Alvaneu
| Alvaneu | |||||||||
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| Staat: | |||||||||
| Kanton: | |||||||||
| Region: | Albula | ||||||||
| Politische Gemeinde: | Albula/Alvra | ||||||||
| Postleitzahl: | 7473 Alvaneu Bad 7492 Alvaneu Dorf | ||||||||
| frühere BFS-Nr.: | 3511 | ||||||||
| Koordinaten: | 769170 / 172248 | ||||||||
| Höhe: | 1181 m ü. M. | ||||||||
| Fläche: | 35,58 km² | ||||||||
| Einwohner: | 400 (31. Dezember 2014) | ||||||||
| Einwohnerdichte: | 11 Einw. pro km² | ||||||||
| Website: | www.albula-alvra.ch | ||||||||
Alvaneu Dorf | |||||||||
| Karte | |||||||||
| Bevölkerungsentwicklung | |||||||||
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| Jahr | 1838 | 1850 | 1900 | 1950 | 1980 | 1990 | 2000 | 2005 | 2014 |
| Einwohner | 362 | 354 | 382 | 475 | 379 | 380 | 403 | 421 | 400 |
Sprachen
[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]Die traditionelle Sprache der Bevölkerung war bis Mitte des 19. Jahrhunderts Surmeirisch, eine regionale Mundart des Romanischen. Bereits 1880 gaben nur noch 80 % der Einwohnerschaft Romanisch als Muttersprache an. Dieser Erosionsprozess setzte sich fort (1910: 68 %, 1941: 56 %, 1970: 47 %). 1960 war die letzte Volkszählung mit romanischer Bevölkerungsmehrheit, 1970 waren diese noch eine relative Mehrheit. Seit 1980 hat die deutsche Sprache ein ständig grösser werdendes Übergewicht erlangt, wie folgende Tabelle zeigt:
| Sprachen in Alvaneu | ||||||
| Sprachen | Volkszählung 1980 | Volkszählung 1990 | Volkszählung 2000 | |||
| Anzahl | Anteil | Anzahl | Anteil | Anzahl | Anteil | |
| Deutsch | 189 | 49,87 % | 230 | 60,53 % | 308 | 76,43 % |
| Rätoromanisch | 157 | 41,42 % | 109 | 28,68 % | 68 | 16,87 % |
| Italienisch | 30 | 7,92 % | 28 | 7,37 % | 14 | 3,47 % |
| Einwohner | 379 | 100 % | 380 | 100 % | 403 | 100 % |
Herkunft und Nationalität
[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]Von den Ende 2005 421 Bewohnern waren 394 (≈ 93 %) Schweizer Staatsangehörige.
Wappen
[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]| Blasonierung: «In Gold (Gelb) der stehende Heilige Mauritius in blauer Rüstung mit Schwert, silbern (weiss) nimbiert, in der Rechten eine blaue Fahne mit goldenem Kreuz» | |
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Das Wappen zeigt das vereinfachte bisherige Siegelbild in der Farben des Zehngerichtebundes. |
Sehenswürdigkeiten
[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]Nach mehreren Bränden bauten von 1697 bis 1698 Kapuziner aus dem benachbarten Tiefencastel die katholische Pfarrkirche Mariä Geburt[2] und betreuten Alvaneu als Pfarrei bis 1890. In den Jahren 1859 und 1873 zerstörten zwei Grossbrände viel historische Bausubstanz. Dennoch zeigen sich im Dorfbild restaurierte Häuser mit Malereien und Sgraffiti, kunstgeschmiedeten Fenster- und Balkongittern.
Einen Blick auf zeitgenössische Kunst lässt die Künstlergasse zu, wo Metallgestalter, Kunstmaler und Kunstschmiede, Instrumentenbauer und Holzschnitzer ihre Werke und ihr Wirken präsentieren. In der Nähe von Alvaneu liegt die Ruine der Burg Belfort, eine der grössten Graubündens. Auch kann man die zweitstärkste Schwefelquelle Europas besuchen: Ava Forta, das rostig-rote Wasser, das nach faulen Eiern riecht.
Alvaneu-Bad
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Die Besonderheit von Alvaneu-Bad sind die Schwefelquellen, die wohl schon die Römer zur Heilung nutzten, wie sich aus Münzfunden schliessen lässt. Das Schwefelbad wurde zum ersten Mal 1474 beschrieben und gilt aufgrund der Temperatur als Mineralheilbad. Entgegen der verbreiteten Meinung handelt es sich nicht bei allen warmen Bädern um ein Thermalbad, sondern in diesem Fall um ein Mineral(warm)bad. Nach schweizerischer Definition liegt erst dann ein Thermalbad vor, wenn das Wasser mit über 20 °C aus dem Boden gefördert wird. In anderen Ländern wie zum Beispiel Italien gilt diese Definition nicht.[3] Mehrfach wurde hier gebaut, investiert und neugeplant. 2001 entstand hier ein Kur- und Wellnessbad mit durch Schwefelwasser stets auf 34 Grad gehaltenen Innen- und Aussenbecken und zusätzlichen Angeboten wie Dampfbad, Solarium, Sauna sowie ein sogenannter mentaler Wasser-Wanderparcours. Auch ein 1996 eingerichteter 18-Loch-Golfplatz (PAR 72) soll die wirtschaftliche Lage stabilisieren. Er gilt als eine der abwechslungsreichsten Anlagen Graubündens.
Söhne und Töchter des Ortes
[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]- Johann Peter Simen (1715–1775), römisch-katholischer Theologe, Domherr und akademischer Lehrer
- Urs Jenal (* 1961), Mikrobiologe
Literatur
[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]- Erwin Poeschel: Die Kunstdenkmäler des Kantons Graubünden II. Die Talschaften Herrschaft, Prättigau, Davos, Schanfigg, Churwalden, Albulatal. (= Kunstdenkmäler der Schweiz. Band 9). Hrsg. von der Gesellschaft für Schweizerische Kunstgeschichte GSK. Bern 1937. DNB 811066703.
- Gion Peder Thöni: Alvaneu (GR). In: Historisches Lexikon der Schweiz. 12. Juli 2017.
- Gion Peder Thöni: Alvaneu Bad (GR). In: Historisches Lexikon der Schweiz. 1. Dezember 2016.
Weblinks
[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]- Offizielle Website der Gemeinde Albula/Alvra (deutsch, rätoromanisch)
- Bundesamt für Kultur: Alvaneu (Albula/Alvra) im Inventar der schützenswerten Ortsbilder der Schweiz
- Alvaneu auf der Plattform ETHorama
- Alveu Tourismus auf graubuenden.ch
Einzelnachweise
[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]- ↑ Gunhild Hoyer/Andres Kristol: Alvaneu / Alvagni GR (Albula) in: Dictionnaire toponymique des communes suisses – Lexikon der schweizerischen Gemeindenamen – Dizionario toponomastico dei comuni svizzeri (DTS|LSG). Centre de dialectologie, Université de Neuchâtel, Verlag Huber, Frauenfeld/Stuttgart/Wien 2005, ISBN 3-7193-1308-5 und Éditions Payot, Lausanne 2005, ISBN 2-601-03336-3, p. 87.
- ↑ Kantonsbibliothek Graubünden. Katholische Pfarrkirche Mariä Geburt (Foto) ( vom 9. Dezember 2013 im Internet Archive)
- ↑ Heilbad Alvaneu, Schweiz, auf Graubünden Ferien ( vom 20. Mai 2014 im Internet Archive)





