Elisabeth Fulda



Elisabeth Rungius Fulda (* 16. August 1879 in Britz, Königreich Preußen als Martha Elisabeth Rungius; † 23. Januar 1968 in Manhattan, New York; auch Elizabeth R. Fulda, Lise Fulda) war eine deutsch-amerikanische Paläokünstlerin, Tiermalerin und Kinderbuchautorin.
Werdegang
[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]Fulda wuchs als eines von neun Kindern des Pastors Heinrich Rungius (1833–1922) und seiner Frau Magdalene auf. Sie lernte das Zeichnen von ihrem Bruder, dem späteren Wildtiermaler Carl Rungius. 1905 folgte sie ihrem bereits zuvor emigrierten Bruder in die Vereinigten Staaten und ließ sich in New York City nieder, wo sie an der Cooper Union 1913 einen Abschluss in Zeichnen erhielt. Anschließend besuchte sie Kurse in Landschaftsmalerei an der Art Students League. Nach ihrer Heirat mit dem Arzt Carl Fulda (1879–1917), mit dem sie eine Tochter namens Irene hatte, gab sie die Malerei vorübergehend auf. Sie ließen sich 1916 scheiden.[1]
Zwischen 1917 und 1926 war Fulda als Künstlerin bzw. Illustratorin und später als Fotografin für die Abteilung für Wirbeltierpaläontologie am American Museum of Natural History unter Henry Fairfield Osborn tätig. Eine Rekonstruktion der in der Mongolei gefundenen Oviraptor-Eier, die Osborn dem Protoceratops zuschrieb, wurde in Roy Chapman Andrews’ On the Trail of Ancient Man (1926) veröffentlicht.[2] Zu ihren weiteren Arbeiten im Museum gehören Zeichnungen einer Szene mit Mammuts, eine Rekonstruktion des Andrewsarchus[3] sowie eine Skulptur von Protoceratops-Jungtieren. Am Museum bereitete sie das 1945 in Auftrag gegebene Wandgemälde History of Life on Earth vor, das jedoch nicht realisiert wurde.[4]
Mit ihrem Bruder Carl malte Fulda 1928 eine Rentiergruppe aus Neufundland für das Brooklyn Museum.[5] 1928 veröffentlichte sie ein Buch mit einem Kindergedicht über den ausgestorbenen Dodo mit Holzschnittillustrationen. Sie malte für den Bronx Zoo 1937 Dodo-Basreliefs[6] sowie für das Vogelhaus des Nationalzoos.
1960 war Fulda Präsidentin und bis 1967 Vorstandsmitglied der Society of Animal Artists. Fulda war Mitglied der National Association of Women Artists, die nach ihrem Tod einen nach ihr benannten Preis stiftete.[7] Sie hatte Ausstellungen in der Society of American Etchers, der Library of Congress, in Tokio und in der New York Zoological Society. Eine Sammlung von Aquarell- und Graphitzeichnungen befindet sich in der National Gallery of Art,[8] Gemälde besitzt das Leigh Yawkey Woodson Art Museum.[9]
Nach kurzer Krankheit starb Fulda 1968 im New Yorker Doctors Hospital.[10]
Publikationen
[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]- Alas! Poor Dodo! Parnassus, 1928. Digitalisat
Literatur
[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]- Fulda, Elisabeth, verehel. Rungius. In: Hans Vollmer (Hrsg.): Allgemeines Lexikon der bildenden Künstler des XX. Jahrhunderts. Band 2: E–J. E. A. Seemann, Leipzig 1955, S. 177 (Textarchiv – Internet Archive – Leseprobe).
- Caren Fuhrmann: Fulda, Elisabeth (verh. Rungius). In: Allgemeines Künstlerlexikon. Die Bildenden Künstler aller Zeiten und Völker (AKL). Band 46, Saur, München u. a. 2005, ISBN 3-598-22786-8, S. 256.
- Mai Reitmeyer, Rebecca Morgan, Tom Baione: Beyond Charles Knight: Women paleoartists at the American Museum of Natural History in the early twentieth century. In: The Evolution of Paleontological Art. Geological Society of America, 2022, ISBN 978-0-8137-1218-5, S. 171–180.
Einzelnachweise
[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]- ↑ Sabrina Moore: Elisabeth Fulda: An Artist Rediscovered. In: amnh.org. 9. September 2024, abgerufen am 24. April 2026 (englisch).
- ↑ Reitmeyer et al. 2022, S. 174.
- ↑ David Rains Wallace: Beasts of Eden: Walking Whales, Dawn Horses, and Other Enigmas of Mammal Evolution. University of California Press, 2004, ISBN 978-0-520-24684-3, S. 113.
- ↑ Image courtesy of Archives of American Art, Smithsonian Institution: Elisabeth Rungius Fulda. 6. Dezember 2024, abgerufen am 3. April 2026 (englisch).
- ↑ Museum Notes. In: The Brooklyn Museum Quarterly. Band 15, Nr. 3, 1928, ISSN 2578-7632, S. 96–102.
- ↑ National Zoo: Fulda/Mortellito Bas-Reliefs – Washington DC. In: Living New Deal. 21. Mai 2021, abgerufen am 5. April 2026 (englisch).
- ↑ Who's who in American Art. R. R. Bowker, 1990, ISBN 978-0-8352-2897-8, S. 1026.
- ↑ Elisabeth Fulda. In: National Gallery of Art. Abgerufen am 3. April 2026 (englisch).
- ↑ Stepping Into the Light: Women Artists and Creative Kinships. In: Leigh Yawkey Woodson Art Museum. 4. März 2026, abgerufen am 4. April 2026 (englisch).
- ↑ Elisabeth Fulda, 88, Dies; Artist and Nature Painter. In: The New York Times. 25. Januar 1968, abgerufen am 3. April 2026 (englisch).
| Personendaten | |
|---|---|
| NAME | Fulda, Elisabeth |
| ALTERNATIVNAMEN | Fulda, Elisabeth Rungius (vollständiger Name); Rungius, Martha Elisabeth (Geburtsname); Fulda, Elizabeth R.; Fulda, Lise |
| KURZBESCHREIBUNG | deutsch-amerikanische Paläokünstlerin, Tiermalerin und Kinderbuchautorin |
| GEBURTSDATUM | 16. August 1879 |
| GEBURTSORT | Berlin-Britz |
| STERBEDATUM | 23. Januar 1968 |
| STERBEORT | New York City |