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Calciumhydrid

aus Wikipedia, der freien Enzyklopädie
Kristallstruktur
Kristallstruktur von Calciumhydrid
_ Ca2+ 0 _ H
Allgemeines
Name Calciumhydrid
Andere Namen
  • Calciumdihydrid
  • Calcium(II)-hydrid
  • Hydrolith
Verhältnisformel CaH2
Kurzbeschreibung

farblose hexagonale Prismen[1]

Externe Identifikatoren/Datenbanken
CAS-Nummer 7789-78-8
EG-Nummer 232-189-2
ECHA-InfoCard 100.029.263
PubChem 3033859
Wikidata Q422847
Eigenschaften
Molare Masse 42,1 g·mol−1
Aggregatzustand

fest[1]

Dichte

1,9 g·cm−3[1][2]

Schmelzpunkt

1000 °C[1][3]

Siedepunkt

Zersetzung > 600 °C[2]

Löslichkeit

zersetzt sich in Wasser[2]

Sicherheitshinweise
GHS-Gefahrstoffkennzeichnung aus Verordnung (EG) Nr. 1272/2008 (CLP),[4] ggf. erweitert[5]
Gefahrensymbol Gefahrensymbol

Gefahr

H- und P-Sätze H: 260315319
P: 223231+232264280302+352305+351+338[5]
Wenn nicht anders vermerkt, gelten die angegebenen Daten bei Standardbedingungen (0°C, 1000 hPa).

Calciumhydrid ist das Metallhydrid des Calciums.

Erstmals wurde die Bildung der Verbindung von Clemens Winkler beim Glühen von Calciumoxid und Magnesiumpulver in einer Wasserstoffatmosphäre beobachtet.[6][7] Die Synthese aus den Elementen gelang 1895 dem ungarischen Chemiker Bela von Lengyel.[8][7]

Calciumhydrid wird durch das Überleiten von Wasserstoff über Calcium bei 400 °C hergestellt:

Calciumhydrid tritt in zwei polymorphen Kristallformen auf. Die Tieftemperaturform A mit einer orthorhombischen Kristallstruktur wandelt sich bei 780 °C in die Hochtemperaturform B um. Diese schmilzt dann bei 1000 °C.[3]

Da es sich bei Kontakt mit Wasser unter heftiger Wasserstoffentwicklung zersetzt, dient Calciumhydrid als Speichersubstanz, um ortsunabhängig Wasserstoff produzieren zu können:

Je Kilogramm Calciumhydrid entsteht rund 1 m3 Wasserstoff.

Daneben wird Calciumhydrid im so genannten Hydrimet-Verfahren eingesetzt, um Metalloxide (beispielsweise Vanadiumpentoxid, Zirkoniumdioxid, Titandioxid oder Natriumperoxid) zu elementarem Metall zu reduzieren. Mit Verarbeitungstemperaturen zwischen 600 und 1.000 °C geschieht dies bei relativ schonenden Bedingungen. Die sich bei der Reaktion bildende Wasserstoffatmosphäre schützt darüber hinaus das entstehende Metall:

Wegen seiner wasserziehenden Eigenschaft findet Calciumhydrid auch als Trocknungsmittel Anwendung.

Es wird auch dazu genutzt, die Restfeuchte in Kunststoffen zu messen.

Einzelnachweise

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  1. 1 2 3 4 Eintrag zu Calciumhydrid. In: Römpp Online. Georg Thieme Verlag, abgerufen am 23. September 2014.
  2. 1 2 3 Datenblatt Calciumhydrid bei Merck, abgerufen am 19. Januar 2011.
  3. 1 2 I. Barin: Thermochemical Data of Pure Substances, Wiley-VCH, 3. Auflage 1997, ISBN 978-3-527-28745-1, S. 296.
  4. Eintrag zu Calcium hydride in der Datenbank ECHA CHEM der Europäischen Chemikalienagentur (ECHA), abgerufen am 1. Februar 2016. Hersteller bzw. Inverkehrbringer können die harmonisierte Einstufung und Kennzeichnung erweitern.
  5. 1 2 Eintrag zu Calciumhydrid in der GESTIS-Stoffdatenbank des IFA, abgerufen am 2. Januar 2026. (JavaScript erforderlich)
  6. C. Winkler: Ueber die Reduction von Sauerstoffverbindungen durch Magnesium in Ber. dt. chem. Ges. 24 (1891) 1966–1984.
  7. 1 2 Rolf Werner Soukup: Chemiegeschichtliche Daten anorganischer Substanzen, Version 2020, S. 36 pdf.
  8. B. v. Lengyel: in Math. naturwiss. Ber. Ungarn 14 (1895/96) 180–188.