Das Dorf liegt in der historischen Region Ostpreußen, an der Omet, einem Flüsschen, etwa sieben Kilometer südöstlich der Stadt Schelesnodoroschny (Gerdauen).
OrtseinfahrtOrtsansichtDie Omet in der Gemarkung des Dorfs
Der Name des Dorfes ist möglicherweise abgeleitet von aza für Esche bzw. azi für Feldrain.[3]
Am 10. Oktober 1352 erhielt der prußisch-sudauische Ritter Luprecht Sudowen von Winrich von Kniprode 70Hufen Ackerfläche Assune.[4] Die Formulierungen in der Urkunde deuten darauf hin, dass hier bereits eine bewohnte Siedlung bestand.[B 1] Die Fläche war von der Zahlung des Zehnts befreit und der Ritter durfte selbst Gericht halten, vorbehaltlich der besonderen Interessen des Deutschen Ordens. Luprecht Sadowen war zu berittenem Militärdienst verpflichtet. Der Vertrag über die Überlassung des Gebietes sah vor, dass vier Nachfolgegenerationen Luprechts das Gebiet besitzen sollten, bevor es wieder an den Orden fallen sollte. Da der Sohn Luprechts jedoch keinen männlichen Nachfolger hatte, fiel das Gebiet schon nach dessen Tod im Jahr 1366 wieder an den Orden.[4] Möglicherweise sind die Nachkommen Luprechts aber bei den Kriegszügen des Großfürsten Kynstutte (Kejstut) umgekommen.[B 2] Der Ordensmarschall Engelhard Rabe erteilte 1390 Jakob und Reynke Berlin sowie Hensel EndekenHandfeste für den Ort, der jetzt Assun genannt wurde und eine Fläche von 80Hufen umfasste.[B 3] 1406 wurde im Ort eine Pfarrkirche errichtet.
1481 war Jakub de Coszmi aus der Diözese Płock in Asuny. Das erste Gasthaus eröffnete 1506.[4]
Mitte des 16.Jahrhunderts gehörten zu Assaunen 85Hufen Land, wovon ein Teil wüst war.[B 4] Die ersten Polen lebten ab 1676 in dem Ort.[4] 1710 wütete die Pest in Asuny. Der Juli des Jahres war vermutlich[5] der Höhepunkt der Seuche und kostete 109Einwohnern das Leben.[B 5]
1707 wurde das VorwerkErnsthof angelegt, vermutlich benannt nach dem damaligen LehnsherrnGraf Ernst Sigismund. 1710 wurden 91Hufen, 36Morgen und 17Ruten im Steuerkataster festgestellt.[B 6]
1800 erhielt die Wassermühle den Namen Louisenwerth;[6] errichtet worden war sie bereits im 15.Jahrhundert.[B 7] Am 17.Januar 1818 verursachte ein Orkan Schäden in Höhe von fast 400Talern, einer für die damaligen Zeit sehr hohen Summe.[B 8]
Im Ersten Weltkrieg wurde der Ort schwer zerstört, Assaunen galt als die am stärksten zerstörte Landgemeinde im Kreis Gerdauen.[8] Der Wiederaufbau erfolgte ab 1916.
Am 1. April 1927 hatte der GutsbezirkHeiligenstein eine Flächengröße von 728 ha, 65 ar und 95 m², und am 16. Juni 1925 hatte der Gutsbezirk 182 Einwohner.[9] Am 30. September 1928 wurden der Gutsbezirk Heiligenstein und die Exklave Henriettenfeld nach Assaunen eingemeindet,[7] und am 6. März 1932 erfolgte die Umbenennung des Amtsbezirks Korklack in „Amtsbezirk Assaunen“.
Ukrainisches Kulturzentrum in Asuny
Gegen Ende des Zweiten Weltkrieges wurde die Region im Frühjahr 1945 von der Roten Armee besetzt. Anschließend wurde Assaunen zusammen mit der südlichen Hälfte Ostpreußens Teil Polens und in Asuny umbenannt.
1970 gab es in dem Ort eine achtklassige Schule und einen Kindergarten, der von 16Kindern besucht wurde.
