite Album Endlich.[14] Es erreichte Platz 6 der deutschen Albumcharts.[9] Im April und Mai 2016 folgte eine Deutschlandtour.[15] Nach der Tour trafen sich die Bandmitglieder gelegentlich zum Liedtexte schreiben.[16.1]

Im Juni 2018 trat Gleis 8 einmalig beim Hammer Summer auf.[17][18] Im Dezember 2020 veröffentlichten Gleis 8 auf der Kompilation Lacrimosa – die Jubiläumsbox 1990–2020 zum 30-jährigen Jubiläum von Lacrimosa den Coversong Ich verlasse heut' dein Herz.[19] Der Schlagzeuger Manne Uhlig spielte zuvor auch bei Lacrimosa.[20]

Während oder nach der COVID-19-Pandemie zog sich Timo Dorsch aus der Band und dem Musikgeschäft zurück. Nach einiger Zeit entschloss sich AnNa R. als Solokünstlerin zu veröffentlichen.[16.2] Bis auf Dorsch waren alle Gleis 8-(Live-)Musiker an dem neuen Projekt beteiligt; Gleis 8 wurde offiziell nie aufgelöst.[21] Rückblickend sagte AnNa R., dass den „Beteiligten [Gleis 8] aus den Händen glitt.“[22] 2023 erschien das erste AnNa-R.-Soloalbum König:in, wobei viele darauf enthaltende Lieder für das geplante dritte Gleis 8-Album geschrieben waren.[23] An diese personelle und textliche Kontinuität erinnert die Billiardkugel mit der Nummer 8, welche auf dem Albumcover zu sehen ist.[16.3]

Am oder vor dem 16. März 2025 verstarb Sängerin und Bandmitgründerin AnNa R. in Berlin.[24]

Chart­plat­zie­rungen
Erklärung der Daten
Alben[25]
Bleibt das immer so
 DE707.06.2013(7 Wo.)
 AT4407.06.2013(2 Wo.)
 CH8009.06.2013(1 Wo.)
Endlich
 DE619.02.2016(8 Wo.)
 CH6021.02.2016(1 Wo.)
Singles[25]
Wer ich bin
 DE7024.05.2013(1 Wo.)

Alben

Singles

  • 2013: Wer ich bin
  • 2013: Geh nicht
  • 2015: Vorbei
  • 2016: Trotzdem
  • 2016: Dunkelrot

Einzelnachweise

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  1. 1 2 Stefan Peter: Außergewöhnliches Album einer ungewöhnlichen Band. In: eichsfelder-nachrichten.de. 31. Januar 2016, abgerufen am 18. Mai 2026 (deutsch).
  2. Uta Melle: Lorenz ist tot – Scheiß Krebs! In: Stern. 17. Oktober 2014, abgerufen am 18. Mai 2026.
  3. 1 2 Thomas König, Gerd Schumann: »Auf jeden Fall Pop«. In: Melodie & Rhythmus. 26. April 2013, abgerufen am 23. Mai 2026 (deutsch).
  4. 1 2 3 4 5 Matthias Lohr: Anna R. im HNA-Interview über ihre neue Band Gleis 8. In: Hessische/Niedersächsische Allgemeine. 23. Mai 2013, abgerufen am 21. März 2026.
  5. 1 2 Sina Kampe: Gleis 8, bitte einsteigen! - Anna R. von Rosenstolz hat eine neue Band. In: Berliner Kurier. 12. Mai 2013, abgerufen am 18. Mai 2026.
  6. Gleis 8. In: laut.de. Abgerufen am 18. Mai 2026.
  7. 1 2 3 4 Matthias Halbig: Die Weichen sind gestellt. In: rnd.de. 4. März 2016, abgerufen am 18. Mai 2026.
  8. 1 2 3 Stephan Onnen: „Fürs Traurigsein gibt es mehr Worte“. In: Nordwest-Zeitung. 3. Juni 2016, abgerufen am 18. Mai 2026.
  9. 1 2 3 4 Gleis 8. In: Offizielle Deutsche Charts. Abgerufen am 18. Mai 2026.
  10. “Geh Nicht”: Das neue Video von Gleis 8 ist da. In: Universal Music. 3. September 2013, abgerufen am 18. Mai 2026.
  11. mix1.de Redaktion: Gleis 8 gehen auf Deutschland-Tour. In: mix1.de. 9. September 2013, abgerufen am 21. März 2026.
  12. Gleis 8: Ihr Lieben. In: facebook. 12. Mai 2014, abgerufen am 21. März 2026.
  13. Gleis 8 | Musik. In: Universal Music. 2016, abgerufen am 18. Mai 2026.
  14. Trotz geschobener Album-VÖ: Gleis 8 veröffentlichen ihre erste Single “Vorbei”. In: Universal Music. 11. September 2015, abgerufen am 18. Mai 2026.
  15. Gleis 8 geben Termine zur “Endlich Tour” bekannt. In: Universal. 8. September 2015, abgerufen am 21. März 2026.
  16. AnNa R.: Mut zur Liebe: Songtexte. Hrsg.: Michael Loesl (= Reclams Universal-Bibliothek. Nr. 14888). 1. Auflage. Reclam, Ditzingen 2026, ISBN 978-3-15-014888-4.
    1. Loesl, Michael. Nachwort. S. 124.
    2. Loesl, Michael. Nachwort. S. 125.
    3. Loesl, Michael. Nachwort. S. 128.
  17. Gleis 8 – Alles auf Anfang (Hammer Summer 2018) auf YouTube, 3. Juli 2018.
  18. Markus Hanneken: Hammer Summer 2018 mit viel Frauenpower: Das sind die Bands!, wa.de, 15. Juni 2018: Ein weiterer bekannter Name ist Anna R.: Die frühere „Rosenstolz“-Frau ist mit ihrer Band „Gleis 8“
  19. Lacrimosa – die Jubiläumsbox 1990–2020 (Memento vom 3. Februar 2021 im Internet Archive)
  20. Lacrimosa: Fassade (2001). Abgerufen am 21. März 2026.
  21. Kevin Drewes: AnNa R. stellt klar: Gleis 8 existiert weiterhin – in ihrem Soloprojekt. In: Medien-Puls. 17. August 2023, abgerufen am 17. März 2025.
  22. Michael Loesl: Ex-Rosenstolzsängerin Anna R.: "Ich bin so verletzbar wie jede andere auch". In: Sächsische Zeitung. 2023, abgerufen am 18. Mai 2026.
  23. Sven Kabelitz: Die Rosenstolz-Sängerin schlägt den richtigen Pfad ein. In: laut.de. 2023, abgerufen am 21. März 2026.
  24. Rosenstolz-Sängerin AnNa R. ist tot. In: Der Spiegel. 17. März 2025, abgerufen am 17. März 2025.
  25. 1 2 Chartquellen: DE AT CH