Zum Inhalt springen

Alpbachtal

aus Wikipedia, der freien Enzyklopädie
Alpbachtal
Talauswärts von Süden, links Greiter Graben / Wiedersberger Horn, rechts Lueger Graben / Schatzberg, hinten Gratlspitz, davor Alpbach Dorf (hinten Inntal quer)

Talauswärts von Süden, links Greiter Graben / Wiedersberger Horn, rechts Lueger Graben / Schatzberg, hinten Gratlspitz, davor Alpbach Dorf (hinten Inntal quer)

Lage Tiroler Unterland, Nordtirol
Gewässer Alpbach
Gebirge Kitzbüheler Alpen
Geographische Lage 47° 23′ N, 11° 57′ OKoordinaten: 47° 23′ N, 11° 57′ O
Alpbachtal (Tirol)
Alpbachtal (Tirol)
Länge 16,5 km

Das Alpbachtal ist ein Seitental des Inntals in den Kitzbüheler Alpen in Tirol, Österreich.

Das Alpbachtal erhält seinen Namen vom Alpbach, welcher das gesamte Tal durchfließt. Taleingang ist die Gemeinde Brixlegg. Eine Straße, welche Alpbach mit Brixlegg verbindet, führt durch das ganze Tal bis zum Dorf Inneralpbach. Nachbartäler des Alpbachtals sind das Zillertal und die Wildschönau.

Das Tal umfasst geographisch die Gemeinden Reith im Alpbachtal und Alpbach. Den Talschluss bildet der Ortsteil Inneralpbach der Gemeinde Alpbach.

Nicht zu verwechseln ist das geografische Alpbachtal mit der Ferienregion Alpbachtal, einer touristischen Destination, die neben den beiden Talgemeinden weitere Gemeinden des Unterinntals und der Brandenberger Alpen umfasst. Dazu zählen Brixlegg, Kramsach, Münster, Brandenberg, Breitenbach am Inn, Kundl, Radfeld und die Stadt Rattenberg.[1]

Das Alpbachtal liegt im Tiroler Unterland im Bezirk Kufstein und gehört zu den Kitzbüheler Alpen. Es erstreckt sich vom Taleingang bei Brixlegg bis nach Inneralpbach über rund 16 Kilometer. Der Talboden wird vom Alpbach durchzogen, der bei Brixlegg in den Inn mündet. Nachbartäler sind die Wildschönau im Osten und das Zillertal im Süden.[2]

Höhere und touristisch gut erschlossene Gipfel im Alpbachtal sind

Name und Abgrenzung

[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Der Name leitet sich vom Alpbach ab, der das gesamte Tal durchfließt. Geografisch bezeichnet der Begriff ausschließlich das Tal zwischen Brixlegg und Inneralpbach.

Davon zu unterscheiden ist die touristische Ferienregion Alpbachtal, deren Gebietsabgrenzung sich an den Tourismusverbänden orientiert und insgesamt zehn Orte umfasst. Diese touristische Region reicht deutlich über das eigentliche Tal hinaus und schließt auch Gemeinden im Inntal sowie den Brandenberger Alpen ein.[3]

Geologie und Landwirtschaft

[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Das Tal wird den Kitzbüheler Alpen zugerechnet und ist von bewaldeten Hängen, Almflächen und hochalpinen Gipfeln geprägt. Der Alpbach hat das Tal über Jahrtausende geformt und zieht sich durch das Einzugsgebiet Richtung Inn. Im Süden steigt das Gelände bis zum Großen Galtenberg an, dem höchsten Gipfel der Kitzbüheler Alpen.[2]

Gemeinden und Siedlungen

[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Zum geografischen Alpbachtal gehören zwei Gemeinden:

Der Hauptort Alpbach liegt auf etwa 1000 m ü. A. und wurde durch seine einheitliche Holzbauweise bekannt. Der Ortsteil Inneralpbach bildet den südlichen Talabschluss.

