Belhade
Erscheinungsbild
| Belhade | ||
|---|---|---|
| Staat | ||
| Region | Nouvelle-Aquitaine | |
| Département (Nr.) | Landes (40) | |
| Arrondissement | Mont-de-Marsan | |
| Kanton | Grands Lacs | |
| Gemeindeverband | Cœur Haute Lande | |
| Koordinaten | 44° 23′ N, 0° 41′ W | |
| Höhe | 32–65 m | |
| Fläche | 28,55 km² | |
| Einwohner | 227 (1. Januar 2023) | |
| Bevölkerungsdichte | 8 Einw./km² | |
| Postleitzahl | 40410 | |
| INSEE-Code | 40032 | |
Pfarrkirche Saint-Vincent-de-Xaintes | ||
Belhade ist eine französische Gemeinde mit 227 Einwohnern (Stand 1. Januar 2023) im Département Landes in der Region Nouvelle-Aquitaine (vor 2016: Aquitanien). Sie gehört zum Arrondissement Mont-de-Marsan und zum Kanton Grands Lacs.
Der Name in der gascognischen Sprache lautet Vathlada.[1] Er leitet sich vermutlich aus den gascognischen Wörtern Vath Lada (deutsch breites Tal) ab.[2]
Die Einwohner werden Belhadais und Belhadaises genannt.[3]
Geographie
[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]Die Gemeinde Belhade liegt im Zentrum der Landes de Gascogne, des größten Waldgebietes Westeuropas, ca. 60 Kilometer nordnordwestlich von Mont-de-Marsan in der historischen Provinz Gascogne an der Grenze zum Département Gironde.
Umgeben wird Belhade von den Nachbargemeinden:
| Mano | Saint-Symphorien (Gironde) | ||||||||
| Moustey | Argelouse | ||||||||
| Pissos | Sore |
| Jahr | 1962 | 1968 | 1975 | 1982 | 1990 | 1999 | 2006 | 2010 | 2023 |
|---|---|---|---|---|---|---|---|---|---|
| Einwohner | 146 | 134 | 126 | 112 | 101 | 132 | 153 | 192 | 227 |
Sehenswürdigkeiten
[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]- Pfarrkirche, geweiht Saint-Vincent-de-Xaintes, dem ersten Bischof von Dax. Der erste, einfache romanische Bau wurde am Ende des 11. Jahrhunderts errichtet und unterstand dem Bistum Bazas. Die Kirche bildete damals zweifellos eine Einheit mit der Motte, aus der später das Schloss errichtet wurde. Das Wappen des Schlosses, das auf dem Gewölbe im Inneren gemalt wurde, unterstützt diese Vermutung. Das Langhaus besaß zunächst nur ein Kirchenschiff, das wie die Apsis mit einem Balkenwerk gedeckt war. Die halbrunde Apsis ist von gleicher Breite, aber höher als das Langhaus und wird von dieser durch einen Triumphbogen getrennt. Sie wird von dicken Strebepfeilern gestützt, wobei der mittlere Pfeiler von einem Fenster in Rundbogenform unterbrochen wird. Das Eingangsportal in der westlichen Fassade datiert aus der Mitte des 12. Jahrhunderts. Es ist aus rotem Stein gebaut und befindet sich heute geschützt unter einem offenen Vorbau. Das Portal zeigt drei Archivolten, von denen zwei auf Säulen mit erzählerischen Szenen Kapitellen ruhen. Auf dem Tympanon ist ein Christusmonogramm zu erkennen. Im 14. Jahrhundert wurden die Fenster der Kirche als Maßwerk umgearbeitet und der Chor mit einem achtteiligen Kreuzrippengewölbe ausgestattet. Die Bögen ruhen auf Sockeln, die mit Personen, Tieren oder Blattwerk verziert sind. Im 15. Jahrhundert wurde auf der nördlichen Seite eine einfache Seitenkapelle angefügt, die wenig später als Seitenschiff mit der gleichen Länge wie das Hauptschiff ausgebaut wurde. Sie ist mit einem vierteiligen Kreuzrippengewölbe ausgestattet. In der Folge wurde der offene Vorbau und der dreieckige Glockengiebel errichtet. Er besitzt drei Aussparungen für die Glocken und wird von einem runden Treppenturm mit einer Schießscharte flankiert. Im 19. Jahrhundert wurde das Langhaus umgearbeitet und eine Empore an seiner Westseite gebaut. Die Kirche hat viele ihrer alten Ausstattungsgegenstände erhalten, insbesondere zwei Statuen aus dem 18. Jahrhundert, die Maria mit Jesuskind und den leidenden Christus darstellen, ein kleines Gemälde mit Maria Magdalena in der Wüste und zwei Vortragekreuze. Am Ende der 1990er Jahre wurden Reste einer früheren Bemalung der Seitenkapelle freigelegt. Das restliche Mobiliar ist in der ersten Hälfte des 19. Jahrhunderts aufgestellt worden, vielleicht als Folge der Verluste während der Schließung der Kirche während der Französischen Revolution. Zahlreiche Ausstattungsgegenstände sind als nationale Kulturgüter registriert. Die Pfarrkirche hingegen ist seit dem 30. Juli 1968 als Monument historique klassifiziert.[9][10][11]

