Das Mineral ist von hellgrüner bis fast schwarzer, selten auch weißer, grauer oder rosa Farbe, hinterlässt aber auf der Strichtafel stets einen weißen Strich. Die Flächen sichtbarer Kristalle weisen einen glasähnlichen Glanz auf. Bei faseriger oder massig-derber Ausbildung ist Aktinolith dagegen matt, kann aber auf polierten Flächen einen wogenden Seidenglanz annehmen.
Mit einer Mohshärte von etwa 5 bis 6 gehört Aktinolith zu den mittelharten Mineralen, die sich mit einem Messer oder mit einer Stahlfeile ritzen lassen.
Grüner, radialstrahliger Aktinolith und Axinit-(Fe) aus der Colebrook Hill Mine, Colebrook Hill, Rosebery, Tasmanien, Australien
Der Name Aktinolith ist ein Kunstwort, das sich aus zwei griechischen Wörtern zusammensetzt: ἀκτίςaktís, deutsch ‚Strahl, Glanz‘ und λίθοςlíthos, deutsch ‚Stein‘. Der Name nimmt Bezug auf das oftmals faserige oder radialstrahlige Auftreten des Minerals.
Erstmals wissenschaftlich beschrieben wurde das Mineral 1794 von Richard Kirwan.
Auch die von der International Mineralogical Association (IMA) zuletzt 2009 aktualisierte[7]9. Auflage der Strunz’schen Mineralsystematik ordnet den Aktinolith in die Abteilung der „Ketten- und Bandsilikate (Inosilikate)“ ein. Diese ist allerdings weiter unterteilt nach der Struktur der Kettenbildung und nach der Zugehörigkeit zu größeren Mineralfamilien, so dass das Mineral entsprechend seinem Aufbau und seiner Zusammensetzung in der Unterabteilung der „Ketten- und Bandsilikate mit 2-periodischen Doppelketten, Si4O11; Amphibol-Familie, Klinoamphibole“ zu finden ist, wo es zusammen mit Aktinolith, Kalium-Chloro-Hastingsit, Edenit, Klino-Ferro-Ferri-Holmquistit, Ferro-Aktinolith, Ferro-Edenit, Ferro-Hornblende, Ferro-Pargasit, Ferro-Tschermakit, Fluoro-Cannilloit, Fluoro-Edenit, Magnesio-Fluoro-Hastingsit, Fluoro-Pargasit, Hastingsit, Joesmithit, Kaersutit, Kalium-Chloro-Pargasit, Kalium-Ferro-Ferri-Sadanagait, Kalium-Ferro-Pargasit, Kalium-Fluoro-Hastingsit, Kalium-Hastingsit, Kalium-Magnesio-Hastingsit, Kalium-Pargasit, Kalium-Sadanagait, Magnesio-Hastingsit, Magnesio-Hornblende, Pargasit, Sadanagait, Tremolit, Tschermakit die „Ca-Klinoamphibole, Tremolitgruppe“ mit der System-Nr. 9.DE.10 bildet.
Die vorwiegend im englischen Sprachraum gebräuchliche Systematik der Minerale nach Dana ordnet den Aktinolith ebenfalls in die Klasse der „Silikate und Germanate“, dort allerdings in die bereits feiner unterteilte Abteilung der „Kettensilikate: Doppelte unverzweigte Ketten, W=2“. Hier ist er in der „Gruppe 2, Calcium-Amphibole“ mit der System-Nr. 66.01.03a innerhalb der Unterabteilung der „Kettensilikate: Doppelte unverzweigte Ketten, W=2 Amphibol-Konfiguration“ zu finden.
Zurzeit sind drei Varietäten des Aktinoliths bekannt:
Amiant (auch Aktinolithasbest[8] oder Byssolith[4]) – hell- bis dunkelgrüne (manchmal auch blaugrüne), feinhaarige, langnadelige Kristalle oder feinfaserige Aggregate, die oft wie Fasermatten aussehen. Amiant kommt häufig, in einer sogenannten Paragenese, neben Epidot vor.
