Enoch Crowder

Enoch Herbert Crowder (* 11. April 1859 in Edinburg, Grundy County, Missouri; † 7. Mai 1932 in Washington, D.C.) war ein Generalmajor der United States Army. Er war unter anderem Leiter des Judge Advocate General’s Corps des US-Heeres.
Leben
[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]Enoch Crowder war ein Sohn von John H. Crowder (1831–1897) und dessen Frau Mary Weller (1833–1922). Der Vater nahm als Freiwilliger einer Einheit aus Missouri am Amerikanischen Bürgerkrieg teil. Der jüngere Crowder besuchte die öffentlichen Schulen seiner Heimat. In den Jahren 1877 bis 1881 absolvierte er die United States Military Academy in West Point. Nach seiner Graduation wurde er als Leutnant der Kavallerie zugeteilt. In der Armee durchlief er anschließend alle Offiziersränge vom Leutnant bis zum Zwei-Sterne-General.
Er wurde zunächst zum 8. Kavallerieregiment versetzt, das damals in Brownsville in Texas stationiert war. Dort studierte er Jura und im Jahr 1884 wurde er in Texas als Rechtsanwalt zugelassen. Nach einer zwischenzeitlichen Versetzung zu den Jefferson Barracks, südlich von St. Louis, wurde er zur University of Missouri beordert, wo er in den Jahren 1885 bis 1889 in der ROTC-Abteilung Dozent für Militärwissenschaft war. Gleichzeitig absolvierte er ein weiteres Jurastudium, nach dessen Ende er eine für das ganze Land gültige Zulassung als Rechtsanwalt erhielt. Seine Zeit als Dozent an dieser Universität wurde im Jahr 1886 durch eine kurzzeitige Versetzung in den Westen unterbrochen, wo er als Offizier des 8. Kavallerieregiments an einem Feldzug gegen Geronimo teilnahm. Schon im September 1886 nahm er seine Tätigkeit an der University of Missouri wieder auf.
In den Jahren 1889 bis 1891 war Enoch Crowder erneut Offizier im 8. Kavallerieregiment, das damals unter anderem im Dakota-Territorium eingesetzt war und gegen Indianer kämpfte. Danach wurde er zur Militärgerichtsbehörde (Jude Advocate Corps) versetzt. Dort wurde er kommissarischer Leiter der Niederlassung des Corps für die Region Platte (Department of the Platte). Seine Dienststelle befand sich in Omaha in Nebraska.
Nach dem Spanisch-Amerikanischen Krieg wurde er auf die damals an die USA abgetretenen Philippinen versetzt, wo er ebenfalls die Leitung der Militärgerichtsbarkeit übernahm. Zuvor gehörte er der Kommission an, in der die Übergangsformalitäten des Gebiets von Spanien an die USA festlegt wurden. Er war Mitglied im Stab des jeweiligen Gouverneurs dieser neuen amerikanischen Kolonie und Mitverfasser des neuen Kriminalrechts für die Philippinen.
Im Jahr 1901 kehrt er in die Vereinigten Staaten zurück. Er wurde stellvertretender Leiter des gesamten JAG Corps (deputy judge advocate general). In den Jahren 1904 und 1905 war er Kriegsbeobachter während des Russisch-Japanischen Kriegs. Zwischen 1906 und 1909 war er auf Kuba Stabsmitglied beim jeweiligen amerikanischen Gesandten. Dort war er unter anderem ebenfalls an der Schaffung einer neuen Gesetzgebung beteiligt. Im Jahr 1910 vertrat er die Vereinigten Staaten auf der vierten Panamerikanischen Konferenz in Buenos Aires. In der Folge besuchte er einige südamerikanische Staaten wie Chile, Peru, Ecuador, Kolumbien und Panama. Anfang 1911 war er in Frankreich und Großbritannien, wo er sich mit dem dortigen Militärrecht vertraut machte.
Im weiteren Verlauf des Jahres 1911 übernahm Enoch Crowder als Nachfolger von George B. Davis die Leitung des Judge Advocate General’s Corps (JAG Corps, JAGC) des US-Heeres. Dabei handelt es sich um die oberste Justizbehörde der US Army. Diese Aufgabe erfüllte er bis zum Jahr 1923, als er von Walter Augustus Bethel abgelöst wurde. In diese Zeit fiel der Erste Weltkrieg. In diesem Zusammenhang entwarf das JAG unter seiner Leitung das Einberufungsgesetz, das vom Kongress am 18. Mai 1917 verabschiedet und in Kraft gesetzt wurde. Während der Grippewelle von 1918 setzte Crowder die Einberufungen für den Monat Oktober jenes Jahres aus. Nach dem Krieg arbeitete Crowder an einer Reform des amerikanischen Militärrechts, das damals aus verschiedenen Gründen höchst umstritten war. Einige seiner Vorschläge wurden zeitnah umgesetzt, darunter die Verbesserung der Rechte von Angeklagten und eine Reform der Zusammensetzung von Kriegsgerichten. Nach dem Ende seiner Zeit als Leiter des JAG Corps des Heeres schied er aus dem aktiven Militärdienst aus.
Zwischen 1923 und 1927 war Enoch Crowder als Zivilist amerikanischer Botschafter in Kuba. Sein Nachfolger wurde Noble Brandon Judah. Danach war er bis zu seinem Tod am 7. Mai 1932 in Washington, D.C. und in Chicago als Rechtsanwalt tätig. Er fand seine letzte Ruhestätte auf dem Nationalfriedhof Arlington.
Orden und Auszeichnungen
[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]Enoch Crowder erhielt im Lauf seiner militärischen Laufbahn unter anderem folgende Auszeichnungen:
- Army Distinguished Service Medal
- Order of Carlos Manuel de Cespedes (Kuba)
- Orden der Aufgehenden Sonne (Japan)
- Knight Commander of the Order of St Michael and St George (Großbritannien)
- Kommandeur der Ehrenlegion (Frankreich)
- Komtur der Krone von Italien (Italien)
Weblinks
[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]- Enoch Crowder in der Datenbank Find a Grave
- Crowder in der Hall of Valor (zuletzt abgerufen am 15. Mai 2026)
- Crowder beim American College of Surgeons (ACS) (zuletzt abgerufen am 15. Mai 2026)
- Crowder bei Historic Missourians (zuletzt abgerufen am 15. Mai 2026)
| Personendaten | |
|---|---|
| NAME | Crowder, Enoch |
| ALTERNATIVNAMEN | Crowder, Enoch Herbert |
| KURZBESCHREIBUNG | US-amerikanischer Offizier, Generalmajor der US Army |
| GEBURTSDATUM | 11. April 1859 |
| GEBURTSORT | Edinburg, Missouri |
| STERBEDATUM | 7. Mai 1932 |
| STERBEORT | Washington, D.C. |
- Generalmajor (United States Army)
- Person (Judge Advocate General’s Corps)
- Person in den Indianerkriegen
- Botschafter der Vereinigten Staaten in Kuba
- Absolvent der United States Military Academy
- Träger der Army Distinguished Service Medal
- Träger des Ordens der Aufgehenden Sonne
- Knight Commander des Order of St. Michael and St. George
- Mitglied der Ehrenlegion (Kommandeur)
- Träger des Ordens der Krone von Italien (Komtur)
- US-Amerikaner
- Geboren 1859
- Gestorben 1932
- Mann