Benidorm
| Gemeinde Benidorm | ||
|---|---|---|
| Wappen | Karte von Spanien | |
| Basisdaten | ||
| Land: | ||
| Autonome Gemeinschaft: | ||
| Provinz: | Alicante | |
| Comarca: | Marina Baixa | |
| Gerichtsbezirk: | Benidorm | |
| Koordinaten: | 38° 33′ N, 0° 8′ W | |
| Höhe: | 11 msnm[1] | |
| Fläche: | 38,51 km²[2] | |
| Einwohner: | 77.327 (Stand: 2025)[3] | |
| Bevölkerungsdichte: | 2.008 Einw./km² | |
| Postleitzahl(en): | 03501 bis 03508 | |
| Gemeindenummer (INE): | 03031 | |
| Verwaltung | ||
| Amtssprache: | Valencianisch | |
| Bürgermeister: | Antonio Pérez | |
| Website: | benidorm.org | |
| Lage des Ortes | ||
Benidorm ist eine Stadt an der Costa Blanca 45 Kilometer nordöstlich von Alicante in der Provinz Alicante in der Valencianischen Gemeinschaft, Spanien.
Geschichte
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Stadtentwicklung 14. – 19. Jahrhundert
[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]Am 8. Mai 1325 erhielt der Fischerort Benidorm von Admiral Bernat de Sarrià mit der Carta de Poblament die Stadtrechte verliehen.[4] Damit wurden die Grenzen der Stadt festgelegt und eine Festung errichtet. Die hauptsächlich auf Fischerei beruhende Wirtschaftsentwicklung wurde jedoch in der Folgezeit durch Piratenangriffe gestört, so in den Jahren 1410 und 1448. Dabei wurde ein großer Teil der Bevölkerung in die Sklaverei verschleppt. Nach dem letzten Piratenangriff 1510 wurde die Stadt auch von den letzten Einwohnern verlassen.[5]
Erst 1666 erhielt Benidorm von der Baronin Beatriu Fajardo de Mendoza erneut die Stadtrechte verliehen. Die Festung wurde renoviert und über den Kanal Sèquia Mare mit Wasser versorgt. Mit der sicheren Wasserversorgung entwickelte sich die Stadt stetig, wobei sie sich einen Namen mit dem traditionellen Fischfang Almadraba machte. Daneben spielte der Seehandel eine Rolle. 1725 wurden 2.700 Einwohner verzeichnet. Auch die politischen Wirren des 19. Jahrhunderts mit französischer und anschließend britischer Besetzung überstand die Stadt gut. Mit der Eröffnung des ersten Hotels 1865 und dem Anschluss an die Eisenbahnstrecke von Alicante begann die Tourismusentwicklung in Benidorm.[6]
Moderne Stadtentwicklung
[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]Anfang der 1950er Jahre war Benidorm noch ein Fischerdorf. Der Bürgermeister Pedro Zaragoza ließ ab 1950 Straßen asphaltieren, das Dorf mit einem Wasserversorgungssystem ausstatten und stellte 1956 einen Bebauungsplan auf. Der ökonomische Schwerpunkt lag nun auf der Tourismusindustrie. Bis 1967 wurden in Benidorm vor allem Hochhäuser mit Hotels für den Massentourismus errichtet; diese prägen die als Ferienziel bekannte Stadt.
Nach einer relativen Stagnation des Tourismus ab Ende der 1980er Jahre wurde mehr Wert auf qualitative Angebote gelegt: Die Grundstücksgrößen pro Hotel wurden erhöht, die Häuser baulich und im Freizeitangebot verbessert. Die Stadt wich mit großflächigen Baugebieten weiter nach Süden und Norden aus, und außen gelegene Siedlungen („Urbanización“) mit Ferienhäusern und Villen ergänzten das Angebot. Die Stadt ist durch diese noch andauernde Verjüngung und qualitative Ergänzung als Tourismusziel wieder konkurrenzfähiger geworden.
Ein Erfolg der neuen Tourismusstrategie ist die Verleihung des Titels „Europäischer grüner Pionier für intelligenten Tourismus 2025“ durch die Europäische Kommission.
Bevölkerung
[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]Die Stadt hat 77.327 Einwohner (Stand: 2025). In der Urlaubszeit überschreitet die Zahl der Bewohner die Grenze von einer halben Million.
