Berat
| Berat Berati | ||
|---|---|---|
Koordinaten: 40° 42′ N, 19° 57′ O | ||
| Basisdaten | ||
| Staat: | ||
| Qark: | Berat | |
| Gemeinde: | Berat | |
| Höhe: | 60 m ü. A. | |
| Einwohner Ort: | 40.665 (2023[1]) | |
| Einwohner Bashkia: | 62.232 (2023[2]) | |
| Telefonvorwahl: | (+355) 032 | |
| Postleitzahl: | 5001–5006 | |
| Politik und Verwaltung (Stand: 2023) | ||
| Bürgermeister: | Ervin Demo (PS) | |
| Website: | ||
| Kultur und Geschichte | ||
| Stadtgründung: | 314 v. Chr. | |
| Stadtfest: | 13. September | |
| Historische Zentren von Berat und Gjirokastra | |
|---|---|
| UNESCO-Welterbe | |
| „Die Stadt der Tausend Fenster“ – Stadtteil Mangalem, darüber die Burg | |
| Vertragsstaat(en): | |
| Typ: | Kultur |
| Kriterien: | (iii)(iv) |
| Referenz-Nr.: | 569 |
| UNESCO-Region: | Europa und Nordamerika |
| Geschichte der Einschreibung | |
| Einschreibung: | 2005 (Sitzung 29) |
| Erweiterung: | 2008 |
Das Stadtbild wird von der osmanischen Architektur geprägt, wie sie vergleichbar auch in Gjirokastra oder Ohrid anzutreffen ist. Weitere Kulturgüter sind die Bleimoschee und die Hysen-Pascha-Moschee.
2008 wurde die Altstadt von Berat in die UNESCO-Liste des Weltkulturerbes aufgenommen. Dort wird sie nun gemeinsam mit Gjirokastra als Beispiel für den Erhalt einer ottomanischen Stadt und die Koexistenz verschiedener Kulturen geführt. Gemäß einem Bericht des International Council on Monuments and Sites vom April 2013 befinden sich das Weltkulturerbe von Berat und dasjenige von Gjirokastra in Gefahr. Größtes Problem wären die vielen illegalen Bauten nahe den historischen Stadtzentren, vor allem in Gjirokastra. Ein weiterer Mangel bestünde in einer ungenügenden Überwachung über die Entwicklung vor Ort. Zudem müssten einige wichtige Änderungen in der Gesetzgebung gemacht werden. Die beiden Stätten drohten auf die Rote Liste des gefährdeten Welterbes gesetzt zu werden.[28]
Mangalem
[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]Dieser Stadtteil zieht sich den Hügel zur Burg hinauf. Die Häuser stehen sehr dicht, die Fassaden zum Tal haben alle große Fenster. Diesem Viertel verdankt deshalb die Stadt ihre Bezeichnung „Stadt der tausend Fenster“. Im ehemals nur von Muslimen bewohnten Quartier stehen die Junggesellenmoschee, die Bleimoschee und die Königsmoschee sowie die Halveti-Tekke und das Ethnographische Museum, das einen Einblick in die Lebensweise zur türkischen Zeit erlaubt. Fast an der steilsten Stelle des Burgbergs klebt die kleine Michaelis-Kirche über dem Fluss. In diesem Stadtviertel befindet sich zudem die Rüfai-Tekke.
Gorica
[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]Lange war dieses Viertel nur durch eine Brücke mit dem Rest der Stadt verbunden, weshalb sich hier nur wenig verändert hat. Sehenswert ist insbesondere das St.-Spyridon-Kloster von 1864. Die osmanische Steinbrücke mit Namen Ura e Goricës wurde 1780 unter einem gewissen Ahmed Kurt Pascha gebaut; sie ersetzte damals eine ältere Holzbrücke. 1922 wurde sie von der Stadtverwaltung erneuert.
Kalaja
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Die Burgfestung von Berat, Kala/-ja genannt, gehört zu den am meisten besuchten und wichtigsten Sehenswürdigkeiten von Berat. Sie ist auch Wahrzeichen der Stadt und findet sich auf dem Stadtwappen. Das Burgviertel besteht noch heute aus zahlreichen kleinen Häusern, wovon die meisten aus Stein gebaut sind. Noch immer sind in den verwinkelten Gassen diverse Kirchen mit aufwendig geschmückten Ikonen zu besuchen. Dazu zählen die Kirche der Heiligen Dreifaltigkeit (Shën Triadha) und die Kirche der Heiligen Maria von Blachernai. Ebenso finden sich die Ruinen der Roten Moschee, der Weißen Moschee und einer türkischen Kaserne auf dem Burgberg. Sehenswert ist die römische Zisterne, die bis ins 19. Jahrhundert hinein in Benutzung war. Berühmt ist das Onufri-Museum, das Werke des gleichnamigen und bedeutendsten albanischen Ikonen-Malers zeigt.