Der Tourismus stellt einen bedeutenden Wirtschaftsfaktor im Tal dar und entwickelte sich seit dem 20. Jahrhundert zu einem der wichtigsten Erwerbszweige. Neben Beherbergungsbetrieben prägen Bergbahnen, Gastronomie und Freizeiteinrichtungen die touristische Infrastruktur.[4]

Sommertourismus

[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Der Sommertourismus entwickelte sich im Alpbachtal vor allem auf Grundlage des Wanderns, des Bergsteigens und der bäuerlich geprägten Kulturlandschaft. Das geografische Tal verfügt über Wanderwege unterschiedlicher Schwierigkeitsgrade, die von den Siedlungsgebieten in Reith im Alpbachtal, Alpbach und Inneralpbach zu den umliegenden Almen und Gipfeln führen. Zu den häufig begangenen Bergen zählen das Wiedersberger Horn, die Gratlspitze, der Schatzberg und der Große Galtenberg.[5]

Die Wiedersbergerhornbahn und die Reitherkogelbahn werden auch während der Sommersaison betrieben und dienen als Ausgangspunkt für Wanderungen. An ihren Bergstationen befinden sich mit dem Lauserland am Wiedersberger Horn und Juppi Zauberwald am Reither Kogel zwei vorwiegend auf Familien ausgerichtete Freizeitanlagen. Zum touristischen Angebot gehören außerdem Themenwege, geführte Wanderungen, Mountainbike- und E-Bike-Routen sowie bewirtschaftete Almen und Schutzhütten. Die gesamte Ferienregion Alpbachtal weist ein Wanderwegenetz von rund 500 Kilometern auf.[6]

Neben den Bergsportangeboten ist die traditionelle Bau- und Kulturlandschaft ein Bestandteil des Sommertourismus. Besonders das Ortsbild von Alpbach ist durch einen einheitlich geprägten Holzbaustil gekennzeichnet.[7] Seit 1945 findet dort jährlich das Europäische Forum Alpbach statt, wodurch neben dem Erholungs- und Aktivtourismus auch Kongress- und Veranstaltungstourismus Bedeutung erlangte.[8]

Zur touristischen Infrastruktur der Ferienregion gehören neben den Bergbahnen ein regionales Busangebot, Beherbergungsbetriebe, Freizeiteinrichtungen und ein Gästeprogramm. Mit der Alpbachtal Card werden Übernachtungsgästen verschiedene Leistungen zur Verfügung gestellt, darunter je nach Saison die Nutzung von Sommerbergbahnen, regionalen Busverbindungen und ausgewählten Freizeiteinrichtungen.[6]

Wintertourismus

[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Der Wintertourismus konzentriert sich im geografischen Alpbachtal vor allem auf den alpinen Skisport. Das wichtigste Wintersportgebiet liegt am Wiedersberger Horn und reicht von Alpbach und Inneralpbach bis zur Verbindung mit dem Schatzberg in der Wildschönau. Seit der Errichtung einer Verbindungsbahn im Jahr 2012 bilden die zuvor getrennten Skigebiete Alpbachtal und Wildschönau gemeinsam das Skigebiet Ski Juwel Alpbachtal Wildschönau.[9]

Das Skigebiet umfasst nach Angaben des Betreibers 114 Pistenkilometer und 45 Liftanlagen. Sein Kerngebiet erstreckt sich über das Wiedersberger Horn auf der Alpbachtaler Seite und den Schatzberg auf der Seite der Wildschönau. Neben den Hauptanlagen in Alpbach und Inneralpbach besteht am Reither Kogel ein kleineres Skigebiet, das vor allem über die Reitherkogelbahn erschlossen wird. Zum Angebot gehören außerdem Übungsbereiche, Skischulen, Rodelmöglichkeiten, Funparks sowie gastronomische Betriebe an den Pisten.[10]

Abseits des alpinen Skisports werden Winterwanderwege, Schneeschuhrouten, Langlaufloipen, Rodelbahnen und Eislaufmöglichkeiten genutzt. Im geografischen Alpbachtal befinden sich unter anderem Winterwanderwege rund um Alpbach und Reith sowie eine Loipe um Luegergraben bei Inneralpbach. Ein größerer Teil des Langlaufangebots liegt jedoch außerhalb des eigentlichen Tals, insbesondere in den Gemeinden Breitenbach am Inn, Brandenberg und Kramsach. Die gesamte Tourismusregion hat ein Loipennetz von rund 70 Kilometern.[11]

