Anapait wurde erstmals 1902 in einer Eisenerzgrube bei Anapa im Süden Russlands gefunden und von Arthur Sachs untersucht. Er benannte es nach seinem Fundort Anapait.[8] 1903 wurde von S. P. Popoff ein ähnliches Mineral beschrieben, dass er Tamanit nannte.[9] Es stellte sich jedoch heraus, dass es sich bei Anapait und Tamanit um identische Minerale handelt. Der zuerst verwendete Name Anapait wurde beibehalten.
Da der Anapait bereits lange vor der Gründung der International Mineralogical Association (IMA) bekannt und als eigenständige Mineralart anerkannt war, wurde dies von ihrer Commission on New Minerals, Nomenclature and Classification (CNMNC) übernommen. Sie bezeichnet den Anapait daher als sogenanntes „grandfathered“ Mineral und führt es in der „Liste der Minerale und Mineralnamen“ mit dem Kürzel ‚G‘ und dem Jahr seiner Erstbeschreibung.[3]
Die seit 2021 ebenfalls von der IMA/CNMNC anerkannte Kurzbezeichnung (auch Mineral-Symbol) von Anapait lautet „Anp“.[1]
Im zuletzt 2018 überarbeiteten und aktualisierten Lapis-Mineralienverzeichnis nach Stefan Weiß, das sich im Aufbau noch nach dieser alten Form der Systematik von Karl Hugo Strunz richtet, erhielt das Mineral die System- und Mineral-Nr. VII/C.19-010. In der „Lapis-Systematik“ entspricht dies ebenfalls der Abteilung „Wasserhaltige Phosphate, ohne fremde Anionen“, wo Anapait als einziges Mitglied eine unbenannte Gruppe mit der Systemnummer VII/C.19 bildet.[4]
In der vorwiegend im englischen Sprachraum gebräuchlichen Systematik der Minerale nach Dana hat MineralName die System- und Mineralnummer 40.02.01.01. Dies entspricht ebenfalls der Klasse der „Phosphate, Arsenate und Vanadate“ und dort der Abteilung „Wasserhaltige Phosphate etc.“, wo das Mineral als einziges Mitglied in der unbenannten Gruppe mit der Systemnummer 40.02.01 innerhalb der Unterabteilung „Wasserhaltige Phosphate etc., mit A2+(B2+)2(XO4) × x(H2O)“ zu finden ist.
Anapaite. In: John W. Anthony, Richard A. Bideaux, Kenneth W. Bladh, Monte C. Nichols (Hrsg.): Handbook of Mineralogy, Mineralogical Society of America. 2001 (englisch, handbookofmineralogy.org[PDF; 52kB; abgerufen am 27.Februar 2024]).
Petr Korbel, Milan Novák:Mineralien-Enzyklopädie (=Dörfler Natur). Edition Dörfler im Nebel-Verlag, Eggolsheim 2002, ISBN 978-3-89555-076-8.
Anapaite search results.In:rruff.info.Database of Raman spectroscopy, X-ray diffraction and chemistry of minerals (RRUFF);abgerufen am 27.Februar 2024(englisch).
123Hugo Strunz, Ernest H. Nickel:Strunz Mineralogical Tables. Chemical-structural Mineral Classification System. 9. Auflage. E. Schweizerbart’sche Verlagsbuchhandlung (Nägele u. Obermiller), Stuttgart 2001, ISBN 3-510-65188-X (englisch).
12Stefan Weiß:Das große Lapis Mineralienverzeichnis. Alle Mineralien von A – Z und ihre Eigenschaften. Stand 03/2018. 7., vollkommen neu bearbeitete und ergänzte Auflage. Weise, München 2018, ISBN 978-3-921656-83-9.
123Anapaite.In:mindat.org.Hudson Institute of Mineralogy,abgerufen am 28.Februar 2024(englisch).
↑Stefan Weiß: Das große Lapis Mineralienverzeichnis. 4. Auflage. Christian Weise Verlag, München 2002, ISBN 3-921656-17-6
↑A. Sachs: Der Anapait, ein neues Kalkeisenphosphat von Anapa am Schwarzen Meere. In: Zeitschrift für Angewandte Chemie. 15, 1902, S.111, doi:10.1002/ange.19020150503.
↑S. P. Popoff. In: Zeitschrift für Kristallographie, Mineralogie und Petrographie. 1903, 37, S. 267.