Lleida
| Lleida | ||
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| Wappen | Karte von Spanien | |
| Basisdaten | ||
| Land: | ||
| Autonome Gemeinschaft: | ||
| Provinz: | Lleida | |
| Comarca: | Segrià | |
| Gerichtsbezirk: | Lleida | |
| Koordinaten: | 41° 37′ N, 0° 38′ O | |
| Höhe: | 167 msnm[1] | |
| Fläche: | 211,79 km²[2] | |
| Einwohner: | 146.266 (Stand: 2025)[3] | |
| Bevölkerungsdichte: | 691 Einw./km² | |
| Gemeindenummer (INE): | 25120 | |
| Verwaltung | ||
| Bürgermeister: | Miquel Pueyo (ERC) | |
| Website: | www.paeria.cat | |
| Lage der Stadt | ||

Lleida [] (lokal []; nicht mehr amtliche spanische Bezeichnung Lérida [];[4] aragonesisch Leida) ist eine Stadt im Westen der Autonomen Region Katalonien mit 146.266 Einwohnern (Stand: 2025). Sie ist die Hauptstadt der Provinz Lleida und liegt 160 Kilometer südlich der Pyrenäen am Fluss Segre.
Geschichte
[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]Altertum
[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]Lleida hieß in der Antike auf Iberisch Iltirta und war schon in vorrömischer Zeit ein bedeutender Ort. Es war die befestigte und durch Handel reiche Hauptstadt der Ilergeten und prägte eigene Silbermünzen mit Inschriften im iberischen Alphabet.[5] Im Zweiten Punischen Krieg stand es auf Seiten der Karthager und widersetzte sich unter Führung der Häuptlinge Indibilis und Mandonius den Römern, bis diese die Ilergeten 205 v. Chr. endgültig unterwarfen.[6] Eine Bronzestatue im akademistischen Stil vor dem im 18. Jahrhundert errichteten Stadttor von Lleida erinnert heute an die Brüder Indibilis und Mandonius.
In römischer Zeit gehörte die Stadt zur Provinz Hispania Tarraconensis und hieß Ilerda. Sie befand sich auf einem hohen Hügel am rechten Ufer des Flusses Sicoris, dem heutigen Segre, der hier eine Brücke hatte. Unmittelbar an der Straße von Tarraco (heute Tarragona) nach Osca (heute Huesca) gelegen,[7] spielte die Stadt im Krieg des Quintus Sertorius eine nicht unbedeutende Rolle.[8] Hier belagerte Caesar im ersten Jahr seines Bürgerkriegs gegen Pompeius (49 v. Chr.) dessen beide Legaten Lucius Afranius und Marcus Petreius und zwang sie zur Kapitulation.[9] Kaiser Augustus erhob Ilerda zum Municipium. Zur Zeit von Ausonius (4. Jh.) hatte die Bedeutung der Stadt abgenommen.
Mittelalter
[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]Unter den Westgoten wurde Ilerda Bischofssitz; 546 fand hier ein Konzil statt. 713 wurde es von den Mauren erobert, die es Lareda oder Lerita nannten. Ludwig der Fromme zerstörte die Stadt 800 und verleibte sie der Spanischen Mark ein, doch fiel sie bald wieder an die Mauren. Sie gelangte in Al-Andalus zu hoher Blüte und war eine der bedeutendsten Städte der Taifa von Saragossa, vor der Eroberung durch die Almoraviden zeitweilig auch ein eigenständiges Kleinkönigreich. Im Zuge der Reconquista eroberte Graf Raimund Berengar IV. von Barcelona die Stadt 1149 und siedelte Katalanen aus den angrenzenden Pyrenäentälern und der Grafschaft Urgell hier an. Aus dieser Zeit stammt der katalanische Name Lleyda. Im 12. und 13. Jahrhundert war Leyda zeitweise Residenz der Könige von Aragón. Im Zeitraum 1300–1717 besaß die Stadt mit dem Studium generale Ilerdense eine bedeutende Universität; 1991 wurde sie als Universität Lleida wiedererrichtet.
Neuzeit
[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]Seine strategische Lage machte Lleyda auch in der Neuzeit wiederholt zum Schauplatz kriegerischer Ereignisse. 1642 von den Franzosen erobert, wurde es schon im folgenden Jahr von Philipp IV. wieder eingenommen. 1646 und erneut 1647 von den Franzosen vergeblich belagert, musste Lérida sich im Spanischen Erbfolgekrieg im November 1707 dem Herzog von Orléans ergeben und ein strenges Strafgericht über sich ergehen lassen, wobei die Bewohner auch aller bis dahin behaupteten Vorrechte (Fueros) verlustig gingen.
