Coffinit kristallisiert im tetragonalen Kristallsystem und entwickelt nur selten kleine Kristalle von mehr als 20μm. Meist findet er sich in Form kolloider und traubige Krusten oder radialstrahliger, faseriger, massiger oder pulviger Mineral-Aggregate. Das Mineral ist im Allgemeinen undurchsichtig und nur an sehr dünnen Kanten durchscheinend. Die Oberflächen der durch organische Einschlüsse meist schwarzen, im Dünnschliff auch blassbraun bis dunkelbraun erscheinenden Kristalle zeigen bei frischen Proben einen fast diamantähnlichen Glanz. Verwitterte Exemplare oder Krusten und Aggregatformen sind dagegen erdig matt.
Erstmals entdeckt wurde Coffinit in der Grube „La Sal No. 2“ am Berg Beaver Mesa im Mesa County des US-Bundesstaates Colorado. Die Analyse und Erstbeschreibung erfolgte 1955 durch L. R. Stieff, T. W. Stern und A. M. Sherwood, die das Mineral nach dem amerikanischen Geologen Reuben Clare Coffin (1886–1972) benannten, um seine Pionierarbeit zur Erforschung der Uranlagerstätten des Colorado-Plateaus zu ehren.[6]
In der zuletzt 2018 überarbeiteten Lapis-Systematik nach Stefan Weiß, die formal auf der alten Systematik von Karl Hugo Strunz in der 8. Auflage basiert, erhielt das Mineral die System- und Mineralnummer VIII/A.09-040. Dies entspricht der Abteilung „Inselsilikate mit [SiO4]-Gruppen“, wo Coffinit zusammen mit Atelisit-(Y), Hafnon, Reidit, Stetindit-(Ce), Thorit, Thorogummit und Zirkon die „Zirkongruppe“ mit der Systemnummer VIII/A.09 bildet.[4]
In der vorwiegend im englischen Sprachraum gebräuchlichen Systematik der Minerale nach Dana hat Coffinit die System- und Mineralnummer 51.05.02.04. Auch dies entspricht der Klasse der „Silikate“ und dort der Abteilung „Inselsilikatminerale“. Hier findet er sich innerhalb der Unterabteilung „Inselsilikate: SiO4-Gruppen nur mit Kationen in >[6]-Koordination“ in der „Zirkongruppe“, in der auch Zirkon, Hafnon, Thorit, Thorogummit und Stetindit eingeordnet sind.
Coffinit gehört strukturell zur Zirkon-Titanitgruppe. Durch Substitution können beträchtliche Mengen anderer Elemente auftreten, insbesondere Thorium anstelle von Uran. Zwischen Coffinit und Thorit besteht weitgehende Mischbarkeit. Aufgrund seiner eigenen Radioaktivität ist das Kristallgitter oft zerstört und das Mineral metamikt.
Coffinit gehört zu den Inselsilikaten, das heißt die SiO4-Tetraeder sind untereinander nicht verbunden.
Das Mineral ist durch seinen Urangehalt von bis zu 72,6% als sehr stark radioaktiv eingestuft und weist eine spezifische Aktivität von 130,016kBq/g auf (zum Vergleich: natürliches Kalium 31,2Bq/g).[5]
Bekannte Fundorte sind vor allem die Lagerstätten auf dem Colorado-Plateau (Woodrow-Mine, New Mexico), wo das Mineral neben Pechblende als Hauptträger des Urans fungiert. Gleiches gilt für die „Ogame Mine“ in Japan.
Aufgrund der Toxizität und der starken Radioaktivität des Minerals sollten Mineralproben vom Coffinit nur in staub- und strahlungsdichten Behältern, vor allem aber niemals in Wohn-, Schlaf- und Arbeitsräumen, aufbewahrt werden. Ebenso sollten eine Aufnahme in den Körper (Inkorporation, Ingestion) auf jeden Fall verhindert und zur Sicherheit direkter Körperkontakt vermieden sowie beim Umgang mit dem Mineral Atemschutzmaske und Handschuhe getragen werden.
L. R. Stieff, T. W. Stern, A. M. Sherwood:Preliminary description of coffinite – a new uranium mineral. In: Science. Band121, 1955, S.608–609, doi:10.1126/science.121.3147.608.b (englisch).
Michael Fleischer:New mineral names. In: American Mineralogist. Band40, 1955, S.941–944 (englisch, rruff.info[PDF; 304kB; abgerufen am 28.Mai 2025]).
L. R. Stieff, T. W. Stern, A. M. Sherwood:Coffinite, a uranous silicate with hydroxyl substitution: a new mineral. In: American Mineralogist. Band41, 1956, S.675–688 (englisch, rruff.info[PDF; 932kB; abgerufen am 28.Mai 2025]).
A. P. Deditius, Satoshi Utsunomiya, Véronique Pointeau, R. C. Ewing:Precipitation and alteration of coffinite (USiO4·nH2O) in the presence of apatite. In: European Journal of Mineralogy. Band22, 2010, S.75–88, doi:10.1127/0935-1221/2010/0022-1990 (englisch, Download verfügbar bei researchgate.net[abgerufen am 28.Mai 2025]).
Coffinite search results.In:rruff.info.Database of Raman spectroscopy, X-ray diffraction and chemistry of minerals (RRUFF);abgerufen am 28.Mai 2025(englisch).
12345Hugo Strunz, Ernest H. Nickel:Strunz Mineralogical Tables. Chemical-structural Mineral Classification System. 9. Auflage. E. Schweizerbart’sche Verlagsbuchhandlung (Nägele u. Obermiller), Stuttgart 2001, ISBN 3-510-65188-X, S.543 (englisch).
12Stefan Weiß:Das große Lapis Mineralienverzeichnis. Alle Mineralien von A – Z und ihre Eigenschaften. Stand 03/2018. 7., vollkommen neu bearbeitete und ergänzte Auflage. Weise, München 2018, ISBN 978-3-921656-83-9.
12345678
Coffinite. In: John W. Anthony, Richard A. Bideaux, Kenneth W. Bladh, Monte C. Nichols (Hrsg.): Handbook of Mineralogy, Mineralogical Society of America. 2001 (englisch, handbookofmineralogy.org[PDF; 82kB; abgerufen am 28.Mai 2025]).
123Coffinite.In:mindat.org.Hudson Institute of Mineralogy,abgerufen am 28.Mai 2025(englisch).