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DivestOS

aus Wikipedia, der freien Enzyklopädie
DivestOS
DivestOS-Homescreen auf einem Fairphone 4
Entwickler Tad/Tavi, Divested Computing Group
Lizenz(en) Apache und GPL (freie Software)
Akt. Version 20.0 (13.0 Tiramisu)[1] vom 8. August 2023
Kernel monolithisch (Linux)
Abstammung Linux
↳ Android
↳ LineageOS
↳ DivestOS
Architektur(en) Arm/Arm64, x86/x86_64
Sprache(n) Englisch, Französisch, Italienisch, Arabisch, Japanisch, Mandarin, Russisch +180 weitere
www.divestos.org
http://divestos…jyyd.onion/ – Onion Service, nur über das Tor-Netzwerk erreichbar.

DivestOS war ein freies Betriebssystem und Android-Custom-ROM für Mobiltelefone, die auf der Android-Plattform basieren. Es war ein Soft-Fork von LineageOS und zielte darauf ab, die Sicherheit und den Datenschutz auf einer Vielzahl von Geräten zu verbessern und zu unterstützen.

DivestOS entfernte so weit wie möglich proprietäre Android-Komponenten. DivestOS-Builds waren mit Release-Schlüsseln signiert, so dass Bootloader auf vielen Geräten neu gesperrt werden konnte. Ein automatischer Common-Vulnerabilities-and-Exposures-Patcher wurde verwendet, um die Kernel gegen viele bekannte Sicherheitslücken zu patchen.[2] DivestOS unterstützte für viele Geräte Verified Boot. Dieses sollte sicherstellen, dass der gesamte ausgeführte Code von einer vertrauenswürdigen Quelle stammt und ein Angreifer keine Manipulation daran vorgenommen hat.[2] DivestOS enthielt nur wenige Standardanwendungen. F-Droid war enthalten, mit Optionen für die Auswahl mehrerer benutzerdefinierter F-Droid-Repositories.[3][4] DivestOS unterstützte die Verwendung von Orbot und dem Tor Browser zur Verbesserung der Privatsphäre.[5]

Im März 2023 ging der 2022 Free Software Foundation Award für Outstanding New Free Software Contributor an Tad (SkewedZeppelin), den Chefentwickler des DivestOS-Projekts.[6][7]

Nach umfangreichen Tests von DivestOS auf einem Google Pixel, deren Schwerpunkt beim Datensendeverhalten lagen, kam Mike Kuketz, Lehrbeauftragter für IT-Sicherheit an der Dualen Hochschule Baden-Württemberg Karlsruhe, im Juni 2023 zu der Einschätzung, dass DivestOS insgesamt einen äußerst datenschutzfreundlichen Eindruck hinterlasse und für derartige Custom-ROMs „die Messlatte ziemlich hoch“ lege.[2]

Einstellung des Projekts

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Im Dezember 2024 gab Tavi, der einzige Entwickler, bekannt, dass DivestOS nach 10 Jahren eingestellt würde.[8] Grund war, dass er dieses Solo-Projekt[9] nicht mehr alleine weiterführen konnte, es fehlte die Finanzierungsbasis.

Einzelnachweise

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  1. divestos.org.
  2. a b c Mike Kuketz: DivestOS: Datenschutzfreundlich und erhöhte Sicherheit. In: kuketz-blog.de. 1. Juni 2023, abgerufen am 19. August 2023.
  3. DivestOS Mobile. In: divestos.org. Abgerufen am 17. März 2022 (englisch).
  4. About – DivestOS Mobile. In: divestos.org. Abgerufen am 16. Juni 2022 (englisch).
  5. Privacy Policy – DivestOS Mobile. In: divestos.org. Abgerufen am 3. August 2022 (englisch).
  6. Free Software Awards winners announced: Eli Zaretskii, Tad (SkewedZeppelin), GNU Jami — Free Software Foundation — Working together for free software. In: www.fsf.org. Abgerufen am 30. März 2023 (englisch).
  7. Katie Dee: The recipients of the 2022 Free Software Awards have been announced. In: SD Times. 20. März 2023, abgerufen am 15. April 2023 (amerikanisches Englisch).
  8. DivestOS mobile, archivierte Version vom 24. Dezember 2024
  9. DivestOS Mobile, about, archivierte Version vom 1. September 2024