Elgg
| Elgg | |
|---|---|
| Staat: | |
| Kanton: | |
| Bezirk: | Winterthur |
| BFS-Nr.: | 0294 |
| Postleitzahl: | 8353 Elgg 8354 Dickbuch 8354 Hofstetten ZH |
| Koordinaten: | 707760 / 262071 |
| Höhe: | 530 m ü. M. |
| Höhenbereich: | 488–891 m ü. M.[1] |
| Fläche: | 24,39 km²[2] |
| Einwohner: | 5175 (31. Dezember 2024)[3] |
| Einwohnerdichte: | 152 Einw. pro km² |
| Ausländeranteil: (Einwohner ohne Schweizer Bürgerrecht) | 20,8 % (31. Dezember 2024)[4] |
| Gemeindepräsidentin: | Ruth Büchi-Vögeli (SVP) |
| Website: | www.elgg.ch |
| Lage der Gemeinde | |
| Jahr | Einwohner |
|---|---|
| 1634 | 1018 |
| 1792 | 2103 |
| 1836 | 1038 |
| 1850 | 1182 |
| 1900 | 1420 |
| 1950 | 2184 |
| 2000 | 3980 |
| 2005 | 4116 |
| 2010 | 4369 |
| 2015 | 4690 |
| 2020 | 4951 |
| 2022 | 5069 |
Politik
[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]Gemeinderat
[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]Der Gemeinderat, die Exekutive der Gemeinde, setzt sich aus 4 Vertretern und 3 Vertreterinnen der folgenden Parteien zusammen (Stand 2023): SVP (darunter Gemeindepräsidentin Ruth Büchi-Vögeli): 3, Lokalpartei «soso.elgg»: 1, FDP: 1, SP: 1, Handwerker- und Gewerbeverein Elgg (HGV): 1.[13]
Wähleranteile an den Parlamentswahlen
[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]Bei den Nationalratswahlen 2023 betrugen die Wähleranteile in Elgg: SVP 35,36 % (−1,51), SP 14,77 % (+1,12), glp 14,73 % (+1,15), FDP 8,35 % (−2,94), Mitte 7,86 % (+2,89), Grüne 6,96 % (−3,32), EVP 4,30 % (−1,49), EDU 1,99 (−0,26).[14]
Städtepartnerschaft
[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]Mit der Großen Kreisstadt Aue-Bad Schlema im sächsischen Erzgebirge besteht eine Städtepartnerschaft.[15]
Verkehr
[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]Elgg wird im Stundentakt durch die S 35 Winterthur – Wil der S-Bahn Zürich, welche von der Thurbo-Regionalbahn betrieben wird, bedient. Seit Dezember 2018 bedient neu auch im Stundentakt, im Rahmen der 4. Teilergänzungen der Zürcher S-Bahn, die Linie S 12 Brugg – Altstetten – Zürich HB – Stettbach – Winterthur – Schaffhausen/Wil und im Nachtnetz am Wochenende die SN21 Winterthur – Wil – St. Gallen den Bahnhof Elgg. Ab diesem verkehren mehrere Postautolinien:
680 Elgg – Hofstetten ZH – Schlatt ZH – Elsau – Winterthur
681 Elgg, Bahnhof – Elgg, Dorf – Hagenbuch ZH
682 Elgg – Hofstetten ZH – Oberschlatt – Girenbad (fährt nur an Wochenenden)
Die Autobahnanschlüsse Matzingen, Oberwinterthur und Attikon an den Autobahnen A1 und A7 sind innert weniger Minuten zu erreichen.
Kirchen
[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]In Elgg gibt es zwei Kirchen:
- Die reformierte Kirche Elgg, ursprünglich St. Georg, wurde von 1508 bis 1514 erbaut und besitzt wegen ihrer Wandmalereien überregionale Bedeutung.[16]
- Die katholische Kirche St. Georg stammt aus dem Jahr 1982 und besitzt moderne Kunstwerke u. a. von Willi Buck (1911–1997), Christof Zünd (1936–2012) und José de Nève (1933–2019).
Kunst und Kultur
[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]Sehenswürdigkeiten
[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]Sehenswert ist der Dorfkern, der vier Hauptgassen mit Riegelhäusern und den Lindenplatz umfasst. Dort steht auch das bedeutendste Bauwerk des Zürcher Landstädtchens, die 2003/2004 renovierte, mit bedeutenden Wandmalereien geschmückte spätgotische Kirche von 1516, deren Anfänge auf das 8./9. Jahrhundert zurückgehen. Das über dem Flecken thronende Schloss Elgg geht auf eine Burg aus dem 12. Jahrhundert zurück und gehört seit Jahrhunderten der privaten Familienstiftung der «Werdmüller von Elgg».