Wirtschaft
[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]Nach dem Zusammenbruch des Kommunismus wurden die meisten Fabriken in Berat stillgelegt. Die Stadt kann deshalb kaum wirtschaftliche Perspektiven bieten. Auch als regionales Dienstleistungs- und Handelszentrum steht der Ort in Konkurrenz mit zahlreichen weiteren ähnlich großen Städten Mittelalbaniens.
Im Tourismussektor und Gastgewerbe finden einige Bewohner ein Auskommen. Für Touristen bietet Berat einige Hotels und Restaurants. Zur Förderung des Tourismus wurden einige Ansätze unternommen, unter anderem mit deutscher Hilfe. Berat zählte zu den ersten albanischen Orten, die für Touristen eine Website erstellten und wo gut sichtbare Wegweiser aufgestellt wurden.
Diverse Bauern im Umland von Berat bauen Reben an und produzieren Wein.
Politik und Gemeinde
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Bürgermeister der Bashkia ist seit 2019 Ervin Demo (PS).[29] Die 31 Mitglieder des Gemeinderates vertreten die Stadt Berat und 50 weitere umliegende Ortschaften.[30] Diese sind in vier Njësitë administrative zusammengefasst und waren bis zur Territorialreform von 2015 eigenständige Gemeinden.
Wappen
[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]Das Gemeindewappen stellt im Zentrum ein Symbol der Berater Adelsfamilie der Muzaka dar; dieses ist von der Burg umgeben, die unten von einem Bogen der Ura e Goricës ergänzt wird, unter welcher der Osum fließt.[27]
Bashkia
[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]2015 wurde Berat mit anderen Gemeinden (komune) des Kreises Berat fusioniert. Sie bilden heute die fünf Njësie administrative der Bashkia.
| Name | Einwohner 2023[1] | Einwohner 2011[31] |
|---|---|---|
| Berat | 40.665 | 36.496 |
| Otllak | 8.564 | 9.218 |
| Roshnik | 2.155 | 2.513 |
| Sinja | 3.184 | 3.351 |
| Velabisht | 7.664 | 8.453 |
Die Bashkia hatte 2011 60.031 Einwohner,[31] 2023 sogar 62.232 Einwohner. Somit verzeichnete sie als eine der wenigen Gemeinden in Albanien ein Wachstum.[2]
Städtepartnerschaften
[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]Berat listet folgende drei Partnerstädte auf:[32]
| Stadt | Land | seit |
|---|---|---|
| Fermo | 2010 | |
| Kruševo | 2010 | |
| Lowetsch | 2008 | |
Sport
[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]Das Tomori-Stadion ist das drittgrößte Stadion Albaniens. Der lokale Fußballclub FK Tomori Berat spielt in der Saison 2013/14 in der zweiten Liga.
Persönlichkeiten
[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]- Angelina Srpska (* um 1440), Heilige der serbisch-orthodoxen Kirche
- Onufri und sein Sohn Nikolla (16. Jahrhundert), wirkten mehrere Jahre in der Stadt als Künstler
- Babë Dud Karbunara (1842–1917), Politiker und Gründervater Albaniens
- Sotir Kolea (1872–1945), Politiker
- Dhimitër Tutulani (1875–1937), Politiker und Gründervater Albaniens
- Sami Bey Vrioni (1876–1947), Politiker und Gründervater Albaniens
- Iliaz Vrioni (1882–1932), Politiker, Gründervater und dreifacher Ministerpräsident Albaniens
- Myqerem Fuga (1921–2003), Politiker
- Sejfulla „Cekja“ Myftari (* 1942), Humorist und Schauspieler
- Kudret Çela (* 1945), Jurist, Hochschullehrer und Politiker
- Marjana Semini (* 1966), Juristin
- Alkan Nallbani (* 1971), Künstler
- Myrto Uzuni (* 1995), Fußballspieler
- Eni Koçi (* 1996), Sängerin
Literatur
[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]Geschichte
[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]- Apollon Baçe, Aleksandër Meksi, Emin Riza: Berat, son histoire et son architecture. In: Editions Encyclopediques. Tirana 1996.