- Schloss Rochefort-Lavie. Die erste Erwähnung einer Motte und eines Schlosses erfolgte im Jahre 1410. 1654 bestand das Schloss nur aus einem Turm, der von einem breiten Graben umsäumt war. Nach mehreren Beschädigungen war das Schloss in einem Zustand des Verfalls bei dem Kauf durch die Familie Lavie in der Mitte des 18. Jahrhunderts. Die Familie führte zwischen 1760 und 1789 umfangreiche Arbeiten zur Restaurierung und Neubau des Schlosses durch. Nach der Französischen Revolution, zu Beginn des 19. Jahrhunderts, gelangte die Familie Rochefort über eine Heirat in den Besitz des Schlosses. Sie hängten den Namen der Lavie an und gaben dem Schloss seinen heutigen Namen. 1883 entwarf der Architekt Paul Lafond aus Narbonne ein Projekt zur Restaurierung. Bei der Ausführung wurde die Inneneinrichtung erneuert und ein Seitenflügel und Nebengebäude errichtet. Die Gebäude sind nunmehr um einen großen Innenhof angeordnet, der sich nach außen über ein Portal mit zwei runden Türmen öffnet. Am Ende des Hofes befindet sich das Hauptgebäude, dessen Westfassade von zwei polygonalen Türmen eingerahmt wird. Das Schloss ist seit dem 16. Januar 2001 als Monument historique klassifiziert und der Öffentlichkeit nicht zugänglich.[6][12][13]

- Brunnen Sainte-Anne. Er befindet sich unweit der Pfarrkirche von Belhade. Seinerzeit, als der Volksglauben noch groß war, suchten insbesondere Frauen den Brunnen auf, die auf mehr Muttermilch für ihre Säuglinge hofften. Das Wasser wurde nicht getrunken, sondern direkt auf den Körper aufgetragen. Diese Handlung erfolgte diskret alljährlich im Anschluss der Prozession am Gedenktag der heiligen Anna, dem 26. Juli. In den 1960er Jahren fand diese traditionelle Zeremonie ein vorläufiges Ende, doch im Jahre 1992 entschied der Bürgermeister von Belhade, diese Tradition wieder aufzunehmen. Der Brunnen wurde 1889 restauriert.[14]
Wirtschaft und Infrastruktur
[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]Handel und Dienstleistungen sind die wichtigsten Wirtschaftsfaktoren der Gemeinde.
Aktive Arbeitsstätten nach Branchen am 31. Dezember 2015[15]
Gesamt = 26
Gesamt = 26
Sport und Freizeit
[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]- Belhade liegt im Regionalen Naturpark Landes de Gascogne.[16]
- Ein sehr leichter Rundweg mit einer Länge von 2,5 km führt ohne Höhenunterschied durch das Zentrum von Belhade.[17]
Verkehr
[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]Belhade ist erreichbar über die Routes départementales 120, 356 und 651.
Weblinks
[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]Commons: Belhade – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien
- Belhade auf der Website des Gemeindeverbands (französisch)
- Website des Regionalen Naturparks Landes de Gascogne (französisch)
Einzelnachweise
[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]- ↑ Belhade. Gasconha.com, abgerufen am 25. Januar 2018 (französisch).
- 1 2 Belhade. Conseil régional d’Aquitaine, archiviert vom am 9. September 2016; abgerufen am 25. Januar 2018 (französisch).
- ↑ Landes. habitants.fr, abgerufen am 25. Januar 2018 (französisch).
- ↑ Ma commune : Belhade. Système d’Information sur l’Eau du Bassin Adour Garonne, abgerufen am 25. Januar 2018 (französisch).
- ↑ Toutes les communes fleuries. Conseil national des villes et villages fleuris, abgerufen am 25. Januar 2018 (französisch).
- 1 2 Le château de Belhade. Société archéologique de Bordeaux, archiviert vom am 27. Januar 2018; abgerufen am 25. Januar 2018 (französisch).
- ↑ Notice Communale Belhade. EHESS, abgerufen am 25. Januar 2018 (französisch).
- ↑ Populations légales 2015 Commune de Belhade (40032). INSEE, abgerufen am 25. Januar 2018 (französisch).
- ↑ Église Saint-Vincent de Belhade. Conseil régional d’Aquitaine, abgerufen am 25. Januar 2018 (französisch).
- ↑ Eglise Saint-Vincent de Xaintes. Ministerium für Kultur und Kommunikation, abgerufen am 25. Januar 2018 (französisch).
- ↑ église paroissiale Saint-Vincent-de-Xaintes. Ministerium für Kultur und Kommunikation, abgerufen am 25. Januar 2018 (französisch).
- ↑ Château de Rochefort-Lavie. Conseil régional d’Aquitaine, abgerufen am 25. Januar 2018 (französisch).
- ↑ Château de Rochefort-Lavie. Ministerium für Kultur und Kommunikation, abgerufen am 25. Januar 2018 (französisch).
- ↑ Fontaine Sainte-Anne de Belhade. Conseil régional d’Aquitaine, abgerufen am 25. Januar 2018 (französisch).
- ↑ Caractéristiques des établissements en 2015 Commune de Belhade (40032). INSEE, abgerufen am 25. Januar 2018 (französisch).
- ↑ 51 communes du Parc naturel régional des Landes de Gascogne. (PDF) Parc Naturel Régional des Landes de Gascogne, archiviert vom am 3. März 2016; abgerufen am 25. Januar 2018 (französisch).
- ↑ A Belhade, un château, une fontaine guérisseuse et un arbre magique. Comité Départemental du Tourisme des Landes, archiviert vom am 27. Januar 2018; abgerufen am 25. Januar 2018 (französisch).