In der ersten Hälfte des 20. Jahrhunderts stagnierte die Einwohnerzahl Benidorms bei ungefähr 3.000 Einwohnern, wobei in der Folge von Spanischem Bürgerkrieg und Zweitem Weltkrieg die Einwohnerzahl um ca. 10 % sank. Erst mit dem beginnenden Tourismus stieg die Einwohnerzahl und verdoppelte sich von 1950 bis 1980 alle 10 Jahre. Seitdem geht das Wachstum langsamer, aber stetig weiter. Bis zum Jahr 2000 hatte Benidorm die Grenze von 50.000 Einwohnern überschritten, womit in Spanien höhere staatliche Transferleistungen für öffentliche Dienstleistungen verbunden sind.
Von den 69.738 Einwohnern im Jahr 2022 waren 20.620 (29,6 %) ausländischer Herkunft. Hierbei stellten die Briten fast ein Fünftel. Stark vertreten sind auch Rumänen, Kolumbianer und Marokkaner. Der Anteil deutscher Einwohner ist gering.
| Herkunftsland | Zahl | % |
|---|---|---|
| Vereinigtes Königreich | 3.874 | 18,8 % |
| Rumänien | 2.221 | 10,8 % |
| Kolumbien | 1.096 | 5,3 % |
| Marokko | 1.006 | 4,9 % |
| Russland | 884 | 4,3 % |
| Algerien | 839 | 4,1 % |
| Italien | 728 | 3,5 % |
| Bulgarien | 624 | 3,0 % |
| Ukraine | 555 | 2,7 % |
| Argentinien | 335 | 1,6 % |
| Venezuela | 306 | 1,5 % |
| Frankreich | 302 | 1,5 % |
| Deutschland | 220 | 1,1 % |
| 1900 | 1910 | 1920 | 1930 | 1940 | 1950 | 1960 | 1970 | 1981 | 1991 | 2001 | 2011 | 2014 | 2021[8] |
|---|---|---|---|---|---|---|---|---|---|---|---|---|---|
| 3.417 | 3.498 | 2.976 | 3.113 | 2.955 | 2.726 | 6.259 | 12.124 | 25.544 | 42.442 | 51.873 | 68.045 | 69.010 | 68.874 |
Architektur
[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]Benidorm hat die größte Hochhausdichte (pro Einwohnerzahl) weltweit mit 345 Gebäuden mit mehr als zwölf Etagen. Aufgrund der immensen Hochhausdichte wird Benidorm gerne mit „New York des Mittelmeeres“ und „Little Manhattan“ assoziiert oder als „Touristenmetropolis“ bezeichnet.[9]
Architektonisch wurden seit dem Plan General de Ordenación von 1956 oft wenig attraktive Hochhäuser gebaut, stadtplanerisch aber war der heute noch gültige Plan sehr weitblickend. Da die Grundregel des Plans lautete, dass ein Grundstück nur bis 30 Prozent überbaut werden dürfe, entschloss man sich in die Höhe zu bauen. So ist bis heute zwischen den Hochhäusern Raum zum Luftaustausch. Eine Höhenbeschränkung ist dagegen im Plan nicht vorgesehen.[10] Nach dem „Modell der Vertikalen Stadt“ entstand 1963 mit dem Torre Coblanca das erste Hochhaus, 1985 überschritt der Torre Levante die 100-Meter-Marke. Mit dem Wohnturm Intempo[11] (202,5 Meter, 47 Etagen), der wegen der spanischen Immobilienkrise 2008 bis Ende 2021 leer stand[12][13] und dem Gran Hotel Bali (2002, 186 Meter) finden sich in Benidorm die beiden höchsten Gebäude Spaniens, außerhalb von Madrid und Barcelona. Der aktuell geplante TM-Tower würde sich mit einer Höhe von 230 Metern an die vierte Stelle der höchsten Gebäude Spaniens schieben.[14]
Verkehr
[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]Benidorm ist über die Linien L 1 und L 9 der Stadtbahn Alicante an den Öffentlichen Nahverkehr im Großraum Alicante angebunden. Nördlich von Benidorm verläuft die Autobahn Autopista AP-7 (Autopista del Mediterráneo – Europastraße 15), die entlang der ganzen spanischen Mittelmeerküste verläuft. Sie kann über die Autobahnanschlussstelle 648 Benidorm (Llevant) und 652 Benidorm (Ponent) erreicht werden.
International ist Benidorm an die beiden Internationalen Flughäfen Alicante-Elche Miguel Hernández (ALC) und Valencia-Manises (VLC) angebunden. Für den Großteil der Touristen ist der Flughafen Alicante mit ungefähr 45 Minuten Fahrtzeit die bevorzugte Wahl (Valencia ca. 90 Minuten). Beide Flughäfen verzeichneten 2025 mit 19,95 Millionen (Alicante) und 11,85 Millionen (Valencia) Passagieren neue Rekorde.[15]
Tourismus
[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]Seit Francisco Ronda 1893 eine erste Badeanstalt (die Casa de baños am Levantestrand) eröffnete, haben mehr als 85 Millionen Touristen Benidorm besucht. Die größte Touristengruppe in Benidorm sind die Besucher aus Großbritannien.