- Andi Rembeci: Historic and cultural aspects of Berat during the 14th–15th centuries as seen in historical notes contained in manuscripts of the British Library of London and Magdalen College of Oxford, in: Studime Albanologjike. Histori / Albanological Studies. History 15 (2022), S. 14–43 (mit Abbildungen). (online, PDF)
Ältere Literatur
[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]- Carl Patsch: Das Sandschak Berat in Albanien. In: Kaiserliche Akademie der Wissenschaften Wien (Hrsg.): Schriften der Balkancommission. Antiquarische Abtheilung 3. Hölder / Repr. Kraus, Wien / Nendeln 1976 (Erstausgabe: 1904).
Weblinks
[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]- Website der Bashkia Berat (albanisch, englisch)
- Eintrag auf der Website des Welterbezentrums der UNESCO (englisch und französisch).
- BeratExperience.com (Tourismusinformationen, englisch)
Einzelnachweise
[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]- 1 2 3 Elsa Dhuli: Censi i popullsisë dhe banesave në Shqipëri 2023 – Qarke/Bashki / Albania Population and Housing Census 2023 – Prefectures/Municipalities. Berat. Hrsg.: INSTAT. Tirana 2024 (instat.gov.al [PDF; abgerufen am 10. November 2024]).
- 1 2 3 Albanian Population and Housing Census 2023 – Main Results. (PDF) In: Instituti i Statistikës. 2024, abgerufen am 22. Juli 2024 (albanisch).
- 1 2 Marika McAdam: Balcani Occidentali. Lonely Planet, S. 100 (italienisch, Online-Version in der Google-Buchsuche).
- ↑ Berat: Geography, History, Architecture values, Tourism, Craft ( vom 18. Januar 2013 im Webarchiv archive.today)
- ↑ Gustav Friedrich Hertzberg: Geschichte Griechenlands: seit dem Absterben des antiken Lebens bis zur Gegenwart. Band 2. Friedrich Andreas Perthes, Gotha 1877, S. 167 (Online-Version in der Google-Buchsuche).
- ↑ Robert Elsie: A Biographical Dictionary of Albanian History. I. B. Tauris, London / New York 2012, ISBN 978-1-78076-431-3, S. 81 f. (englisch, Online-Vorschau in der Google-Buchsuche).
- 1 2 Allgemeine Encyklopädie der Wissenschaften und Künste. Erste Section A–G. Hermann Brockhaus, Leipzig 1867, S. 299 (Volltext in der Google-Buchsuche).
- ↑ Arturo Galanti: L’Albania: notizie geografiche, etnografiche e storiche. Societa editrice Dante Alighieri, Rom 1901, S. 118 (italienisch, Textarchiv – Internet Archive).
- ↑ Jean Dunbabin: Charles I of Anjou: Power, Kingship and State-Making in Thirteenth-Century Europe. Routledge, London / New York 1998, ISBN 0-582-25370-5, S. 91 (englisch, Online-Vorschau in der Google-Buchsuche).
- ↑ Allgemeine Encyklopädie der Wissenschaften und Künste. Erste Section A–G. Hermann Brockhaus, Leipzig 1867, S. 300 (Volltext in der Google-Buchsuche).
- ↑ Mark C. Bartusis: The Late Byzantine Army: Arms and Society, 1204–1453. University Press, Pennsylvania 1992 (englisch, Vorschau in der Google-Buchsuche).
- ↑ Muzakajt ne Myzeqe. Archiviert vom (nicht mehr online verfügbar) am 5. März 2018; abgerufen am 4. März 2018 (albanisch). Info: Der Archivlink wurde automatisch eingesetzt und noch nicht geprüft. Bitte prüfe Original- und Archivlink gemäß Anleitung und entferne dann diesen Hinweis.
- ↑ Carl Hermann Friedrich Johann Hopf: Chroniques gréco-romanes inédites ou peu connues. Weidmann, Berlin 1873, S. 282 (italienisch, Textarchiv – Internet Archive).
- ↑ Konstantin Jireček: Geschichte der Serben. Band 1. F.A. Perthes, Gotha 1911, S. 385 (Textarchiv – Internet Archive).
