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Bleialf

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Wappen Deutschlandkarte
Bleialf
Deutschlandkarte, Position der Ortsgemeinde Bleialf hervorgehoben
Basisdaten
Koordinaten: 50° 14′ N,  17′ OKoordinaten: 50° 14′ N,  17′ O
Bundesland:Rheinland-Pfalz
Landkreis: Eifelkreis Bitburg-Prüm
Verbandsgemeinde: Prüm
Höhe: 485 m ü. NHN
Fläche: 7,55 km²
Einwohner: 1350 (31. Dez. 2024)[1]
Bevölkerungsdichte: 179 Einwohner je km²
Postleitzahl: 54608
Vorwahl: 06555
Kfz-Kennzeichen: BIT, PRÜ
Gemeindeschlüssel: 07 2 32 206
Adresse der Verbandsverwaltung: Tiergartenstraße 54
54595 Prüm
Website: www.bleialf.de
Ortsbürgermeister: Ernst Gilles
Lage der Ortsgemeinde Bleialf im Eifelkreis Bitburg-Prüm
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Karte

Bleialf ist eine Ortsgemeinde in der Schneifel im Eifelkreis Bitburg-Prüm in Rheinland-Pfalz, unweit von Prüm. Sie gehört der Verbandsgemeinde Prüm an. Bleialf ist ein staatlich anerkannter Erholungsort und wird nach der Landesplanung als Grundzentrum eingestuft.[2]

Bleialf, Ortskern von Süden

Lage und Gliederung

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Bleialf liegt im Naturpark Nordeifel. Durch den Ort fließt der Alfbach.

Zur Gemeinde gehören auch die Wohnplätze Bahnhof Bleialf, Jüstenschlag, Pannenbrett und Wippelsbach sowie der Großteil des Weilers Hamburg-Mühlenberg und der Weiler Richelberg.[3]

Nachbarorte sind die Ortsgemeinden Oberlascheid im Nordosten, Buchet im Osten, Brandscheid im Südosten, Großlangenfeld und Winterscheid im Südwesten, sowie Mützenich und der bereits zur belgischen Großgemeinde Sankt Vith gehörende Gemeindeteil Schönberg im Nordwesten.

In Bleialf befindet sich der Zugang zu einer der drei Bleierz-Lagerstätten in der Eifel.

Die erste urkundliche Erwähnung erfolgte 893 im Prümer Urbar.[4] Gegen Ende des 18. Jahrhunderts gehörte Bleialf zum kurtrierischen Amt Prüm und war Sitz einer Schultheißerei. Die Inbesitznahme des Linken Rheinufers durch französische Revolutionstruppen beendete die alte Ordnung. Der Ort wurde von 1798 bis 1814 Teil der Französischen Republik (bis 1804) und anschließend des Französischen Kaiserreichs. Bleialf wurde Sitz einer Mairie im Arrondissement Prüm des Saardépartements. Nach der Niederlage Napoleons kam Bleialf aufgrund der 1815 auf dem Wiener Kongress getroffenen Vereinbarungen zum Königreich Preußen und gehörte nun zum Kreis Prüm des Regierungsbezirks Trier, der 1822 Teil der neu gebildeten preußischen Rheinprovinz wurde. Aus der Mairie wurde die Bürgermeisterei (ab 1927 das Amt) Bleialf.[5]

Als Folge des Ersten Weltkriegs war die gesamte Region dem französischen Abschnitt der Alliierten Rheinlandbesetzung zugeordnet.

Nach dem Zweiten Weltkrieg wurde Bleialf innerhalb der französischen Besatzungszone Teil des damals neu gebildeten Landes Rheinland-Pfalz. Seit 1970 gehört es der Verbandsgemeinde Prüm an, die eine Außenstelle im Ort unterhält.

Kriegsverbrechen im Zweiten Weltkrieg

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Skizze des US-Militärs nach dem Kriegsverbrechen im Dezember 1944 mit Angabe der Leichenfunde der erschossenen US-Soldaten nördlich von Bleialf

