Fourmarierit kristallisiert im orthorhombischen Kristallsystem und entwickelt pseudohexagonale, tafelige Kristalle bis etwa zwei Millimeter Größe von gelber bis goldgelber, orangeroter über goldroter bis karminroter oder rötlichbrauner bis brauner Farbe und einem diamantähnlichen Glanz auf den Oberflächen.
Die seit 2001 gültige und von der IMA verwendete 9. Auflage der Strunz’schen Mineralsystematik ordnet den Fourmarierit ebenfalls in die Abteilung der „Uranyl-Hydroxide“ ein. Diese ist jedoch weiter unterteilt nach der möglichen Anwesenheit zusätzlicher Kationen und der Kristallstruktur, so dass das Mineral entsprechend seiner Zusammensetzung in der Unterabteilung „Mit zusätzlichen Kationen (K, Ca, Ba, Pb usw.); mit vorwiegend UO2(O,OH)5 pentagonalen Polyedern“ zu finden ist, wo es als einziges in der unbenannten Gruppe 4.GB.25 ist.
Auch die vorwiegend im englischen Sprachraum gebräuchliche Systematik der Minerale nach Dana ordnet den Fourmarierit in die Klasse der „Oxide und Hydroxide“ und dort in die Abteilung der „Uran- und thoriumhaltige Oxide“ ein. Er ist hier in der Unterabteilung „Uran- und thoriumhaltige Oxide mit einer Kationenladung von 6+, die Pb oder Bi und etwas Kristallwasser oder Hydroxygruppen enthalten“ zu finden. Dort bildet er alleine die unbenannten Gruppe 05.09.02.
Durch seinen Urangehalt von bis zu 64,53%[6] ist das Mineral sehr stark radioaktiv. Unter Berücksichtigung der natürlichen Zerfallsreihen bzw. vorhandener Zerfallsprodukte wird die spezifische Aktivität mit 115,51kBq/g[6] angegeben (zum Vergleich: natürliches Kalium 0,0312kBq/g). Der zitierte Wert kann je nach Mineralgehalt und Zusammensetzung der Stufen deutlich abweichen, auch sind selektive An- oder Abreicherungen der radioaktiven Zerfallsprodukte möglich und ändern die Aktivität.
Aufgrund der Toxizität und der starken Radioaktivität des Minerals sollten Mineralproben vom Fourmarierit nur in staub- und strahlungsdichten Behältern, vor allem aber niemals in Wohn-, Schlaf- und Arbeitsräumen aufbewahrt werden. Ebenso sollte eine Aufnahme in den Körper (Inkorporation, Ingestion) auf jeden Fall verhindert und zur Sicherheit direkter Körperkontakt vermieden sowie beim Umgang mit dem Mineral Atemschutzmaske und Handschuhe getragen werden.
C. L. Christ, J. R. Clark:Crystal chemical studies of some uranly oxide hydrates. In: American Mineralogist. Band45, 1960, S.1026–1061 (englisch, minsocam.org[PDF; 2,1MB; abgerufen am 5.Juni 2024]).
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123456Hugo Strunz, Ernest H. Nickel:Strunz Mineralogical Tables. Chemical-structural Mineral Classification System. 9. Auflage. E. Schweizerbart’sche Verlagsbuchhandlung (Nägele u. Obermiller), Stuttgart 2001, ISBN 3-510-65188-X, S.252 (englisch).
1234567
Fourmarierite. In: John W. Anthony, Richard A. Bideaux, Kenneth W. Bladh, Monte C. Nichols (Hrsg.): Handbook of Mineralogy, Mineralogical Society of America. 2001 (englisch, handbookofmineralogy.org[PDF; 57kB; abgerufen am 5.Juni 2024]).
1234Fourmarierite.In:mindat.org.Hudson Institute of Mineralogy,abgerufen am 5.Juni 2024(englisch).