In Benidorm gibt es zwei jeweils 2,5 km lange Strände, die Playa de Poniente und die Playa de Levante sowie die Playa del Mal Pas zwischen Altstadt und Playa de Poniente und die Playa de Cala Tío Ximo in Rincón de Loix.
Als Touristenattraktionen gelten die beiden großen Freizeitparks Terra Mítica und Mundomar.
Tourismusentwicklung
[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]Mit mehr als 2,4 Millionen Übernachtungsgästen erreichte Benidorm im Jahr 2025 einen neuen Besucherrekord, mit einem Anstieg von 8 Prozent gegenüber 2024.[16] Dabei stellten erstmals seit 2017 britische Touristen die größte Gruppe (42,5 %), gefolgt von spanischen Touristen mit 38,6 %, die zwischen 2018 und 2024 die größte Besuchergruppe stellten. Dabei lag die Hotelauslastung 2025 bei 82,2 %, obwohl auch die Zahl der Hotelbetten angestiegen war. Zu den Ursachen für hohe Bettenauslastung zählt das attraktive Ganzjahresangebot der Destination. Selbst in den Monaten November (78,9 %) und Dezember (63,7 %) waren die Belegungsquoten hoch.[17]
Nachhaltiger Tourismus in Benidorm
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Die seit einigen Jahren bestehende Tourismusstrategie der Stadtverwaltung Benidorm, die Stadt zu einem Zentrum für nachhaltigen Tourismus zu entwickeln, wurde im Dezember 2024 durch die Europäische Kommission offiziell gewürdigt. Benidorm erhielt den Titel „Europäischer grüner Pionier für intelligenten Tourismus 2025“ (European Green Pioneer of Smart Tourism).[18] Bereits ein Jahr später sah die Stadt ihr Nachhaltigkeitskonzept als wesentlichen Grund für das Erreichen des neuen Besucherrekords 2025. Aus ihrer Sicht hat sich Benidorm als Maßstab für verantwortlichen und nachhaltigen Tourismus etabliert, in Übereinstimmung mit den Nachhaltigkeitszielen der UNO.[19]
Benidorm mit seiner Hochhausbebauung wurde lange als Symbol für Massentourismus angesehen. Im Kontext des Konzepts von Nachhaltigem Tourismus erfolgt jedoch eine Veränderung der Betrachtungsweise. Die Konzentration auf hohe Gebäude erlaubt einen schonenderen Umgang mit der zur Verfügung stehenden Fläche sowie kurze Wege für Einwohner und Touristen. 61 % der Fläche von Benidorm stehen unter Naturschutz, nicht nur der Naturpark Sierra Helada, sondern auch die Strände der Stadt sind geschützt. Dazu gehören Regeln für eine chemiefreie Standreinigung und intelligente Standmanagementsysteme.

Aufgrund des sommertrockenen Mittelmeerklimas und zunehmender Wasserknappheit an der Costa Blanca hat Benidorm ein intelligentes Wassermanagementsystem implementiert, das den Wasserverbrauch bereits um 18 % reduziert hat. Dazu gehört auch die Verwendung von recyceltem Grauwasser für öffentliche Räume und Bewässerung.[20]
Überdies ist am 1. Januar 2025 eine Niedrigemissionszone (ZBE) eingerichtet worden. Die 75 Hektar große Zone umfasst weite Teile der Stadt, besonders die strandnahen Gebiete.[21] Ausgewiesen wurden die Umweltzonen Zentrum, Levante und Poniente. Bis Mitte Juni 2025 wurde das Projekt getestet, ohne dass Strafzettel fällig wurden.[22] Seit dem 1. Juli 2025 werden die einfahrenden Autos über 20 Kameras erfasst und kontrolliert, ob das Fahrzeug eine Genehmigung zur Einfahrt hat oder nicht. Damit ist Benidorm die erste Stadt an der Costa Blanca, die die Gesetzesvorgabe wirklich umsetzt.[23]
Städtepartnerschaften
[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]Partnerstädte von Benidorm sind Miami (Florida, USA), Viña del Mar (Chile), Manizales (Kolumbien) und Le Cannet (Frankreich).[24]
Söhne und Töchter der Stadt
[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]- Guillermo Amor (* 1967), Fußballspieler
- Antonio López (* 1981), Fußballnationalspieler
- Juan Martínez Munuera (* 1982), Fußballschiedsrichter
- Francisco Alfredo Marco (* 1986), Beachvolleyballspieler
- Héctor Álvarez (* 2006), Radsportler
Weblinks
[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]Einzelnachweise
[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]- ↑ Gesamtzahl der Dateien Geografische Nomenklatur der Gemeinden und Bevölkerungseinheiten: 1 Datei:MUNICIIOS.csv Spalte:ALTITUD
- ↑ Gesamtzahl der Dateien Geografische Nomenklatur der Gemeinden und Bevölkerungseinheiten: 1 Datei:MUNICIIOS.csv Spalte:SUPERFICIE
- ↑ Instituto Nacional de Estadística Municipal Register of Spain
- ↑ Benidorm organiza un completo programa de actos con motivo del 697 aniversario de la Carta Pobla. 22. Mai 2022, abgerufen am 2. Dezember 2024 (spanisch).
