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Atomix

aus Wikipedia, der freien Enzyklopädie
Atomix
Entwickler Softtouch Productions
Publisher Thalion Software
Leitende Entwickler Günter Krämer
Veröffentlichung 1990
Plattform Atari ST, Commodore 64, Amiga, MS-DOS
Genre Denkspiel
Sprache Englisch

Atomix ist ein 1990 veröffentlichtes Computerspiel aus dem Genre der Denkspiele. Es wurde von Günter Krämer unter dem Pseudonym Softtouch Productions programmiert. Die Grafik erstellte Rolf Steffens unter dem Pseudonym RoSt Digital. Publisher war Thalion Software. Chemische Moleküle müssen im Spiel korrekt aus einzelnen Atomen zusammengesetzt werden. Das Spiel wurde für die Heimcomputer Atari ST, C64 und Amiga sowie für das PC-Betriebssystem MS-DOS veröffentlicht.[1]

Atomix spielt sich in einem Raum mit mehreren Wänden ab, wo Atome verteilt sind. Der Spieler kann ein Atom auswählen und es in eine der vier Himmelsrichtungen bewegen. Ein bewegtes Atom gleitet so lange in diese Richtung weiter, bis es auf eine Wand oder ein anderes Atom trifft.[2][3][4] In jedem Level muss der Spieler ein Molekül einer bestimmten chemischen Verbindung zusammensetzen. Die Struktur des erstellten Moleküls muss exakt der Strukturformel der chemischen Verbindung entsprechen, die auf der linken Bildschirmseite angezeigt wird.[2][3][4]

Vor Spielbeginn wählt der Spieler den Schwierigkeitsgrad (leicht oder schwer) sowie den Ein- oder Zweispielermodus aus.[5] Jedes Rätsel muss innerhalb eines Zeitlimits abgeschlossen werden.[6] Im Zweispieler-Modus, können zwei Spieler gemeinsam an demselben Rätsel arbeiten. Sie wechseln sich dabei ab, wobei jeder Spieler bis zu dreißig Sekunden Zeit pro Zug hat.[2] Sobald das Molekül korrekt zusammengesetzt ist, erhält der Spieler eine Punktzahl – je schneller das Rätsel gelöst wurde, desto höher fällt die Punktzahl aus.[2] Die gesammelten Punkte können später eingesetzt werden, um zusätzliche Versuche („Credits“) zu kaufen.[5] Nach jeweils fünf Leveln gibt es einen Bonuslevel, in dem der Spieler Laborflaschen nach der Füllmenge sortieren muss.

Das Lösen der Rätsel erfordert besonders in späteren Levels mit wenig freiem Platz strategische Planung, weil dann das Platzieren des fertigen Moleküls schwierig wird.

Entwicklungsgeschichte

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Das Spiel wurde von Günter Krämer unter dem Pseudonym „Softtouch“programmiert.[7][8][9] Die Konvertierung auf PC übernahm Henrik Nordhaus und die auf Atari ST Dirk Jansen.[8] Die kompletten Spielgrafiken stammen von Rolf Steffens,[8] der unter dem Kürzel „RoSt“ firmierte.[7]

Atomix erschien 1990 für die Heimcomputer Commodore Amiga, Atari ST und Commodore 64 sowie für PCs mit dem Betriebssystem MS-DOS. Der Soundtrack der Amigaversion wurde von Manfred Nöcken[8] und der der Atari-ST-Version von Jochen Hippel komponiert,[10][8] während die Musik für die C64-Version von Holger Knipping und Michael Hendriks erstellt wurde.[11]

Nachfolger und Klone

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Im Jahr 2004 erschien unter dem Titel Atomix 2 eine Fortsetzung für Windows-PCs, die grafisch verbessert wurde und 40 Level umfasst.[12] Zudem entstanden mehrere quelloffene Umsetzungen, darunter:

  • 1998: KAtomic – eine Variante für die KDE-Desktopumgebung[13]
  • 2013: Atomiks – ein freier Klon für Linux[14]

