Afwillit kristallisiert im monoklinen Kristallsystem und entwickelt meist tafelige bis prismatische, nach der b-Achse gestreckte und gestreifte Kristalle, findet sich aber auch in Form radialstrahliger, faseriger, sphärolithischer oder massiger Mineral-Aggregate. Die Oberflächen der farblosen und durchsichtigen oder bei polykristalliner Ausbildung weißen Kristalle zeigen einen glasähnlichen Glanz.
Afwillit wurde erstmals 1923 von dem damaligen Generaldirektor der De Beers Consolidated Mines Alpheus Fuller Williams (1874–1953) in der „Dutoitspan Mine“ nahe Kimberley in Südafrika, genauer in einer Tiefe zwischen 500 und 750ft (entspricht etwa 152 bis 228m) in einer großen Dolerit-Inklusion im Kimberlit, entdeckt.
Analysiert und beschrieben wurde das Mineral 1925 durch John Parry (1863–1931)[7] und Frederick Eugene Wright, die es nach seinem Entdecker (abgekürzt AFWill) benannten.
Da der Afwillit bereits lange vor der Gründung der International Mineralogical Association (IMA) bekannt und als eigenständige Mineralart anerkannt war, wurde dies von ihrer Commission on New Minerals, Nomenclature and Classification (CNMNC) übernommen und bezeichnet den Afwillit als sogenanntes „grandfathered“ (G) Mineral.[2] Die seit 2021 ebenfalls von der IMA/CNMNC anerkannte Kurzbezeichnung (auch Mineral-Symbol) von Afwillit lautet „Afw“.[1]
In der vorwiegend im englischen Sprachraum gebräuchlichen Systematik der Minerale nach Dana hat Afwillit die System- und Mineralnummer 52.04.07.01. Das entspricht der Klasse der „Silikate“ und dort der Abteilung „Inselsilikate: SiO4-Gruppen und O, OH, F und H2O“. Hier findet er sich innerhalb der Unterabteilung „Inselsilikate: SiO4-Gruppen und O, OH, F und H2O mit Kationen in [6] und/oder > [6]-Koordination“ in der Gruppe „Afwillit und verwandte Arten“, in der auch Bultfonteinit, Hatrurit und Jasmundit eingeordnet sind.
Als seltene Mineralbildung konnte Afwillit bisher nur an wenigen Orten nachgewiesen werden, wobei weltweit bisher rund 50 Fundstätten dokumentiert sind (Stand 2025).[11] Neben seiner Typlokalität „Dutoitspan Mine“ nahe Kimberley trat das Mineral in Südafrika noch in den „N'Chwaning Minen“ bei Kuruman und in der „Wessels Mine“ bei Hotazel in den Manganfeldern der Kalahari zutage.
In Deutschland konnte Afwillit unter anderem am Zeilberg in Bayern sowie an mehreren Orten in der Vulkaneifel (Daun, Mayen, Mendig) gefunden werden.
Der bisher einzige bekannte Fundort in Österreich ist der Basaltsteinbruch Klöch in der Marktgemeinde Klöch im Bezirk Südoststeiermark.
John Parry, F. E. Wright:Afwillite, a new hydrous calcium silicate, from Dutoitspan mine, Kimberley, South Africa. In: Mineralogical Magazine. Band20, 1925, S.277–285 (englisch, rruff.info[PDF; 382kB; abgerufen am 20.Oktober 2021]).
Afwillite search results.In:rruff.info.Database of Raman spectroscopy, X-ray diffraction and chemistry of minerals (RRUFF);abgerufen am 20.Oktober 2021(englisch).
David Barthelmy:Afwillite Mineral Data.In:webmineral.com.Abgerufen am 20.Oktober 2021(englisch).
↑Daniel Atencio, Nikita V. Chukanov, Fabrizio Nestola, Thomas Witzke, José M. V. Coutinho, Aleksandr E. Zadov, Reynaldo R. Contreira Filho, Gunnar Färber:Mejillonesite, a new acid sodium, magnesium phosphate mineral, from Mejillones, Antofagasta, Chile. In: American Mineralogist. Band97, Nr.1, 2012, S.20, doi:10.2138/am.2012.3867 (englisch, online verfügbar bei researchgate.net[PDF; 6,4MB; abgerufen am 13.April 2025]).
1234Hugo Strunz, Ernest H. Nickel:Strunz Mineralogical Tables. Chemical-structural Mineral Classification System. 9. Auflage. E. Schweizerbart’sche Verlagsbuchhandlung (Nägele u. Obermiller), Stuttgart 2001, ISBN 3-510-65188-X, S.558 (englisch).
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Afwillite. In: John W. Anthony, Richard A. Bideaux, Kenneth W. Bladh, Monte C. Nichols (Hrsg.): Handbook of Mineralogy, Mineralogical Society of America. 2001 (englisch, handbookofmineralogy.org[PDF; 80kB; abgerufen am 13.April 2025]).
12345Afwillite.In:mindat.org.Hudson Institute of Mineralogy,abgerufen am 20.Oktober 2021(englisch).
↑L. J. Spencer:Biographical notices of mineralogists recently deceased (Fifth series). In: Mineralogical magazine and journal of the Mineralogical Society. Band23, Nr.141, Juni 1933, S.337–366;hier:356 (englisch, rruff.geo.arizona.edu[PDF; 5,1MB; abgerufen am 13.April 2025]).
↑Stefan Weiß:Das große Lapis Mineralienverzeichnis. Alle Mineralien von A – Z und ihre Eigenschaften. Stand 03/2018. 7., vollkommen neu bearbeitete und ergänzte Auflage. Weise, München 2018, ISBN 978-3-921656-83-9.