1808, beim Aufstand Spaniens gegen Napoleon Bonaparte, war die Junta von Lérida unter den ersten, die Napoleon den Krieg erklärten und die Bevölkerung zum Widerstand gegen die Franzosen aufriefen. Am 23. April 1810 wurden die Spanier unter Enrique José O’Donnell von den Franzosen unter Louis Gabriel Suchet in der Nähe von Lérida geschlagen. Am folgenden 14. Mai, nach kurzer Belagerung, ergab sich die Stadt den Franzosen. Im Oktober 1813 fiel sie durch Verrat an die Spanier zurück.
Spanischer Bürgerkrieg
[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]Die Stadt war im Spanischen Bürgerkrieg 1936 Schauplatz brutaler Verfolgungen politisch Andersdenkender, insbesondere von Priestern und Ordensleuten. Ein eilig gegründetes „Komitee für öffentliche Gesundheit“, das zu gleichen Teilen aus Mitgliedern der anarchistischen Gewerkschaft CNT und der marxistischen Partei POUM bestand, organisierte die „Säuberung“ der Stadt von politischen Gegnern. Insgesamt wurden in Lleida innerhalb eines Monats 268 Geistliche systematisch ermordet, was 64,7 % des gesamten Klerus der Stadt entsprach.[10] Auch eine Vielzahl an religiösen Gebäuden, darunter die Kirche von San Lorenç sowie die Neue Kathedrale, wurden durch Brandstiftung beschädigt oder zerstört.
Im Sommer 1937 verbrachte der im Bürgerkrieg verletzte George Orwell einige Tage in einem Lazarett der Stadt.[11] Am 2. November 1937 wurde Lleida vom schweren Luftangriff der italienischen Luftwaffe überrascht. Dabei wurden 210 Zivilisten getötet, darunter viele Schüler. Der größte Teil der Stadt fiel während der Aragonoffensive im April 1938 in die Hände der Franquisten, die das Westufer rechts des Segre besetzten. In den folgenden Monaten bildete der Flusslauf innerhalb der Stadt die Front. Im Zuge der Katalonienoffensive wurde in erbitterten Kämpfen im Januar 1939 auch das linke Ufer von den Nationalspaniern erobert. Auf einer 1980 nach dem Ende der Franco-Diktatur errichteten Gedenkwand auf dem links des Segre gelegenen Hauptfriedhof von Lleida (Cementiri de Lleida) wird den zwischen 1939 und 1945 ermordeten Opfern der franquistischen Repression gedacht, als es zu zahlreichen weiteren politischen Hinrichtungen in der Region kam. Hunderte von Menschen wurden allein in der Zeit unmittelbar nach der endgültigen Eroberung der Stadt von franquistischen Militärtribunalen in Schnellverfahren abgeurteilt und an den Außenmauern des Friedhofs erschossen.[12] Die auf dem Denkmal verzeichnete Namensliste wurde nach historischen Nachforschungen 2010 auf über 500 namentlich bekannte Opfer erweitert, darunter auch der im Januar 1942 im Gefängnis von Lérida zu Tode gekommene österreichische Spanienkämpfer Martin Tissner (1913–1942).[13]
Wirtschaft und Infrastruktur
[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]Wirtschaft
[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]Wichtige Wirtschaftszweige sind die Landwirtschaft und der Tourismus. Darüber hinaus gibt es Betriebe der Nahrungsmittel-, der Chemie- und der Textilindustrie.
Verkehr
[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]- Öffentlicher Verkehr
Lleida hat einen Busbahnhof und einen Bahnhof der spanischen Staatseisenbahnen Renfe. Diese Station heißt Lleida-Pirineus und ist seit 2004 ein Haltepunkt der AVE-Schnellfahrstrecke Madrid–Barcelona.
- Individualverkehr
Die Autobahn Autovía A-2 verbindet Lleida direkt mit Barcelona nach Osten und Saragossa und Madrid Richtung Westen. Die Autobahn ist teilweise mautpflichtig. Daneben gibt es gut ausgebaute Landstraßen, die meist parallel zur Autobahn verlaufen.
- Flughafen
Seit Februar 2010 verfügt Lleida über einen eigenen Flughafen mit Verbindungen nach Mallorca.
Bildung und Erziehung
[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]Die Universität Lleida (UdL: Universitat de Lleida) ist eine der ältesten Universitäten in Spanien. Sie wurde um 1300 gegründet und bestand zunächst bis zu ihrer Schließung 1717. Im Jahr 1991 wurde sie wiedererrichtet.
