Dieser Artikel beschreibt den seit 2011 agierenden chinesischen Hersteller von Lithium-Ionen-Akkumulatoren für Elektroautos. Zu dem seit 1999 agierenden chinesischen Hersteller von Lithium-Ionen-Akkumulatoren für den Consumer-Bereich siehe Amperex Technology Limited.
Contemporary Amperex Technology Co. Limited (CATL) (chinesisch宁德时代新能源科技股份有限公司, PinyinNíngdé Shídài Xīn Néngyuán Kējì Gǔfèn Yǒuxiàn Gōngsī, kurz 宁德时代, Níngdé Shídài) ist der größte chinesische Hersteller von Lithium-Ionen-Akkumulatoren[5] und der weltgrößte Hersteller von Batterien für Elektroautos.[6] Mittlerweile zählt das Unternehmen auch zu den zehn größten Automobilzulieferern der Welt (2021).[7] Der Umsatz für das Jahr 2025 betrug rund 59 Milliarden Dollar.[4] 2023 betrug der weltweite Marktanteil als einziger Hersteller deutlich über 30Prozent (35,9Prozent).[8]
Das Unternehmen wurde 2011 von Zeng Yuqun (aka Robin Zeng) gegründet. Ende 2017 waren von knapp 15.000 Mitarbeitern 23 Prozent im Bereich Forschung und Entwicklung beschäftigt.[9] Der Hauptsitz befindet sich in Ningde in der Provinz Fujian.[10] Daneben fertigt CATL in über 10 chinesischen Standorten Zellen und Batteriepacks. In Indonesien ist Stand 2025 der erste asiatische Standort außerhalb Chinas im Bau.[11] Die wichtigsten europäischen Standorte sind bzw. werden Arnstadt, Debrecen und Figueruales.
Am 11. Februar 2025 beantragte CATL eine Zweitnotierung an der Hongkonger Börse, um mehr als 5 Mrd. US-Dollar zur Finanzierung seiner Expansionspläne in Europa einzusammeln.[14] Erster Handelstag an der Hongkonger Börse (SEHK) war der 20. Mai 2025.[15]
CATL verkaufte im Jahre 2018 Speicher mit rund 25GWh[16] für batterieelektrischen, Hybridelektrokraft- und Plug-in-Hybrid-Fahrzeuge. Bis Ende 2023 besaß CATL Produktionskapazitäten von über 155GWh.[8] Wichtigster Kunde war im Jahr 2022 Tesla, der für etwa ein Viertel des CATL-Umsatzes verantwortlich war.[17] Weitere Kunden sind beispielsweise BMW, Hyundai, Mercedes-Benz und Volkswagen. In China hat CATL einen Marktanteil von über 50 Prozent.[18]
Oktober 2023 nahm CATL in Guizhou eine Produktionsanlage für 30 GWh in Betrieb; bei einer Automatisierungsrate von 95Prozent entsteht eine Batteriezelle in einerSekunde. Eine Erweiterung der Fertigung auf doppelte Kapazität ist möglich.[8]
Der Bau eines Werks in Liyang, ProvinzJiangsu, wurde 2017 begonnen. Die jährliche Produktionskapazität liegt zunächst bei 10GWh und kann auf bis zu 36GWh erhöht werden.[28]
2025 eröffnete CATL die erste Phase des Werkes mit 60GWh in der Provinz Shandong. Primär werden die hier hergestellten Zellen für stationäre Energiespeicher eingesetzt.[30][31]
In Arnstadt firmiert unter dem Namen Contemporary Amperex Technology Thuringia GmbH (CATT) die Europazentrale von CATL. Das Unternehmen erklärte 2019, in Europa bis 2025 rund 1,8Milliarden Euro zu investieren. Auf einem 70Hektar großen Gelände im Gewerbegebiet Erfurter Kreuz begann CATL im Oktober 2019, ihr erstes europäisches Werk für Lithium-Ionen-Batterien zu errichten. Langfristig sollen hier 2.000 Arbeitsplätze geschaffen werden.[33][34] In der ersten Ausbaustufe soll die Fabrik eine jährliche Batterie-Produktionskapazität von 14Gigawattstunden aufweisen.[35] Langfristig ist eine Erweiterung auf bis zu 100GWh jährlich denkbar.[36] Zu den Kunden, die von den drei Thüringer Standorten beliefert werden, zählen unter anderem BMW, Daimler, Stellantis, Volvo, Jaguar Land Rover[37] sowie Volkswagen.[38]
Das Werk G1 entstand durch den Erwerb des Werkgeländes der ehemaligen Solarworld-Fabrik (ehemals Bosch-Solar)[39] im Jahr 2019.[40] Dort befindet sich die Verwaltung sowie die erste Produktion, wo seit dem dritten Quartal 2021 Batteriemodule produziert werden.[20]
Im Werk G2 wurde im Dezember 2022 mit der Produktion von Batteriezellen in NMC-Technik begonnen.[20] Am 26. Januar 2023 wurde das neue Werk am Standort Amt Wachsenburg offiziell in Betrieb genommen.[41]
Am 22. Februar 2025 kündigte CATL weitere Investitionen und Produktionssteigerungen am Standort Arnstadt an.[42]
Östlich des Stadtzentrums betreibt CATL ein Logistikzentrum. Das 30.000m² große Logistikzentrum des ehemaligen Online-Modehändlers Lesara im ErfurterGüterverkehrszentrum wird seit 2021 als Zolllager genutzt.[43] In München befindet sich ein Forschungs- und Verkaufsstandort.[44]
Der Bau des Werks in Debrecen, Ungarn, wurde im August 2022 begonnen und eine Eröffnung ist für das Frühjahr 2026 angekündigt.[45] Die geplante Produktionskapazität liegt bei 100GWh.[46]
Am 12. Dezember 2024 wurde berichtet, dass CATL mit Stellantis in einem Joint Venture zusammenarbeiten wird, um eine große Lithium-Eisenphosphat-Batteriefabrik in Figueruelas bei Saragossa zu errichten, eine Investition in Höhe von 4,1 Milliarden Euro. Diese 50/50-Partnerschaft wird voraussichtlich 2026 mit der Batterieproduktion beginnen. Das fertige Werk soll eine Kapazität von 50 GWh haben.[47]
Im Februar 2024 wurde CATL neben BYD und EVE Energy in einem Bericht der schwedischen Non-Profit-Organisation Globalworks über Risiken bezüglich Zwangsarbeit auf Anlagen in Xinjiang (autonome Region uigurischer Nationalität) genannt.[48][49]
↑300750 CATL – Listed Companies Announcement.Page 7.In:szse.cn.Shenzhen Stock Exchange,abgerufen am 4.April 2023(chinesisch,englisch,Shenzhen Stock Exchange (SZSE) Stock Code: 300750 – CATL):„Stock Code: 300750; Stock Name: Contemporary Amperex; Date: 2018-06-08 Title: IPO Share Listing; Memo: The Company’s 217.243733 million shares (code:300750) in its initial public offering will be listed on the Shenzhen Stock Exchange on 11 June 2018.“
↑Frank Wunderlich-Pfeiffer:CATL stellt erste Natrium-Ionen-Akkus für Autos vor.160 Wh pro Kilogramm. 80 Prozent Akkuladung in 15 Minuten. 90Prozent Kapazität bei minus 20GradCelsius. CATL startet eine neue Ära der Akku-Technik.In:golem.de.Golem Media GmbH,29.Juli 2021,abgerufen am 5.April 2023.