Brigerbad
| Brigerbad | ||
|---|---|---|
| Staat: | ||
| Kanton: | ||
| Bezirk: | Brig | |
| Munizipalgemeinde: | Brig-Glis | |
| Postleitzahl: | 3900 | |
| frühere BFS-Nr.: | 6003 | |
| Koordinaten: | 636938 / 127703 | |
| Höhe: | 652 m ü. M. | |
| Fläche: | 1,78 km² | |
| Einwohner: | 175 (1970) | |
| Einwohnerdichte: | 98 Einw. pro km² | |
Thermalbad und Rutschbahn | ||
| Karte | ||

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Brigerbad ist eine Ortschaft des Bezirks Brig im deutschsprachigen Teil des Kantons Wallis in der Schweiz. Das Dorf ist seit der Fusion 1972 mit Brig und Glis ein Teil der Gemeinde Brig-Glis. Das Gebiet von Brigerbad wird wegen der hohen Berge im Süden in den Wintermonaten vom 26. November bis 16. Januar nicht von der Sonne beschienen.
In Brigerbad gibt es ein Freiluft-Thermalbad[1] mit einem Grottenschwimmbad (Wassertemperatur 24–42 °C) und einem grossen Campingplatz. Die Badelandschaft verfügt ausserdem über einen Spa-Bereich. An ausgewählten Daten findet jeweils ein Vollmondbaden bis 22:00 Uhr statt. Im Aussenbereich befindet sich eine 184 m lange Wasserrutsche, die drittlängste Europas.
Geographie
[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]Das Ortszentrum von Brigerbad liegt am rechten Rand des Talbodens im Rhonetal auf 652 m ü. M. Das ehemalige Gemeindegebiet bildet heute den westlichsten Bereich des Gebiets von Brig-Glis. Es erstreckte sich etwa 2,5 weit am Berg entlang und umfasste dessen untersten Abschnitt bis auf die Höhe von rund 950 m ü. M. zur Suone «Badneri». Darüber liegt das Gebiet der Gemeinde Mund. Zu Brigerbad gehörte ein Teil der Ebene über das ganze Tal hinweg bis zum südlichen Hangfuss. Bis im 19. Jahrhundert floss der Rotten an linken Talrand; bei der Gewässerkorrektion um 1980 erhielt er ein neues, von Dämmen begleitetes Flussbett durch die Ebene, so dass Brigerbad viel Land in der Ebene verlor; das Gelände jenseits des Rotten, auf dessen linker Seite, war nun als ehemaliger Flussarm eine sumpfige Senke und ein Feuchtgebiet. Darin wurde im 20. Jahrhundert die Deponie Gamsenried für Chemieabfälle eingerichtet.
Der Berghang nördlich von Brigerbad gehört aus geologischer Sicht dem Aarmassiv an, das sich im östlichen Teil der Gebirgsgruppe der Berner Alpen ausdehnt. Die wichtigsten Gesteine des Aarmassivs in der Umgebung von Brigerbad sind Gneis, Schiefer und Amphibolit. An vielen Stellen am Berghang liegen auf den älteren anstehenden Felspartien Moränen der eiszeitlichen Gletscher.[2]
Durch das Areal des Thermalbads und das Dorf Brigerbad fliesst der Laldnerkanal, in welchen der nahe am Rottendamm verlaufende Grundwasserkanal mündet.
In einer ersten Etappe der Dritten Rhonekorrektion wurde das Flussbett von Visp bis Brigerbad verbreitert.
