Citroën GS
| Citroën | |
|---|---|
Citroën GS (1970–1979) | |
| GS / GSA | |
| Produktionszeitraum | 1970–1986 |
| Klasse | Untere Mittelklasse |
| Karosserieversionen | Limousine, Kombilimousine, Kombi |
| Motoren | Ottomotoren: 1,0–1,3 Liter (40–48 kW) Wankelmotor: (79 kW) |
| Länge | 4120–4180 mm |
| Breite | 1600–1620 mm |
| Höhe | 1350 mm |
| Radstand | 2550 mm |
| Leergewicht | 880–965, Birotor 1140 kg |
| Nachfolgemodell | Citroën BX |
| Citroën GS Birotor | |
|---|---|
| Motor | KKM 624 |
| Exzentrizität | 14 mm |
| Läuferbreite | 67 mm |
| Kammervolumen | 2 × 497,5 cm³ (vergleichbar zu einem Hubraum von 1990 cm³) |
| Verdichtung | 9:1 |
| Leistung | 79 kW (107 PS) / 6500 min−1 |
| Drehmoment | 137 Nm / 3000 min−1 |
| Zündung | Hochspannungskondensatorzündung von BOSCH |
| Vergaser | Solex-Doppelvergaser Typ 32 DDITS |
| Getriebe | 3-Gang-Getriebe mit Drehmomentwandler |
| Leergewicht | 1140 kg |
| Gesamtmasse | 1540 kg |
| Beschleunigung | 14,0 s von 0 auf 100 km/h |
| Höchstgeschwindigkeit | 175 km/h |
Getriebe und Fahrwerk
[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]Der GS hatte serienmäßig ein Vierganggetriebe, gegen Aufpreis gab es eine Dreistufenhalbautomatik mit Wandlerkupplung. Der Birotor hatte eine Dreistufenhalbautomatik serienmäßig, ein ähnliches Getriebe fand sich später beim Citroën CX als Option wieder.
Der GSA hatte je nach Ausstattungsvariante und Motor ein Vier- bzw. Fünfganggetriebe oder die C-Matic genannte Dreistufenhalbautomatik. Die Fünfganggetriebe hatten entweder eine eher sportlich kurze oder eine mehr komfortbetonende, weil drehzahlsenkende Gesamtübersetzung. Die aus dem GS bereits bekannte Dreistufenhalbautomatik wurde deutlich länger übersetzt und mit der bei Automatikgetrieben üblichen Parksperre versehen.
Die Vorderräder aller GS-Varianten waren an doppelten Dreieckslenkern aufgehängt, hinten gab es Längsschwingen. Die Lenkung arbeitete mit Ritzel und Zahnstange. Der Störkrafthebelarm war Null und die vorderen Scheibenbremsen innenliegend, das heißt, sie saßen an den Getriebeausgangswellen und nicht an den Rädern. Der GS Birotor war hier eine Ausnahme, die Bremsscheiben saßen hier radseitig und waren innenbelüftet.
Hauptmerkmal der Modelle war jedoch die hydropneumatische Federung, die von Citroën damit erstmals in einem Mittelklassewagen verwendet wurde. Die Bodenfreiheit konnte vom Fahrer dreistufig auf bis zu 250 mm eingestellt werden. Auch die sogenannte Mittenachslenkung des DS, bei der der Drehpunkt der Vorderräder zentral über der Reifenmitte liegt, wurde im GS verwirklicht.[10] Die Bremsanlage war mit Absicherung an die Hydropneumatik angeschlossen. Die Bremsen der Hinterachse arbeiteten lastabhängig und vermieden somit ein vorzeitiges Blockieren der Hinterräder.
Modellpflege
[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]Im September 1979 wurde das Fahrzeug innen wie außen gründlich überarbeitet und fortan als GSA verkauft.
Sichtbare Änderungen des GSA waren eine große Heckklappe bei der Schräghecklimousine, Kunststoffstoßstangen, geänderte Rückleuchten, Kunststofftürgriffe sowie ein futuristisches Armaturenbrett aus Kunststoff mit Bedienungssatelliten. GS und GSA hatten wie die größeren Citroën-Modelle eine hydropneumatische Federung und vier Scheibenbremsen, letzteres war in der unteren Mittelklasse in den frühen 1980er-Jahren kein Standard.
Im Juni 1985 endete die Fertigung der Limousine. Im Juli 1986 wurde auch der Break eingestellt.