Klimatabelle
[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]| Lleida (185 m) | ||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||
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| Klimadiagramm | ||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||
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Monatliche Durchschnittstemperaturen und -niederschläge für Lleida (185 m)
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Kultur und Sehenswürdigkeiten
[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]- Kreuzgang der ehemaligen Kathedrale La Seu Vella
- Paeria de Lleida, Sitz des Rathauses von Lleida
- Kongresszentrum La Llotja
- Brücke Pont de Príncep de Viana (2010 fertiggestellt)
- Ansicht des Camps Elisis in Lleida mit Meerjungfrauen-Springbrunnen
Söhne und Töchter der Stadt
[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]- Francesco de Remolins (1462–1518), Geistlicher, Kurienbeamter und Kardinal der römisch-katholischen Kirche während der Renaissance
- Martina Castells Ballespí (1852–1884), Ärztin
- Enric Granados i Campiña (1867–1916), Komponist und Pianist
- Ricardo Viñes (1875–1943), Pianist
- Adolf Florensa i Ferrer (1889–1968), Architekt
- Vicente Cantarino (1925–2017), spanisch-amerikanischer Literaturwissenschaftler
- German Rovira (1931–2022), Theologe, Priester und Schriftsteller
- Landelino Lavilla (1934–2020), Jurist, Wirtschaftsmanager und Politiker
- Enric Gensana (1936–2005), Fußballspieler
- Joaquín Larroya (1937–2021), Kanute
- Josep Maria Abella Batlle (* 1949), Generaloberer der Claretiner, Bischof von Fukuoka
- Jordi-Agustí Piqué i Collado (* 1963), Theologe, Komponist, Organist, Musikpädagoge und Benediktiner
- Jaume Balagueró (* 1968), Regisseur, Drehbuchautor und Filmproduzent
- Araceli Segarra (* 1970), Extrembergsteigerin
- Emilio Alzamora (* 1973), Motorradrennfahrer, Weltmeister 1999
- Núria Añó (* 1973), Schriftstellerin
- Josep Oms Pallisé (* 1973), Schachspieler
- Sergi Escobar (* 1974), Radrennfahrer
- Albert Costa (* 1975), Tennisspieler
- Javier Estrada Fernández (* 1976), Fußballschiedsrichter
- Eva Ledesma (* 1980), Duathletin und Triathletin
- Óscar Rubio Fauria (* 1984), Fußballspieler
- Kílian Jornet Burgada (* 1987), Skibergsteiger, Bergläufer und Duathlet
- Miquel Roqué Farrero (1988–2012), Fußballspieler
- Pablo Hasél (* 1988), Rapper, Songwriter und politischer Aktivist
- Jordi Quintillà (* 1993), Fußballspieler
- Marc Cardona (* 1995), Fußballspieler
- Sergej Milinković-Savić (* 1995), Fußballspieler
- Aleix Porras (* 1999), Leichtathlet
- Bojan Radulović (* 1999), serbischer Fußballspieler
- Bernat Erta (* 2001), Sprinter
- Ai Tsunoda (* 2002), Judoka
- Berta Segura (* 2003), Sprinterin
Städtepartnerschaften
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Weblinks
[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]Einzelnachweise
[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]- ↑ Gesamtzahl der Dateien Geografische Nomenklatur der Gemeinden und Bevölkerungseinheiten: 1 Datei:MUNICIIOS.csv Spalte:ALTITUD
- ↑ Gesamtzahl der Dateien Geografische Nomenklatur der Gemeinden und Bevölkerungseinheiten: 1 Datei:MUNICIIOS.csv Spalte:SUPERFICIE
- ↑ Instituto Nacional de Estadística Municipal Register of Spain
- ↑ Ley 2/1992, de 28 de febrero, por la que pasan a denominarse oficialmente Girona y Lleida las provincias de Gerona y Lérida ( vom 22. Februar 2012 im Internet Archive). Spanisches Gesetz zur Benennung der Provinzen Girona und Lleida vom 28. Februar 1992 (spanisch).
- ↑ Johann Baptist Keune: Ilerda. In: Paulys Realencyclopädie der classischen Altertumswissenschaft (RE). Supplementband III, Stuttgart 1918, Sp. 1207–1210.
- ↑ Titus Livius, Ab urbe condita 29, 1 ff.; Appian, Iberika 38.
- ↑ Adolf Schulten: Ilerda. In: Paulys Realencyclopädie der classischen Altertumswissenschaft (RE). Band IX,1, Stuttgart 1914, Sp. 999.
- ↑ Strabon, Geographika 3, 4, 10, S. 161.
- ↑ Caesar, De bello civili 1, 38f.; Appian, Bürgerkriege 2, 42; Livius, Ab urbe condita, Epitome des Buches 110; u. a.
- ↑ Martin Baxmeyer: „Sie haben es sich selbst zuzuschreiben!“ – Anarchistische Verantwortung für Morde an katholischen Geistlichen im revolutionären Spanien 1936–1937. In: Linksnet. 6. Februar 2007, abgerufen am 17. Juli 2026.
- ↑ Paul Ingendaay: Entscheidung in Spanien. Der große Kampf der Literatur, 1936–1939. Verlag C. H. Beck, München 2026, ISBN 978-3-406-84363-1, S. 218.
- ↑ Noms republicans. In: paeria.cat, abgerufen im September 2026.
- ↑ Tissner, Martin. ÖsterreicherInnen für Spaniens Freiheit 1936–1939. Dokumentationsarchiv des österreichischen Widerstandes, abgerufen im September 2026.