- ↑ William Miller: Essays on the Latin Orient. University Press, Cambridge 1921, S. 434 (englisch, Vorschau in der Google-Buchsuche).
- ↑ Geschichte der Serben. S. 395
- ↑ Donald Edgar Pitcher: An Historical Geography of the Ottoman Empire: From Earliest Times to the End of the Sixteenth Century. J. Brill, Leiden 1972, S. 45 (englisch, Vorschau in der Google-Buchsuche).
- ↑ A Biographical Dictionary of Albanian History. S. 27
- ↑ John Van Antwerp Fine: The Late Medieval Balkans: A Critical Survey from the Late Twelfth Century to the Ottoman Conquest. University of Michigan, Ann Arbor MI 1994, ISBN 0-472-08260-4, S. 391 (Vorschau in der Google-Buchsuche).
- ↑ Miranda Vickers: Shqiptarët – Një histori moderne. Bota Shqiptare, 2008, ISBN 978-99956-11-68-2, Mbërritja e osmanëve, S. 19 (englisch: The Albanians – A Modern History. Übersetzt von Xhevdet Shehu).
- ↑ Edwin E. Jacques: The Albanians. An ethnic history from prehistoric times to the present. Hrsg.: MacFarland. Jefferson, 1995, ISBN 0-89950-932-0, S. 174 (englisch, eingeschränkte Vorschau in der Google-Buchsuche).
- ↑ Abdul B. Sula: Albania’s Struggle for Independence. New York 1967, S. 23 (englisch).
- ↑ Robert Elsie: 1670 Evliya Chelebi: Seyahatname – a Journey to Berat and Elbasan. Abgerufen am 25. April 2018 (englisch).
- ↑ Miranda Vickers: Shqiptarët – Një histori moderne. Bota Shqiptare, 2008, ISBN 978-99956-11-68-2, 1.3 Pashallëqet e Mëdha të Shkodrës dhe Janinës, S. 43 (englisch: The Albanians – A Modern History. Übersetzt von Xhevdet Shehu).
- ↑ Miranda Vickers: Shqiptarët – Një histori moderne. Bota Shqiptare, 2008, ISBN 978-99956-11-68-2, 2.6 Dobësimi i vazhdueshëm i pushtetit të Portës, S. 82 (englisch: The Albanians – A Modern History. Übersetzt von Xhevdet Shehu).
- ↑ Jan von Drees: Buchpreis an Karl-Markus Gauß, Der Vermittler osteuropäischen Lebens. In: Deutschlandradio Kultur. 17. März 2022, abgerufen am 18. März 2022 (Audio-Datei von 5:17 bis 5:52).
- 1 2 Berat në paket (Steckbrief zu Berat). Offizielle Internetseite der Bashkia von Berat, abgerufen am 9. Februar 2016 (albanisch).
- ↑ Icomos: Trashëgimia në rrezik (Icomos: Erbe in Gefahr). Top Channel, 17. April 2013, abgerufen am 19. April 2013 (albanisch).
- ↑ CV e kryetarit (Curriculum vitae des Bürgermeisters). Offizielle Internetseite der Bashkia von Berat, abgerufen am 9. Februar 2016 (albanisch).
- ↑ Bashkia Berat, qytetet dhe fshatrat sipas ndarjes së re administrativo-territoriale (Bashkia von Berat, die Städte und Dörfer nach der neuen Verwaltungsgliederung). (PDF) Nationales Archiv der Gemeinderatsbeschlüsse Albaniens, 2015, abgerufen am 9. Februar 2016 (albanisch, PDF-Datei; 66 kB).
- 1 2 Ines Nurja: Censusi i popullsisë dhe banesave / Population and Housing Census – Berat 2011. Rezultatet Kryesore/Main Results. Hrsg.: INSTAT. Pjesa/Part 1. Adel Print, Tirana 2013 (instat.gov.al [PDF; abgerufen am 14. April 2019]).
- ↑ Partneritetet dhe binjakezimet e huaja te Bashkise Berat (2007–2011) PER NJE BERAT EUROPIAN ǀ Bashkia Berat. Archiviert vom (nicht mehr online verfügbar) am 12. Oktober 2020; abgerufen am 22. Oktober 2017. Info: Der Archivlink wurde automatisch eingesetzt und noch nicht geprüft. Bitte prüfe Original- und Archivlink gemäß Anleitung und entferne dann diesen Hinweis.