Das Spiel wurde überwiegend positiv aufgenommen. Kritisiert wurde gelegentlich der geringe Wiederspielwert nach dem Lösen aller Levels. Atomix wurde von der deutschsprachigen Heimcomputerzeitschrift 64’er und von den Spielezeitschriften Power Play und Amiga Joker getestet.[15]

Forschung und Komplexität

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Im Rahmen einer Studienarbeit an der Universität Tübingen untersuchte Falk Hüffner im Jahr 2003 das Spiel Atomix nach algorithmischen Gesichtspunkten.[16] Dabei zeigte sich, dass das Lösen von Atomix-Leveln zur Komplexitätsklasse PSPACE-vollständig gehört. Die Level des Spieles zählen – wie die des ähnlichen Spieles Sokoban – zu den rechnerisch besonders anspruchsvollen Problemen, für die bislang keine effizienten (d. h. polynomiellen) Lösungsverfahren bekannt sind.

Die Arbeit vergleicht die Struktur von Atomix mit anderen klassischen Denkspielen wie dem 15-Puzzle, dem 24-Puzzle und Sokoban. Der Suchraum in Atomix ist dabei größer als in Sokoban, obwohl die minimalen Lösungslängen kürzer ausfallen können. Zur Lösungsfindung kamen unter anderem die Heuristiken A* und IDA* zum Einsatz. Mit einem eigens entwickelten Solver-Programm konnten für 17 der 30 originalen Atomix-Level optimale Lösungen berechnet werden. Die Untersuchung zeigt zudem, dass sich Atomix aufgrund seiner Suchraumstruktur gut als Testumgebung für neue Suchalgorithmen eignet.

  • Falk Hüffner et al.: Finding Optimal Solutions to Atomix. In: Franz Baader, Gerhard Brewka, Thomas Eiter (Hrsg.): KI 2001. Advances in Artificial Intelligence (= Lecture Notes in Computer Science. Band 2174). Springer, Berlin/Heidelberg 2001, ISBN 3-540-42612-4, S. 229–243.
  • Markus Holzera, Stefan Schwoon: Assembling molecules in ATOMIX is hard. In: Theoretical Computer Science. Band 313, Nr. 3, 2004, ISSN 0304-3975, S. 447–462, doi:10.1016/j.tcs.2002.11.002.
Commons: Atomix – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise

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  1. Atomix (1990). Abgerufen am 24. Oktober 2025 (englisch).
  2. 1 2 3 4 Thalion Software: Atomix – Spielanleitung, Abschnitt „The Game“, 1990, S. 1.
  3. 1 2 Phil Campbell: „Atomix“, in: The Australian Commodore & Amiga Review, Band 7, Ausgabe 11, November 1990, S. 80.
  4. 1 2 Tim Ponting: „Shorts: Atomix“, in: Zero, Ausgabe 7, Mai 1990, S. 75.
  5. 1 2 Thalion Software: Atomix – Spielanleitung, 1990, S. 1.
  6. ACE Magazine: „Atomix“, Ausgabe 33, 1990.
  7. 1 2 Atomix, MobyGames
  8. 1 2 3 4 5 Handbuch zur Amiga- und Atari-Version, PDF-Datei, S. 3, db.hfsplay.fr (deutsch)
  9. Günter Krämer, amigaparadise.com
  10. Atomix, atarilegend.com
  11. Atomix, credit, GameSpot
  12. Atomix 2. In: MobyGames. Abgerufen am 5. August 2025 (englisch).
  13. KAtomic, MobyGames
  14. Atomiks, MobyGames
  15. Atomix, Testberichtübersicht, kultboy.com
  16. Falk Hüffner, Stefan Edelkamp, Henning Fernau, Rolf Niedermeier: Finding Optimal Solutions to Atomix. In: Lecture Notes in Computer Science. 2001, ISSN 0302-9743, S. 229–243, doi:10.1007/3-540-45422-5_17 (academia.edu [abgerufen am 24. Oktober 2025]).