Ein Museum in einer der alten Weintrotten am Humberg präsentiert altes Handwerk, das im Städtchen Tradition hatte, wie die Kammmacherei, die Zinngiesserei und den Ofenbau.
Brauchtum
[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]Die Einwohner pflegen jedes Jahr am Aschermittwoch den historischen Brauch des «Äschli».[17][18] Das ist ein Umzug von schulpflichtigen Knaben in historischen Gewändern, der an die einstigen militärischen Musterungen erinnert und erstmals Anfang des 16. Jahrhunderts gefeiert wurde. Ähnliche Bräuche, genannt Umezug, leben noch im Zürcher Oberland in den Gemeinden Fischenthal und Wald.[19]
Ebenfalls seit Jahrhunderten wird jährlich Anfang Sommer der sogenannte «Waldumgang» durchgeführt. Jeweils am Freitag vor dem 6. Dezember findet der alljährliche Klausmarkt statt. Von April bis Anfang Dezember ist jeden Samstag Markttag mit Frischprodukten, welche zum grössten Teil aus Elgg und der Umgebung stammen.
Sport
[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]Der 1922 gegründete FC Elgg spielte in den Saisons 1995–1997 in der 2. Liga (damals vierthöchste Schweizer Liga). Seit der Saison 2015 spielt die 1. Mannschaft in der 3. Liga.
In den höheren Ligen ist hingegen der Faustballverein FB Elgg bzw. seit 2010 die Spielgemeinschaft «Elgg-Ettenhausen» unterwegs, die in der Nationalliga A spielt.
Der Unihockeyclub Elgg (UHC Elgg) spielt derzeit (2023) in der 1. Liga.
Des Weiteren gibt es im Dorf einen Turnverein, einen Damenturnverein, einen Tennisclub, einen Reitverein, einen Schützenverein, einen Unihockeyclub und weitere Sportvereine.
Persönlichkeiten
[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]- Heinrich Schweizer-Sidler (1815–1894), klassischer Philologe und Hochschullehrer
- Johann Jakob Spiller (1823–1894), Richter und liberal-konservativer Politiker
- Jacqueline Fehr (1963), National- und Regierungsrätin
Literatur
[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]- Ueli Müller: Elgg. In: Historisches Lexikon der Schweiz.
- Kaspar Hauser: Geschichte der Stadt, Herrschaft und Gemeinde Elgg. Buchdruckerei H. Büche, Elgg 1895.
- Ulrich Beringer: Der grosse Brand von Elgg am 9. Juli 1876. Ein Erinnerungsblatt. Elgg 1926.
- Karl Mietlich: Geschichte der Stadt, Herrschaft und Gemeinde Elgg. Volksverlag, Elgg 1946.
- Werner Schnyder: Neue Quellen zur Geschichte des Städtchens Elgg. In: Zürcher Taschenbuch. Band 73, 1953, S. 28–31 (Digitalisat).
- Hans Martin Gubler: Die Kunstdenkmäler des Kantons Zürich. Band VII: Der Bezirk Winterthur. Südlicher Teil. Elgg (= Die Kunstdenkmäler der Schweiz. Band 76). Hrsg. von der Gesellschaft für Schweizerische Kunstgeschichte (GSK). Bern 1986, ISBN 978-3-7643-1786-7, S. 282–417 (Digitalisat).
- Helmut Jaeckel, Conrad Schneider: Elgger Leben Elgg Erleben. Obergass, Winterthur 2006, ISBN 978-3-033-00796-3.
- Markus Stromer: Geschichte des Landstädtchens Elgg. Chronos, Zürich 2010, ISBN 978-3-0340-1053-5.