Auch die im Zusammenhang mit dem Alpbachtal genannten Eislaufplätze und Naturrodelbahnen verteilen sich auf die gesamte touristische Region. Dazu zählen Anlagen im Inntal, in den Brandenberger Alpen sowie in den Gemeinden Alpbach und Reith im Alpbachtal. Für eine geografisch eindeutige Darstellung ist daher zwischen den Wintersportangeboten im eigentlichen Tal und jenen der touristischen Ferienregion zu unterscheiden.[11][12]

Die wirtschaftliche Bedeutung des Wintertourismus nahm insbesondere mit dem Ausbau der Bergbahnen und der Verbindung zur Wildschönau zu. Neben den Seilbahnunternehmen profitieren vor allem Beherbergungs- und Gastronomiebetriebe, der Sporthandel und weitere Dienstleistungsbetriebe von der Wintersaison. Gleichzeitig ist der Winterbetrieb wegen seiner Abhängigkeit von den Schnee- und Witterungsverhältnissen zunehmend mit technischen und betrieblichen Anpassungen verbunden.[9]

Die Kultur des Alpbachtals ist durch die bäuerliche Siedlungsweise, die traditionelle Holzbauweise, das Vereinswesen und das religiöse Brauchtum geprägt. Aufgrund der langen eingeschränkten verkehrsmäßigen Erreichbarkeit blieben örtliche Bauformen und Bräuche bis in das 20. Jahrhundert vergleichsweise lange erhalten. Eine durchgehende Fahrstraße nach Alpbach wurde erst 1926 errichtet.[3]

Neben dem Tourismus spielen Land- und Forstwirtschaft weiterhin eine wichtige Rolle. Die Almwirtschaft prägt das Landschaftsbild, während zahlreiche landwirtschaftliche Betriebe als Nebenerwerbsbetriebe geführt werden. Tourismus und Landwirtschaft ergänzen sich in vielen Bereichen.[3]

Das Tal wird über die Alpbacher Landesstraße erschlossen, die von Brixlegg bis Inneralpbach führt. Der öffentliche Verkehr erfolgt überwiegend durch regionale Buslinien mit Anschluss an den Bahnhof Brixlegg an der Unterinntalautobahn.[13]

Commons: Alpbachtal – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien
Wikivoyage: Alpbachtal – Reiseführer

Einzelnachweise

[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]
  1. ↑ Die 10 Orte im Alpbachtal in Tirol. Abgerufen am 25. September 2026.
  2. 1 2 Lage des Alpbachtales. Abgerufen am 25. September 2026.
  3. 1 2 3 Alpbacher Geschichte. Abgerufen am 25. September 2026 (österreichisches Deutsch).
  4. ↑ Alpbach. Abgerufen am 25. September 2026 (österreichisches Deutsch).
  5. ↑ Wandern in Tirols Naturjuwel. Abgerufen am 25. September 2026.
  6. 1 2 Sommerbergbahnen im Alpbachtal | Alpbachtal Tourismus. Abgerufen am 25. September 2026.
  7. ↑ Tiroler Kultur & Brauchtum | Alpbachtal Tourismus. Abgerufen am 25. September 2026.
  8. ↑ European Forum Alpbach │ Congress Centrum Alpbach. Abgerufen am 25. September 2026.
  9. 1 2 10 Jahre Ski Juwel Alpbachtal Wildschönau | Ski Juwel. Abgerufen am 25. September 2026.
  10. ↑ Geöffnete Anlagen und Pisten I Ski Juwel Alpbachtal Wildschönau. Abgerufen am 25. September 2026.
  11. 1 2 Dein Winter im Alpbachtal | Alpbachtal Tourismus. Abgerufen am 25. September 2026.
  12. ↑ Rodeln Alpbachtal in Tirol | 6 Bahnen mit Rodelbericht. Abgerufen am 25. September 2026.
  13. ↑ Anreise | Alpbachtal Tourismus. Abgerufen am 25. September 2026.