Gehren
Gehren Stadt Ilmenau | |||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||
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| Koordinaten: | 50° 39′ N, 11° 0′ O | ||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||
| Höhe: | 475 m | ||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||
| Fläche: | 43,79 km² | ||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||
| Einwohner: | 2924 (31. Dez. 2025)[1] | ||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||
| Bevölkerungsdichte: | 67 Einwohner/km² | ||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||
| Eingemeindung: | 6. Juli 2018 | ||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||
| Postleitzahl: | 98694 | ||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||
| Vorwahl: | 036783 | ||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||
Lage von Gehren im Stadtgebiet von Ilmenau | |||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||
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Politik
[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]Ortsteilrat
[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]Der Ortsteilrat für Gehren wurde erstmals zu den Kommunalwahlen in Thüringen am 26. Mai 2019 gewählt. Zuvor hatten seit der Eingemeindung nach Ilmenau die ehemaligen Mitglieder des Stadtrates von Gehren als Ortsteilräte fungiert.
Dem Ortsteilrat gehören 10 Mitglieder sowie der Ortsteilbürgermeister an.[14]
Bürgermeister / Ortsteilbürgermeister
[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]Der Ortsteilbürgermeister von Gehren ist Michael Gohritz (Wählervereinigung Pro Bockwurst). Er setzte sich bei den Kommunalwahlen in Thüringen 2024 in der Stichwahl am 9. Juni 2024 durch. In der ersten Wahlrunde hatte es drei Bewerber gegeben.[15]
Zuvor war von 1994 bis 2005 Hartmut Breternitz (CDU) Bürgermeister von Gehren, ehe von 2005 bis 2019 Ronny Bössel (FBG Gehren) folgte, zuletzt als Ortsteilbürgermeister. Bis zum Jahr 2011 war das Amt des Bürgermeisters hauptamtlich, seitdem wurde es ehrenamtlich ausgeführt.[16]
Erstmals wurde am 26. Mai 2019 während der Kommunalwahl in Thüringen über einen neuen ehrenamtlichen Ortsteilbürgermeister für Gehren abgestimmt. Dieser ist seitdem nicht mehr gleichzeitig für die Ortsteile Jesuborn und Möhrenbach mit zuständig. Von den drei angetretenen Bewerbern konnte kein Kandidat mehr als die Hälfte der abgegebenen gültigen Stimmen auf sich vereinigen, so dass es am 11. Juni 2019 zu einer Stichwahl kam. Gewählt wurde dabei für eine fünfjährige Amtszeit Sabine Krannich (DIE LINKE).[14] Ihr Rücktritt zum 30. September 2021 machte die Neuwahl des Ortsteilbürgermeisters notwendig,[17] bei der sich Andreas Utnehmer (FBG – Freie Bürgergemeinschaft Gehren) am 16. Januar 2022 gegen einen Mitbewerber durchsetzte.[18]
Wappen
[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]Blasonierung: „In Gold auf grünem Boden ein Wilder Mann mit Laubkrone und Laubschurz, in der linken Hand eine bewurzelte Fichte haltend.“
Der Wilde Mann dürfte die Abwandlung einer ursprünglich anderen Wappenfigur sein, denn das erste Siegel aus dem 16. Jahrhundert zeigt einen von rechts nach links schreitenden Mann mit hohem Hut und langem Rock, der einen Stab, wahrscheinlich den Schulzenstab, in der Hand hält. Die Wappenänderung erfolgte offenbar, um dem schwarzburgischen Fürstenhaus, das einen Wilden Mann als Schildhalter führte, für die Stadtrechtsverleihung 1855 Dankbarkeit zu bekunden.[19] Die Fichte steht für den Holzreichtum der Umgebung und die einst bedeutende Holzindustrie Gehrens.
Städtepartnerschaften
[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]Mit Nidderau in Hessen besteht seit dem 1. September 1990 eine Städtepartnerschaft.
Kultur und Sehenswürdigkeiten
[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]Im Stadtkern hat sich das typische Ortsbild des Thüringer Waldes erhalten: rechts und links von schmalen Straßen stehen verschieferte Häuser eng aneinander.
