Die Fackelmann GmbH + Co. KG ist ein Unternehmen mit Sitz in Hersbruck im Landkreis Nürnberger Land, das Haushaltsartikel und Badmöbel herstellt und vertreibt. Fackelmann ist mit seinen Produkten auf sechs Kontinenten vertreten und erwirtschaftete 2025 einen Umsatz von 476 Millionen Euro.[3][2]
1919 wurde das Unternehmen als Handelsvertretung für Eisen- und Haushaltswaren durch die Brüder August, Ludwig und Heinrich Fackelmann gegründet. Der Sohn Heinrichs, Sebastian Fackelmann, führte nach dem Ende des Zweiten Weltkrieges ab 1948 die Geschäfte fort, zunächst als Handelsvertreter. Aus dem Ein-Mann-Unternehmen wurde im Laufe der Zeit ein deutschlandweit agierendes Vertriebsnetz. 1958 begann man mit der eigenen Herstellung von Produkten. Das auf Haushaltswaren spezialisierte Produktionsprogramm wurde 1963 auf Badezimmermöbel ausgedehnt. Seitdem produziert Fackelmann am Standort Hersbruck auch Badezimmermöbel.
1984 trat mit Alexander Fackelmann die mittlerweile dritte Generation in das Unternehmen ein. Im Jahr 1985 lag der Umsatz des Unternehmens bei 30 Millionen DM, die Mitarbeiterzahl bei 240. 1987 folgte Norbert Fackelmann seinem Bruder und stieg ebenfalls in das Unternehmen ein. Sebastian Fackelmann übergab die operativen Geschäfte 1992 an seine beiden Söhne Alexander und Norbert, stand dem Unternehmen jedoch bis zu seinem Tod im Oktober 2003 beratend zur Seite. Norbert Fackelmann schied 2007 aus dem Unternehmen aus.[4][5]
Nach der Jahrtausendwende wurden verschiedene Akquisitionen vorgenommen: Im Jahre 2002 kam Prestige Italia zu Fackelmann hinzu, ein Jahr später wurde der Backformenhersteller Zenker (Aichach) integriert. 2004 wurden Unternehmen in Rumänien und Kroatien eröffnet, in Spanien wurde die Firma Fabricados Inoxidables übernommen. 2005 erfolgte die Übernahme des britischen Unternehmens Probus (Birmingham) und 2006 wurden durch eine Mehrheitsbeteiligung an der Jensen Group, Shenzhen (China), die Produktionskapazitäten erweitert. Hinzu kamen weitere Niederlassungen im Ausland: Nach Polen (2003) Spanien, Rumänien und Kroatien (2005), folgten 2007 große Produktionsstätten in China und Indien, anschließend 2008 Standorte in Serbien, 2009 in Indonesien, Taiwan, Thailand und Singapur, 2010 in der Ukraine, 2012 in Australien sowie 2013 in Russland und Brasilien.[6] Auch in Deutschland baute Fackelmann seine Infrastruktur weiter aus und eröffnete 2011 ein neues Logistikzentrum in Hersbruck.[7] 2015 übernahm Fackelmann zudem das Haushaltswarengeschäft des australischen Unternehmens McPherson’s, 2018 folgte die Übernahme des ebenfalls australischen Küchenausstatters Tomkin.[8]
Im Jahr 2013 ging Zenker, ein Unternehmen des Fackelmann-Firmenverbundes, eine Kooperation mit Dr. Oetker ein und produziert und vertreibt seitdem Backutensilien unter der Marke Dr. Oetker Küchenhelfer.[3] Im selben Jahr trat mit Saskia Fackelmann die vierte Generation in das Familienunternehmen ein. Saskia Fackelmann vertritt das Unternehmen als Markenbotschafterin und ist auf verschiedenen Social-Media-Plattformen hauptsächlich zu den Themen Kochen und Backen aktiv.[4][3]
2019 ging Fackelmann eine Partnerschaft mit Tasty ein und schloss außerdem eine Kooperation mit Chefkoch ab, aus der die Marke Chefkoch trifft Fackelmann entstand.[9] Ebenfalls 2019 übergab Alexander Fackelmann die Unternehmensführung an Martin Strack und ist seitdem als Präsident des Fackelmann Firmenverbundes tätig.[3][10] Strack war bereits zuvor seit über sechs Jahren Teil des Unternehmens. Seit September 2017 war er als Geschäftsführer für Vertrieb und Marketing bei Fackelmann in Hersbruck tätig. Davor war er Geschäftsführer von Fackelmann Housewares in Australien und Neuseeland.[11][12]
Während in den Jahren der Corona-Pandemie die Verkäufe im Bereich Badezimmermöbel zurückgingen, erwirtschaftete Fackelmann im Bereich Haushaltswaren deutlich mehr Umsatz, weil, wie Julia Leonhardt im Handelsblatt schrieb, das allgemeine Interesse am Kochen und Backen zugenommen habe. Zudem stieg das Unternehmen 2020 in die Produktion von Einweg-Mund-Nasen-Masken ein und produzierte in seinem Werk in Frankreich monatlich rund eine Million Masken.[3][13][14]
Im Jahr 2021 ging Fackelmann eine Kooperation mit dem US-Konzern Epoca ein. Das Unternehmen vertreibt seine Produkte unter anderem in den Walmart-Märkten.[3] 2022 stellte Fackelmann in Jaipur, Indien, eine Fabrik für Kochgeschirr und Edelstahlprodukte fertig.[15] Das Unternehmen investierte außerdem mehrere Millionen Euro in den Ausbau seines Stammsitzes in Hersbruck, wo neben einem Kleinteilelager und Büros auch ein 600 Quadratmeter großer Showroom entstand. Seit dem Jahr 2023 arbeitete Fackelmann mit der Hotelerbin Paris Hilton zusammen und entwarf unter anderem für deren Kochshow Cooking with Paris Kochgeschirr.[3]