Als im Zuge der Ardennenoffensive, des im Spätherbst 1944 letzten Versuchs der deutschen Wehrmacht den von Westen gegen Deutschland vorgehenden alliierten Streitkräfte militärisch entgegenzutreten, die Front zwischen der US-Armee und den deutschen Truppen wechselte, gerieten auch der US-Staff Sergeant Kurt R. Simons und der US-Technician Fifth Grade Murray Zappler am 19. Dezember 1944 bei Bleialf in Gefangenschaft. Beide waren aus Deutschland in die USA geflohen. Jacobs war 1909 in Berlin als Kurt Jacobsohn geboren worden, studierte Jura und war als Textilkaufmann tätig. 1936 floh er in die USA, um als Jude der Verfolgung durch die in Deutschland herrschenden Nationalsozialisten zu entgehen. Der 1924 geborene Murray Zappler war ebenfalls jüdischen Glaubens und kam 1938 in die USA. Beide konnten als vor einigen Jahren in die USA eingewanderte Deutsch sprechen und waren als US-Soldaten ausgebildete Vernehmer deutscher Kriegsgefangener. Am 19. und 20. Dezember 1944 konnten deutsche Truppen die US-Stellungen überrennen, 600 bis 700 US-Soldaten gefangen nehmen und etwa 30 deutsche Soldaten „befreien“, die von den US-Truppen gefangen genommen waren. Einer dieser deutschen Soldaten denunzierte Jacobs und Zappler als „Juden aus Berlin“. Beide US-Soldaten wurden noch am Tag ihrer Gefangennahme „auf einem kleinen Hügel in der Nachbarschaft“ von Bleialf erschossen, „nicht in einem Feuergefecht, sondern als Gefangene“. Zwei Monate nach dieser Tötung wurden ihre Leichen nördlich von Bleialf von der US-Regimental Graves Registration identifiziert. Als Befehlsgeber wurde der Hauptmann Curt Bruns von einem US-Militärgericht wegen dieses Kriegsverbrechens zum Tode verurteilt und am 14. Juni 1945 in der Nähe von Braunschweig erschossen.[6]

Die Entwicklung der Einwohnerzahl von Bleialf, die Werte von 1871 bis 1987 beruhen auf Volkszählungen:[2]

JahrEinwohner
1815365
1835408
1871959
1905687
1939835
1950868
1961841
JahrEinwohner
1970850
1987977
19971.160
20051.186
20111.196
20171.217
20241.350[1]

Der Gemeinderat in Bleialf besteht aus 16 Ratsmitgliedern, die bei der Kommunalwahl am 9. Juni 2024 in einer personalisierten Verhältniswahl gewählt wurden, und dem ehrenamtlichen Ortsbürgermeister als Vorsitzendem.

Die Sitzverteilung im Gemeinderat:

WahlSPDCDUFDPFWG aWGVB baktiv cWGRGesamt
20247916 Sitze[7]
2019342716 Sitze[8]
201449316 Sitze[9]
2009374216 Sitze
2004273416 Sitze
a 
FWG: Freie Wählergruppe Bleialf e. V.
b 
WGVB: Wählergemeinschaft Vereint für Bleialf e. V.
c 
aktiv: Bleialf aktiv e. V.

Ernst Gilles wurde am 6. Mai 2026 Ortsbürgermeister von Bleialf.[10] Bei der parallel zur Landtagswahl am 22. März 2026 stattgefundenen Direktwahl war er als einziger Bewerber mit 91,1 % der gültigen Stimmen gewählt worden.[11]

Sein Vorgänger Richard Heinz (FWG) hatte das Amt am 12. August 2019 übernommen.[12] Bei der Direktwahl am 26. Mai 2019 war er mit einem Stimmenanteil von 58,43 % gewählt worden.[13] Bei der Direktwahl am 9. Juni 2024 wurde Heinz ohne Gegenkandidat mit 63,0 % der Stimmen für weitere fünf Jahre in seinem Amt bestätigt.[14] Mit Wirkung zum 30. November 2025 legte Heinz jedoch das Ehrenamt vorzeitig nieder, wodurch eine Neuwahl erforderlich wurde. Bis zur Amtseinführung des neuen Bürgermeisters wurden die Amtsgeschäfte von der Ersten Beigeordneten Edith Baur (CDU) ausgeübt,[15] die von 2004 bis 2019 selbst Ortsbürgermeisterin von Bleialf war.[12][16]

Kultur und Sehenswürdigkeiten

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Siehe auch: Liste der Kulturdenkmäler in Bleialf

  • Katholische Kirche Sankt-Mariä-Himmelfahrt
  • Bleibergwerk Mühlenberger Stollen (Besucherbergwerk)[17]
  • Sender Bleialf
  • Jährliches Oldtimertreffen am letzten Sonntag im August. Veranstalter ist der Motorsportclub „Schneifel“ Bleialf e. V.

Wirtschaft und Infrastruktur

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Bleialf ist über die Landesstraßen 1, 12 und 17 an das überörtliche Straßennetz angebunden. Außerdem besteht die Anschlussstelle Bleialf an der A 60. An den öffentlichen Personennahverkehr ist der Ort durch die regelmäßig verkehrende Linie 465 (Gerolstein – Prüm – Sankt Vith) des VRT, sowie einige Schul- und Rufbuslinien angeschlossen.[18][19] Der Bahnhof Bleialf an der Westeifelbahn ist seit 1966 ohne Personenverkehr, 1987 wurde der Güterverkehr eingestellt. Auf der ehemaligen Bahntrasse verläuft heute ein Fahrradweg, der hier den Bleialfer Tunnel durchquert.

