Estringen
Estringen Stadt Lingen (Ems) | ||
|---|---|---|
| Koordinaten: | 52° 28′ N, 7° 21′ O | |
| Fläche: | 12,87 km²[1] | |
| Eingemeindung: | 1. März 1974 | |
| Postleitzahl: | 49811 | |
| Vorwahl: | 0591 | |
Lage von Estringen in Niedersachsen | ||
Estringen ist ein Ortsteil der Stadt Lingen (Ems) im niedersächsischen Landkreis Emsland. Bis 1974 bildete Estringen eine eigenständige Gemeinde im Landkreis Lingen. Innerhalb von Lingen gehört Estringen zur Ortschaft Bramsche.[2]
Geographie
[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]Das Dorf Estringen liegt an der Bundesstraße 70 sechs Kilometer südöstlich des Lingener Stadtzentrums und einen Kilometer nordwestlich von Bramsche. Zu Estringen gehören auch die südwestlich des Dorfs gelegene alte Bauerschaft Polle mit mehreren Höfen an der Poller Straße und an der Straße Polle sowie die nördlich des Dorfs gelegene alte Bauerschaft Rottum mit mehreren Höfen an der Rottumer Straße. Im Westen des ehemaligen Gemeindegebiets liegt ein Teil des Industrieparks Lingen.
Geschichte
[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]Die Bauerschaften Estringen, Polle und Rottum gehörten vor den Napoleonischen Kriegen zum Amt Thuine der Grafschaft Lingen, die seit 1702 zu Preußen gehörte.[3] Von 1808 bis 1810 gehörten die Orte zum Département Ems des Großherzogtums Berg und von 1811 bis 1813 zum Kanton Lingen im Departement der Oberen Ems des Französischen Kaiserreichs.[4] 1814 fielen Estringen, Polle und Rottum an das Königreich Hannover und gehörten seitdem zum Amt Lingen. Seit der Mitte des 19. Jahrhunderts bildeten die drei Orte eine Gemeinde, die seit 1867 zur preußischen Provinz Hannover und seit 1885 zu deren Landkreis Lingen gehörte.[5]
Der Name der Gemeinde in amtlichen Verzeichnissen lautete zunächst Polle-Estringen, dann etwa seit Beginn des 20. Jahrhunderts Polle-Estringen-Rottum, nach dem Zweiten Weltkrieg zunächst wieder Polle-Estringen und schließlich seit dem 8. August 1952 Estringen.[5][6][7][8]
Estringen wurde 1964 Mitgliedsgemeinde der Samtgemeinde Bramsche. Im Rahmen der Gebietsreform in Niedersachsen wurde die Gemeinde am 1. März 1974 Teil der Stadt Lingen (Ems), die seit 1977 zum Landkreis Emsland gehört.[9]


Einwohnerentwicklung
[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]| Jahr | Einwohner | Quelle |
|---|---|---|
| 1812 | 211 | [4] |
| 1845 | 224 | [10] |
| 1871 | 209 | [5] |
| 1885 | 217 | [11] |
| 1895 | 283 | [12] |
| 1905 | 251 | [6] |
| 1925 | 237 | [13] |
| 1939 | 239 | [14] |
| 1946 | 394 | [7] |
| 1950 | 378 | [1] |
| 1961 | 315 | [1] |
| 1970 | 313 | [1] |
Bau- und Bodendenkmale
[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]Die im Ortskern von Estringen gelegene Kirche St. Antonius Abbas steht unter Denkmalschutz. Ein Grabhügelfeld westlich von Polle ist ein geschütztes Bodendenkmal.
Vereine
[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]Der Schützenverein St. Antonius Estringen von 1892 betreibt Schießsport und widmet sich der Pflege des Schützenbrauchtums.[15]
Wirtschaft
[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]Im Westen des ehemaligen Gemeindegebiets liegen das 2023 stillgelegte Kernkraftwerk Emsland, die Brennelementfertigungsanlage Lingen, das Elektrostahlwerk der Firma Benteler, ein Werk des Chemieunternehmens Baerlocher, das Testzentrum „Future Lab“ der Krone Nutzfahrzeug-Gruppe, ein Werk der Rosen-Gruppe, ein Logistikzentrum von Aldi sowie der Technologiepark „Synergie Park Lühn“.[16]
Verkehr
[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]Die von Lingen nach Rheine führende Bundesstraße 70 durchquert das Gebiet des Ortsteils Estringen.
Einzelnachweise
[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]- 1 2 3 4 Regionales Gemeindeverzeichnis-Informationssystem GV-ISys (mit historischen Bevölkerungszahlen)
- ↑ § 1 Hauptsatzung der Stadt Lingen (Ems)
- ↑ Peter Florens Weddigen: Westphälischer historisch-geographischer National-Kalender. 5. Jahrgang. Kleinenbremen 1806, Beschreibung der Grafschaft Lingen (google.de).
- 1 2 Albrecht Friedrich Ludolph Lasius: Der Französische Kayser-Staat unter der Regierung des Kaysers Napoleon des Grossen im Jahre 1812. Kißling, Osnabrück 1813 (google.de).
- 1 2 3 Preußisches Gemeindelexikon 1873
- 1 2 Preußisches Gemeindelexikon 1908
- 1 2 Volkszählung 1946, S. 68
- ↑ Statistisches Bundesamt: Gebietsänderungen 1952
- ↑ Statistisches Bundesamt: Gebietsänderungen 1974
- ↑ Friedrich W. Harseim, C. Schlüter (Hrsg.): Statistisches Handbuch für das Königreich Hannover. Schlüter, Hannover 1848 (google.de).
- ↑ Preußisches Gemeindelexikon 1887
- ↑ Preußisches Gemeindelexikon 1897
- ↑ Preußisches Gemeindelexikon 1930
- ↑ Michael Rademacher: Lingen. Online-Material zur Dissertation, Osnabrück 2006. In: eirenicon.com.
- ↑ Webauftritt des Schützenvereins Estringen
- ↑ Karte mit der Grenze zwischen den Ortschaften Darme und Bramsche
