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Bateleur

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Bateleur

Bateleur der SANDF

Allgemeine Eigenschaften
Besatzung 3–5
Länge 9,30 m
Breite 2,35 m
Höhe 3,40 m
Masse 21,5 t
Panzerung und Bewaffnung
Panzerung Panzerstahl
Hauptbewaffnung 40×127 mm-Raketen
Sekundärbewaffnung 7,62-mm-Maschinengewehr
Beweglichkeit
Antrieb V10-Dieselmotor (luftgekühlt)
232 kW (315 PS)
Geschwindigkeit 93 km/h auf Straße
Leistung/Gewicht 10,8 kW/t
Reichweite 800 km

Der Bateleur ist ein Mehrfachraketenwerfer aus Südafrika. Er verschießt Raketen mit Kaliber 127 mm.

Der Bateleur entstand auf Grund einer Bedarfsforderung der South African Defence Force (SDAF). Diese beabsichtigten, den aus den 1970er-Jahren stammenden Mehrfachraketenwerfer Valkirii durch ein modernes System zu ersetzen. Die Entwicklung des Bateleur begann 1985 bei Denel. Die Raketen entstanden bei Naschem. 1989 wurden zwei Bateleur an die SDAF für die Truppenerprobung geliefert und 1990 wurden die ersten acht Serienfahrzeuge bei der SDAF in Dienst gestellt. Zunächst wurde der Bateleur als Valkirii Mk II und ab 2009 von Rheinmetall Denel Munition (RDM) als MARS Bateleur auf dem Exportmarkt angeboten. Nachdem keine Exporte zustande gekommen waren, wurde die Fertigungsstraße in Südafrika geschlossen. Im Jahr 2003 lag der Preis für ein Bateleur bei rund 819.000 US-Dollar.[1][2][3]

Das Fahrgestell des Bateleur basiert auf dem Samil-100-Lastkraftwagen mit der Radformel 6×6. Das Fahrzeug hat eine Besatzung von drei bis fünf Mann die in einem gepanzerten Führerhaus untergebracht sind. In diesem ist auch der Feuerleitrechner sowie ein Navigationssystem verbaut. Auf dem Führerhaus kann optional ein 7,62-mm-Maschinengewehr angebracht werden. Auf der Pritsche im hinteren Fahrzeugbereich ist ein horizontal und vertikal schwenkbaren Werferrahmen installiert. Auf diesem sind zwei Container mit jeweils 20 Raketen mit Kaliber 127 mm aufgesetzt (40 Raketen pro Fahrzeug). Der Seitenrichtbereich beträgt in der Fahrtrichtung ±110° und der Höhenrichtbereich liegt bei 0° bis +50°. Das Richten des Werferrahmen geschieht elektrisch, kann aber auch von Hand erfolgen.[4][5]

Der Bateleur wird von einem luftgekühlten 10-Zylinder-Dieselmotor vom Typ Deutz F10L 413F angetrieben. Dieser hat bei einer Drehzahl von 2500/min eine Leistung von 232 kW (315 PS). Der Kraftstofftank fasst 400 Liter. Das automatisierte Fahrzeuggetriebe hat fünf Vorwärts- und einen Rückwärtsgang. Bateleur erreicht auf der Straße eine maximale Fahrgeschwindigkeit von 93 km/h und hat eine Reichweite von 800–1000 km. Der Mehrfachraketenwerfer ist geländegängig. Die Bodenfreiheit des Fahrzeugs beträgt 35 cm, die Kletterfähigkeit 50 cm, die maximale Wattiefe 1,2 m und die maximale Steigfähigkeit 35 %.[5][6]

