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fabless

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Der Begriff fabless (‚fabriklos‘, ‚ohne Fertigung oder Herstellung‘; zusammengesetzt aus englisch fabrication Herstellung und dem Suffix englisch -less -los) bezeichnet ein Geschäftsmodell, das sich im Rahmen der Globalisierung, der digitalen Revolution, des Outsourcing und dem Offshoring seit spätestens den 1990er Jahren verbreitet hat und in der globalen Wirtschaft Anwendung findet.[1]

Das Modell „Fabless“ steht in engem Zusammenhang mit sogenannten Fertigungsdienstleistern oder Auftragsfertigern. Das sind Unternehmen, die sich auf die Produktion spezialisiert haben und dafür beauftragt werden.

Das Fabless-Modell ist in der Halbleiterindustrie entstanden, da sowohl das Design von Mikroelektronik (vgl. auch VHDL und Verilog) als auch die Produktion der Halbleiterbausteine (vgl. Mikroelektronik) hochkomplex sind. Es wurde schnell klar, dass mit zunehmender Komplexität (vgl. Mooresches Gesetz) eine Aufteilung der Kompetenzen neue Vorteile, beispielsweise in den Bereichen Wachstum und Innovation, mit sich bringen würde.

Fabless teilt damit auf in die Halbleiter- bzw. Elektronikdesign-Unternehmen, die über keine eigene Halbleiterproduktion verfügen, und in die Fertigungsunternehmen oder Auftragsfertiger – im Kontext der Halbleiterindustrie auch als Foundries bekannt –, die in der Produktion tätig sind. Beispiele hierfür sind die Unternehmen Globalfoundries, Samsung Semiconductor, UMC oder TSMC.

Es ist zu vermerken, dass auch vollintegrierte Halbleiterhersteller, also Unternehmen, die Entwicklung und Produktion verbinden, heutzutage sogenannte Foundry-Dienstleistungen anbieten, das heißt, sie treten als Fertigungsdienstleister auf. Die Übergänge sind fließend und häufig nur im Einzelfall ersichtlich, auch aufgrund einer hohen Mergers-&-Aquisitons-Aktivität (M&A) in der Branche.

Im Detail unterscheidet man noch einmal, ob eine Chiparchitektur eingekauft wurde (vgl. Arm bzw. die Arm-Architektur) oder ob diese selbst entworfen wurde (z. B. Apple M3).

Das Fabless-Geschäftsmodell existiert in einer anderen Form auch in anderen Industriebranchen, beispielsweise in der Rüstungsindustrie bzw. Wehrtechnik. Dort übernehmen spezialisierte Unternehmen oder Organisationen die Fertigung von militärischen Geräten oder Produkten. Eine Auslagerung an zivile Unternehmen wird damit aus Sicherheitsgründen vermieden.

Das Fabless-Geschäftsmodell, das von Gordon Campbell, dem Gründer von Chips & Technologies, und Bernie Vonderschmitt, einem Mitbegründer von Xilinx, mitentwickelt wurde, hat den Vorteil, dass sich ein Unternehmen nicht selbst um die Herstellung der Chips und die Entwicklung der dazu notwendigen Prozesse kümmern muss, sondern sich allein auf die Entwicklung der Schaltungen (IP) konzentrieren kann. Außerdem ist die Entwicklungsgeschichte des Fabless-Modells eng mit der Geschichte der Electronic Design Automation verzahnt. Die Weiterentwicklung der computergestützten Werkzeuge (CAD/CAE) ermöglichte die Trennung und Spezialisierung der Expertisen in Design und Fertigung. Eine weitere Stufe stellt die Digitalisierung (Industrie 4.0) dar, die auch in der Halbleiterfertigung Anwendung findet.

Vor allem in einer Zeit, in der die Errichtung einer Halbleiterfabrik mehrere Milliarden Euro kostet, sind fabless companies weit verbreitet.

Einige Fabless-Unternehmen gehören der Global Semiconductor Alliance (GSA) an, die aus der Fabless Semiconductor Association (FSA) hervorgegangen ist.[2] Zur GSA gehören mittlerweile nicht nur Fabless-Unternehmen, sondern auch solche aus allen Bereichen der Halbleiterindustrie, bis hin zu reinen Auftragsfertigern.

Einige Integrated Device Manufacturers (IDM), also „integrierte Gerätehersteller“ oder Halbleiterhersteller mit eigener Fertigung, lagerten diese später aus (vgl. Fertigungsdienstleister).

Fabless-Unternehmen (Beispiele)

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In der folgenden Tabelle sind einige bekannte Unternehmen aufgezählt, die mit dem Fabless-Geschäftsmodell groß geworden sind oder heute noch damit arbeiten. Ehemalige Unternehmen (aufgelöst oder akquiriert) sind kursiv markiert. Die Liste erhebt keinen Anspruch auf Vollständigkeit. Des Weiteren bieten die EDA-Unternehmen Synopsys und Cadence eine Vielzahl an IP-Bausteinen an.

  • 3dfx
  • 3DLabs
  • Actel
  • Ageia
  • Altera
  • ALi
  • Allwinner Technology
  • AMD
  • Apple **
  • Arm *
  • ATI Technologies
  • Bitmain
  • Broadcom
* 
Das Fabless-Modell von Arm unterscheidet sich darin, dass das Unternehmen selbst keine eigenen Chips vermarktet.[5][6] Zu den bekannten Lizenznehmern von Arm gehören unter anderem Apple, Nvidia und Qualcomm (z. B. Kryo).
** 
Siehe Apple M1
Top-Ten-Fabless-Unternehmen (2023)[7]
RangUnternehmenLandUmsatz
(Mrd. USD)
Marktanteil
Gesamt167,642100,0 %
1NvidiaVereinigte Staaten55,26833 %
2QualcommVereinigte Staaten30,91318 %
3BroadcomVereinigte Staaten28,44517 %
4AMDVereinigte Staaten22,68014 %
5Mediatek13,8888 %
6MarvellVereinigte Staaten5,5053 %
7Novatek3,5442 %
8Realtek3,0532 %
9Will Semiconductor2,5252 %
10MPSVereinigte Staaten1,8211 %

Einzelnachweise

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  1. Sumita Sarma, Sunny Li Sun: The genesis of fabless business model: Institutional entrepreneurs in an adaptive ecosystem. In: Asia Pacific Journal of Management. Band 34, Nr. 3, September 2017, ISSN 0217-4561, S. 587–617, doi:10.1007/s10490-016-9488-6 (englisch).
  2. FSA To Become Global Semiconductor Alliance (GSA). In: RF Globalnet. VertMarkets, Inc, 5. Dezember 2007, abgerufen am 25. Dezember 2022 (englisch).
  3. Company Overview. CEVA, abgerufen am 29. Dezember 2022 (amerikanisches Englisch).
  4. Product Engineering Services - Wipro. Wipro, abgerufen am 29. Dezember 2022 (englisch).
  5. Anand Lal Shimpi: The ARM Diaries, Part 1: How ARM’s Business Model Works. AnandTech, 28. Juni 2013, abgerufen am 25. Dezember 2022 (englisch).
  6. ARM Wiki. In: SemiWiki. 7. Juli 2020, abgerufen am 25. Dezember 2022 (amerikanisches Englisch).
  7. TrendForce: Press Center - Top 10 IC Design Houses’ Combined Revenue Grows 12% in 2023, NVIDIA Takes Lead for the First Time, Says TrendForce | TrendForce - Market research, price trend of DRAM, NAND Flash, LEDs, TFT-LCD and green energy, PV. Abgerufen am 20. Januar 2025 (englisch).