Weblinks
[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]- Offizielle Website der Gemeinde Elgg
- Bundesamt für Kultur: Elgg im Inventar der schützenswerten Ortsbilder der Schweiz
- Statistische Daten der Gemeinde Elgg
- Archäologie in Elgg. Urgeschichte ( vom 8. August 2014 im Internet Archive). Amt für Raumentwicklung, Kanton Zürich (PDF; 422 kB)
- Von Elgg nach Zell. Kulturgeschichtliche Wanderung ( vom 8. August 2014 im Internet Archive). Amt für Raumentwicklung, Kanton Zürich (PDF; 2,2 MB)
Einzelnachweise
[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]- ↑ Geographische Kennzahlen – Suche. Gemeindestand 06.04.2025. In: Applikation der Schweizer Gemeinden (admin.ch). Bundesamt für Statistik (BFS), abgerufen am 29. August 2025 (bei späteren Gemeindefusionen wurden die Flächen zum Stand 1. Januar 2025 zusammengefasst).
- ↑ Geographische Kennzahlen – Suche. Gemeindestand 06.04.2025. In: Applikation der Schweizer Gemeinden (admin.ch). Bundesamt für Statistik (BFS), abgerufen am 29. August 2025 (bei späteren Gemeindefusionen wurden die Flächen zum Stand 1. Januar 2025 zusammengefasst).
- ↑ Bilanz der ständigen Wohnbevölkerung nach Bezirken und Gemeinden, 1991–2024. In: bfs.admin.ch. Bundesamt für Statistik, abgerufen am 28. August 2025 (bei späteren Gemeindefusionen Einwohnerzahlen aufgrund Stand 2024 zusammengefasst).
- ↑ Ständige und nichtständige Wohnbevölkerung nach institutionellen Gliederungen, Staatsangehörigkeit (Kategorie), Geschlecht und Alter, 2010-2024. Bei späteren Gemeindefusionen Einwohnerzahlen aufgrund Stand 2024 zusammengefasst. Abruf am 28. August 2025
- ↑ Wie die Gemeinde zu ihrem Wappen kam. In: Der Landbote. 22. Juni 2017, archiviert vom am 21. September 2018; abgerufen am 21. September 2018.
- ↑ Andreas Mäder, Christian Winkel: Elgg-Breiti: Brandstellen, Gruben, Gräber der Spätbronzezeit; Graben, Gräber der Latènezeit. Hrsg.: Baudirektion des Kantons Zürich, Kantonsarchäologie (= Berichte der Kantonsarchäologie Zürich. Nr. 15). Fotorotar, Zürich/Egg ZH 2000, ISBN 3-905647-28-1, S. 15–16.
- ↑ in Herrlibergers Eidgenössischer Topographie «Ellg»
- ↑ Vergleiche – auch zur ungelösten Namendeutung – Lexikon der schweizerischen Gemeindenamen, hrsg. vom Centre de Dialectologie an der Universität Neuenburg unter der Leitung von Andres Kristol, Frauenfeld 2005, S. 318 f.
- ↑ Winfried Hecht: Das Juliusbanner des zugewandten Ortes Rottweil. In: Der Geschichtsfreund: Mitteilungen des Historischen Vereins Zentralschweiz. 126/7, 1973/4, doi:10.5169/seals-118647.
- ↑ Der ganze Abschnitt nach Markus Stromer: Geschichte des Landstädtchens Elgg.
- ↑ Reto Flury: Elgg schluckt Hofstetten. In: Neue Zürcher Zeitung. 15. Januar 2017, abgerufen am 22. Januar 2017.
- ↑ 1850–1960: Eidgenössische Volkszählungen, danach: Gemeindeporträts. Elgg. Bevölkerung (Personen). Statistisches Amt des Kantons Zürich, 1962–2022.
- ↑ Gemeinderat. Website der Gemeinde Elgg.
- ↑ Eidgenössische Wahlen 2023, NR – Ergebnisse Parteien (csv). In: opendata.swiss. Bundesamt für Statistik, abgerufen am 17. Februar 2024.
- ↑ Pressemitteilung der Stadtverwaltung Aue-Bad Schlema, 31. Januar 2024.
- ↑ Roland Böhmer: Die reformierte Kirche von Elgg (= Schweizerische Kunstführer, Nr. 849, Serie 85). Hrsg. von der Gesellschaft für Schweizerische Kunstgeschichte (GSK). Bern 2009, ISBN 978-3-85782-849-2.
- ↑ Geschichte. Der Äschli im Laufe der Zeit. Website der Aschermittwoch-Gesellschaft.
- ↑ Kennen Sie den schönen Elgger-Brauch. Website der Gemeinde Elgg.
- ↑ Knabenumezüge. Website der Gemeinde Wald ZH, abgerufen am 28. Januar 2022.



