Alpitronic ist ein Energietechnikhersteller mit Sitz in Bozen.[3] Gegründet 2009[3] begann der Aufstieg ab 2018 mit der Produktlinie der Hypercharger, eines Typs von HPC-Schnellladern für die Elektromobilität, die in Europa einen Marktanteil von 30% erreichen.[1]
Elektroauto lädt mit CCS2-Stecker an 300-kW-HPC-Ladesäule – HYC300Hypercharger HYC150 mit 5-m-Kabel
Das Unternehmen wurde 2009 als Start-Up im Techno Innovation Park TIS gegründet. Schwerpunkt war Leistungselektronik. 2015 zog die Firma an den Bozner Boden und begann mit der Errichtung einer Produktion. Ab 2016 lieferte man eine Schneekanonensteuerung in Kleinserie aus. 2017 begann die Entwicklung einer Produktlinie für Gleichstrom-Ladesäulen, die ab 2018 produziert wird, zuerst in einer 50-kW-Variante.[3] Erreichte man 2023 noch einen Umsatz von knapp unter einer Milliarde Euro, waren es 2024 etwas darüber.[1] 2025 zeigte einen gebremsten Markt mit etwas unter einer Milliarde Euro Umsatz.[4][2] Die Zahl der Angestellten wuchs auf 1100 im Jahr 2025.[4][2]
Der Markt der Schnellladenetze entwickelt sich exponentiell.[5] 2018 wurden 80 Geräte gefertigt, 2019 dann 900, und 2023 dann 20.000 Schnelllader. Insgesamt befanden sich 2025 über 135.000 Alpitronic-Ladepunkte in Betrieb.[4] Die erste Megawatt-Ladestation wurde im Mai 2025 an der Brennerautobahn errichtet.[6] Bei der Zuverlässigkeit, Ladeerfolgsrate und Verfügbarkeitsrate, belegten 2025 die Hypercharger die vordersten Plätze, nach einer Untersuchung der dänischen Platform Monta.[7]
Nach dem ersten Modell HYC50 wurde die nächste Generation mit 300kW mit einem modularen Konzept für verschiedene Leistungsklassen aufgebaut.[8] Die Alpitronic-Hypercharger HYC300 wurden im Mai 2018 erstmals ausgeliefert. Maximal vier Module zu je 75kW können eingebaut werden, und deren Leistung kann auf zwei Ladekabel verteilt werden.[9]
Nach den HYC50 und HYC300 wurde im Mai 2022 die Einführung der HYC400 angekündigt, die maximal 400kW in Schritten zu 50kW bereitstellen kann. Zwei Fahrzeugen können mit 200kW geladen werden. Die ersten Auslieferungen erfolgte etwa ein Jahr später im April 2023.[10] Die auf Siliziumcarbid-Technik basierenden Ladesäulen von Alpitronic erreichten in einigen Märkten einen Marktanteil von über 50%, europaweit lag der Marktanteil im Jahr 2024 bei 30%.[1]
Die Modelle HYC150 und HYC200 sind schmaler und erlauben maximal zwei Umrichter-Module, genannt „SiC Power Stack“, sind ansonsten aber gleich zu den Geschwistermodellen HYC300 und HYC400 aufgebaut, die vier Umrichter-Module aufnehmen können. Alle Modelle können wahlweise mit 3,5 oder 5m Kabelführung bestellt werden. Die Leistungselektronik ist jeweils auf 70.000 Volllastzyklen ausgelegt.[11] Durch die hohe Nachfrage nach diesen Modellen werden ab 2024 für die HYC50 keine Lieferzeiten mehr genannt. Anfang 2025 wurde die Produktion der Modelle HYC150/300 eingestellt.[12]
Anfang 2025 wurde das Ladesystem HYC1000 vorgestellt, bei dem die Leistungsmodule nicht mehr in der Ladesäule, sondern in einer Umrichterstation (Power Cabinet) eingebaut sind, die bis zu acht Ladesäulen bedient. Für das Megawatt Charging System werden dabei 1000 kW bereitgestellt, für Combined Charging System bis zu 600kW (max 600A mit max 1000V).[13] Die Ladesäulen sind für einen 1500A MCS-Anschluss vorbereitet; bei zwei ölgekühlten Anschlüssen können beide gleichzeitig mit 600A belastet werden.[14] Ein Test mit den ersten betriebsbereiten HYC1000 im April 2026 zeigte beim Xpeng G9 eine maximale Ladeleistung von 525kW (von 20 auf 80 Prozent in 10 Minuten).[15]
Eine spezielle Variante des HYC1000 wurde im September 2025 genutzt, um den Concept AMG GT XX Demonstrator von Mercedes mit über einem 1 Megawatt (1041kW) zu laden. Erreicht wurde dies für 2½ Minuten mittels eines speziellen CCS-Kabels mit 1176A.[16][17] Mercedes entwickelt mit Alpitronic eine Variante mit 800A um kontinuierlich 600kW bereitzustellen, zuerst an den eigenen Standorten,[18] und nachfolgend in den Netzen von Ionity in Europa und Ionchi in China.[19][20]
Im März 2026 wurde die Einführung der zweiten Generation der HYC400 angekündigt, die zeitweise parallel zu den bisherigen Ladesäulen angeboten werden. Sie sind vom bisherigen Modell durch das an der Vorderseite angebrachte Display unterscheidbar. Technisch bleibt es bei maximal 400kW in Schritten zu 50kW, allerdings können nun 600A nicht nur kurzzeitig im Boostmodus, sondern kontinuierlich bereitgestellt werden. Die Limitierung ergibt sich durch die maximal vier Siliziumcarbid-Module zu je 100kW. Die zweite Generation dieser Module unterscheidet sich in den Leistungsdaten kaum, dagegen wurde der Wartebetrieb der Ladesäule um 100 auf 43W verringert.[21]
↑Stefan Leichsenring:Mercedes Concept AMG GT XX demonstriert das Megawatt-Laden.InsideEVs,5.August 2025;abgerufen im 1.Januar 1:„an einer Prototypen-Ladesäule von Alpitronic eine maximale Ladeleistung von 1.041 kW – ein neuer Bestwert. Vom Start der Stromübertragung bis zum Erreichen der Megawatt-Marke dauerte es dabei nur 0,5 Sekunden. Und die 1.000 kW Ladeleistung wurden rund zweieinhalb Minuten lang gehalten. Durch das eigens entwickelte CCS-Ladekabel flossen dabei bis zu 1.176 Ampere.“