Der Citroën Axel ist ein Kleinwagen von Citroën. Er wurde von Sommer 1984 bis 1988 in Westeuropa verkauft, Restexemplare waren bis 1991 zu haben. Das Modell wurde in Rumänien von der Oltcit S.A. (1981–1991), vom Nachfolgeunternehmen Automobile Craiova (1991–1993) sowie vom Joint Venture Daewoo Automobile (1994–1996) hergestellt. Abgesehen von den durch Citroën nach Westeuropa importierten Fahrzeugen wurde dieses Modell unter der Bezeichnung Oltcit und später als Oltena (oder Rodae Oltena) verkauft.
Das Fahrzeug war unter der Bezeichnung „Project Y“ (ca. 1974) bei Citroën als Ersatz für den Ami 8 entwickelt, aber nicht mehr realisiert worden, nachdem Peugeot Citroën übernommen hatte. In Frankreich wurde dann statt des ursprünglich von Citroën selbst entwickelten Axel der Visa auf der Plattform des Peugeot 104 entwickelt und gebaut.
Die Karosserie sieht der des Visa sehr ähnlich, hat aber keine Gleichteile. Der auffälligste Unterschied ist ihre Dreitürigkeit. Der Radstand war beim Oltcit/Axel um 50mm kürzer und die Vorderradspur breiter. Auch das Fahrwerk unterscheidet sich, der Oltcit/Axel hatte Drehstabfedern statt Schraubenfedern. Die Heckklappe reichte bis zur Stoßstange herunter, beim Visa nur bis zur Heckblende.[1]
Nach einer Vorserie von 100 Stück begann Anfang 1982 die Produktion des Oltcit.[2] Das Fahrzeug wurde als Oltcit Special und Oltcit Club gebaut. Während der Special vom kleinen 2-Zylinder-Boxermotor mit 652cm³ aus dem Visa angetrieben wurde (der auch hier bereits über eine vollelektronische Zündung verfügte[1]), gab es den Club mit 1.129-cm³- oder 1.299-cm³-Motor. Der Preis in Rumänien war zunächst auf 5500US-Dollar (in Devisen) festgelegt.[3]
Der Wagen wurde ab Mitte 1984 von Citroën in Frankreich, Österreich, den Niederlanden, Belgien, Griechenland und Italien (nicht aber in der BRD, DDR, Großbritannien, Skandinavien und der Schweiz) unter der Modellbezeichnung Axel vertrieben.[4][5] Zwar entsprach das Fahrzeug nicht unbedingt westlichen Qualitätsansprüchen, war aber preislich sehr attraktiv: Die Basisversion kostete weniger als der Citroën 2CV. Mit dem typischen Bedienungssatelliten war es immerhin als Citroën erkennbar.
Das Fahrzeug hatte den luftgekühltenVierzylinder-Boxermotor des Citroën GS mit 1129 cm³ und 41 kW (58 PS) im Axel und Axel 11R sowie mit 1299cm³ und 44kW (61½PS) im Axel 12TRS. Auf einigen Märkten wurde eine Entreprise-Version ohne hintere Rücksitze als Nutzfahrzeug angeboten.
Im Jahr 1988 teilte Citroën der rumänischen Seite mit, dass man ab sofort weder CKD-Bausätze liefern noch fertige Fahrzeuge kaufen würde. Das Joint Venture war damit frühzeitig de facto gescheitert.[3]
Die Produktion als Oltcit wurde nun ohne französische Teile fortgesetzt, was der Qualität weiter abträglich war.
Im Jahr 1985 entstanden vier Exemplare des Oltcit, die mit dem Motor des Dacia 1400 ausgestattet und als Olda bezeichnet wurden. Sie sollten die Basis eines Exportgeschäfts nach Kanada sein. Die Unternehmung scheiterte jedoch.[6] Ein Jahr später (1986) wurden als Sonderanfertigung zwei Cabriolets hergestellt.[7] 1989wurde auf der Bukarester Messe eine Version mit vier Türen mit dem Namen Oltina vorgestellt, eine Serienfertigung folgte wegen der politischen Umstürze aber nicht. Nach der Privatisierung des Unternehmens stellte die Automobile Craiova SA das bisherige Modell unter dem neuen Namen Oltena her.[8] Ab 1993 gab es eine Pick-up-Version (Oltcit Club 12CS). Nach der Übernahme des Unternehmens durch Daewoo Automobile erhielt das Fahrzeug ein Facelift und wurde fortan als Rodae Oltena vermarktet.
Insgesamt wurden 60.184 Axel hergestellt, davon knapp 48.000 mit dem 11er-Motor, der Rest als 12TRS.
Die Angaben zu Stückzahlen gehen jedoch teilweise stark auseinander. Einige Quellen nennen 28.115 verkaufte Exemplare des Axel (in Frankreich)[9][10], während eine andere Quelle die in Westeuropa verkauften Fahrzeuge auf nur 13.175 beziffert.[11]
Einstufung im französischen Steuer- und Versicherungssystem
12Rumänisches Frontantriebsmodell mit Vollheckkarosserie: Oltcit Special und Club. In: Kraftfahrzeugtechnik. 1/1982, S.22–23.
↑Bernard Vermeylen: Autos aus dem Ostblock. Verlag Delius Klasing, Bielefeld, ISBN 978-3-7688-3149-9, S. 102–106
12Luminita Gatejel:A Socialist–Capitalist joint venture: Citroën in Romania during the 1980s. In: The Journal of Transport History. Band38, Nr.1, 2017, S.70–87 (sagepub.com).