Bergleder – flächig, ledriges Aussehen
Smaragdid oder Smaragdit – smaragdgrüne Farbe durch Beimengungen von Chrom.
Als häufige Mineralbildung ist Aktinolith an vielen Fundorten anzutreffen, wobei weltweit bisher über 3400 Fundorte (Stand: 2017) bekannt sind.[6] In Deutschland fand sich das Mineral unter anderem im Schwarzwald in Baden-Württemberg; im Frankenland und in Niederbayern; im hessischen Odenwald; im niedersächsischen Harz; bei Hildfeld in Nordrhein-Westfalen; an mehreren Orten der Eifel in Rheinland-Pfalz; bei Treseburg in Sachsen-Anhalt; bei Chemnitz, im Erzgebirge und bei Zwickau in Sachsen sowie bei Brunsbüttel, Schönberg und Plön in Schleswig-Holstein.
Durchsichtige Aktinolithkristalle in verschiedenen FacettenschliffenFaseriger Aktinolith als Rohstein und im Cabochon-Schliff mit Seidenglanz
Aktinolith und Byssolith wurden vor allem als Asbest genutzt. In der traditionellen chinesischen Medizin wird der Stein gegen Impotenz eingesetzt.
Gelegentlich wird Aktinolith auch für Sammler zu Schmucksteinen geschliffen.[10] Klare Varietäten erhalten dabei eher einen Facettenschliff, trübe und vor allem faserige Varietäten dagegen einen Cabochon-Schliff, wodurch neben dem seidigen Glanz auch der optische Effekt der Chatoyance (Katzenaugeneffekt) auftreten kann.[11]
Richard Kirwan:16th species: actynolite. In: Elements of mineralogy. Band1, 1794, S.168 (englisch, rruff.info[PDF; 226kB; abgerufen am 24.Oktober 2019]).
David Barthelmy:Actinolite Mineral Data.In:webmineral.com.Abgerufen am 24.Oktober 2019(englisch).
Actinolite search results.In:rruff.info.Database of Raman spectroscopy, X-ray diffraction and chemistry of minerals (RRUFF);abgerufen am 24.Oktober 2019(englisch).
123456Hugo Strunz, Ernest H. Nickel:Strunz Mineralogical Tables. Chemical-structural Mineral Classification System. 9. Auflage. E. Schweizerbart’sche Verlagsbuchhandlung (Nägele u. Obermiller), Stuttgart 2001, ISBN 3-510-65188-X, S.627 (englisch).
123Stefan Weiß:Das große Lapis Mineralienverzeichnis. Alle Mineralien von A – Z und ihre Eigenschaften. Stand 03/2018. 7., vollkommen neu bearbeitete und ergänzte Auflage. Weise, München 2018, ISBN 978-3-921656-83-9.
12345
Actinolite. In: John W. Anthony, Richard A. Bideaux, Kenneth W. Bladh, Monte C. Nichols (Hrsg.): Handbook of Mineralogy, Mineralogical Society of America. 2001 (englisch, handbookofmineralogy.org[PDF; 81kB; abgerufen am 24.Oktober 2019]).
1234567Actinolite.In:mindat.org.Hudson Institute of Mineralogy,abgerufen am 24.Oktober 2019(englisch).
↑Hans Jürgen Rösler:Lehrbuch der Mineralogie. 4. durchgesehene und erweiterte Auflage. Deutscher Verlag für Grundstoffindustrie (VEB), Leipzig 1987, ISBN 3-342-00288-3, S.532.
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Fundortliste für Aktinolith beim Mineralienatlas und bei Mindat, abgerufen am 24. Oktober 2019.
↑Walter Schumann:Edelsteine und Schmucksteine. Alle Arten und Varietäten der Welt. 1600 Einzelstücke. 13. überarbeitete und erweiterte Auflage. BLV Verlags GmbH, München u.a. 2002, ISBN 3-405-16332-3, S.236.
↑Michael R. W. Peters:Aktinolith.In:realgems.org.8.Januar 2012,abgerufen am 24.Oktober 2019(mit Bildern von Aktinolith-Katzenaugen).