Charpuchi
Charpuchi (georgisch ხარფუხი, engl. Kharpukhi) ist ein Viertel am rechten Kura-Ufer in der georgischen Hauptstadt Tiflis. Es gehört zum Bezirk Krzanissi.
Zwischen den Stadtteilen Abanoebi und Ortatschala, am Fuß des Berges Tabor, entstand um die Wende vom 18. zum 19. Jahrhundert das kleine Dorf Charpuch (Charpuchi). Der Stadtteil, der zuvor Seidabad hieß, erhielt im 19. Jahrhundert ebenfalls die Bezeichnung Charpuch.[1]
Zu Beginn des 19. Jahrhunderts ließen sich dort Bauern nieder, die aus dem von Lekianoba zerstörten Dorf Zalaskuri zugewandert waren. Im Jahre 1811 wurde Charpuch dem Bezirk Tiflis zugeordnet. 1819 ersuchte der Zivilgouverneur Chowen den Oberbefehlshaber General Jermolow offiziell um die Eingliederung Charpuchs in Tiflis. In seinem Schreiben wies er darauf hin, dass sich in Charpuch unter anderem Straftäter, nicht ausgewiesene Personen sowie Schmuggler aufhielten. Zudem sei er selbst Ziel von Schmugglern aus dem Ausland gewesen.[1]
Jermolow stimmte dem Antrag zu und verfügte mit Dekret vom 15. März 1819 die formelle Angliederung Charpuchs an Tiflis. Zu diesem Zeitpunkt umfasste der Ort 33 Haushalte mit insgesamt 143 Einwohnern. Ungeachtet der administrativen Eingliederung blieb Charpuch noch mehrere Jahrzehnte überwiegend ländlich geprägt; erst in den 1860er Jahren setzte eine stärkere städtische Entwicklung ein.[1]
Der Name kommt vom altarmenisch Charpuch bzw. Charbuch, was etwa „laufende Nase“ bedeutet. Denn es befand sich an der Stelle eine Ikone, die, nach dem Glauben der Bewohner von Tiflis, Erkältungen heilen konnte.[1]
Einzelnachweise
[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]Koordinaten: 41° 42′ N, 44° 51′ O