Alex Vanopslagh

Alex Dominique Kristensen Vanopslagh (* 17. Oktober 1991 in Épernay, Frankreich)[1] ist ein dänischer Politiker und Abgeordneter des dänischen Folketings. Seit 2019 ist er Parteivorsitzender der Liberalen Allianz.
Leben und Ausbildung
[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]Vanopslagh wurde im französischen Épernay als Sohn eines Metzgers[2] geboren und kam mit 5 Jahren nach Dänemark. Er wuchs in Struer und Herning auf, wo er 2011 sein Abitur ablegte. Nach eigenen Angaben wollte er zunächst Journalist werden, scheiterte jedoch an der Aufnahmeprüfung der Journalistenhochschule, nachdem er irrtümlich den falschen Bus genommen hatte. Stattdessen studierte er Politikwissenschaften.[3] Seinen Bachelor-Abschluss in diesem Fach erwarb er an der Syddansk Universitet in Odense, im Anschluss absolvierte er ein Masterstudium an der Universität Kopenhagen.[1] Nach seinem Abschluss arbeitete bis zu seiner Wahl in das Folketing als Lobbyist.[4]
Vanopslagh hat einen Sohn, der nach dem Wirtschaftswissenschaftler der liberalen Chicagoer Schule Milton Friedman benannt ist.[2]
Politische Laufbahn
[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]Vanopslagh ist seit 2011 Mitglied der Liberal Alliance, einer wirtschafts– wie gesellschaftspolitisch klassisch-liberalen bis libertären Partei. Von 2014 bis 2016 war er Vorsitzender der innerparteilichen Jugendorganisation Liberal Alliance Ungdom.[2][4] Bei den Kommunalwahlen 2017 kandidierte er erfolgreich für einen Sitz im Kopenhagener Stadtrat.
Bei der Folketingswahl 2019 wurde er für die Liberal Alliance im Vestjyllands Storkreds in das dänische Parlament gewählt. Dennoch verlief die Wahl für die Gesamtpartei enttäuschend. Die Zwei-Prozent-Hürde wurde nur knapp übersprungen und im Vergleich zur vorherigen Wahl stand ein Verlust von neun Mandaten zu Buche, darunter auch das des damaligen Parteivorsitzenden Anders Samuelsen. Daraufhin trat Samuelsen von seinem Amt zurück und die Partei wählte Vanopslagh zu seinem Nachfolger.[5] Bis 2023 war er zudem politischer Sprecher der Folketingsgruppe.[6]
Bei den Folketingswahlen 2022 verbesserte sich die Liberal Alliance unter seiner Führung stark, mit 7,9 % der Stimmen und 14 Mandaten konnte das Ergebnis von 2019 in etwa verdreifacht werden. Auch Vanopslagh selber sicherte sich im Østjyllands Storkreds erneut ein Parlamentsmandat. Dabei entfielen über 38.000 Vorzugsstimmen auf ihn, parteiübergreifend die viertmeisten aller Kandidaten.[7] Insbesondere bei jungen Wählern erhielten die Liberale Allianz großen Zuspruch. Bereits im Wahlkampf war Vanopslagh aufgrund seines starken Verwendung der populären Video-App als „König von TikTok“ bezeichnet worden.[8] Mit 7,9 Prozent der Stimmen erzielte die Liberal Alliance damit ihr bis dahin bestes Ergebnis bei einer Folketingswahl.