Kirche
[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]Im Ortszentrum liegt der Marktplatz. An seiner Nordseite steht die Stadtkirche, die dem heiligen Michael geweiht ist. Es handelt sich um eine große, klassizistische Emporenhalle mit flachen Decken in der Formensprache Karl Friedrich Schinkels. Errichtet wurde die Kirche zwischen 1830 und 1834 anstelle eines Vorgängerbaus aus dem Jahr 1521. Der Kanzelaltar der Kirche stammt von 1895, ebenso wie die Sauer-Orgel mit 23 Registern, die ein Instrument aus der Bach-Zeit ersetzte. Im Erdgeschoss des Turms liegt das Grab des Jesuborner Ritters Volkmar von Bernstedt aus dem Jahr 1597. Die drei bronzenen Kirchenglocken (darunter eine aus dem Jahr 1476) wurden 1917 eingeschmolzen und 1918 durch drei gusseiserne Glocken, die bis heute vorhanden sind, ersetzt. Als Gehren im 18. Jahrhundert anwuchs, wurde die Vorgängerkirche zu klein und es entstand bis 1729 eine neue Kirche in der Oberen Marktstraße westlich der alten. Diese neue Kirche wurde allerdings schon 1749 bei einem Brand zerstört, sodass nun wieder die alte Kirche am Markt genutzt wurde. Diese war jedoch noch immer zu klein, sodass 1830 mit dem Neubau der heutigen Kirche begonnen wurde. Am 4. November 1834 fand schließlich der Einweihungsgottesdienst statt. Der Turm hatte zunächst noch ein flaches Dach schinkelscher Formensprache, das 1868 durch die jetzige Turmspitze ersetzt wurde. Die Pfarrgemeinde von Gehren ist bereits seit der Einführung der Reformation im 16. Jahrhundert evangelisch. Zur Kirchgemeinde gehören neben der Kirche auch die Dorfkirchen von Jesuborn und Möhrenbach.
Schloss
[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]Erste Gebäude (etwa in Form eines Wartturms) entstanden hier wahrscheinlich schon im 12. Jahrhundert an einer Handelsstraße von Erfurt nach Nürnberg. 1308 errichteten die Herren von Berlstedt hier einige weitere Gebäude (Nordflügel), die 1464 in den Besitz der Grafen von Schwarzburg übergingen. Sie errichteten in dieser Zeit den Südflügel. Ab 1574 wurde das Schloss im Stil der Renaissance ausgebaut und der Nord- mit dem Südflügel zu einem Baukörper vereinigt. Dazu wurden zum Teil Sandsteinquader aus dem aufgelassenen Kloster Paulinzella verwendet. Die Schlosskapelle entstand 1666. In der Folgezeit diente das Schloss als Jagd- und Sommerresidenz der Grafen und Fürsten von Schwarzburg-Sondershausen, Fürst Günther I. nutzte es sogar zwischen 1720 und 1740 als Residenz. 1918 ging es in Besitz des Landes Thüringen über und wurde überwiegend als Wohnhaus genutzt. Bei einem Brand am 11. September 1933 wurde das Schloss zerstört und in den Folgejahren größtenteils abgerissen, sodass nur noch Reste einiger Umfassungsmauern übrig sind. Zwischen 1997 und 2001 wurde die Ruine gesichert, teilweise restauriert und zugänglich gemacht. Umgeben ist sie vom weitläufigen Schlosspark im Stil eines englischen Gartens.
Weitere Bauwerke
[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]An der Südseite des Marktplatzes liegt das Rathaus, ein schlichter Barockbau, der im Jahr 2008 umfassend saniert wurde.
Auf dem Friedhof im Süden der Stadt steht eine Trauerhalle. Sie wurde zwischen 1897 und 1900 im neugotischen Stil durch den Gehrener Baumeister Domhardt errichtet. Sie stellt ein eindrucksvolles Zeugnis des Historismus dar, wobei die Innenraum-Ausmalung aus den Jahren 1921/22 stammt. Die Bleiglasfenster wurden allerdings 1945 durch US-amerikanischen Artilleriebeschuss bis auf eine Ausnahme zerstört. 2003 wurde die Trauerhalle restauriert.