- ↑ Benidorm: 700 Years of Living History. In: https://en.visitbenidorm.es/. Abgerufen am 8. Februar 2026 (englisch).
- ↑ Judith Finsterbusch: Benidorm wird 700: Geschichte einer besonderen Stadt im Schnelldurchlauf. In: www.costanachrichten.com. 23. Mai 2025, abgerufen am 8. Februar 2026.
- ↑ Población por sexo, municipios y nacionalidad (principales nacionalidades). In: https://www.ine.es. Instituto Nacional de Estadistica (INE), abgerufen am 6. April 2025 (sp).
- ↑ Alteraciones de los municipios en los Censos de Población desde 1842. In: https://www.ine.es. Instituto Nacional de Estadistica (INE), abgerufen am 5. April 2025 (sp).
- ↑ Joshua Korber Hoffman: It was once a small Spanish fishing town. Now it attracts millions of tourists every year. In: https://edition.cnn.com/. 21. April 2025, abgerufen am 9. Februar 2026 (englisch).
- ↑ Julia Macher: Die Strand-Promenade von Benidorm. In: https://www.bauwelt.de. 2010, abgerufen am 9. Februar 2026.
- ↑ Stephen Burgen: Tallest apartment building in EU finally completed in Benidorm. (theguardian.com [abgerufen am 20. Juli 2021]).
- ↑ Architekt vergaß Planung von Aufzug für spanischen Wolkenkratzer. In: Spiegel online. Abgerufen am 12. August 2013.
- ↑ "Wohin mit all dem Schrott?" In: Mallorca Zeitung vom 13. Dezember 2016
- ↑ Anne Thesing: Spaniens höchste Hochhäuser: Benidorm will Wolkenkratzer-Rekord brechen. In: www.costanachrichten.com. 15. September 2025, abgerufen am 9. Februar 2026.
- ↑ Mike Smith: The Valencian region cements its status as a tourism powerhouse after Valencia and Alicante airports hit new passenger records in 2025. In: www.javeamigos.com. 14. Januar 2026, abgerufen am 14. Januar 2026 (englisch).
- ↑ Benidorm hits tourism and employment records in 2025. In: visitbenidorm.es. Abgerufen am 14. Januar 2026 (englisch).
- ↑ Molly Grace: British Tourists reclaim Benidorm’s top spot after years of domestic dominance. In: euroweeklynews.com. 5. Januar 2026, abgerufen am 14. Januar 2026 (englisch).
- ↑ Benidorm - 2025 European Green Pioneer of Smart Tourism. In: https://smart-tourism-capital.ec.europa.eu. European Commission, 2025, abgerufen am 13. April 2025 (englisch).
- ↑ Visit Benidorm carries out 92 promotional activities in 41 cities across 16 countries during the first half of the year. In: benidorm.org. 15. Juli 2025, abgerufen am 14. Januar 2026 (englisch).
- ↑ Benidorm: Nachhaltigkeit im Mittelmeerraum einmal ganz anders. In: https://oekonews.at/. 31. März 2025, abgerufen am 13. April 2025.
- ↑ Mapa de la zona de bajas emisiones de Benidorm. In: www.ecociudades.es. 2. Januar 2025, abgerufen am 25. April 2025 (sp).
- ↑ Judith Finsterbusch: Viele Schilder, wenig dahinter: Erste Umweltzonen an Costa Blanca in Betrieb. In: www.costanachrichten.com. 14. Februar 2025, abgerufen am 13. April 2025.
- ↑ Judith Finsterbusch: Wer darf noch nach Benidorm fahren? Alle Regeln zur Umweltzone auf einen Blick. In: www.costanachrichten.com. 11. August 2025, abgerufen am 13. Januar 2026.
- ↑ Gobierno Provincial Alicante – Municipios de la Provincia de Alicante Hermanados, abgerufen am 29. Oktober 2017