Es gibt eine Grund- und eine Realschule im Ort. Als Grundzentrum besitzt Bleialf ebenfalls Läden des täglichen Bedarfs.

Persönlichkeiten

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Commons: Bleialf – Sammlung von Bildern
Wikivoyage: Bleialf – Reiseführer

Einzelnachweise

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  1. 1 2 Statistisches Landesamt Rheinland-Pfalz: Bevölkerungsstand von Land, Landkreisen, Gemeinden und Verbandsgemeinden (Einwohnerzahlen auf Grundlage des Zensus 2022) (Hilfe dazu).
  2. 1 2 Statistisches Landesamt Rheinland-Pfalz: Mein Dorf, meine Stadt. Abgerufen am 28. April 2020.
  3. Statistisches Landesamt Rheinland-Pfalz (Hrsg.): Amtliches Verzeichnis der Gemeinden und Gemeindeteile. Stand: 1. Januar 2026. S. 101 (PDF; 1,9 MB).
  4. Wolfgang Druckenmüller: Geschichte der Gemeinde Bleialf. Auszug aus der Bleialfer Chronik. Ortsgemeinde Bleialf, abgerufen am 6. August 2021.
  5. Standesamtszugehörigkeit der einzelnen Gemeinden. (PDF) Kreisverwaltung des Eifelkreises Bitburg-Prüm, 30. Juli 2021, S. 4, archiviert vom Original (nicht mehr online verfügbar) am 26. Juni 2022; abgerufen am 6. Februar 2022.
  6. Martin Dahms: Justiz in Zeiten des Krieges. In: Hannoversche Allgemeine Zeitung. Beilage Wochenende. Ein Magazin des RedaktionsNetzwerkes Deutschland, 12. April 2025, S. 4f.
  7. Bleialf, Gemeinderatswahl 09.06.2024. In: Kommunalwahlergebnisse Bleialf. Landeswahlleiter Rheinland-Pfalz, abgerufen am 7. März 2026.
  8. Der Landeswahlleiter Rheinland-Pfalz: Kommunalwahl 2019, Stadt- und Gemeinderatswahlen.
  9. Der Landeswahlleiter Rheinland-Pfalz: Kommunalwahl 2014, Stadt- und Gemeinderatswahlen.
  10. Ergebnisse aus der Sitzung des Ortsgemeinderates Bleialf vom 06.05.2026. In: Prümer Rundschau, Ausgabe 21/2026. Linus Wittich Medien GmbH, Höhr-Grenzhausen, abgerufen am 30. Mai 2026.
  11. Fritz-Peter Linden: Neue Gemeindechefs: Entscheidung auf den Schneifelhöhen. In: Trierischer Volksfreund. Trierischer Volksfreund Medienhaus GmbH, Trier, 23. März 2026, abgerufen am 2. April 2026 (Nur Artikelanfang frei zugänglich).
  12. 1 2 Edith Baur: Sitzung des Ortsgemeinderates Bleialf. In: Prümer Rundschau, Ausgabe 32/2019. Linus Wittich Medien GmbH, Höhr-Grenzhausen, abgerufen am 6. August 2021.
  13. Der Landeswahlleiter Rheinland-Pfalz: Direktwahlen 2019. Abgerufen am 6. August 2021 (siehe Prüm, Verbandsgemeinde, zweite Ergebniszeile).
  14. Bleialf, Ortsbürgermeisterwahl (Gemeinde) 09.06.2024. In: Landeswahlleiter Rheinland-Pfalz. Abgerufen am 16. Juli 2024.
  15. Amtsniederlegung. In: Prümer Rundschau, Ausgabe 51/2025. Linus Wittich Medien GmbH, Höhr-Grenzhausen, abgerufen am 7. März 2026.
  16. Energiebündel mit sozialer Ader und Mutterwitz. Edith Baur. In: Trierischer Volksfreund. Trierischer Volksfreund Medienhaus GmbH, Trier, 1. August 2011, abgerufen am 6. August 2021 (Nur Artikelanfang frei zugänglich).
  17. Homepage Besucherbergwerk
  18. Fahrplan 465 (Gerolstein – Lissingen – Büdesheim – Wallersheim – Prüm – Sellerich – Bleialf – Winterspelt – St. Vith). (PDF) In: gerolstein.org. Verkehrsverbund Region Trier, 31. Juli 2023, abgerufen am 18. Mai 2026.
  19. Liniennetzkarte Schneifel. In: vrt-info.de. Verkehrsverbund Region Trier, 14. Dezember 2025, abgerufen am 18. Mai 2026.