Die Raketen haben ein Kaliber von 127 mm und bestehen aus dem Raketentriebwerk sowie dem Gefechtskopf. Der Gefechtskopf befindet sich im vorderen Teil der Rakete, dahinter befindet sich das Feststoffraketentriebwerk mit zweibasigem Raketentreibstoff. Am Heck der Rakete sind vier Wickelleitwerke angebracht. Die Rakete ist 2,95 m lang und wiegt 62,7 kg. Die Brennschlussgeschwindigkeit liegt bei 1200 m/s. Die minimale Schussdistanz beträgt 8 km und die maximale 36 km. Der Splitter-Sprenggefechtskopf hat ein Gewicht von 20,6 kg. In diesem sind um den 5 kg schweren Sprengstoffkern 9700 in Epoxidharz eingebettete Stahlkugeln platziert. Als Zünder kommt ein Aufschlagzünder sowie Näherungszünder zur Anwendung. Letzterer kann so eingestellt werden, dass der Gefechtskopf in einer Höhe von 3, 4, 8 oder 12 m über Grund zündet. Detoniert der Gefechtskopf in einer Höhe von 4 m über Grund, beträgt der Splitterwirkungsradius gegen lebende Ziele rund 30 m. Neben diesem Raketentyp können auch die Raketen des Vorgängers Valkirii verschossen werden.[1][3][7]

Der Bateleur hat einen Fahrbereich von über 800 km um in den weiten Räumen Südafrikas autonom operieren zu können. Das Führerhaus bietet ausreichend Platz für die Besatzung sowie deren Ausrüstung, Verpflegung, Vorräte und Wasser, die für einen 14-tägigen Einsatz im Busch benötigt werden. Bateleur kann autonom oder im Verbund mit anderen Mehrfachraketenwerfern in Batterien eingesetzt werden.[1][3][4]

Bateleur kann aus voller Fahrt innerhalb von 45 bis 60 Sekunden den Feuerkampf aufnehmen. Dafür werden am Fahrzeugheck zwei Stützbeine ausgefahren. Für den Abschuss der Raketen, die elektrisch gestartet werden, muss die Besatzung das Führerhaus nicht verlassen. Nach Beendigung des Feuerauftrages kann der Bateleur innerhalb von 30 Sekunden die Stellung wieder verlassen. Die Raketen können einzeln oder in einem Zeitabstand von 0,5 Sekunden abgefeuert werden. So kann eine Salve mit 40 Raketen innerhalb von 20 Sekunden abgefeuert werden. Eine Salve von 40 Raketen bestreicht eine ovale Fläche von 124 × 208 m (rund 20.255 ). Eine Batterie mit acht Bateleur deckt mit insgesamt 320 Raketen eine Zielfläche von rund 1 km² ein. Nach dem Abfeuern der Raketen werden die leeren Raketencontainer von einem Kwêvoël 100-Versorgungsfahrzeug ausgewechselt. Dies dauert rund 5 Minuten. Zur Not können die leergeschossenen Raketencontainer auch von Hand mit neuen Raketen beladen werden. So dauert das Nachladen 10 bis 15 Minuten.[4][7][8]

Kriegseinsätze

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Die frühere südafrikanische SADF setzten den Bateleur im Bürgerkrieg in Angola (1975–2002) sowie bei Militäroperationen in Angola und Namibia ein.[2][8][9]

Commons: Bateleur – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise

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  1. 1 2 3 Christopher F. Foss: Jane’s Armour and Artillery 2011-2012. 2011, S. 1109–1110.
  2. 1 2 Denel Bateleur. In: tank-afv.com. Tank AFVs, abgerufen am 8. Mai 2026 (englisch).
  3. 1 2 3 Valkiri 127 mm Multiple Launch Rocket System. (PDF) In: forecastinternational.com. Forecast International, abgerufen am 8. Mai 2026 (englisch).
  4. 1 2 3 Valkiri Mk.II. In: army-guide.com. Army-Guide, abgerufen am 8. Mai 2026 (englisch).
  5. 1 2 Christopher Chant: A Compendium of Armaments and Military Hardware. 2014, S. 126.
  6. Bateleur / Valkiri Mk II. In: weaponsystems.net. Weapon Systems.net, abgerufen am 8. Mai 2026 (englisch).
  7. 1 2 Leland Ness & Anthony G. Williams: Jane’s Ammunition Handbook 2006-2007, Fifteenth Edition. 2006, S. 698–699.
  8. 1 2 T. J. O’Malley: Moderne Artilleriesysteme. 1996, S. 140–141.
  9. In Africa, Cheap and Deadly Rocket Launchers Find a Niche. In: medium.com. Medium, abgerufen am 8. Mai 2026 (englisch).
  10. The International Institute for Strategic Studies (IISS): "The Military Balance 2026." 2026, S. 512.