Bierdzan liegt in der historischen Region Oberschlesien im Oppelner Land. Der Ort liegt zehn Kilometer nordöstlich vom Gemeindesitz Turawa und 23 Kilometer nordöstlich von der Kreisstadt und Woiwodschaftshauptstadt Oppeln.
Bierdzan wurde 1279 zum ersten Mal erwähnt. Dabei wird der Ortsvorsteher Burkado de Birdzan genannt.[2] 1410 wird der Ort als Birdzan erwähnt.[3] Im gleichen Jahr wurde im Dorf eine hölzerne Kapelle errichtet.[4]
Nach der Neuorganisation der Provinz Schlesien gehörte die Landgemeinde Bierdzan ab 1816 zum Landkreis Oppeln im Regierungsbezirk Oppeln. Am 22. Juli 1841 wurde die Pfarrei Bierdzan gegründet. Zuvor gehörte das Dorf zur Pfarrei in Bodland. 1845 bestanden im Dorf eine katholische Kirche, eine katholische Schule, ein Vorwerk, eine Brennerei sowie 75 Häuser. Im gleichen Jahr lebten in Bierdzan 648 Menschen, davon zwei evangelisch und drei jüdisch.[3] 1874 wurde der AmtsbezirkBierdzan gegründet, welcher aus den Landgemeinden Bierdzan, Ellguth-Turawa, Kadlub-Turawa und Sackrau-Turawa und den Gutsbezirken Bierdzian, Ellguth-Turawa, Kadlub-Turawa und Sackrau-Turawa und der Colonie Sackrau-Turawa bestand. Erster Amtsvorsteher war der Majoratsherr Graf von Garnier in Turawa.[5] 1885 hatte der Ort 832 Einwohner.
Bei der Volksabstimmung in Oberschlesien am 20. März 1921 stimmten 449 Wahlberechtigte für einen Verbleib bei Deutschland und 156 für Polen.[6] Bierdzan verblieb beim Deutschen Reich. Um 1930 wurde der Amtsbezirk Bierdzan aufgelöst und dem Amtsbezirk Turawa zugeordnet.[5] 1933 lebten im Ort 1.179 Einwohner. Am 19. Mai 1936 wurde der Ort in Burkardsdorf umbenannt. 1939 hatte der Ort 1.151 Einwohner. Bis 1945 befand sich der Ort im Landkreis Oppeln.[7]
1945 kam der bisher deutsche Ort unter polnische Verwaltung und wurde in Bierdzany umbenannt und der Woiwodschaft Schlesien angeschlossen. 1950 kam der Ort zur Woiwodschaft Opole. 1999 kam der Ort zum Powiat Opolski. Am 8. März 2012 erhielt der Ort zusätzlich den amtlichen deutschen Ortsnamen Bierdzan.[8]
Als offizielles Baudenkmal von der polnischen Denkmalbehörde anerkannt:
Die römisch-katholische Schrotholzkirche zur heiligen Hedwig von Schlesien (poln. Kościół św. Jadwigi) wurde 1711 erbaut. Im Inneren befindet sich ein barocker Altar aus dem 18. Jahrhundert sowie ein Wandgemälde mit dem Bildnis des Todes, welches bei Renovierungsarbeiten wiederentdeckt wurde[9].
ein früherer Gasthof Mitte des 19. Jahrhunderts in der ul. Opolska 15
Bemerkenswert sind außerdem:
Gefallenendenkmal an der Kirche St. Hedwig
Nepomukkapelle an der ul. Szkolna
Statue der heiligen Hedwig von Schlesien an der ul. Szkolna
Dorfteich (poln. Staw Bierdzany) an der ul. Stawowa
Altes Feuerwehrhaus aus dem Jahr 1934 an der ul. Szkolna
12Johann Georg Knie: Alphabetisch-statistisch-topographische Uebersicht der Dörfer, Flecken, Städte und andern Orte der Königl. Preuss. Provinz Schlesien. Breslau 1845, S. 35.