- Citroën GSA (1979–1985)
- Citroën GSA Break (1979–1986)
- Citroën GSA X3
- Interieur (Rechtslenker). Der schwarze, waagerecht stehende Griff betätigt die Feststellbremse.
- Citroën GSA Bedienungs-Satellit mit Lupentacho und -Uhr (1979)
Versionen (GSA)
[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]- GSA Spécial, das Grundmodell, es war serienmäßig mit Vierganggetriebe versehen. Zu erkennen ist diese Version an den nicht vorhandenen Radzierdeckeln. Er wurde auch in der Kombiversion Break angeboten. Der Preis des Wagens 1981: 11.950 DM (Aufpreis Break: 700 DM).
- GSA Club, komfortabler, Analoguhr, Halogenscheinwerfer, fünf Gänge. Ab Februar 1981 betrug der Preis des GSA Club 13.930 DM.
- GSA Pallas, wie bei Citroën üblich trugen die luxuriösesten Ausführungen die Bezeichnung Pallas. In dieser Version gab es Drehzahlmesser, Velours, einen drehzahlschonenden fünften Gang, Heckscheibenwisch-/waschanlage, Kartenleselampen und Mittelarmlehne hinten. Markentypisch erinnerten die Sitze mehr an einen Fauteuil als an Autositze. Der Preis betrug im Februar 1981 14.990 DM.
- GSA X1, die Sportversion, in der Ausstattung dem GSA Spécial ähnlich, aber zusätzlich mit Drehzahlmesser, kurz übersetztem fünften Gang, Heckspoiler, Integralsitzen vorne, Nebelscheinwerfern und Halogenlicht. An den Spécial erinnern vor allem die mit Plastik verkleideten Türen.
- GSA X3, die sportliche Topversion des GSA. Zusätzlich zur X1-Ausstattung verfügen diese Modelle unter anderem noch über eine Heckscheibenwisch-/waschanlage, Türen mit Stoffverkleidung, Kartenleselampe. Der Preis des X3 betrug im Jahr 1981 14.830 DM.
Durch die drei verschiedenen Getriebe fuhr sich jeder GSA anders. Die Varianten X1 und X3 wirkten durch den drehfreudigen Motor trotz der relativ geringen Leistung agil. Ab Herbst 1981 wurde nur noch der 1299-cm³-Motor mit 48 kW (65 PS) angeboten, die einzelnen Modelle unterschieden sich nur durch ihre Ausstattungen.
Sondermodelle
[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]- GS Basalte rouge & noir (1978, Auflage 5.000): Lackierung in Schwarz mit roten Dekorstreifen, Nebelscheinwerfer, Schiebedach, Polsterung schwarz-rotes Hahnentrittmuster, Scheinwerferwaschanlage
- GSA Tuner (1982, Auflage 2.500): Lackierung in Schwarz, Polsterung Velours beige, getönte Scheiben, Radio mit Stereoverstärker, fünf Lautsprechern und Equalizer
- GSA Break Cottage (1984, Auflage 2.000): mit Dekorstreifen, Schottenkaro-Stoffbezügen und serienmäßigen Alufelgen
GS/GSA im Alltag
[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]Der GS bot fortschrittliche Technik für einen relativ geringen Preis.
1979 konnte eine Großzahl der für Großbritannien produzierten Fahrzeuge nicht verkauft werden. Diese wurden in Southampton eingelagert, wo sie bis zu zwei Jahre der salzigen Luft ausgesetzt waren. GS und GSA standen wie fast alle Fahrzeuge dieser Zeit im Ruf, sehr rostanfällig zu sein. Über die Jahre verbesserte die Firma jedoch kontinuierlich die Konservierung ihrer Fahrzeuge, vor allem durch den Einsatz von Hohlraumwachs und besseren Elektrophoresebädern.
Mit dem hydropneumatischen Fahrwerk bot der GS/GSA in der unteren Mittelklasse einen außergewöhnlichen Komfort. Das Bedienkonzept des GSA – alle Schalter befinden sich in zwei Bedienungssatelliten und sind erreichbar, ohne die Hände vom Lenkrad zu nehmen – wurde bei Citroën bereits lange geplant. Diese Bediensatelliten setzten ein PRN genanntes Bedienkonzept um. PRN steht für Pluie, Route, Nuit (Regen, Straße, Nacht) und gruppierte die für die jeweiligen Bereiche notwendigen Schalter zusammen. Erste Entwürfe für solche Bedieneinheiten finden sich bereits 1963 in Vorschlägen des Citroën-Designers Michel Harmand für das damalige Projet F, ein Fahrzeug vom Schlage des Renault R16, das nie realisiert wurde. Der für diese Bedieneinheiten geprägte Name war „lunule“ (Halbmond). PRN-Bediensatelliten finden sich im Citroën GSA, CX, Visa I, BX I und Axel.