Natur
[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]Neben dem Rottendamm wurde in den 1970er Jahren das «Biotop Brigerbad» angelegt, das in einem Teil der ursprünglichen Auenlandschaft ein neues Feuchtgebiet und andere Habitate umfasst. Der Staatsrat des Kantons Wallis erliess 2005 eine Verordnung zum Schutz des kantonal bedeutenden Biotops und erklärte die Stelle zum Naturschutzgebiet.[3]
Am trockenen, niederschlagsarmen Berg von Brigerbad liegen zwischen den vielen Felswänden und den Bergwäldern Wiesen, die nur dank der künstlichen Bewässerung ertragreich bewirtschaftet werden können. Im Nordwesten erstreckt sich über die Halde oberhalb der Bahngleise die 15 Hektaren grosse Zone «Unneri Brich» mit einer besonders wertvollen Vegetation, die als Schutzgebiet im Bundesinventar der Trockenwiesen und -weiden von nationaler Bedeutung aufgeführt ist.[4]
Geschichte
[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]Die Ersterwähnung datiert auf 1297 als «Baden», ‹zum Bad›, französisch früher Brigue-les-Bains. Aus dem Mittelalter stammen vielleicht der Turm der Junker von Baden (13. Jahrhundert) und der sogenannte Bischofsstadel (15. Jahrhundert). Brigerbad war stets nach Glis pfarrgenössig (Kapelle Brigerbad von 1721). Im 16. und 17. Jahrhundert erfolgte die rechtliche Fixierung des Gemeindelebens (Statuten 1671). Der Kampf gegen die Überflutungen des Rotten, der Unterhalt der Gamsnerbrücke (erstmals erwähnt 1395) und die Urbarmachung der Eyen prägten den Alltag vom 13. Jahrhundert bis zur Rhonekorrektion 1873–82. Bekannt wurde Brigerbad durch seine warmen Quellen. 1471 von Anton Walker (wieder)entdeckt, erlebten sie eine Blütezeit im 16. Jahrhundert unter Peter Owlig. Dem Verfall der Anlagen ab dem 17. Jahrhundert folgte deren Neubelebung 1934–1935 und in grossem Stil seit 1956–1960.
Die Quellen in Brigerbad liefern lithiumhaltiges Natrium-Calcium-Sulfatwasser mit Temperaturen zwischen 21 und 50 Grad Celsius. Pro Sekunde sprudeln etwa 50 Liter dieses Thermalwassers aus der Quelle. Dieses Wasser ist bekannt für seine heilenden Eigenschaften bei rheumatischen Beschwerden, Arthrose und anderen Erkrankungen.
Verkehr
[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]Der Ort Brigerbad verfügt über drei Bushaltestellen, die von den Postauto-Linien 511 und 621 aus Visp bzw. Brig bedient werden.
130 Meter über dem Dorf Brigerbad durchquert die Bahnstrecke Lötschberg-Südrampe das ehemalige Gemeindegebiet. Die nächste Haltestelle der Bahnlinie ist jene von Lalden, die etwa einen Kilometer weit von der Ortschaft entfernt ist.
Am rechten ufer neben dem Rotten verläuft die Kantonsstrasse von der «Blauen Brücke» über den Fluss, mit dem Anschluss an die Autobahn A9, nach Lalden und Baltschieder. Diese Strasse entstand als provisorische Umfahrung von Visp während der langedauernden Bauzeit der Autobahntunnel.
Durch Brigerbad führen mehrere Wanderwege. Die Route 61 «Walliser Sonnenweg» folgt der Lötschberg-Südrampe. Der Wanderweg 253 «Rotten-Weg Bitsch–Lalden» durchquert in der Talebene die Ortschaft und ist als barrierefreie Strecke auch für Rollstuhlfahrer angelegt.[5]
Bevölkerung
[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]| Jahr | 1850 | 1910 | 1970 |
|---|---|---|---|
| Einwohner | 52 | 138 | 175 |
Bilder
[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]- Dorfplatz Brigerbad
- Brigerbad Dorf
Sehenswürdigkeiten
[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]Literatur
[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]- Philipp Kalbermatter: Brigerbad. In: Historisches Lexikon der Schweiz. 2002.
Weblinks
[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]- Brigerbad auf der Plattform ETHorama
- Touristische Informationen über den Ort Brigerbad
- Informationen über das Thermalbad Brigerbad
Einzelnachweise
[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]- ↑ Brigerbad (Quelle) auf ETHorama
- ↑ Marcel Burri, Laurent Jemelin, Toni Labhart, Pierre Jeanbourquin: Geologischer Atlas der Schweiz Blatt 1289 Brig. Erläuterungen. Hrsg.: Landeshydrologie und- geologie. Bern 1994.
- ↑ SGS 451.343 Entscheid betreffend den Schutz des Feuchtbiotops Brigerbad, Gemeinde Brig-Glis. In: Kanton Wallis. Systematische Gesetzessammlung. 18. Mai 2005, abgerufen am 18. Mai 2026.
- ↑ Objektblatt «Unneri Brich» im Bundesinventar der Trockenwiesen und -weiden von nationaler Bedeutung.
- ↑ Rotten-Weg Bitsch–Lalden. In: SchweizMobil. Abgerufen am 18. Mai 2026.
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