Wirtschaft und Infrastruktur
[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]Wirtschaft
[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]Gehren war einst bedeutender Industrieort. Im Norden Gehrens befindet sich das Industriegebiet. Früher gab es in Gehren Glas-, Porzellan- und Holzindustrie. Das Gehrener Sägewerk war das größte der DDR. Gegründet wurde es jedoch schon um die Jahrhundertwende, damals unter dem Namen Kirsch mit zeitweise über 800 Mitarbeitern. Heute gibt es in Gehren verschiedene mittelständische Unternehmen, die sich im Gewerbegebiet im Norden der Stadt angesiedelt haben.
Bekannt wurde Gehren durch die Fabrikation von Plüschtieren. Die Plüschtierfabrik produziert auch heute noch. Seit 1990 konnte sie sich, im Gegensatz zu vielen anderen Betrieben, auf dem freien Markt behaupten. Allerdings wurde die langjährige Verkaufsstelle Ende 2011 geschlossen und Bestellungen sind gegenwärtig nur noch übers Internet möglich.
Größtes Unternehmen in Gehren ist heute die SZW Prophet GmbH, ein Automobilzulieferer mit 100 Mitarbeitern.
Verkehr
[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]Gehren liegt an der B 88 Ilmenau–Rudolstadt, für die im Bundesverkehrswegeplan 2030 eine Ortsumgehung im weiteren Bedarf vorgesehen ist. In Gehren wird sie von der Landesstraße 1047 Gräfinau-Angstedt–Großbreitenbach gekreuzt. Die Stadt ist in hohem Maße vom Durchgangsverkehr von der A 71 (Anschlussstelle Ilmenau-Ost) ins Schiefergebirge belastet, dabei ist die Ortsdurchfahrt von engen Straßen und Kreuzungen geprägt.
Von 1881 bis 1997 hatte Gehren einen Eisenbahnanschluss über die Bahnstrecke Ilmenau–Großbreitenbach. Auf dem Ortsgebiet lagen der Haltepunkt Gehren (Thür) Stadt im Westen und der Bahnhof Gehren (Thür) im Osten. Westlich von Gehren verlaufen die Tunnel Brandkopf, Tunnel Lohmeberg und Tunnel Tragberg der Schnellfahrstrecke Nürnberg–Erfurt.
Durch Gehren führen der Ilm-Rennsteig-Radweg und die Waldrandroute.
Öffentliche Einrichtungen
[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]Gehren ist Standort der Thüringer Landeswaldarbeiterschule, in der alle Förster des Landes ausgebildet werden.
Persönlichkeiten
[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]Ehrenbürger
[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]- Paul von Hindenburg (1847–1934), Generalfeldmarschall[20]
Söhne und Töchter des Ortes
[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]- Heinrich Balthasar Roth (1639–1689), Rechtswissenschaftler
- Maria Barbara Bach (1684–1720), Tochter von Johann Michael Bach und erste Frau von Johann Sebastian Bach
- Albrecht Höland (1810–1875), Instrumentenmacher und Politiker, Bürgermeister von Gehren
- Edmund Kirchner (1815–1894), Jurist und Landrat im Verwaltungsbezirk Gehren
- Carl Höland (1821–1881), Richter und Politiker
- Peter W. Schulze (1942–2020), Politikwissenschaftler
Personen mit Bezug zum Ort
[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]- Johann Michael Bach (1648–1694), Komponist; war Stadtschreiber in Gehren
- Helge Auleb (1887–1964), General der Infanterie
- Rudolf Hantschel (1927–2013), Glasgestalter
- Peter Smalun (1939–2023), Formgestalter, lebte viele Jahre in Gehren
Literatur
[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]- Rat der Stadt Gehren (Hrsg.), Heinrich Pausch: Stadt Gehren. 850 jähriges Ortsbestehen. Gehren 1955.
- Stadt Gehren, Festausschuss für Festschrift und Öffentlichkeitsarbeit (Hrsg.): Gehren und seine Geschichte. 150 Jahre Stadtrecht 1855–2005. RhinoVerlag, Ilmenau / Weimar 2005, ISBN 3-86636-901-8.
