Die Fendt-Caravan GmbH ist ein Wohnwagen-Hersteller mit Sitz im bayerischen Mertingen. Das Unternehmen besteht seit 1970 und gehörte ursprünglich zum Traktorenhersteller Fendt aus Marktoberdorf. Seit dem 1. Januar 1998 ist Fendt-Caravan ein 100%iges Tochterunternehmen von Hobby-Wohnwagenwerk aus Schleswig-Holstein.
Stand 2020 beschäftigte Fendt-Caravan rund 760 Mitarbeiter und erwirtschaftete einen Umsatz von etwa 165 Millionen Euro. Das Unternehmen gehört zu den erfolgreichsten Herstellern von Wohnwagen in Deutschland. So belegte Fendt-Caravan zum 1. Januar 2021 den dritten Platz in der Bestandsliste des Kraftfahrt-Bundesamtes.[2]
Am 1. September 1970[3] übernahmen die Gebrüder Fendt aus Marktoberdorf die 1922 gegründete und zwischenzeitlich in wirtschaftliche Schwierigkeiten geratene Landmaschinenfabrik Lely-Dechentreiter Maschinenfabrik GmbH in Asbach-Bäumenheim (Standort48.6790110.81306).[4] Die unter Lely laufende Wohnwagenfertigung wurde von Fendt fortgesetzt. 1988 startete zudem die Fertigung von Wohnmobilen.
Nach der Übernahme von Fendt durch den AGCO-Konzern 1997 erfolgte ein Jahr später der Verkauf der Wohnwagen-Sparte an das Hobby-Wohnwagenwerk in Fockbek. Gleichzeitig endete die Wohnmobilfertigung unter der Marke Fendt. Im Jahr 2001 wurde das neue Werk mit zwei Produktionsstraßen in Mertingen in Betrieb genommen und damit das Fendt-Werk in Asbach-Bäumenheim verlassen.[5]
Fendt-Caravan fertigt ausschließlich Wohnwagen und liefert diese an das europaweit bestehende Händlernetz aus. Die Produktpalette reicht vom Einsteigermodell bis zum Oberklasse-Wohnwagen und umfasst in der Saison 2022 sechs Baureihen mit insgesamt 33 Grundrissvarianten und diversen Ausstattungslinien.[6] Hinzu kommen länderspezifische Varianten für den englischen und französischen Markt. Gemessen am Wettbewerb ordnet Fendt-Caravan alle seine Modelle dem gehobenen Preissegment zu.[1]
Zeitweise wurden auch Wohnmobile gefertigt.
Alle Fendt-Caravan-Modelle werden in klassischer Aufbautechnik – mit Holzständerwerk und in Hammerschlag angebrachter Aluminiumbeplankung – hergestellt, während die meisten anderen Hersteller seit den 2010er-Jahren überwiegend auf holzfreie, verrottungsfeste Aufbauten mit GFK-Verkleidung setzen. Lediglich Einsteiger-Baureihen anderer Hersteller verwenden noch Holz und Aluminium. Bei Fendt-Caravan sind nur die Front und das Heck aus GFK gefertigt, um eine „automotive“ Anmutung zu erreichen.
↑Die Firma Fendt berichtet. In: Landtechnik, Fachzeitschrift für alle Bereiche der Agrartechnik. Verlag Eduard F. Beckmann, Lehrte-Hannover, Ausgabe Mitte Februar 1971, S. 95–96
↑Dieter Engelhardt (Hrsg.): Alte Firmen der Wirtschaftsregion Schwaben. Engelhardt-Werbung + Verlag, Augsburg, 1995, ISBN 3-9802736-1-X, Seite 124.