Aviaction
| Aviaction | |
|---|---|
| IATA-Code: | (ohne) |
| ICAO-Code: | HC |
| Rufzeichen: | AVIACTION |
| Gründung: | 1969 |
| Betrieb eingestellt: | 1973 |
| Sitz: | Hamburg |
| Heimatflughafen: | Flughafen Hamburg-Fuhlsbüttel |
| Flottenstärke: | 3 |
| Ziele: | Mittelmeerraum, Kanarische Inseln |
| Aviaction hat den Betrieb 1973 eingestellt. Die kursiv gesetzten Angaben beziehen sich auf den letzten Stand vor Einstellung des Betriebes. | |
Aviaction (offiziell Aviaction – Hanseatische Luftreederei GmbH Co. KG) war eine deutsche Charterfluggesellschaft, die ihren Betrieb im Jahr 1973 eingestellt hat.
Geschichte
[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]Aviaction wurde am 22. Dezember 1969 von Privatinvestoren in Hamburg gegründet. Die Gesellschaft bestellte im Sommer 1970 drei Strahlflugzeuge des Typs Fokker F28-1000, von denen sie das erste am 26. Februar 1971 erhielt. Für die Flugzeugfinanzierung gab es nach einem Gesetz zur Belebung des Flugverkehr Starthilfe vom Staat. Die 65-sitzige Fokker wurde als optimales Flugzeug angesehen, um solche Strecken zu bedienen, welche die größeren Charterfluggesellschaften Atlantis, Bavaria, Condor, Germanair und LTU nicht abdeckten. Dem Gründer Kurt Ahuis fehlte angesichts bestehender Airlines wie Bavaria (München), LTU (Düsseldorf), Atlantis (Stuttgart/Frankfurt), Germanair (Frankfurt) und Condor eine Airline für Hamburg. Der Bedarfsluftverkehr in England und Skandinavien nahm den sich abzeichnenden Boom des Pauschalflugreiseverkehrs voraus. Das Unternehmen konnte mehrere Reiseveranstalter, darunter die Touristik Union International (TUI), als Vertragspartner gewinnen. Am 28. Februar 1971 erhielt die Firma die Betriebsgenehmigung und einen Monat später am 28. März 1971 flogen die ersten Passagiere mit einem Charterflug von Hamburg nach Palma de Mallorca. Im April und Juli 1971 erhielt Aviaction ihre zwei anderen Fokker F28. Mit der Wartung der drei Flugzeuge wurde die norwegischen Fluggesellschaft Braathens S.A.F.E. beauftragt.[1]
Im November 1971 erfolgte die Gründung des Tochterunternehmens Aviaction Kassel Flugtouristik, das ab Frühjahr 1972 mit einer Fokker F28 der Muttergesellschaft IT-Charterflüge vom Flughafen Kassel-Calden in den Mittelmeerraum durchführte. Das dreifarbige Farbkonzept wurde nicht nur auf den Flugzeugen, Tickets und mit den verschiedenfarbigen Tabletts und Trays der Bordkücke fortgeführt, sondern war auch Bestandteil der Werbung; «Fliegt die bunten Ferienvögel» lautete der Claim von Inseraten in der Flugrevue 1972.[2] Auch die Uniformen waren farbig. Die Farben waren schon in der Flugzeugfabrik von Fokker ein Thema gewesen, als das erste Flugzeug neben "konservativen Rumpfbemalungen" anderer Airlines in der Halle stand. Bei Fokker wurde es "Rogus de Hippie" genannt, der Hippievogel.[3]
Aviaction geriet im Winter 1972/73 wegen unerwartet hoher Betriebskosten und der ungenügenden Auslastung ihrer Flugzeuge in wirtschaftliche Schwierigkeiten. Weil die Reichweite der Fokker F28 zu gering war, konnte das Unternehmen keine Nonstop-Verbindungen zu den wichtigen Winterzielen auf den Kanarischen Inseln anbieten und verlor dadurch Aufträge. Aus diesem Grund wurde im Januar 1973 eine Maschine für drei Monate an Braathens S.A.F.E. vermietet und die bereits getätigte Bestellung einer vierten Fokker storniert.[1]
Die finanzielle Situation führte im Sommer 1973 dazu, dass sich das Unternehmen auf die Suche nach neuen Investoren begab. Die dänische Charterfluggesellschaft Sterling Airways zeigte anfangs Interesse an einer Übernahme, insbesondere um dadurch auf dem deutschen Chartermarkt Fuß zu fassen, setzte das Vorhaben aber nicht um. Aviaction stellte den Flugbetrieb zum Ende der Sommersaison am 30. Oktober 1973 ein, weil sie die laufenden Verbindlichkeiten nicht mehr begleichen konnte.[1]