Bei den Olympischen Spielen in Paris 2024 war Fackelmann Partner des deutschen Teams.[3] Im selben Jahr übernahm Fackelmann den britischen Haushaltswarenanbieter Apollo.[16] 2025 folgte die Akquisition des australischen Unternehmens Korbond Industries, das neben Haushaltswaren auch Kurzwaren, Partyzubehör und Haarschmuck vertrieb.[8] Ebenfalls seit 2025 bringt Fackelmann mit der Influencerin Pamela Reif eine gemeinsame Produktlinie heraus.[17]
Fackelmann ist eine GmbH & Co. KG mit Sitz in Hersbruck. Das Unternehmen erwirtschaftete 2025 weltweit einen Umsatz in Höhe von 476 Millionen Euro.[2] Rund 70 Prozent des Umsatzes erzielt das Unternehmen im Ausland. Neben den deutschen Produktionsstandorten Hersbruck und Aichach besitzt das Unternehmen Fackelmann Produktionsstätten in Frankreich, China, Indien und Polen. Das Vertriebsnetz des Unternehmens erstreckt sich auf mehr als 40 verbundene Unternehmen weltweit. Geschäftsführer von Fackelmann sind (Stand 2025) Martin Strack (Vorsitzender der Geschäftsführung), Thomas Sperber und Srdjan Urosevic.[18]
Das Sortiment von Fackelmann umfasst rund 12.000 Produkte unter mehr als 20 Marken.[1] Die Produkte lassen sich in die beiden Bereiche Haushaltsartikel und Badezimmermöbel unterteilen.
Zum Sortiment von Fackelmann im Bereich Haushaltswaren gehören vor allem Produkte aus dem Bereich Kochen, darunter Töpfe und Pfannen, Messer, Küchengeräte wie Nudelmaschinen, Grillzubehör,[19] aber auch Küchenhelfer wie Pfannenheber, Zitronenpresse, Knoblauchpresse oder Entsteiner.[20] Hinzu kommen Produkte der Kategorie Backen wie Backformen, Ausstechformen und Backzubehör.[3][21] Neben Produkten für die Küche bietet das Unternehmen auch Abfallsammler in verschiedenen Ausführungen an.[22]
Fackelmann führt sowohl Produkte unter der Marke Fackelmann als auch verschiedene andere Marken wie etwa Zenker, Nirosta, FM Professional, Stanley Rogers oder Wiltshire.[23][24] Zu den eigenen Marken kommen Partner wie Dr. Oetker,[23] Paris Hilton, Tasty und Chefkoch.[3][9]
Fackelmann vertreibt seine Produkte vor allem im stationären Handel zum Beispiel im Lebensmitteleinzelhandel, in Warenhäusern und Möbelfachgeschäften sowie online. Nach eigenen Angaben sei das Unternehmen mit seinen Küchenutensilien in nahezu allen größeren Supermarktketten vertreten.[25] Zudem präsentiert das Unternehmen seine Produkte am Standort in Hersbruck in der Fackelmann-Welt und bietet sie dort auch zum Verkauf an.[4]
Fackelmann bietet Badezimmermöbel wie Spiegelschränke, aber auch bereits vormontierte Badmöbel-Sets und Waschbecken. Das Unternehmen vertreibt Möbel seiner eigenen Marke Fackelmann, darüber hinaus werden auch die Marken Lanzet und Badmobil verkauft. Die Badezimmermöbel bietet das Unternehmen bislang nicht im eigenen Onlineshop an, sondern lediglich im eigenen Outlet-Store am Stammsitz in Hersbruck sowie in Baumärkten und über Onlinehändler.[26]
Im Februar 2015 berichtete das Nachrichtenmagazin Der Spiegel, dass Fackelmann „Verbrauchertäuschung“ betreibe. So seien Produkte nicht – wie von der Firma behauptet – aus Edelhölzern gefertigt, sondern lediglich mit einer „Art Lackierung“ versehen worden, die dies vortäuscht. Das eigentliche Holz stamme aus „Restholzabschnitten eines Möbelproduzenten“ in China.[27]
Fackelmann unterstützt mit der Fackelmann Kinderfonds-Stiftung jährlich regionale und internationale Projekte, die vor allem Kindern und Familien zugutekommen sollen. So spendete das Unternehmen etwa an das Programm der Stadt Nürnberg „Jedes Kind darf schwimmen lernen“,[28] stellte neue Computer für eine Höchstädter Grundschule bereit[29] oder investierte in neue Spielgeräte auf einem Spielplatz in Hersbruck.[30] Fackelmann ist außerdem einer der Sponsoren der Europa Miniköche. Bei dem Projekt wird Kindern zwischen zehn und zwölf Jahren in regionalen Gruppen Wissen über Ernährung, Gesundheit und Kochen näher gebracht.[31][32][33]
Fackelmann engagiert sich zudem im Bereich Sport und Freizeit. Seit einer Kooperation im Jahr 2010 mit der Stadt Hersbruck trägt die dortige Therme den Namen Fackelmann-Therme. Die Partnerschaft wurde 2024 verlängert. Seit 2016 ist Fackelmann zudem einer der Hauptsponsoren des HC Erlangen.[34] Bei den Olympischen Spielen in Paris 2024 trat Fackelmann als Partner des deutschen Teams auf.[3]