1785 gab es in dem Ort 34 Gebäude und in der Nähe ein Vorwerk und eine Wassermühle. 1910 gab es 22Wohn- und 34Wirtschaftshäuser und insgesamt lebten hier 152Menschen. 1925 hatte sich die Einwohnerzahl bereits auf 574 erhöht, die Anzahl der Wohnhäuser betrug 42 und es gab 110Wirtschaftsgebäude. Bis 1933 verringerte sich die Zahl der Einwohner auf 485, am 17.Mai 1939 wurden 493Bewohner gezählt.
1970 lebten nur noch 122Einwohner in dem Dorf. Bis 2010 sank die Einwohnerzahl weiter auf 82,[10] 2021 waren es 59.[1]
Verbindung an das Straßennetz besteht über eine Nebenstraße, die ursprünglich Aptynty (Aftinten) an der Woiwodschaftsstraße 591 (einstige deutsche Reichsstraße 141) mit Swerewo(Wandlacken)Fernstraße A196 (frühere Reichsstraße 131) verband, jetzt aber durch die Staatsgrenze durchschnitten wird. Sie führt heute weiter bis nach Wilczyny(Wolfshagen) in der Gmina Srokowo(Drengfurth).
Am 6. März 1932 wurde der seit 1874 im Kreis Gerdauen bestehende Amtsbezirk Korklack (polnisch Kurkławki) in „Amtsbezirk Assaunen“ umbenannt,[7] da der Gutsbezirk Korklack nicht mehr als eigenständige Gemeinde existierte. Den Amtsbezirk Assaunen bestand noch bis 1945, aber lediglich aus einer Gemeinde: der Landgemeinde Assaunen.
Die Kirche in Asuny ist bereits in einer Urkunde von 1406 erwähnt worden. Sie wurde aus roten Backsteinen und mittelgroßen Feldsteinen erbaut. Der Turm wurde in Stein-Holz-Bauweise errichtet. Nach einem Brand wurde die Kirche 1914 wieder aufgebaut.
Die römisch-katholischen Einwohner sind der Pfarrgemeinde in Mołtajny (Molthainen) im Dekanat Kętrzyn II/Nordost im Bistum Ermland in der Katholischen Kirche in Polen zugeordnet.
Assaunen, Dorf, an der Omet, Kreis Gerdauen, Regierungsbezirk Königsberg, Provinz Ostpreußen, mit Eintrag aus Meyers Orts- und Verkehrslexikon, Ausgabe 1912, sowie einer historischen Landkarte der Umgebung von Assaunen (meyersgaz.org).
Adolf Boetticher: Die Bau- und Kunstdenkmäler der Provinz Ostpreußen. Band 2: Die Bau- und Kunstdenkmäler in Natangen. 1898, S. 12–13 (Google Books).
Agathon Harnoch: Chronik und Statistik der evangelischen Kirchen in den Provinzen Ost- und Westpreußen, Nipkow, Neidenburg 1890, S. 97–98 (Google Books).
Heinrich Schwarz: Aus der Geschichte des Dorfes Assaunen. In: Oskar-Wilhelm Bachor: Der Kreis Gerdauen. Ein ostpreussisches Heimatbuch (=Ostdeutsche Beiträge aus dem Göttinger Arbeitskreis, 43). Holzner, Würzburg 1968, ISSN0474-8204, S.122–134 (Der Göttinger Arbeitskreis. Veröffentlichung 371).
Tadeusz Swat: Dzieje Wsi. In: Aniela Bałanda u.a.: Kętrzyn. Z dziejów miasta i okolic. Pojezierze, Olsztyn 1978, S. 162 (Seria monografii miast Warmii i Mazur).
↑Rozalia Przbytek, Hydronymia Europaea. Ortsnamen baltischer Herkunft im südlichen Teil Ostpreußens, Stuttgart 1993, S. 13; Georg Gerullis, Die altpreußischen Ortsnamen, Berlin/Leipzig 1922, S. 12
↑Kurt Albrecht: Die preußischen Gutsbezirke, in: Zeitschrift des Preussischen Statistischen Landesamts, 67. Jahrgang, Berlin 1927, S. 344–477, insbesondere S. 371, 4. Kreis Gerdauen, Ziffer 26 (Google Books).
↑
Główny Urząd Statystyczny, Portret miejscowości statystycznych w gminie Barciany (powiat kętrzyński, województwo warmińsko-mazurskie) w 2010 r.Online-Abfrage