Banalsit kristallisiert im Kristallsystem, entwickelt aber nur sehr selten gut sichtbare Kristallflächen. Meist findet er sich in Form grobkörniger bis massiger Mineral-Aggregate. In reiner Form ist Banalsit farblos und durchsichtig. Durch vielfache Lichtbrechung aufgrund von Gitterfehlern oder polykristalliner Ausbildung ist er jedoch meist durchscheinend weiß und hinterlässt auch auf der Strichtafel einen weißen Strich. Die seltenen Kristalle weisen einen glasähnlichen Glanz auf. Frische Spaltflächen schimmern dagegen irisierend wie Perlmutt.
Erstmals entdeckt wurde Banalsit in der „Benallt Mine“ bei Rhiw (Llanfaelrhys) auf der walisischen Halbinsel Lleyn. Analysiert und erstbeschrieben wurde das Mineral durch W. Campbell Smith, F.A. Bannister und M.H. Hey, die ihre Erstbeschreibung 1944 im amerikanischen Fachmagazin Mineralogical Magazine veröffentlichten.
Da der Banalsit bereits lange vor der Gründung der International Mineralogical Association (IMA) bekannt und als eigenständige Mineralart anerkannt war, wurde dies von ihrer Commission on New Minerals, Nomenclature and Classification (CNMNC) übernommen und bezeichnet den Banalsit als sogenanntes „grandfathered“ (G) Mineral.[9] Die seit 2021 ebenfalls von der IMA/CNMNC anerkannte Kurzbezeichnung (auch Mineral-Symbol) von Banalsit lautet „Bns“.[1]
In der vorwiegend im englischen Sprachraum gebräuchlichen Systematik der Minerale nach Dana hat Banalsit die System- und Mineralnummer 76.01.06.01. Das entspricht ebenfalls der Klasse der „Silikate“ und dort der Abteilung „Gerüstsilikate: Al-Si-Gitter“. Hier findet er sich innerhalb der Unterabteilung „Mit Al-Si-Gitter“ in der „Banalsitgruppe“, in der auch Stronalsit, Lisetit und Svyatoslavit eingeordnet sind.
Viele Banalsite zeigen unter kurz- bis mittelwelligem UV-Licht eine gelbgrüne und unter kurzwelligem UV-Licht eine schwache bläulichweiße (sehr selten wohl auch tiefrote[11]) Fluoreszenz, die nach Wegnahme der UV-Quelle in eine grüne Phosphoreszenz übergeht.[12]
Als seltene Mineralbildung konnte Banalsit nur an wenigen Orten nachgewiesen werden, wobei weltweit bisher rund 20 Vorkommen dokumentiert sind (Stand 2025).[13] Seine Typlokalität, die „Benallt Mine“ bei Rhiw (Llanfaelrhys) in Wales ist dabei der bisher einzige bekannte Fundort im Vereinigten Königreich.
W. C. Smith, F. A. Bannister, M. H. Hey, A. W. Groves:Banalsite, a new barium-feldspar from Wales. In: Mineralogical Magazine. Band27, Nr.186, September 1944, S.33–47, doi:10.1180/minmag.1944.027.186.01 (englisch, rruff.net[PDF; 2,7MB; abgerufen am 28.November 2025]).
Michael Fleischer:New mineral names. In: American Mineralogist. Band30, Nr.1–2, 1945, S.85–86 (englisch, minsocam.org[PDF; 134kB; abgerufen am 28.November 2025]).
Ruslan P. Liferovich, Andrew J. Locock, Roger H. Mitchell, Arkadiy K. Shpachenko:The crystal structure of stronalsite and a redetermination of the structure of banalsite. In: The Canadian Mineralogist. Band44, 2006, S.533–546, doi:10.2113/gscanmin.44.2.533 (englisch, Digitalisat bei rruff.info (Memento vom 25. Januar 2025 im Internet Archive) [PDF; 901kB; abgerufen am 28.November 2025]).
Andrew J. Locock, T. Scott Ercit, Johan Kjellman, Paula C. Piilonen:New mineral names. In: American Mineralogist. Band91, Nr.11–12, 2006, S.1945–1954 (englisch, minsocam.org[PDF; 209kB; abgerufen am 28.November 2025]).
12Hugo Strunz, Ernest H. Nickel:Strunz Mineralogical Tables. Chemical-structural Mineral Classification System. 9. Auflage. E. Schweizerbart’sche Verlagsbuchhandlung (Nägele u. Obermiller), Stuttgart 2001, ISBN 3-510-65188-X, S.697 (englisch).
12345Stefan Weiß:Das große Lapis Mineralienverzeichnis. Alle Mineralien von A – Z und ihre Eigenschaften. Stand 03/2018. 7., vollkommen neu bearbeitete und ergänzte Auflage. Weise, München 2018, ISBN 978-3-921656-83-9.
↑David Barthelmy:Banalsite Mineral Data.In:webmineral.com.Abgerufen am 28.November 2025(englisch).
1234Ruslan P. Liferovich, Andrew J. Locock, Roger H. Mitchell, Arkadiy K. Shpachenko:The crystal structure of stronalsite and a redetermination of the structure of banalsite. In: The Canadian Mineralogist. Band44, 2006, S.533–546, doi:10.2113/gscanmin.44.2.533 (englisch, Digitalisat bei rruff.info (Memento vom 25. Januar 2025 im Internet Archive) [PDF; 901kB; abgerufen am 28.November 2025]).
12345
Banalsite. In: John W. Anthony, Richard A. Bideaux, Kenneth W. Bladh, Monte C. Nichols (Hrsg.): Handbook of Mineralogy, Mineralogical Society of America. 2001 (englisch, handbookofmineralogy.org[PDF; 43kB; abgerufen am 28.November 2025]).
12345Banalsite.In:mindat.org.Hudson Institute of Mineralogy,abgerufen am 29.November 2025(englisch).