- Stadtverwaltung Gehren (Hrsg.), Olaf Batke: Das Gehrener Schloß. Gehren 1993.
Weblinks
[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]Einzelnachweise
[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]- 1 2 Stadtverwaltung Ilmenau (Hrsg.): Amtsblatt der Stadt Ilmenau. Nr. 1/2026, 21. Januar 2026, S. 17 (Online [PDF; 3,7 MB; abgerufen am 13. Juni 2026]).
- ↑ Lexikon der Städte und Wappen der DDR, VEB Bibliographisches Institut, Leipzig 1984
- ↑ Aus der Chronik Gehrens auf www.th.schule.de ( vom 11. Februar 2008 im Internet Archive)
- ↑ Thomas Bienert: Mittelalterliche Burgen in Thüringen. Wartberg Verlag, 2000, ISBN 3-86134-631-1, S. 125.
- ↑ Thüringer Verband der Verfolgten des Naziregimes – Bund der Antifaschisten und Studienkreis deutscher Widerstand 1933–1945 (Hg.): Heimatgeschichtlicher Wegweiser zu Stätten des Widerstandes und der Verfolgung 1933–1945, Reihe: Heimatgeschichtliche Wegweiser Band 8 Thüringen, Erfurt 2003, S. 141, ISBN 3-88864-343-0
- ↑ StBA: Gebietsänderungen vom 01. Januar bis 31. Dezember 2013
- ↑ Regierung folgt Ruf aus Gehren
- ↑ Thüringer Gesetz- und Verordnungsblatt Nr.7 2018 vom 5. Juli 2018, aufgerufen am 6. Juli 2018
- ↑ Bevölkerung der Gemeinden, erfüllenden Gemeinden und Verwaltungsgemeinschaften nach Geschlecht in Thüringen. (html), abgerufen am 11. August 2019.
- ↑ Einwohnerstatistik / Ilmenau – Goethe- und Universitätsstadt. Stadt Ilmenau, abgerufen am 17. Januar 2023.
- ↑ Stadtverwaltung Ilmenau, Einwohnerstatistik zum Stichtag 31. Dezember 2020 ( vom 27. Februar 2021 im Internet Archive)
- ↑ Thüringer Landesamt für Statistik (TLS): Gebietsveränderungen: Gemeinde 70018 Gehren, Stadt. (html), abgerufen am 12. August 2019.
- ↑ Thüringer Landesamt für Statistik (TLS): Gebietsveränderungen: Gemeinde 70029 Ilmenau, Stadt. (html), abgerufen am 12. August 2019.
- 1 2 Stadtverwaltung Ilmenau: Amtsblatt der Stadt Ilmenau - Sonderamtsblatt 8/2019: Ergebnisse der Stichwahl der Ortsteilbürgermeister der Ortsteile Gehren, Pennewitz und Wümbach vom 09.06.2019. 21. Juni 2019.
- ↑ Wahlen in Thüringen, Ortsteil-/Ortschaftsbürgermeisterwahl 2024 in Thüringen, Ilmenau OT Gehren. Thüringer Landesamt für Statistik, abgerufen am 15. Juni 2024.
- ↑ Thüringer Landesamt für Statistik: Wahlen in Thüringen, Bürgermeisterwahlen in Gehren. Abgerufen am 1. Mai 2020.
- ↑ Neuwahl-Termin steht fest: Gehren wählt am 16. Januar neuen Ortsteilchef. In: HCS-Content GmbH Germany / insuedthueringen.de. Abgerufen am 30. Oktober 2021.
- ↑ Endgültiges Ergebnis der Ortsteilbürgermeisterwahl in Gehren. Stadtverwaltung Ilmenau, abgerufen am 18. Januar 2022.
- ↑ Neues Thüringer Wappenbuch Band 2 Seite 11; Herausgeber: Arbeitsgemeinschaft Thüringen e. V. 1998, ISBN 3-9804487-2-X
- ↑ Gemeinsam mit 82 anderen Thüringer Städten anlässlich seines 70. Geburtstages am 2. Oktober 1917, vgl. Der Deutsche 1917 Nr. 231.


