Zum Inhalt springen

Esther Freud

aus Wikipedia, der freien Enzyklopädie
Esther Freud, 2008

Esther Freud (geboren 2. Mai 1963 in London) ist eine britische Schriftstellerin.

Esther Freud ist eine von zwei unehelichen Töchtern der Bernardine Coverley und des Malers Lucian Freud, über Lucian Freud hat sie noch zwölf verbürgte Halbgeschwister. Sie gilt in Großbritannien als eine der bedeutendsten Schriftstellerinnen ihres Jahrgangs (Granta Liste von 1993).[1] Ihre Romane wurden in 15 Sprachen übersetzt. In ihren teilweise autobiographischen Romanen spielen häufig Heimatverlust und Heimatlosigkeit eine zentrale Rolle. Immer wieder umkreisen sie den frühen Verlust des Vaters und handeln von dem Versuch, erneut Halt und Geborgenheit zu finden. In ihrem dritten Roman Sommer in Gaglow setzt sie sich mit den Folgen erzwungener Emigration auseinander, in der sich ein Stück eigener Familiengeschichte spiegelt.[2]

Ihr autobiographisch geprägtes Erstlingswerk Marrakesch handelt von einer Hippiemutter, die in den späten 1960ern mit ihren beiden Töchtern aus dem grauen London ins vielversprechende Marrakesch zieht. Erzählt wird aus der Sicht einer Fünfjährigen, die das wilde, freie Leben in Nordafrika und die von der Mutter propagierte antiautoritäre Erziehung schildert, mit der es die beiden Kinder nicht immer leicht haben. Ebenso steht im Zentrum die Sehnsucht nach dem Vater bzw. einer Vaterfigur.[3] 1998 wurde dieser Roman unter dem gleichnamigen Titel Marrakesch erfolgreich verfilmt.

Freuds zweites Buch Blaues Wunder handelt von einer Schauspielschülerin, die hin- und hergerissen ist zwischen der Sehnsucht nach Anerkennung und dem Gefühl, nirgends richtig dazuzugehören.[3] Esther Freud war mit dem britischen Schauspieler David Morrissey verheiratet, von dem sie sich 2020 trennte.[4] Sie lebt in London und Southwold, Suffolk.

Werke (Auswahl)

[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]
Commons: Esther Freud – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise

[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]
  1. Esther Freud. In: Granta. Abgerufen am 20. Dezember 2023 (amerikanisches Englisch).
  2. Johannes Kaiser: Auf der Suche nach Heimat. Website des Deutschlandfunks. 25. Juli 2005. Abgerufen am 19. Juni 2025.
  3. 1 2 Annette Meyhöfer: Es toben nur so die Neurosen, 27. April 1997. Website des Spiegels. Abgerufen am 19. Juni 2025.
  4. Melanie Kaidan: David Morrissey's ex Esther Freud blamed her famous father for split. 2. April 2023, abgerufen am 20. Dezember 2023 (englisch).