Im Vorfeld der Folketingswahl 2026 erklärte Vanopslagh im März 2026 öffentlich, in seiner ersten Zeit als Parteivorsitzender bei Feiern ein- oder zweimal Kokain konsumiert zu haben. Er gab an, seit seiner Stress-Erkrankung im Jahr 2020 außer einem Glas Wein keine derartigen Mittel mehr konsumiert zu haben.[9] Auf das Wahlergebnis hatte dies keinen signifikanten Einfluss und die Liberal Alliance erreichte mit 9,4 % eine neue Bestmarke. Auch Vanopslagh selber vereinte erneut über 38.000 Stimmen auf sich.[10]
Politische Positionen
[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]In Übereinstimmung mit der Linie seiner Partei tritt Vanopslagh für niedrigere Steuern, einen schlankeren Öffentlichen Sektor und stärkere Anreize für Arbeitslose zur Arbeitssuche ein.[2] Zuvor hatte er sich außerdem dafür ausgesprochen, Kokain reguliert über Apotheken erhältlich zu machen; im März 2026 erklärte er jedoch, dass dies nicht mehr die Position seiner Partei sei.[9]
Zudem tritt er als scharfer Kritiker der Regierung von Mette Frederiksen auf, die er als das „Schlechteste für die demokratische Regierung und den Rechtsstaat seit dem Zweiten Weltkrieg“ bezeichnete.[11] Im Zuge des Nerzskandals forderte er Frederiksen zum Rücktritt auf.[12]
Weblinks
[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]- Abgeordnetenprofil von Alex Vanopslagh auf der Seite des dänischen Parlaments
Einzelnachweise
[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]- 1 2 Alex Vanopslagh (31). In: Altinget.dk. Abgerufen am 26. Oktober 2022 (dänisch).
- 1 2 3 4 Alex Vanopslagh. In: liberalalliance.dk. Liberal Alliance, abgerufen am 26. Oktober 2022 (dänisch).
- ↑ Alex Vanopslagh: »Jeg kom kun på universitetet, når jeg skulle til eksamen«. In: Uniavisen.dk. 30. März 2022, abgerufen am 26. Oktober 2022 (dänisch).
- 1 2 Alex Vanopslagh - LinkedIn Profil. LinkedIn, abgerufen am 26. Oktober 2022 (dänisch).
- ↑ Alex Vanopslagh bliver Liberal Alliances nye politiske leder. In: DR.dk. 9. Juni 2019, abgerufen am 26. Oktober 2022 (dänisch).
- ↑ Alex Vanopslagh giver post som politisk ordfører videre. In: tv2.dk. 31. August 2023, abgerufen am 12. April 2026 (dänisch).
- ↑ Folketingsvalg tirsdag 1. november 2022 – Valgte kandidater og stedfortrædere. In: Danmarks Statistik. 1. November 2022, abgerufen am 2. November 2022 (dänisch).
- ↑ Mia Gleerup Fallentin, Kasper Kildegaard, Søren Domino: Han bliver kaldt »Kongen af TikTok« og har fat i de unge vælgere – nu stormer Alex Vanopslagh frem i ny Gallup. In: Berlingske. 20. Oktober 2022, abgerufen am 3. November 2022 (dänisch).
- 1 2 Vanopslagh indrømmer at have taget kokain som partileder. In: Politiken. 15. März 2026, abgerufen am 17. März 2026 (dänisch).
- ↑ Folketingsvalg tirsdag 24. marts 2026 – Valgte kandidater og stedfortrædere. In: dst.dk. Abgerufen am 12. April 2026 (dänisch).
- ↑ Søren Domino: Vanopslagh i hårdt angreb på Mette Frederiksen: Regeringen bruger Grundloven som toiletpapir. In: Berlingske.dk. 23. April 2022, abgerufen am 26. Oktober 2022 (dänisch).
- ↑ Nana Fischer: Alex Vanopslagh: Radikales melding til Mette Frederiksen er 'en gratis omgang' - der var et valg på vej alligevel. In: DR.dk. 2. Juli 2022, abgerufen am 26. Oktober 2022 (dänisch).
| Personendaten | |
|---|---|
| NAME | Vanopslagh, Alex |
| ALTERNATIVNAMEN | Vanopslagh, Alex Dominique Kristensen (vollständiger Name) |
| KURZBESCHREIBUNG | dänischer Politiker und Abgeordneter des dänischen Folketings |
| GEBURTSDATUM | 17. Oktober 1991 |
| GEBURTSORT | Épernay, Frankreich |