Als eines der letzten westlichen Fahrzeuge konnte der GS mit einer Kurbel angedreht werden, wenn die Batterie für einen Startvorgang zu schwach war.
Der GSA zählte zu den wenigen Westautos, die zeitweise auch gegen Ostmark in der DDR für Privatleute erhältlich waren. 1980 wurden einige Hundert Exemplare des GSA Pallas importiert,[11] 1981 folgten 5000 weitere. Der Nachfolger BX wurde ebenfalls in die DDR eingeführt, allerdings ausschließlich zur Nutzung als Dienstwagen.[12]
Die Produktion in Frankreich wurde im Juli 1986 eingestellt, in anderen Ländern wurde das Fahrzeug noch bis Mitte 1990 produziert.
Weitere Modelle mit GS/GSA-Motor
[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]Die 1015-cm³-Motoren des GS wurden im Citroën Ami Super (1973–1976) verwendet.
Auch bei den beiden Fahrzeugen Oltcit Club (1982–1992) und Citroën Axel (1984–1990), wie der Oltcit im „Westexport“ hieß, kamen drei Motoren des GS bzw. GSA (mit 1015, 1129 und 1299 cm³) zum Einsatz. Der Citroën Axel (und damit auch der Oltcit Club) ähnelte formal dem Citroën Visa, war aber eine völlig andere Konstruktion.
Nachfolger
[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]Die Ablösung des GSA begann im September 1982 mit dem Erscheinen des Citroën BX. Dieser wurde zunächst nur als fünftürige Schräghecklimousine angeboten. Der Kombi BX Break folgte erst im April 1985.
Der GSA Break blieb noch bis Juli 1986 als günstige Alternative im Programm.
Einstufung im französischen Steuer- und Versicherungssystem
[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]Die Motoren mit 1015 cm³ und 1122 cm³ hatten 6 CV, die mit 1222 cm³ und 1299 cm³ jeweils 7 CV. Das Fünfganggetriebe im GSA Spécial senkte die CV-Zahl von 6 auf 5. Der Motor mit 1222 cm³ stieg von 7 auf 8 CV wenn der Wagen mit C-Matic ausgestattet war. Das rare Spitzenmodell Birotor wurde mit 11 CV eingestuft.
Einzelnachweise
[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]- ↑ Primula von Citroën. In: Kraftfahrzeugtechnik 12/1969, S. 379.
- ↑ Kombikarosserie und Selektivautomatik für Citroën GS. In: Kraftfahrzeugtechnik 3/1972, S. 91.
- ↑ citroenet.org.uk
- ↑ In Österreich wurde dieser Motor mit 60 DIN-PS bei 5750/min und 8,7 DIN-mkp bei 3500/min angeboten (Testbericht in Austro-Motor 28.1973, S. 615)
- 1 2 3 Citroën GS Birotor. In: Kraftfahrzeugtechnik 5/1974, S. 156–157.
- ↑ Axel Bahr: Besondere Motorkonstruktionen für Personenwagen. In: Werner Rixmann (Hrsg.): MTZ Motortechnische Zeitschrift. Franckh’sche Verlagshandlung, Stuttgart 1974, S. 14.
- ↑ Katalog der Automobil Revue. 1975.
- ↑ AR-Test-Team: Citroen GS Birotor. In: Automobil Revue. Nr. 17, 11. April 1974, S. 17.
- ↑ - GSBIROTOR - index. Abgerufen am 8. Juni 2023.
- ↑ Citroën GS. In: Kraftfahrzeugtechnik. 11/1970, S. 340–341.
- ↑ Die zweite Million: Citroën GS. In: Kraftfahrzeugtechnik 7/1980, S. 217–218.
- ↑ Björn Herrmann: West-Autos in der DDR. Zettlitz 2019, ISBN 978-3-00-062003-4
Weblinks
[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]- Website zu beiden Modellen (französisch)
- AUTOMOBILE / CITROEN GS: So leise. In: Der Spiegel. Nr. 36, 1970 (online – 31. August 1970).


