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Cem Ince

aus Wikipedia, der freien Enzyklopädie

Cem Hamit Ince (* 9. Dezember 1993 in Salzgitter) ist ein deutscher Gewerkschafter und Politiker (Die Linke). Er ist Mitglied des 21. Deutschen Bundestages.

Ince stammt aus einer Arbeiterfamilie und ist kurdisch-alevitischer Abstammung[1]. Sein Großvater kam 1968 aus dem kurdisch geprägten Teil der Türkei als Gastarbeiter nach West-Deutschland, wurde Stahlarbeiter bei der Salzgitter AG und arbeitete später bei Volkswagen.[2][3] Auch sein Vater war bei der Salzgitter AG tätig und später Betriebsrat bei Volkswagen.[4]

Ince absolvierte 2012 das Abitur am Kranich-Gymnasium in Salzgitter und begann anschließend eine Berufsausbildung bei Volkswagen zum Elektroniker für Automatisierungstechnik. Unternehmensintern qualifizierte er sich zum Softwareentwickler weiter.[3] In dieser Zeit begann er sich gewerkschaftlich bei der IG Metall zu organisieren, wurde 2012 IG Metall-Vertrauensmann und wurde von 2014 bis 2016 Mitglied der Jugend- und Auszubildendenvertretung bei Volkswagen in Salzgitter, von 2016 bis 2020 deren Vorsitzender, außerdem stellvertretender Vorsitzender der Gesamt Jugend- und Auszubildendenvertretung der Volkswagen AG. Seit 2022 ist er Mitglied der IG Metall Vertrauenskörperleitung Volkswagen Salzgitter. Er ist Gewerkschafter in dritter Generation.[4]

Am 12. Oktober 2025 wurde Ince während einer Demonstration in Berlin, die sich unter dem Motto Geld für den Kiez – statt Waffen für den Krieg gegen die Firma Rheinmetall richtete, als parlamentarischer Beobachter kurzzeitig festgenommen, da Beamte vor Ort behaupteten, er hätte sie angegriffen.[5] Am 3. Februar 2026 untersagte das Verwaltungsgericht Berlin der Polizei die Behauptung, Ince hätte Polizisten angegriffen. Das Gericht sah darin eine rechtswidrige Vorverurteilung.[6]

Seit 2019 ist Ince Mitglied der Linken, von 2021 bis 2025 deren Kreisvorsitzender und Mitglied des Ortsrates Nord von Salzgitter.[2]

Bei der Bundestagswahl 2025 trat er als Direktkandidat im Wahlkreis Salzgitter-Wolfenbüttel[7] sowie auf Listenplatz 2 der niedersächsischen Linkspartei an und wurde über die Landesliste in den Bundestag gewählt.[8]

Ince ist im 21. Deutschen Bundestag Mitglied des Ausschusses für Arbeit und Soziales.[9] Für seine Fraktion ist er Sprecher für Gewerkschaftliche Kämpfe und Gute Arbeit in der Industrie und Sprecher für Mitbestimmung und Wirtschaftsdemokratie.[10]

Einzelnachweise

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  1. ↑ Kurdischstämmige Abgeordnete im Bundestag begrüßen Öcalan-Aufruf In: ANF-News, 10. März 2025.
  2. 1 2 Niklas Eppert: Salzgitteraner VW-Arbeiter will in den Bundestag - Hat er Chancen? In: Braunschweiger Zeitung. 12. Dezember 2024, abgerufen am 26. Februar 2025.
  3. 1 2 Sebastian Friedrich: Von der Werkbank in den Bundestag? Der VW-Arbeiter Cem Ince tritt für die Linke an. In: Der Freitag. 12. Dezember 2024, abgerufen am 26. Februar 2025.
  4. 1 2 Kevin Culina: Neue linke Köpfe – und was sie außer „Klassenkampf“ noch antreibt. In: welt.de. 28. Februar 2025, abgerufen am 28. Februar 2025.
  5. ↑ Dennis Meischen: Demo in Berlin eskaliert: Linken-Politiker festgenommen. In: Berliner Morgenpost. 13. Oktober 2025, abgerufen am 14. Oktober 2025.
  6. ↑ Jan-Peter Waiblinger: Salzgitteraner Abgeordneter Cem Ince: „Die Situation war extrem schockierend“. 4. Februar 2026, abgerufen am 5. Februar 2026.
  7. ↑ „Ich will den Geist unserer Arbeitskämpfe ins Parlament tragen.“ In: Die Linke - BAG Betrieb & Gewerkschaft. 18. Dezember 2024, abgerufen am 26. Februar 2025.
  8. ↑ 6 Abgeordnete ziehen über die Landesliste für Niedersachsen in den Bundestag ein! In: Die Linke Niedersachsen. 25. Februar 2025, abgerufen am 26. Februar 2025.
  9. ↑ Deutscher Bundestag - Der Ausschuss für Arbeit und Soziales hat sich konstituiert. Abgerufen am 21. Mai 2025.
  10. ↑ Profil - Fraktion Die Linke im Bundestag. Abgerufen am 24. Juni 2025.