Die Accor Arena (ursprünglich Palais Omnisports de Paris-Bercy, kurz: POPB oder Bercy) ist eine Multifunktionsarena im Pariser Stadtteil Bercy im 12. Arrondissement im Osten der Stadt. Der Bau liegt am nördlichen Ende des 14 Hektar großen Parc de Bercy direkt am rechten Ufer der Seine.
Die Halle wurde von den Architekten Michel Andrault, Pierre Parat, Jean Prouvé und Aydın Guvan entworfen.[1] Die Bauarbeiten begannen im Februar 1981 und drei Jahre später konnte am 3. Februar 1984 die Einweihung gefeiert werden. Die Eröffnung nahm Jacques Chirac, der damalige Bürgermeister von Paris und spätere Staatspräsident, vor.[2] Der auch heute noch futuristische Bau in Pyramidenform wird von einer von Jean Prouvé entworfenen Stahlgerüst-Konstruktion überdacht. Sie wird von vier massiven, runden Betonpfeilern getragen. Weiteres markantes Merkmal ist die mit Rasen bepflanzte schräge Außenfassade. Der POPB bietet heute je nach Veranstaltung rund 30 mögliche Konfigurationen und ein Fassungsvermögen von 8.000 bis zu 20.300 Zuschauern.[3] Unweit der Arena liegen die Brücke Pont de Bercy sowie die Station Bercy der Métro Paris.
Innerhalb der Halle befindet sich die Patinoire Sonja Henie, eine kleine Eissporthalle mit 400 Plätzen und einer Eisfläche von 56 × 26 Meter. Sie wurde im Andenken nach Sonja Henie, der erfolgreichsten Eiskunstläuferin der Geschichte, benannt.[4] Das Eishockeyteam der Français Volants empfängt in der Spielstätte seine Gegner.[5]
Die Accor Arena ist Mitglied der European Arenas Association (EAA).[6]
Zum 30. Geburtstag wurde der POPB einer umfangreichen Renovierung und Modernisierung unterzogen. Im Zuge dessen wurde der Palais Omnisports in Bercy Arena umbenannt. Die Arbeiten begannen am 3. März 2014 und nach 18 Monaten und Kosten von 100 Millionen Euro war der Abschluss der Arbeiten für Oktober 2015 angestrebt. Für das ATP-Turnier Paris Masters 2014 wurden die Arbeiten im Oktober/November unterbrochen.[7] Statt der bisher rund 17.000 Besucher fasst die Veranstaltungshalle über 20.000, bei Konzerten sogar 21.000 Besucher. Die Anzahl der V.I.P.-Logen sollte von 18 auf 50 erhöht werden.[8] Für den Entwurf der Arena war das Architekturbüro DVVD verantwortlich.[9]
Das französische HotelunternehmenAccorHotels mit Sitz in der Hauptstadt wurde Ende September 2015 für zehn Jahre die Namenssponsor der Veranstaltungsarena mit einer Option auf fünf weitere Jahre. Am 8. Oktober des Jahres wurde der Vertrag über die Zusammenarbeit unterschrieben.[3] Die Halle trug seitdem den Namen AccorHotels Arena POPB (kurz: AccorHotels Arena). Das Unternehmen zahlt jährlich 4,15 Millionen Euro.[10] Am 14. Oktober 2015 wurde die Halle wiedereröffnet.[11]
Das Bercy ist außer für Sportereignisse eine viel genutzte Halle für Konzerte. Das erste Konzert im Palais Omnisports von Paris-Bercy gab am 29. Februar 1984 die Hard-Rock-Gruppe Scorpions mit der Vorgruppe Mama’s Boys.
Kultstatus genießen die Auftritte von Mylène Farmer, insbesondere die zwischen dem 13. und 29. Januar 2006 veranstalteten 13 Konzerte ihrer «Avant Que L’Ombre»-Tour, die bereits kurz nach Vorverkaufsstart Ende 2004 ausverkauft waren. Da die Aufbauten dieser gigantischen Bühnenshow nicht abgebaut und transportiert werden sollten, war das Bercy die einzige bespielte Arena der Tournee. 2013 fanden hier im September zehn ausverkaufte Konzerte ihrer «Timeless 2013»-Tour statt.
Am 6. und 7. März 2012 entstand in dieser Halle das Rohmaterial zu dem im März 2017 veröffentlichten Konzertfilm Rammstein: Paris. Der Regisseur Jonas Åkerlund filmte hier zwei Konzerte, die die Berliner Band vor jeweils 17.000 Fans gab.[22][23]
Die Gruppe Metallica stellte 2017 einen neuen Zuschauerrekord auf. Am 10. September 2017 füllten 18.896 Zuschauer die Arena.[24]